Ich bin so froh…..

09.06.2013 008

….dass ich endlich 60 bin! 

Nein, ich mache das nicht an der Lebenszahl fest. Das schon gar nicht.

Vielmehr an der Fülle und der Summe der Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen durfte.

Im Hier und im Jetzt fühle ich mich frei.

Das, wovon ich mein ganzes Leben lang geträumt habe, als Kind, als Teenager, als junge Frau, als mittelalte Frau, als Mutter, als Ehefrau, als geschiedene Frau, als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, ist heute Wahrheit geworden. Bestand. Ich fühle mich frei.

Ich lebe so, wie ich es möchte.

Das möchte ich für nichts auf diesem Planeten wieder hergeben. Auch wenn nicht so gute Zeiten vorkommen, dennoch weiß ich, dass ich die Unabhängigkeit nicht mehr hergeben möchte.

Mir ist es völlig egal, wie andere mich sehen. Ich muss niemandem gefallen außer mir selbst. 

Sag einmal ehrlich: ist das nicht wundervoll? 

Sicherlich gibt es in meinem Leben einige Dinge, die verbesserungswürdig wären.

Ich würde mich zum Beispiel sehr gerne mehr sportlich betätigen. Oft hindert mich aber mein innerer Schweinehund daran. Aber letztendlich entscheide ich das ja auch selbst. Niemand sonst!

Ich kann so sein wie ich bin. Und wie ich will! 

Es ist so eine gewisse Unbeschwertheit eingetreten. So eine Leichtigkeit. Vieles ist getan, nicht alles, aber doch so manches. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Die Fehler, die ich in meinem Leben gemacht habe, gehören auch dazu. Sie sind Fehler gewesen, aber ich bin ein Mensch, keine Maschine, und ich darf Fehler machen. Ich darf sie auch wieder gut machen. Wenn man mich lässt.

Ich darf verzeihen, vergeben, Liebe geben, tolerant sein – ach ja – das musste ich tatsächlich lernen – und lerne es immer noch – ich darf akzeptieren, das was ist, und so wie Menschen sind.

Ich bin ein Mensch wie so viele andere auch.

Ein Mensch mit Licht- und Schattenseiten.

Immer voller Zuversicht, dass alles gut ist, so wie es ist!

 

 

Alles auf Anfang

Im März 2014 habe ich hier zuletzt gepostet.

Eine solch lange Pause war gar nicht geplant, wie gerne habe ich immer in meinem Blog geschrieben und auf all die vielen lieben Kommentare geantwortet.

Aber dann hat sich etwas in meinem Leben ereignet, was mich für lange Zeit regelrecht lahm gelegt hat. Und als es mir dann wieder besser ging, habe ich den Anschluss ans Bloggen nicht mehr wieder gefunden. Auch wollte ich nicht, dass “bestimmte” Menschen mein Blog lesen und somit etwas über meine Lebenssituation erfahren.

Nun….. als ich mich endlich entschlossen hatte, mein Blog für immer zu schließen, kam so viel Resonanz und so viele Nachfragen und liebe Kommentare, die mich ermutigt haben, doch weiter zu schreiben.

Es ist sehr viel passiert im letzten Jahr, und das möchte und werde ich hier auch nicht mehr aufarbeiten.

Wie gesagt, es ist alles auf Anfang – mal wieder – dennoch gibt es Konstanten in meinem Leben, die mir gut tun und auf die ich nur ungern verzichten möchte.

Eine Neuerung in meinem Leben – ach nein zwei ganz wichtige – darf ich dennoch hier kund tun:

1. Ich bin Rentnerin. Wie ich das geschafft habe, die volle Erwerbsminderungsrente zu erlangen, ist mir bis heute schleierhaft. Aber es ist wie es ist, und ich bin dankbar und ich bin absolut glücklich, die späte Freiheit der relativen Unabhängigkeit zu erlangen. Auch wenn das Geld oft knapp ist, die Freizeit und meine Freiheit wiegen das mehr als 1000 Prozent wieder auf.

2. Es ist ein neues Familienmitglied in meinem Leben, ein kleiner Hund aus Ungarn, wir hatten ehrlich gesagt nicht so einen guten Start gesundheitsbedingt, inzwischen ist der liebe und sehr menschenbezogene und verschmuste kleine Toby hier auch nicht mehr wegzudenken, auch er hat seinen Platz in unserem kleinen System gefunden.

Mit Freude sehe ich immer wieder, dass meine “alten Blogfreunde” weiterhin fleissig bei der Sache sind. Oft hatte ich eine richtige Wehmut und dachte, warum kann ich jetzt nicht mehr schreiben. Es war wie es ist, und es ist wie es ist.

