Bin ich ein wertvoller Mensch?

Machst Du Dir hin und wieder Gedanken darüber, ob Du ein wertvoller Mensch bist?
Gehörst Du zu den glücklichen Menschen, die von Geburt an ein gesundes Selbstwertgefühl haben oder bist Du eher – so wie ich – ein Selbstzweifler?
Vor allem, wenn Du das Gefühl hast, Du hast jetzt einen Fehler gemacht oder jemand lehnt Dich kategorisch ab?
Oder Du musst für Dich selbst einstehen und klare Position beziehen, auch wenn es zu Konflikten führt, fühlst Du Dich dann genauso unwohl wie ich? Mich wirft so etwas gleich völlig aus der Bahn und ich fühle mich tagelang unwohl.

Wie siehst Du Dich selbst? Und wie sehen Dich Deine Freunde, Deine Familie, Dein Umfeld, Deine Arbeitgeber?

Neulich las ich in einem Sachbuch diverse Zitate von Nathaniel Branden. Eins davon lautete:

“Von allen Urteilen, die wir im Leben fällen, ist keines so wichtig wie das, das wir über uns selbst fällen.”

Woher stammt eigentlich das Selbstbild, welches wir von uns selbst haben?
Wer hat uns das beigebracht? Ich denke, sehr stark werden wir in unserer Kindheit von unseren Eltern geprägt, oder von den Großeltern und anderen Erwachsenen, aber auch von den Erfahrungen, die wir in unserem Leben später machen. Daraus ergibt sich dann quasi eine Summe an Urteilen, die uns zu unserem Selbstwert führt – oder aber auch nicht.

Im späteren Leben identifizieren sich viele Menschen ausschließlich über ihre Arbeit – nicht nur die Männer, sondern auch immer mehr Frauen ist es mehr als wichtig, beruflich fest mit beiden Beinen auf dem Boden des Arbeitsmarktes zu stehen. Ich selbst halte das für eine Illusion, gerade in heutigen Zeiten, wo selbst große und größte Firmen mal eben 1000 Mitarbeiter entlassen, um bessere Zahlen vorweisen zu können.

Was würdest Du empfinden, wenn Du Deine Arbeit verlierst? Plötzlich gekündigt wirst? Nicht mehr genügend Geld zur Verfügung hast? Mit den 60 Prozent vom letzten Nettolohn kannst Du keine allzu großen Sprünge machen. Ich weiß noch, als ich in 2006 nach einem relativ langen Berufsleben zum ersten Mal arbeitslos war, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich ohne Arbeit, ich war kein vollwertiger Mensch mehr. Ich bin monatelang mit eingezogenem Kopf durchs Leben gelaufen, völlig deprimiert und hoffnungslos, und habe dementsprechende Menschen und Situationen in mein Leben gezogen. Ich hätte schon damals die Chance auf einen Neuanfang oder eine Neuorientierung gehabt, aber ich habe alles daran gesetzt, wieder einen Job zu haben, habe sämtliche Energien mobilisiert, um am Ende dann völlig unglücklich wieder dasselbe zu machen, was mir schon 20 Jahre vorher keinen Spass gemacht hat.

Damals habe ich mich komplett am Außen orientiert. Materielle Dinge hatten den absoluten Vorrang in meinem Leben, mein Haus mein Auto mein Boot und die vermeintliche Sicherheit, die Du verspürst, wenn jeden Monat pünktlich das Gehalt auf Dein Konto kommt.
Mein Selbstbild und mein Selbstwertgefühl waren abhängig von meiner Arbeit, meinem Gehalt und dem Auto, was ich fuhr, der Wohnungseinrichtung und den Urlaubsreisen. Dabei konnte ich nie so richtig „mithalten“ mit meinen Freundinnen, denn ich bin seit 20 Jahren Einzelkämpferin und stemme mein Leben völlig alleine ohne Partner. Gestern noch habe ich zum ersten Mal gedacht, dass dies eigentlich eine enorme Leistung ist für mich als Frau, und dass ich jetzt da stehe, wo ich heute bin, finde ich ziemlich beeindruckend. Also bin ich doch viel stärker, als ich selbst von mir annehme.

Ich habe bisher nie gelernt, meine Erfolge, vor allem meine persönlichen, bewusst wahrzunehmen. Wenn mich jemand darauf aufmerksam gemacht hat, dann wurde ich verlegen. „Eigenlob stinkt“ war eine der Redewendungungen, die in meinem Elternhaus ständig aufs Tapet kamen und wodurch jegliche Freude über eine schöne Leistung im Keim erstickt wurde. Postive Ergebnisse waren und sind für mich so selbstverständlich gewesen, dass ich sie gar nicht mehr gesehen habe. Stattdessen wurde ich oft und gerne mit der Nachbarstochter verglichen, die in allem besser war als ich, die freundlicher war zu Erwachsenen, die bessere schulische Leistungen nach Hause brachte und die immer Kleidchen trug, im Gegensatz zu mir. Meine Eltern wollten mich damit anspornen, stattdessen wurde mein Selbstwertgefühl im Keim erstickt. Noch heute mag ich es überhaupt nicht, mit anderen Menschen verglichen zu werden. Mach das doch mal so wie die Sowieso. Nö, ich bin ich, ich gehe meinen Weg alleine, und es hat viele viele Jahre gedauert, bis ich so weit war, mich nicht mehr beirren zu lassen.

