50-plus-Programm für ältere Arbeitslose

Hör mir auf damit! Denn was uns die Politiker und vor allem die Arbeitsministerin zu diesem Thema zu sagen habe, das ist absoluter Nonsens.

Als ich im Oktober 2011 in die Arbeitslosigkeit „ging“, da meinte mein Berater: alsooooooo, eine Frau wie Siiiiiiiiiiiiiiiiieeee!!!! bekommt doch jederzeit wieder einen Job. Stimmt nicht! Ich kann es widerlegen. Vielleicht bekommt „sie“ wieder einen Job, aber definitiv nicht über das Arbeitsamt, oder wie es heute so schön heisst: die Agentur für Arbeit!

Heute vormittag hat sich ein etwas wirklich Tragisches ereignet! Ich sass im Auto und fuhr von A nach B, als ich es im Radio hörte. Tragisch auch, weil ich ja schließlich auch „Mitglied“ desselben  Arbeitsamtes bin und die „Örtlichkeiten“ seit nunmehr 11 Monaten genauestens kenne.

Also ich saß da so im Auto und dachte: Das ist doch genau das, was die Politiker und die Medien mit uns machen. Die Menschen sind ganz einfach verzweifelt. Seit Wochen bekomme ich per „Nachrichten“ mitgeteilt, dass ich Sozialhilfeempfänger bin, sobald ich in die Rente gehe. Dabei habe ich mein ganzes Leben lang gearbeitet, bis auf eine kurze Unterbrechung. Und lange Jahre Teilzeit wegen der Kinder.

Der Strom wird teurer, der Sprit sowieso, und die neueste Meldung lautet: die Mietpreise in NRW steigen an. Macht nix, ich hatte gerade eine Mieterhöhung.

Inzwischen geht es bei vielen Menschen um das nackte Überleben! Wie gut, dass „wir“ noch genügend Geld haben, um andere Länder zu unterstützen. Wir wollen ja Gutmenschen sein. Wen kümmerts da, dass es an allen Ecken und Kanten mehr als hapert? Während in anderen europäischen Ländern die Menschen auf die Strasse gehen und demonstrieren, bleiben wir Deutschen breit und bräsig auf unserem Hintern sitzen und überlegen, wie wir so schnell wie möglich in die Rente gehen können. 

So, das musste jetzt mal sein. Seid nicht böse, wenn ich die nächsten Tage nicht kommentieren kann. Bin jetzt mal 3 Tage im Intensiv-Training, mal sehen, ob ich diesmal mehr „Begeisterung“ vermitteln kann 😉

Gut Ding will Weile haben

Geduld gehörte noch nie zu meinen herausragendsten Charaktermerkmalen, wenn ich ehrlich bin. Dabei musste ich schon so oft in meinem Leben Geduld haben, und die Betonung liegt auf „musste“. Denn mir fällt das sehr schwer. Wie lange es oftmals dauert, bis sich die Dinge entwickeln. Gerade jetzt in diesen Tagen fällt mir das alles wieder sehr schwer.

Als ich in der vorigen Woche einer jungen Bekannten wieder einmal die Karten legte, da meinte sie zu mir: eins habe ich von Dir gelernt. Ich gehe meinen Weg Step by Step, Schritt für Schritt. Ich weiß noch, als Du zu mir sagtest: überstürze nichts, bleib ganz ruhig, und dann tu den ersten Schritt! Alle weiteren folgen wie von selbst.

Uups, das habe ich gesagt? Offensichtlich. Wie weise von mir. Dann sollte ich es vielleicht mal auch bei mir selbst anwenden?

In drei Tagen ist das nächste Seminar, drei Tage Intensiv-Training, und im Anschluß daran bin ich Coach, oder auch nicht! Dann folgen noch verschiedene Praktika, und Mitte November cirka bin ich mit allem fertig. Dann kann ich uneingeschränkt auf die Menschheit losgelassen werden.