Nichts kann man erzwingen, auch nicht das Schreiben, und jetzt scheint es, als sei gerade ein Wandel angesagt in vielen Bereichen.

Ich freue mich, wieder kreativ sein zu können und hoffe, dass der eine oder andere Blogschreiber hier wieder vorbeikommt.

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Wie ich nun mal bin…..

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“And the Oscar goes to….”

Ja, gerade hatten wir – wie jedes Jahr – die Oscar-Verleihung. Wen interessiert das, denkst Du. Verstehe ich.

Aber heute habe ich eine “Verleihung” bekommen. Für meine PRÄSENZ.

Okay, das versteht jetzt niemand. Und daher fange ich beim Anfang an.

Der Anfang:

Ich komme – wie üblich in Drecksklamotten – vom Hundespaziergang – Sonntag nachmittag. Dieses Neusser Kostenlos-Blatt steckt in meinem Briefkasten – und normalerweise schmeisse ich es sofort in die Papiertonne.

Dieses hier nicht, ich denke, schau mal rein – vielleicht erfährst Du etwas Neues. Und bleibe sofort hängen an einer Stellenanzeige, wo ich denke, wow, das ist es doch, genau das ist Dein Profil. Bewerbung per Email ist gefragt, prima, finde ich sowieso am besten.

Ich schicke die Bewerbung per Mail sonntags los, und genau am selben Abend bekomme ich noch eine Rückantwort, mit einer Einladung zum Gespräch. Ich sitz auf meinem Sofa und bin völlig platt. Ich bin 59, wer stellt mich denn jetzt noch ein?

Okay, das erste Gespräch findet unmittelbar danach statt, vor 3 gestandenen Männern in verantwortungsvollen Positionen, und sie geben mir den Job NICHT!

Ich habe natürlich auch geschluckt, genau so wie Du jetzt beim Lesen.

Ich bekomme zwei Tage später aber einen Anruf, dass man mir ein Angebot unterbreiten möchte. Was mich natürlich sehr freut.

Ach Leute, ich red nicht Drumherum – ich bin tooootal happy – genau das habe ich mir gewünscht und auch bekommen. Das Angebot und DEEEEN Job, den ich mir gewünscht habe, wo ich mein Potential entfalten kann, der meine Existenz sichert, und der mir den Freiraum lässt, die Dinge nebenher zu tun, die mir Spass machen.

Geht doch!!!

Mein neuer Vorgesetzter sagt: eine Frau mit ihrer Präsenz kann ich doch nicht gehen lassen. Danke lieber neuer Vorgesetzter. Endlich ein Mann, der mich (beruflich) so akzeptiert, wie ich nun mal bin ;-)

 

 

Lernen

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Mit Der Zeit lernst Du, dass eine Hand zu halten nicht dasselbe ist, wie eine Seele zu fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleiten nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen.
Du beginnst Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen. Mit der Würde eines Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind.
Und Du lernst, all deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt wenn du zu viel davon abbekommst.
Aber du lernst auch, dass dich die Sonne wärmt.
Du lernst, dass es Menschen gibt, die dich lieben.
Menschen, die verstehen was du sagst, ohne dass du sprichst – nur weil du fühlst.
Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst und wirklich stark bist und dass du deinen eigenen Wert hast, denn das ist Dein Leben und das lebst nur Du!
Carmen Rodriguez

2013

Mein erstes Jahr als Weight Watchers Coach liegt nun hinter mir. Ich weiß noch, voriges Jahr um diese Zeit, wie aufgeregt ich war, wie ich wochenlang vor Aufregung nicht schlafen konnte, denn im Januar 2013 bin ich mit meinem ersten Treffen gestartet.

Inzwischen bin ich nicht mehr aufgeregt, aber die Freude an der Arbeit, die ist geblieben. Endlich endlich kann ich mit Menschen arbeiten, das tun, was ich mir immer schon gewünscht habe. Nie zuvor habe ich so viel über Menschen gelernt wie in diesem Jahr als WW Coach (und auch über mich).

Was sie motiviert, was sie ihre Ziele verfolgen lässt, was sie durchhalten lässt, aber auch was sie zurückwirft oder gar ganz aus der Bahn wirft. Die Gewichtsabnahme ist für viele Menschen ein sehr sensibles und heikles Thema, viele schämen sich, erzählen gar nicht in der Familie oder im Freundeskreis, dass sie zu einem Treffen gehen um abzunehmen. Über all dies habe ich mir zuvor nie Gedanken gemacht.