Noch ein Zitat von Mr. Branden:

Das Tragische im Leben vieler Menschen ist, dass sie überall nach einem Selbstwertgefühl suchen, nur nicht in ihrem Inneren.”

38 Gedanken zu „Bin ich ein wertvoller Mensch?

  1. Wow, liebe Dori, ein Volltreffer ( mal wieder ) Dein wunderbarer Beitrag. Manchmal macht es mich fast sprachlos wie sehr in vielen Deiner Posts mir meine eigenen Empfindungen, Erlebnisse, Gedanken und und gespiegelt werden bzw. es mir deutlich machen. Was für ein Geschenk <3. Vielen lieben Dank.
    Ich bin auch dabei zu lernen, mich selbst wertzuschätzen und wenn ich dann spüre, auch wenn es nur Momente sind, daß ich es langsam immer besser vermag, macht mich das sehr glücklich.

    Herzlichst Sylvia

    "Der Mensch, der sich selbst noch nie geliebt hat, weiß nicht, daß man auch allein im 7. Himmel fliegen kann. "

    (unbekannt)

    • Was für ein schöner Spruch liebste Sylvia. Ich bin in der letzten Zeit ganz oft schon alleine in den 7. Himmel geflogen.
      Ich danke Dir für Deinen wertschätzenden Kommentar 🙂
      Meine Freundin sagt immer: jetzt ist 2012. Du bekommst jetzt alles noch einmal gespiegelt, da musst Du jetzt durch.
      Ich wünsche Dir noch viele schöne Flüge, liebste Grüße von Dori

  2. Liebe Dori,

    bewusst und länger darüber nachdenken, ob ich ein wertvoller Mensch bin, das tue ich eher nicht. Aber ich habe oft das Gefühl nicht wertvoll zu sein. Ich bin also ein Selbstzweifler.

    Ich bin oft so zwiegespalten. Zum einen bin ich ein Kind, das nicht mehr gewollt war. Meine Geschwister waren schon so gut wie erwachsen. Ich habe es als Kind auch regelmäßig gehört, bis ich als Erwachsene mal aufgestanden bin und gesagt habe, dass ich das nicht mehr hören könne. Nicht, dass meine Mutter das zu mir persönlich gesagt hätte, das hätte sie sicher nie, aber in meinem Beisein hat sie anderen davon erzählt und ihr eigenes Verhalten mit mir entschuldigt. So weiß ich, dass ich ein „Unfall“ war, meine Mutter viele Dinge nicht tun konnte, weil ich ja noch da war (hervorragend um Schuldgefühle zu erzeugen) usw. usf. Das prägt eine Kinderseele sehr, es hat meine Seele sehr geprägt und tut natürlich weh. Es bestimmt auch heute mein Verhalten, in der Form, dass ich mich sehr schnell abgelehnt fühle, eine gewisse Distanz zu Menschen aufrecht halte, weil ich Angst habe zu viel Gefühl zu investieren und doch nicht gewollt zu sein. Mein Vertrauen ist da noch immer nicht sehr groß. Mittlerweile weiß ich es, kann es mir in entsprechenden Situationen später für mich bewusst machen, aber es ist deshalb nicht leicht, anders zu fühlen und zu denken.

    Die andere Seite ist, dass ich trotzdem sehr geliebt wurde. Bei meinem Vater hatte ich nie das Gefühl, nicht gewollt zu sein. Er hat auch nie so was gesagt. Meine Mutter klammerte sich regelrecht an mich, bis zuletzt. Ich war ein niedliches Kind, meistens brav (vermutlich um nicht negativ aufzufallen, weil ich natürlich geliebt werden wollte, intelligent, fast perfekt 😉 . Na ja, nicht wirklich perfekt, niemand ist das, aber ich habe mir viel Mühe gegeben. Dabei war ich eigentlich innerlich ein Wirbelwind, was ich in Bewegung an der frischen Luft auch entsprechend austoben konnte. Zum Glück. Ansonsten habe ich gerne Abenteuer mit meinen Helden in Büchern erlebt. Da bin ich richtig abgetaucht. 🙂 All das, was ich mich in der realen Welt nie getraut hätte. 🙂
    Ich bin dann auch nach außen hin sehr schüchtern gewesen. Früher. 🙂

