Nix geregelt….

Irgendwie bekomme ich momentan nix „geregelt“. Die Tage haben zwar nach wie vor 24 Stunden, und so wie es ausschaut, wird sich da auch nichts dran ändern. Trotzdem habe ich das Gefühl keine Zeit zu haben. Ich düse ständig von A nach B und dann nach C, um meine verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, und jetzt habe ich ja auch noch einen Hund, und was für einen!

Drei Mal am Tag gehen wir gassi, das muss ja auch in den Tagesablauf integriert werden. So ein Hund braucht halt auch Zuwendung, aber vor allem will er/sie momentan nur eins: fressen!

Aus dem armen, zitternden und völlig verängstigten kleinen Mäuschen entwickelt sich gerade eine sehr eigenwillige junge Dame, die partout ihren Kopf durchsetzen möchte – und zwar „auf Biegen und Brechen“. Im Augenblick spielen wir das „Ich sitze auf der Couch aber eigentlich darf ich das nicht Spiel“, und zwar durchaus zwanzig Mal hintereinander. Das sieht dann so aus: Frauchen schaut gerade nicht hin, ich springe auf die Couch, und liege da ziemlich breit grinsend (das sieht zumindest so aus). Frauchen nimmt mich kommentarlos hoch und setzt mich in mein Körbchen. Sobald sie mir aber den Rücken zugedreht hat, springe ich ganz schnell aus meinem Körbchen und wieder auf das Sofa. Dabei schaffe ich es sogar, meinen Kauknochen mitzunehmen.

Ich sag’s Euch, es geht gerade hier zu wie bei der Erziehung eines zweijährigen Kindes in der ersten Trotzphase. Ob ich dabei alles richtig mache, sei dahingestellt. Die Hundetrainerin allerdings hat mir – und auch Fräulein Smilla – ein dickes Lob ausgesprochen heute morgen. Sie meinte: ein sehr charakterstarker Hund (na toll!). Und zu mir: alle Achtung, für einen Ersthundebesitzer erzielen Sie hier für die kurze Zeit ziemliche Erfolge.

Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Aber das kommt ja auch daher, weil wir so gut zueinander passen. Fragt sich nur, wer der größere Dickkopf von uns beiden ist 🙂

Große Freude

Diese E-Mail habe ich heute aus Spanien bekommen. Ist das nicht schön? Ich habe mich so sehr gefreut und tue es immer noch!

Liebe Frau Kellers,
ich heiße Andrea und bin eine Freiwillige des Tierheims Sierra Nevada.
Anita hat mir Ihre Bilder von Ludmila und Ihre E-Mail weitergeleitet, über die ich mich natürlich auch riesig gefreut habe und die ich Anita dann übersetzt habe.
Anita schreibt:
Was für ein glückliches Ende!!! Ich werde das gleich Loli (eine andere Freiwillige vor Ort) erzählen, die Ludmila auf der Landstraße entdeckte und ihr das Leben gerettet hat …
Bitte richte Frau Kellers ein herzliches Dankeschön für die schönen Zeilen aus. Übrigens liebt es Ludmila, wenn man sie auf den Arm nimmt … auf dem Arm fühlte sie sich immer total glücklich und sicher. Vielleicht mag Frau Kellers das nicht, aber ich will’s ihr ja auch nur gesagt haben … ;-)(Anmerkung meinerseits: Vermutlich haben Sie das selbst auch schon festgestellt … :-))))
 
Vielen Dank für alles, auch von meiner Seite!!!!
und natürlich LIEBE GRÜßE und ALLES GUTE!
Andrea Wolf

Unter keinen Umständen

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

(Albert Schweitzer)

Große Ereignisse

werfen ihre Schatten voraus.

Gestern Abend ist Ludmilla (so heißt die kleine Maus) mit anderen Hunden aus dem Tierheim Sierra Nevada Granada nach Deutschland gekommen. Auf einem Rastplatz wurde sie von der deutschen Pflegefamilie in Empfang und mit nach Hause genommen, noch spät am Abend erhielt ich einen Anruf und somit die detaillierte Beschreibung, wie alles „gelaufen“ ist.

Da meine Hündin in Euskirchen auf der Pflegestelle auf die Abholung durch mich wartet, besuchte mich heute eine andere Tierschützerin der Organisation Viva la Hund aus Grevenbroich bei mir zu Hause, um die „Örtlichkeiten“ zu betrachten und die „Vorkontrolle“ durchzuführen und um zu sehen, wie ich so lebe, damit der Hund es auch gut hat. Das ist die normale Vorgehensweise, die auf der HomePage von Viva la Hund auch detailliert beschrieben ist. Zufällig war die Dame eine frühere Arbeitskollegin von mir, und die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen. Die „Vorkontrolle“ habe ich also bestanden, und nun steht dem Einzug von Ludmilla in ihr neues Zuhause nichts mehr im Wege.