Ich habe wirklich viel dazugelernt. Und es gab neben all der privaten Dinge in diesem Jahr wie Verluste, Abschied nehmen, immer wieder der Kampf mit den Ämtern um meine Rechte, den ich als sehr anstrengend empfinde, vor allem aber die vielen wundervollen Momente, die mir die Menschen beschert haben, und die ich als kostbares Geschenk betrachte.

Für das Neue Jahr 2014 gibt es schon ganz konkrete Vorhaben, die alle im Januar und im Februar starten werden, Herausforderungen, auf die ich mich freue, und die mich wieder ein Stück weit wachsen lassen werden.

Ich wünsche Euch allen ein ganz tolles Neues Jahr 2014 mit ganz ganz viel Gesundheit, Liebe und Frieden und möchte auf  diesem Wege gleich auch von Herzen Danke sagen für all den lieben Menschen, die an mich geglaubt und mir immer wieder Mut gemacht haben, wenn ich hoffnungslos war. DANKE…

Dankeschoen

 

Am Ende wird alles gut!

Ort: Neuss Innenstadt

Zeitpunkt: gestern morgen, 9:00 Uhr

Nehmen Sie Platz, sagt er, als ich sein Zimmer betrete. Er steht mit dem Rücken zur Tür und schaut aus dem Fenster. Ich setze mich auf einen der beiden Stühle vor seinem Schreibtisch, da dreht er sich um und sagt: nein, nicht auf diesen, auf den anderen.

Ich schaue ihn verwirrt an. Kein Guten Morgen? Er blickt nicht einmal hoch, sondern auf die Akte auf seinem Schreibtisch. Ich verstehe es nicht, aber setze mich auf den anderen Stuhl. Schließlich wird er über mein weiteres Leben und meine Zukunft entscheiden. Ich sage zu mir selbst: Doris, halt den Ball flach, und atme tief durch. Om…..

Was wollen Sie hier? Ich: Wie bitte? Ja, weswegen sind Sie hier? Ich: ich folge einer Einladung der Deutschen Rentenversicherung. Wieso? Er macht mich jetzt schon komplett kirre. Weil ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Sie Anrecht auf eine Rente haben? Krankheiten!

Ich: Wie bitte?

Ja, welche Krankheiten?

Da platzt mir der Kragen. Ich frage: Soll ich wieder gehen? Sie nehmen mich weder wahr noch haben Sie Interesse an mir als Mensch. Sie schauen mich nicht einmal an, wenn Sie mit mir sprechen. Da hebt er zum ersten Mal den Kopf und sagt: Ich brauche Sie nicht wahr zu nehmen, ich bin nur der Gutachter.

Okay, das war’s – ich hab’s vergeigt. Ich bin nicht nett und freundlich bin ich jetzt schon gar nicht mehr, und so wie das aussieht wird er mich auf meinem Weg in die vorzeitige Rente nicht unterstützen.

Dieses ganze Spiel dauert cirka eine Stunde. Zum Schluss sagt er noch: Sie sind aufsässig! Das steht auch in dem Entlassungsbericht der Reha-Klinik. Patientin ist aufsässig und wütend. Ach – wär ich von selbst bestimmt nicht drauf gekommen.

Diese ganze Art und Weise, wie Menschen hier behandelt werden, zieht sich wie ein roter Faden durch meine Geschichte. Egal, ob es die Krankenversicherung ist, die Rentenversicherung, die Ärzte aus der Reha-Klinik oder er hier jetzt, Gutachter für die Deutsche Rentenversicherung in Neuss, “Sozialmediziner”, es herrscht ein Tonfall, den ich so gar nicht kenne, und ganz selten in meinem 40-jährigen Berufsleben erlebt habe.

Im Anschluss an “diese Geschichte” bin ich erst einmal eineinhalb Stunden durch den strahlenden Sonnenschein und durch “mein Feld” gewalkt, mein Hund leicht irritiert hinter mir her, denn so schnell – vor lauter Energie – hat er mich auch nicht so oft erlebt.

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen: egal, was jetzt kommt, ich nehme es an, ich akzeptiere es, und dann sehe ich zu, dass ich das Beste daraus mache.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende :-)

Wissen ist Macht

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Zugegeben: ich weiß noch lange nicht alles. Vielleicht weiß ich sogar ganz wenig. Aber ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich Menschen treffe, die so gar nichts wissen.