    Mit anderen verglichen, die dann auch noch besser abschnitten, wurde ich nicht, soweit ich mich erinnere. Aber das brauchte ich auch nicht. Ich hörte so oft, wie meine Mutter sagte, sie würde das einfach so und so machen oder ich solle es so und so machen. Mit ihr konnte ich nie mithalten. 🙂

    Wie du siehst, bin ich meine eigene Psychologin. 🙂 Ich habe schon viel für mich erkannt, woran ich arbeiten und für mich etwas zum Positiven verändern kann. Was mir unglaublich gut getan hat, ist der Moment, als ich mir nach dem Tod meiner Mutter selbst gestattet habe laut auszusprechen, dass meine Mutter mir sehr weh getan hat, sie deshalb anzuklagen, was sie da für einen Mist gebaut hat und dass ich ihr verzeihe, nicht für sie, sondern für mich. Ich habe ihr sogar einen Brief mit in den Sarg gelegt, wo ich ihr genau das geschrieben habe. Klingt jetzt alles so einfach, aber das war es nicht, es war ein regelrechter Kampf mit mir selbst über viele Monate hinweg, während meine Mutter krank war. Einen Tag, bevor sie starb, hat sie mir noch gesagt, dass sie froh ist, dass ich noch geboren wurde.
    Ich bin ihr heute nicht mehr böse wegen ihres Verhaltens, ich habe es ihr wirklich verziehen. Es liegt nun an mir, dass ich das beste für mich daraus mache. Aber es ist nicht immer einfach.

    Aber das weißt du ja selbst. Es gibt Zeiten, das wirkst du auf mich so ausgeglichen und zufrieden, dass ich dich total bewundere und wünschte, dass ich das auch könnte.
    Dann wieder spürt man an deinen Beiträgen, dass es auch andere Tage und Phasen gibt.

    Es gab eine kurze Phase in meinem Leben, da fühlte ich mich auch so ausgeglichen, ich dachte so positiv, fühlte mich gut, war selbstbewusst, was andere Menschen unglaublich anzog. Ich hatte für jeden ein liebes und aufmunterndes Wort. Aber ich fühlte mich auch im Inneren so. Seltsamerweise war das die Zeit, als ich alleine lebte und ich auf niemanden Rücksicht nehmen musste, sondern in erster Linie meine eigenen Bedürfnisse erfüllen durfte. 🙂

    Zur Arbeit wollte ich auch noch was sagen. Ich dachte früher immer, dass mir die Arbeit nicht so wichtig ist, dass man sich nicht darüber definiert. Aber als ich meinen guten Job, bei dem ich auch sehr geschätzt wurde, aufgegeben habe, wurde mir später klar, wie wichtig er mir doch gewesen ist, ich mich darüber definiert habe. Im Gegensatz zu heute wusste ich, wer ich bin. Vermeintlich jedenfalls. Manchmal sehne ich mich dahin zurück. Doch stehe ich vor der Entscheidung, in meinen alten Job zurückzugehen oder etwas anderes zu machen, zweifle ich, ob ich das will. Da fallen mir tausend Dinge ein, was ich anderes machen könnte, stellt sich plötzlich alles quer. Ist es jetzt Angst, dass ich es nicht mehr schaffe oder bin ich heute eine Andere, die etwas anderes tun will? Hmm! Ich arbeite noch dran. 🙂

    Danke für deinen wunderbaren und wertvollen Beitrag, liebe Dori, der mich sehr zum Nachdenken angeregt hat und wieder etwas hervorgeholt hat, an dem ich eigentlich arbeiten sollte, wollte, was ich aber für eine Weile verdrängt habe.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Liebe Martina,
      wow – tief durchatmen – ich danke Dir für Deinen offenen und ehrlichen Kommentar. Dass Du Deiner Mutter einen Brief in den Sarg gelegt hast und ihr anschließend verziehen hast, das finde ich bemerkenswert, und ich finde, das ist eine sehr gute Idee. Bei meinem Vater habe ich es ja so gemacht, dass ich in der Leichenhalle ganz lange noch ein Zwiegespräch mit ihm hatte, seither bin ich mit ihm in Frieden.
      Was den Job betrifft, so habe ich mich IMMER darüber identifiziert. Als ich vor etlichen Jahren Abteilungsleiterin wurde – ich hatte mich Stück für Stück hochgearbeitet – da war ich so unendlich stolz – aber außer mir selbst hat es niemanden aus meinem privaten Umfeld interessiert. Ich denke oft darüber nach, ob ich in meinen alten Job zurückgehen soll, das würde mir ein Stück weit Sicherheit geben, über die ich im Post geschrieben habe, aber sobald ich nur darüber nachdenke, bekomme ich das Grauen und dann denke ich, ob mir das Leben noch einmal diese Chance schicken wird? Ich glaube nicht. Ich bin mir sicher, dass ich das alles schaffen würde, aber es wäre nur des Geldes wegen, mit mir selbst hätte das nichts mehr zu tun.
      Kinder sind übrigens ganz wertfrei. Denen ist es völlig egal, ob Du dick bist oder dünn, jung oder alt, ob Du Geld auf dem Konto hast oder nicht, das interessiert die nicht. Die gucken Dir auf direktem Wege in Dein Herz und reflektieren das sofort. Deshalb liebe ich Kinder so sehr.
      Wir arbeiten weiter an uns, aber die Selbstzweifel, die möchte ich jetzt mal ad acta legen, es reicht jetzt wie ich finde.
      Liebe Sonnengrüße von Dori