In der vorigen Woche habe ich endlich den Raum gefunden, den ich mir für meine Treffen gewünscht habe, und er ist sogar noch bezahlbar. Hell und freundlich ist er auch, und ich habe eine Vision. Wie ich dort stehe und die Leute mitnehme, wie ich sie (hoffentlich) begeistern und motivieren kann, etwas für sich selbst, für ihre Gesundheit und für ihr Wohlbefinden zu tun. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann werde ich im Januar meine Treffen „eröffnen“, so heißt das bei diesem Unternehmen. Allerdings brauche ich bis dahin auch noch ein bisschen Zeit. Ich muss mir noch eine Assistentin suchen (ich habe schon seit Wochen eine bestimmte Person im Hinterkopf, habe sie allerdings noch nicht gefragt, ich will erst das Seminar noch abwarten), und muss noch andere diverse Dinge vorbereiten, die alle zum Thema Selbstständigkeit gehören.

Während ich dies so schreibe, denke ich wiederum, was beschwerst Du Dich eigentlich? Es ist doch alles Schritt für Schritt genauso gekommen, wie Du es Dir ausgedacht hast? Warum kommt es mir dann so lang vor?

Ach ja, das Foto zeigt einen Teil meiner „aussortierten“ Klamotten. Hosen, Blusen, Röcke, Mäntel, Jacken. Die kann ich alle nicht mehr tragen. Und ändern lassen kann ich sie auch nicht, bei zwei Kleidergrößen weniger geht das nicht mehr. Von einigen Lieblingsstücken muss ich mich schweren Herzens trennen, aber das ist halt der „Preis“ fürs Abnehmen 🙂 Und meine vielen selbstgestrickten Teile, was ich damit mache, das weiß ich noch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Ich finde es schön, wie sich durch das Schreiben die Dinge immer wieder ins rechte Licht rücken lassen. In diesem Sinne, ich wünsche Dir eine schöne Woche. Und immer Schritt für Schritt gehen, nicht vergessen 😉

 

Autumn Leaves

Die Blätter fallen schon! Obwohl wir erst den 19. September haben. Kommt mir das früher vor als sonst? Oder meine ich das nur?

Bei Andrea habe ich eben gelesen, dass übermorgen die Tag-und Nachtgleiche ist, wenn der Tag und die Nacht die gleiche Länge haben!

Gestern im Supermarkt vor mir an der Kasse stand ein Mann, der hat Federweißer eingekauft. Ich sage zu ihm: wie bitte, ist das schon wieder so weit? Ist die Zeit schon wieder da für all die herbstlichen Dinge? Ich sehe überall Herbstdekorationen, Herbstblumen, fallende Blätter, im Feld eben mit Fräulein Smilla war es sehr frisch.

Irgendwie habe ich den Sommer nicht gefühlt und gespürt in diesem Jahr, weder auf meiner Haut noch in meinem Herzen. Es wollte sich keine rechte Wärme einstellen. Und die wenigen warmen Tage, die wir hatten, haben hieran auch nichts ändern können.

Seit gestern Abend ist meine Heizung an, der Vorrat an Teelichten und Räucherstäbchen ist aufgefüllt, und Badezusätze stehen auch bereit für kalte Herbstabende!

Aber innerlich bin ich noch nicht wirklich bereit!

Bitte nicht

Du sagst, Du möchtest gerne die Zeit anhalten, oder sie zurückdrehen.

ICH NICHT!

Du würdest sooo gerne die alten Zeiten wieder aufleben lassen wollen.

ICH NICHT!

Du sagst: wir haben uns doch IMMER so gut verstanden.

FINDE ICH NICHT!

Du sagst:
Lass es uns doch noch einmal versuchen.

BITTE NICHT!!!!

Aber wenn Du einen Freund brauchst:

ICH BIN DA! FÜR DICH!

Schlafende Hunde weckt man (besser) nicht

9 Wochen ist es her, dass die kleine Ludmila (Fräulein Smilla) bei mir „eingezogen“
ist. Sie hat mein Leben  sehr verändert, diese kleine verschmuste und dennoch sehr eigenwillige Hundedame.

Dachten vor 9 Wochen die Dorfbewohner hier noch, ich sei neu hinzugezogen 😉 als ich erstmalig mit meinem Hund auftauchte, so bekomme ich heute sofort per SMS die Aufforderung, mich blicken zu lassen, wenn ich mal zwei Tag nicht „gesichtet“ wurde. Oder mich wenigstens zu melden, ob es mir auch gut geht. So ändern sich die Zeiten.