Schon in meiner 5-wöchigen Reha im Sommer ist mir das aufgefallen. Ganz egal, worüber Du Dich mit den Menschen unterhältst, sie wissen oft die einfachsten Dinge nicht. Zum Beispiel, welche RECHTE sie haben. Ich war zutiefst schockiert über die Tatsache, dass die Mitpatienten alles über sich ergehen ließen, selbst Dinge erduldeten, die ihnen nicht gut taten, sondern eher schadeten. Mich hat dann manchmal solch eine Wut gepackt und ich habe gefragt: WARUM lässt Du Dir das gefallen? WARUM? Ich verstehe es nicht. WARUM wehrst Du Dich nicht dagegen? Daraufhin kommt oft nur ein Schulterzucken. Gerade bei Frauen in meinem Alter treffe ich verstärkt auf diese Verhaltensweise und Einstellung.

Und dann war im September die Wahl. Ich kenne nicht einen einzigen Menschen, der die bestehende Regierungspartei wiedergewählt hat. Und dennoch wurde diese Partei mit einer überwältigenden Mehrheit wiedergewählt, das beste Wahlergebnis seit über 20 Jahren. WARUM?

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Gestern habe ich die Firma Weight Watchers bei einem der größten Mobilfunk-Anbieter dieses Landes auf dem dort stattfindenden Gesundheitstag vertreten. Wir (Ich) hatten dort einen Stand, und ich habe stundenlang Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen geführt, natürlich hauptsächlich über gesunde Ernährung, aber auch über viele andere Dinge. Und wieder bin ich erstaunt, dass so wenig Wissen vorhanden ist. Auf meine Nachfrage, nach welchen Kriterien die Nahrungsmittel ausgesucht werden von den individuellen Personen bekam ich die Antwort: nach dem, was auf der Verpackung abgebildet ist, und nach dem, was die Medien als “gesund” propagieren. Ganz besonders beliebt sind Lebensmittel, die Fitness, Gesundheit, Balance, Wellness und dergleichen versprechen. Niemand fragt nach den Inhaltsstoffen.

Viele viele Dinge weiß ich nicht, aber ich kann mir alleine durch die Suchmaschinen des Internets beinahe alle Informationen heranholen, die ich benötige. Egal ob mein Hund Magenprobleme hat oder ich eine Patientenverfügung haben will oder meine Rente ausrechnen oder einen Krankenkassenvergleich machen möchte, Rezepte für eine Kürbissuppe suche oder was auch immer, es gibt auf (beinahe) alles eine Antwort.

Natürlich nur, wenn Du auch Fragen hast!

Ich wünsche Dir einen schönen Tag mit viel Neugierde auf alles, was das Leben Dir heute bietet!

 

Die Kunst des Schwimmens

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Ein Auszug aus dem Buch „Die Kunst des Lebens“ nach S.N. Goenka:

Eine Geschichte, die veranschaulichen soll, wie wichtig es ist, das Leben zu verstehen und Leben zu lernen.

Ein junger Professor unternahm eine Seereise. Er war ein hochgebildeter Mann mit einer langen Reihe von Titeln, aber mit nur wenig Lebenserfahrung. Zu der Mannschaft des Schiffes, auf dem er reiste, gehörte ein ungebildeter älterer Seemann, der nie Lesen und Schreiben gelernt hatte. Der machte es sich zur Gewohnheit, jeden Abend den jungen Professor in seiner Kabine aufzusuchen, um seinen Vorträgen zu lauschen, in denen er sich über viele verschiedene Fachgebiete ausließ. Er war beeindruckt von der Gelehrtheit des jungen Mannes.

Eines Abends, als der Seemann nach mehreren Stunden die Kabine verlassen wollte, fragte ihn der Professor:
“Alter Mann, hast du Geologie studiert?”
“Was ist das, Sir?”
“Die Wissenschaft, die sich mit der Erde befasst.”
“Nein, Sir, ich bin nie auf irgendeiner Schule oder gar Universität gewesen. Ich habe nie irgend etwas Besonderes gelernt und schon gar nicht studiert.”
“Alter Mann, du hast ein Viertel deines Lebens verschwendet.”

Mit einem langen Gesicht ging der Seemann davon. “Wenn ein solch gebildeter Mann das sagt, dann muss es zweifellos wahr sein”, dachte er. “Ich habe ein Viertel meines Lebens vertan!”

Am nächsten Abend, als der Seemann wieder die Kabine verlassen wollte, befragte ihn der Professor wiederum:

“Alter Mann, hast du Ozeanographie studiert?”
“Was ist das, Sir?”
“Die Wissenschaft, die sich mit dem Meer befasst.”
“Nein, Sir, ich habe nie irgend etwas studiert.”
“Alter Mann, du hast dein halbes Leben vergeudet.”