    • P.S. liebe Martina!
      Du hast Recht, es gibt Phasen und Zeiten, da bin ich sooo stark und sooo in meiner Mitte, da dringt nichts Negatives von außen durch. Diesen Seinszustand aufrecht zu erhalten, das wär wirklich ein Geschenk! L.G.

  3. guter post, liebe dori! da finden sich sicher viele wieder…
    ich bin eher auch die kategorie selbstzweifler. wer mich nicht kennt, hält mich für selbstbewusst. aber es ist schon besser geworden als früher. ein ständiger lernprozess…

    liebe grüße, katerwolf

    • Liebe Katerwolf,
      wer mich nicht kennt, hält mir für ultraselbstbewusst – das ist die äußere Fassade, um mich zu schützen, um nicht verletzt zu werden, obwohl, vermeiden kann man es nicht. Ich hoffe, dass es mit meinem Selbstwertgefühl noch richtig gut wird, ich bin ja schließlich erst 57 😀
      Liebe Grüße zu Dir von Dori

  4. Wundervoll geschrieben, liebe Doris. All diese Entwicklungsphasen habe ich auch durchgemacht. Als Jugendliche hatte ich überhaupt kein Selbstbewusstsein. Als erwachsene verheiratete Frau habe ich mich meinem Mann angepasst und heute, als Alleinstehende habe ich endlich das Selbstbewusstsein, das ich früher hätte gut gebrauchen können. Jawohl, ich kann mich selbst loben bzw. stolz auf mich sein, jawohl, ich vertrete meine Meinung und stehe zu meinen Fehlern, jawohl, wenn mich jemand ablehnt, dann soll er. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, jedem zu gefallen. Die Freunde, die ich habe, akzeptieren mich so, wie ich bin. Genau das sind die wahren Freunde und andere brauche ich nicht mehr. Dieses Selbstwertgefühl kam leider sehr spät und ist nicht mit allem Geld der Welt aufzuwiegen.

    • Liebe Ute,
      und es ist wirklich erarbeitet. Es ist Dir nicht in die Wiege gelegt worden, sondern Du musstest diesen Weg Schritt für Schritt für Schritt gehen, und manch eine Erfahrung hat Dich mit Sicherheit sehr geschmerzt. Aber Du hast völlig Recht: egal was ist oder wird, dies ist mit keinem Geld dieser Welt aufzuwiegen, und mit sonst auch nichts. Das gehört Dir, Dir ganz allein. Du kannst stolz darauf sein, Freunde zu haben, die Dich so annehmen, wie Du nun einmal bist.
      Von Herzen, Dori

  5. Liebe Dori,

    möchte noch mal sagen, dass ich Deinen Blog sehr mag.
    Viele Gedanken, die wichtig und gut sind!
    „Wer sind wir, wenn im Außen alles wegfällt?“
    Den Satz habe ich mal in einer Zeitschrift in einem Wartzimmer gelesen,
    und er ging mir durch und durch!

    Liebe Grüße,
    Uta

    • Liebe Uta,
      Du kennst mich ja persönlich und ein bisschen besser als manch einer, der hier kommentiert. Wer bin ich, wenn alles wegfällt?
      Nun, bei mir ist so vieles weggefallen, und wie es ausschaut, ist das noch nicht das „Ende der Fahnenstange“. Ich denke darüber nach, was werden wird, aber ich habe keine Angst, und dann besinne ich mich auf die Dinge, die getan werden müssen und auf das Leben im Hier und Jetzt.
      Danke, dass Du hier warst,
      liebe Grüße von Dori

  6. Deine Freundin hat wohl wirklich recht, wenn ich mir so ansehe, was in diesem 2012 alles „durcheinandergewirbelt“ wird , letztendlich aber mit vielen positiven Ergebnissen, auch wenn es mit diversen „Verlusten“ verbunden ist.
    Schön, daß Dir der Spruch gefällt und Du oft “ fliegst“ :-))).
    Gaaaaanz liebe Grüße
    Sylvia