Morgen gilt es noch jede Menge zu erledigen: Körbchen, Futternäpfe und Futter kaufen, eine Leine und Leckerlis, eine Hundedecke und ein Quietschespielzeug.

Ich bin gespannt, wie ich heute Nacht schlafe, habe schon die letzte Nacht stundenlang wach gelegen und dann letztendlich im Internet alles über Hundeerziehung, Hundepflege, Ernährung und was weiß ich gelesen 🙂

Ich werde berichten…..

M O R G E N

Ich habe sooo viel gelernt in den letzten zwei Jahren. Heute noch habe ich mit der lieben Andrea darüber gesprochen, wir haben uns endlich mal wieder getroffen, bei den „Kaffeepiraten“, und uns ausgetauscht. Denn unser letztes Treffen – leider – lag nun auch wieder 6 Monate zurück.

Seit ich aus meinem „Berufsleben“ ausgestiegen bin, habe ich sehr viel zu tun. Ich weiß, dass jeder Mensch „etwas tun haben“ und „Arbeit haben“ verschieden definiert. Ich habe nie verstanden, warum mein „Beruf“ mich letztendlich so langweilt hat und warum ich ihn nicht als „Arbeit“ im Sinne von „Aufgabe“ verstehen konnte.

Ich weiß, dies sind jetzt sehr viele Ausrufungszeichen, aber es ist halt so. Der von mir erlernte Beruf hat mich mein Leben lang nicht ausgefüllt. Jetzt bin ich arbeits-los (ich bin endlich die Arbeit los, die ich so unerfüllend fand) und „beruflich“ (im Sinne von: ich habe eine Berufung) so zufrieden und so glücklich wie noch niemals zuvor in meinem ganzen Leben.

Vielleicht denkt Ihr, das hört sich pathetisch an, aber es ist eine reine Feststellung. Heute morgen – bevor ich zu meinem Treffen mit Andrea und anschließendem Weight Watchers Training nach Düsseldorf fuhr – traf ich meine Vermieterin (sie wohnt in der Wohnung unter mir). Sie sagt: Ich sehe sie immer wegfahren morgens und abends heimkommen, und ich habe mir gedacht, Sie machen etwas mit Kindern. Da war ich platt, denn diesen Feinsinn hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Ja, habe ich gesagt, ich mache etwas mit Kindern, ich betreue Kinder. Alles Jungs (leider – ich hätte soooo gerne mal ein Mädchen dabei). Vier Stück an der Zahl, rechne ich meine Enkelsöhne nicht dazu, im Alter von 5 bis 9 Jahren.

Morgen fahren wir zum Beispiel ins Tierheim in den Nachbarort. Dies wird einige meiner Leser erfreuen, denn „meinen“ Hund suche ich zwar nicht mehr, aber gucken kann man ja trotzdem mal 😉 Und die Jungs freuen sich schon seit gestern toootal, denn da standen wir beim Tierheim vor verschlossener Türe, montags ist halt immer geschlossen, was ich aber nicht wusste.

Ich habe sooo viel von den Kids gelernt. Ich habe noch nicht einen einzigen Tag meines Lebens den Ausstieg aus dem „gesicherten“ Berufsalltag bereut. Obwohl – und das gebe ich ehrlich zu – ich einige schlaflose Nächte hatte – und auch immer noch habe – und wahrscheinlich auch immer haben werde.

Aber all die Liebe, die mir entgegengebracht wird, die gebe ich nicht mehr her. Von diesen Kröten. Spielen, lachen, traurig sein, zanken, doof sein, schreien, sich auf den Boden werfen, souverän sein, schmutzig sein, albern sein, heulend sein, all dies sind völlig normale Dinge im Leben eines Kindes. Nur wir haben sie als Erwachsene vergessen. Ich aber darf Tag für Tag jeden kleinsten Entwicklungsschritt von meinen Kids miterleben  – DANKE LIEBES UNIVERSUM.

Eine dieser „Kröten“ machte mir gestern ein Kompliment. Dori, sagte ER (7 Jahre): Du bist eine alte Frau, aber keine alte Oma! Wie süß ist das denn????

Und morgen schaun wir mal, ob es einen Hund gibt, der dies noch abrunden könnte! Auch den habe ich mir beim Universum bestellt. Und ich weiß, er wird kommen! Nur weiß ich nicht, ob er MORGEN kommt!