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Ein warmes Herz

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Mein Blog – auf dem ich zugegebenermaßen in der letzten Zeit nicht so oft unterwegs bin – heißt ja “Leben ist… Bewegung und Wandel.”

Es wandelt sich im Augenblick wieder einmal so viel, aber es bewegt sich nichts. Kennst Du das auch? Alles ist angeleiert, alles ist von meiner Seite aus getan, und es hängt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jetzt schon Ende des Jahres ist und alle in den Herbst-/Winterschlaf gegangen sind. Es fühlt sich alles so zäh an.

Oder ist das wieder einmal nur meine eigene Wahrnehmung?

Ich habe heute morgen nach dem Aufwachen beschlossen, es komplett loszulassen. Nicht mehr daran zu denken, mir nicht ständig den Kopf zu zermartern, wie es nun weitergehen wird mit mir. Jeden Tag mit all seinen Herausforderungen so anzunehmen, wie er nun einmal ist. Das Leben ist derzeit kein Ponyhof, aber es ist trotzdem schön, so wie es ist.

Gerade gestern Abend habe ich noch zu meiner Reha-Mitstreiterin – die in Hamburg lebt – die Worte meiner Freundin Gaba wiederholt:

Nichts in unserem Leben geschieht umsonst. Auch wenn man die Bedeutung manchmal auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Und da kommen mir die Beiträge von Elisabeth und Andrea gerade im rechten Augenblick, denn das wünsche ich mir – und auch Dir – von ganzem Herzen!

WAS ICH DIR WÜNSCHE

Ich wünsche dir ein warmes Herz und darin eine Nachtigall.
Ich wünsche dir einen Himmel voller Sonne und singender Vögel.
Ich wünsche dir starke Hände, um zu tragen;
Und offene Arme, um zu lieben,
Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit einen warmen Sessel, um einzuschlafen.
Ich wünsche dir ein Jahr , wo du sagen willst, es möge viele Jahre dauern.

Phil Bosmans

Individuelle Lebensgeschichten

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Im Augenblick weiß ich nicht, ob ich jemals noch einmal so schreiben kann wie zuvor!

Aber ich freue mich so sehr über all die lieben Nachrichten, die ich in der Zeit meiner Schweigsamkeit bekommen habe.

“Hey Dori,  muss ich mir Sorgen machen? Warum schreibst Du nicht? Wo bist Du?”

Danke, Ihr Lieben! Ich weiß es sehr zu schätzen. Ehrlich.

Ich war während der Sommerferien  fünf Wochen in einer psychosomatischen Rehamaßnahme auf Anraten von meinen Ärzten, und jetzt ist nichts ist mehr so, wie es vorher war.

Ich hätte besser auf mich selbst und meine innere Stimme gehört, die da sagte: Lass es sein!

Wie es mir geht, kann ich im Augenblick gar nicht sagen. Auf jeden Fall fühlt es sich für mich alles nicht gut an.

Ich bin nun seit 2 1/2 Wochen wieder zurück, und gestern war der erste Tag wo ich endlich dachte, jetzt komme ich langsam wieder in meine eigene Energie zurück.

Vielleicht war ich ganz einfach am falschen Ort zur falschen Zeit.

Aber etwas hat sich sehr wohl verändert:

ich habe einen ganz anderen Blickwinkel auf all die Menschen, die an dieser schlimmen Krankheit leiden: der Depression.

Und noch etwas Anderes hat sich geändert: ich bin absolut konfliktwillig und in keinster Weise mehr bereit, irgend etwas hinzunehmen, was mir nicht gut tut und was ich nicht möchte.

Ich habe in diesen fünf Wochen so sehr gekämpft, um meine Rechte als Mensch und als Patient, um mein Wohlergehen, und um meine Heilung, ich habe niemals damit gerechnet, dass mir all diese Dinge jemals wiederfahren würden.

Ich habe aber auch erkannt, dass es gerade im Gesundheitssystem in diesem “tollen” Deutschland um nichts Anderes geht als um “Kohle” und dass es ganz viele Schwachstellen gibt. Aber das findest Du erst heraus, wenn Du bedürftig bist und Hilfe brauchst.

Auch, wenn es mich jetzt erst einmal nicht sichtbar weitergebracht hat, und ich mich auch frustriert anhöre:

Ich bin für mich selbst eingestanden! Ich habe gekämpft wie eine Löwin für meine Rechte, und der Weg ist noch nicht zu Ende.

Und ich gebe nicht auf.

Ich lasse mir mein schönes Leben nicht von Strukturen wegnehmen, die mit individuellen Lebensgeschichten wie der meinen nicht umgehen können.