    • Ja liebe Sylvia, ich hätte es ja selbst nie geglaubt, dass dies möglich ist. Aber es macht Freude, immer öfter – zwar nicht immer – aber es wird besser und besser 🙂
      Herzensgrüße, Dori

  7. Liebste Dori, was für ein offener ehrlicher Beitrag und was für wunderbare Kommentare… ich bin ganz berührt. Und fühle mich erinnert an einen wunderbaren Coaching-Prozess in meiner Ausbildung, in der ich meine Selbstzweifel und mein Selbstwertgefühl miteinander verschmolzen habe – es gibt sie beide in mir, sie haben beide ihren Platz und ihre Berechtigung, sie wollen beide etwas Gutes für mich und in angemessenem Masse und zusammen begleiten sie mich unterstützend auf meinem Weg. Das hat für mich sehr viel zum Positiven verändert.
    Ich habe mich früher auch immer über meinen Job und das, was ich getan habe für andere und mit anderen, definiert. Und was glaubst Du, was das für ein unglaubliches Gefühl war, als ich das erste Mal richtig erleben durfte, dass mich jemand liebt, weil ich ICH bin und nicht weil ich etwas TUE (oder lasse)… es hat lange gebraucht, bis ich das überhaupt verstanden habe, noch länger bis ich es annehmen konnte und noch immer falle ich manchmal in das alte Muster zurück, wird aber schon seltener.

    Dieses Jahr 2012 ist wirklich heftig, was da alles hochkommt, puh, manchmal wird es mir richtiggehend zuviel; aber anschauen muss ich die Dinge trotzdem, sonst kommen sie wieder oder blockieren mich…

    Ich kenne Dich auch als starke Frau und ich kenne einige Deiner Selbstzweifel und ich erlaube mir jetzt zu schreigben, dass ich fest überzeugt bin, dass Du zum richtigen Zeitpunkt die richtige „Mischung“ finden wirst, um Deine Schritte weiter zu gehen…

    Allerliebste Sonnengrüsse Andrea

    • Liebste Andrea,
      ich komme gerade vom Weight Watchers Treffen, da geht es mir immer besonders gut. Nicht, weil ich weiter abgenommen habe, sondern wegen der Gruppenenergie. Das liegt an der lieben Gaby Leisten, mit der ich mich gleich unbedingt verlinken muss, und die die Menschen auf solch eine besondere Art und Weise „coacht“, genauso, wie Du das tust, denn ich durfte es ja schon selbst erfahren 😉
      Ich weiß, dass ich eine starke Frau bin, ich habe vieles in meinem Leben geschafft, aber ein Teil von mir ist klein und schwach und braucht meine Unterstützung – lächel – mein inneres Kind.
      Meine Mutter hat immer zu mir gesagt (bevor sie in die Demenz ging): ich weiß nicht, wie Du das schaffst alles. Hallo???? Ich hatte gar keine andere Wahl. Ich habe gestern – wirklich gestern – einen Moment gehabt wo ich dachte: 1992 – 2012. Ich lebe seit 20 Jahren eigenständig. Mein Ex-Mann war mir niemals eine Stütze, sondern eher das 3. Kind, ich war immer für alles alleine zuständig, und so ist es geblieben. Ich weiß gar nicht, wie es anders geht. Ich freue mich, dass ich zwei sehr pragmatische und bodenständige Kinder habe, und dann denke ich, alles habe ich ja wohl doch nicht falsch gemacht. Aber einige sehr gute Chancen habe ich auch aus Angst nicht ergreifen können.
      Und jetzt stehe ich da – ohne jegliche Sicherheiten – und lebe immer noch, gerne, fröhlich zu 95 Prozent, und oft sehr sehr glücklich.
      Und freue mich über all die tollen Feedbacks, die ich neuerdings auch annehmen kann.
      Herzallerliebste Grüße von minus 8 – Dori 😀