Kürzlich sagte mir eine Hundebesitzerin, dass wir (Ludmila und ich) ihr anfangs total Leid getan hätten. Weil mein Hund so panisch war beim Anblick all der vielen Dinge, die sie nicht kannte. Und welch tollen Fortschritt sie inzwischen schon gemacht hätte. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Auch darüber, wie viele netten Kontakte sich bereits schon jetzt ergeben haben, wir beide gehen nur noch ganz selten alleine spazieren.

Plötzlich habe ich ein soziales Netz (natürlich sind das alles auch Hundebesitzer), und das durch einen kleinen schwarzen Hund aus Spanien, der den Weg irgendwie in mein Dorf und vor allem in mein Herz gefunden hat.

Tja

Es gibt so Tja-Phasen! Ich denke mal, Ihr wisst was ich meine.

Ich sage jetzt mal TJA! Alleine dieses Wort! Gibt es das eigentlich auch in anderen Sprachen? Man kann so viel damit ausdrücken. Ja, also, tja………

Ich habe eine Tja-Phase! Seit dem Seminar Anfang voriger Woche. Seither habe ich zu nichts und niemandem eine Meinung mehr. Eigentlich (auch wieder solch ein Wort) – also eigentlich ist nichts Weltbewegendes passiert. Außer dass sich meine Welt bewegt hat.

Die zwei Tage waren wirklich kein Zuckerschlecken, und alle Teilnehmer haben ihr Äußerstes gegeben, geben müssen. Am Ende der beiden Tage wurden dann alle bewertet. Alle sind weiter gekommen, auch ich. Aber – so war das Urteil der Trainerin – mir fehlt es an Begeisterung, die kann ich nicht vermitteln. Die bringe ich einfach nicht rüber. Das war für mich ein Schock! Denn ich habe mich sehr wohl gefühlt bei allem was ich tat. Und mich als sehr begeisterungsfähig und begeistert empfunden, und die übrigen Teilnehmer auch (ich hoffe, sie haben es nicht nur so dahergesagt). Aber die Trainerin nicht.

Zutiefst demotiviert bin ich nach diesen zwei Tagen nach Hause gefahren, und voller Selbstzweifel. Nach drei Tagen – weil ich es nicht mehr aushalten konnte und weil ich mit diesem Druck nicht in das nächste Seminar gehen kann – unmöglich) habe ich mich dann mal „getraut“nachzufragen, wieso und warum so wenig von meiner Begeisterung rüberkommt.

Die Antwort war ganz simpel: ich frage nie etwas und ich wirke so, als ob ich über den Dingen stehen würde (und das gibt es ja nicht in Wirklichkeit, meinte die Trainerin).TJAAAAAAAAAAAAAAA – würde sie täglich die Ultramind-ESP-Methode anwenden, würde sie eventuell genauso rüberkommen. Aber ICH würde es dann erkennen können und NICHT als DESINTERESSE und MANGELNDE BEGEISTERUNG einstufen!

Ich habe mir eine komplette Woche lang den Kopf zermartert, ob ich weitermachen soll oder nicht. Denn wenn ich kein guter Coach sein kann, dann nutzt es ja nix. Niemandem, weder mir noch der Firma noch den Kunden. Ich nerve alle Menschen, allen voran die liebe Andrea, und will von jedem wissen, ob ich wirklich so unbegeistert bin. Niemand versteht wirklich, was ich meine.

Inzwischen weiß ich es mehr denn je: ich MACHE WEITER. Nicht nur wegen mir, sondern auch wegen der Menschen. Ich weiß wirklich in meinem Herzen, dass ich ein guter Coach sein werde.

Denn die, die immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger vor uns stehen und uns vermitteln wollen, wie ungenügend wir sind, die brauchen wir doch schon lange nicht mehr. Ich zumindest kann drauf verzichten!

Und da kommt mir grad noch der folgende Spruch gelegen, den ich bei der lieben Elisabeth gefunden habe:

Das Verhalten eines Menschen mir gegenüber sagt immer etwas über ihn aus, nie über mich. Und die Art, wie ich emotional darauf reagiere, also das Gefühl, das dieses Verhalten in mir weckt, hat immer etwas mit mir zu tun und nie mit ihm.

~Safi Nidiaye~