  8. Ja, ich glaube schon dass ich ein wertvoller Mensch bin – für Andere.
    Für mich – bin ich eher eine schlechtere Vertreterin. Und mein Selbstwert leidet.
    Es ist nicht gut. Gerade erst gestern habe ich so sehr um die Aufrechterhaltung meiner Werte gekämpft. Ja, gekämpft muss ich sagen. Das zu schreiben tut mir etwas weh. Und doch ist es wichtig dazu zu stehen. Ich arbeite an mir – Ich war so wütend, dass ich nicht wusste wohin mit dieser Wut. Wütend auf mich, weil ich etwas falsch einschätzte. Etwas was ich anderen locker verzeihe. So habe ich heute erst mal ein Verzeihungsritual mir selbst gegenüber absolviert. Ich darf nicht so hart zu mir sein. Und da war es – die Worte meiner Eltern, wenn ein Missgeschick passierte. „Selbst-Schuld“ hieß es. Als mir das klar wurde, konnte ich es getrost auf den Misthaufen werfen!
    An solchen Tagen wie beschrieben, fehlt mir ganz plötzlich meine Arbeit. Doch die tut mir in Wirklichkeit nicht mehr gut. Denn da war ich von Beruf wegen „für Andere da“ – es war mein Job. Deshalb kann ich den auch nicht mehr ausführen, er blutete mich aus. Doch das Gefühl – für Andere Da-Sein-Zu-Müssen. Mich aufopfern müssen, steht dann groß vor mir wie ein Berg.
    Jetzt habe ich mir eine versöhnlichere Stimmung im Haus und in meinem Garten für mich geschaffen. Ich sage mir heute: „In erster Linie lebe ich für mich“ – Ich darf gut zu mir sein.
    Wie Du siehst, auch bei mir gibt es Höhen und immer wieder sehr tiefe Tiefschläge. Ich hoffe nächstes Mal, gelingt es mir besser und ich falle nicht mehr so tief.
    Vielen Dank für Deinen Beitrag. Im lesen von den Anderen, dachte ich „es ist so tröstlich dass es Anderen ganz ähnlich geht – Du bist nicht allein mit deiner Geschichte“.

    • Liebe Mia,
      Selbst-Schuld! Was für ein Wort, wenn man es so geschrieben sieht. Ja, das sind so die Lieblingsworte der Eltern aus unseren Kindertagen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mit 9 Jahren eine Blockflöte geschenkt bekam. Ich sollte die Tonleiter spielen lernen. Wie das geht, konnten meine Eltern mir aber nicht beibringen, da sie selbst ja kein Instrument spielten und auch keine Noten lesen konnten. Als ich dann nach zwei Wochen die Tonleiter auf der Blockflöte nicht spielen konnte, wurde diese kurzerhand wieder abgenommen mit den Worten: Selbst-Schuld, Du hättest es ja lernen können. Und genau so wurde ich auch in dieses Leben entlassen, ich musste mir alles selbst beibringen, und wenn ich es nicht schaffte oder wenn ich einen Miß-Erfolg hatte: Selbst-Schuld!
      Gottseidank bin ich aber durch meine Arbeits-Losigkeit so auf mich selbst zurückgeworfen worden, dass ich all diese Be-Urteilungen meiner Person nicht mehr akzeptieren kann und dabei bin, mir (mal wieder ohne fremde Hilfe) ein neues Selbst-Wertgefühl zu verschaffen, und das diesmal ganz ohne Beruf, sondern einzig durch Selbst-Liebe. Und da kann es auch immer wieder zu Rückschritten und zu Fehlschlägen kommen, aber die verzeihe ich mir.
      Offensichtlich geht es auch anderen Menschen so, und ich bin mit meinem Selbst-Wertgefühl nicht alleine.
      Liebe Grüße von Dori
      (die auch immer noch wütend auf sich selbst ist, wenn sie einen Fehler macht!)

      • Liebe Dori,
        das muss ich jetzt doch noch los werden. Mit der Flöte eine Tonleiter spielen? – Weisst Du, dass das als Anfänger unmöglich ist? Es ist – wie wenn ich einem Erstklässler das Alphabet vorlege und sage, versteh erst mal das bevor wir lesen beginnen.
        (Gut, sie wussten es damals nicht besser), doch das Gefühl, die viel zu Großen Aufgaben lösen zu müssen – genau die, das würdest du selbst von anderen NIE verlangen. Aber von Dir selbst? Ich glaube wir dürfen uns beide darüber erheben und die beschämenden SChuldzuweisungen entlarven, damit wir mit uns versöhnlicher sind.
        Hab einen schönen Tag und lass uns auch unsere Fähigkeiten sehen, heute besonders.

        • Liebe Mia,
          inzwischen habe ich auch richtig große Aufgaben gemeistert, andere wiederum habe ich aus Angst zu versagen (wie bei der Blockflöte) vermieden und habe mich vieles gar nicht getraut.
          Im Laufe der Jahre ist dies besser geworden, aber noch heute suche und finde ich immer wieder Ausreden, etwas gar nicht erst anzufangen oder auszutesten, das wird mir aber erst jetzt so richtig klar, wo ich die Kommentare lese und beantworte. So hat dies Post doch wirklich noch etwas Positives am Ende, eine neue Erkenntnis 😀
          Danke dafür.
          Liebe Grüße, hier regnets mal wieder in Strömen!

  9. Ein toller Beitrag, liebe Dori.
    Ich glaube, wir pendeln im Leben immer von der einen Seite zur anderen und mal sehen wir uns so, am nächsten Tag wieder anders.

    Selbstzweifel kenne ich aus früheren Zeiten genug und auch heute bin ich nicht frei davon. Aber ich denke, im Laufe des Lebens wird man geduldiger mit sich selbst und nimmt vieles gelassener.
    Ich bin seit fast zwei Wochen zu Hause mit meinem Tinnitus, einer verdrehten HWS, die nach und nach wieder ins Lot gerichtet wird. Ich brauche diese Zeit, muss mich erholen und genieße sie, wenn ich nicht gerade bei irgendeinem Arzt sitze.
    Ich freue mich auf die Sommerferien und die Erholung, die ich dringend nötig habe.

    Aber wie denke ich in vier Jahren, wenn ich aufhöre zu arbeiten? Einerseits Freude, andererseits Panik, in ein tiefes Loch zu fallen. Ich werde keine Langeweile haben, aber die Arbeit ist auch für mich ein Part, über den ich mich identifiziere.
    Und da kommen sie schon, die Horden der kleinen Zweifel…

    Aber darüber denke ich jetzt nicht nach, sondern schaue nach vorne.

    Liebe Grüße,
    Anna-Lena

    • Liebe Anna-Lena,
      der Körper nimmt sich also eine Auszeit – eine Zwangspause. Wahrscheinlich benötigst Du diese schon seit längerem und hast nicht auf ihn gehört? Bei mir ist das oft so gewesen, dass mir mein Körper dann eine Krankheit „schenkt“, damit ich runterfahre und zur Ruhe komme. Tinnitus hatte meine frühere Vermieterin – übrigens auch Lehrerin – zum Schluß so schlimm, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte. Sie konnte das alles im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr „hören“.
      Vor Deinem Ruhestand brauchst Du überhaupt keine Angst zu haben, Du glaubst gar nicht, wie schnell Du Dich daran gewöhnst, nicht jeden Morgen zu einer bestimmten Zeit zur Arbeit fahren zu MÜSSEN. Und Du kannst Dir jederzeit eine Beschäftigung suchen, die Dir zusätzlich eine gewisse Befriedigung schenkt, Du wirst schon wissen, was das sein könnte. Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben und nicht in der Zukunft musste ich auch mühevoll erlernen, zu tief sitzen die alten Muster, wie festgehakt, und lassen sich nur sehr schwer lösen. Aber sie zu sehen macht ja alleine schon frei, gewisserweise.
      Ich wünsche Dir gute Besserung und ich hoffe, Du kannst trotz Tinnitus Deine Innere stimme noch hören.
      Liebe Grüße von Dori

      • „Wahrscheinlich benötigst Du diese schon seit längerem und hast nicht auf ihn gehört? “
        Genau so ist es, liebe Dori. Gehört habe ich schon, nur nicht hören wollen :mrgreen:
        Nun ist das Schuljahr fast zu Ende und die KollegInnen fallen um wie die Fligen. Es wundert mich nicht wirklich.

        Danke für deine lieben Wünsche ♥

        PS: Vielleicht werde ich in meinem Rentnerleben noch eine berühmte Schriftstellerin 😆

        Liebe Grüße zu dir,
        Anna-Lena

        • Liebe Anna-Lena,

          eine Schriftstellerin bist Du ja schon jetzt – nur noch nicht weltberühmt 😀
          Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Es gibt so viele Menschen, die mit Anfang oder Mitte 60 noch einmal neu beginnen, und mit Deiner Rente oder Pension hast Du auch nicht mehr den Druck, Geld verdienen zu müssen, das kommt ja dann jeden Monat von selbst – quasi als Belohnung für Dein Arbeitsleben. Ich finde diese Vorstellung schön.

          Die KollegInnen fallen um wie die Fliegen…. diese Vorstellung ist nicht so schön, dass man immer weiter und weiter macht, bis man aus den Latschen kippt. Aber ich selbst war auch nie besser! Gebracht hat es aber nichts, auf jeden Fall nicht mehr Anerkennung, die ich mir immer so gewünscht habe.

          Liebe Grüße von Dori

  10. Liebe Dori,
    Dein Post und die daraus entstandenen Kommentare sind ja auch die Themen über die ich in den letzten Tagen laut nachgedacht habe. Sein eigenes Ich strahlen zu lassen, ist wohl die hohe Kunst, ohne die Zugaben von Haus, Auto und Boot lach. Aber ich glaube für die meisten von uns braucht es eine Reihe von Jahren und Arbeit an sich selbst, bis das geschehen kann. Wir sind halt in der Wirtschaftswunderzeit erzogen und da waren nur materielle Dinge so wichtig. Das die nichts mit innerem Glück zu tun haben, ist die Erkenntnis unserer und den folgenden Generationen.
    Nur das man nach all den Arbeitsjahren plötzlich durch veränderte Gesetze alles bisher erreichte genommen bekommt, kann es ja auch nicht sein, oder? Ich freue mich auf jeden Fall über Deinen Erfolg bei WW und das es Dir offensichtlich echt gut geht.
    Einen wunderschönen Tag wünsche ich Dir
    Antia

    • Liebe Anita,

      ich habe so viele Arbeitsjahre „auf dem Buckel“, ich glaube es sind so an die 40. Ja genau, das ist schon eine lange Zeit. Ich muss dazu sagen, dass meine Arbeit viele Jahre meines Lebens meine Stütze war. Ich weiß nicht, was alles passiert wäre, hätte ich nicht jeden Morgen aufstehen und das Geld für meine Kinder und mich verdienen müssen. Oder als ich vor 5 Jahren krank wurde, da hat mir das tatsächlich die Kraft gegeben, nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Aber die Strukturen, die derzeit in der Welt und auf dem Arbeitsmarkt herrschen, die sind einfach nichts mehr für mich. Ich bin tatsächlich zu alt dafür, oder sagen wir mal so, zu weise an Erfahrungen, denn mit den gelebten Jahren hat das ja nichts zu tun. Ich wollte auch nie frühzeitig aufhören oder in Vorruhestand gehen, das will ich heute immer noch nicht, aber ich möchte nicht mehr an einem Platz sein, der nicht zu mir gehört und der mir nicht gut tut.
      Die Menschen, die jetzt aufwachsen und geboren werden, haben es auf die eine und andere Art sicherlich besser als wir, aber wenn sich an den Weltstrukturen nichts Gravierendes ändert, werden sie mit ihrer hohen Sensibilität sicherlich große Probleme bekommen.
      Auf die Politiker braucht auch niemand mehr zu hören, es gibt in diesem Land weder Arbeitsplätze für Menschen über 55 noch gibt es genügend Kindertagesstätten für den Nachwuchs, all das Gerede ist doch völliger Quatsch, von wegen es werden erfahrene Kräfte benötigt oder so!
      Aber es ist mir tatsächlich irgendwie gelungen, mein Glück im Innen zu finden, zwar noch nicht durchgängig, aber doch so ziemlich stabil, ich würde mal sagen zu 80 Prozent, und das hat was, wie ich finde!
      Ich wünsche Dir auch einen schönen Mittwoch, auch wenn es schon wieder in Strömen regnet!
      Dori

  11. Ein wunderbarer Post, zusammen mit den Kommentaren.
    Immer wieder kommt durch, dass wir selbst es sind, die eigene Probleme verursachen. Wenn man allerdings tiefer gräbt, dann kommt (hoffentlich) heraus, welche Verletzungen von früher dafür verantwortlich sind. Was man (er)kennt, kann man bekämpfen oder vielleicht besser geschrieben: verarbeiten.
    Ich glaube, dass die Eltern eine ganz große Rolle spielen. Sie versuchen, ihr Bestes zu tun, aber sie machen vieles falsch (wir wahrscheinlich bei unseren Kindern auch). Wenn man immer wieder kritisiert wird und ‚zu …‘ ist (zu dünn, zu dick, zu blass, zu frech oder was auch immer) entwickelt sich ein Gefühl der Unzulänglichkeit. Und nicht jeder kann das unter besonders forschem Auftreten verstecken.
    Tröstlich ist nur, dass man in Laufe seines Lebens doch die ein oder andere Anerkennung erfährt oder vielleicht auch einfach gelassener wird, um sich sich selber besser schätzen und lieben zu können.

    LG, April

    • Liebe April,

      ich weiß, dass meine Eltern heute ganz vieles anders machen würden, und auch ich würde bei meinen Kindern wieder so manches anders machen. Wichtig ist zu wissen, man wird geliebt und gewertschätzt, so wie man ist von seinen Eltern, ich glaube, das ist schon die sogenannte halbe Miete. Meinen Enkelkindern kann ich heute all meine Liebe geben und ihnen sagen, wie toll und wie besonders sie sind, und trotzdem werden sie von mir nicht verwöhnt im Sinne von alles dürfen.
      Das Erziehungssystem in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und darüber hinaus war sicherlich für manch eine Kinderseele eher schädlich als hilfreich, und ich wurde sogar noch „preußisch“ erzogen, da war mein Vater sehr stolz drauf, dass wir „aufs Wort gehorchten“, mein Bruder und ich. Und so ging es eigentlich den meisten der Nachkriegsgeneration. Die antiautoritäre Erziehung wiederum finde ich auch nicht gut, wo es keinerlei Grenzen gibt, aber die ist ja auch schon wieder überholt inzwischen.
      Das ständige Kritisiertwerden in meiner Kindheit und Jugend fand ich ziemlich zermürbend, und selbst als bereits verheiratete Frau habe ich auf das gehört, was meine Eltern meinten. Ich wollte es halt nicht mit ihnen „verderben“. Gottseidank bin ich inzwischen älter und kann auf eine ganze Reihe von Erfahrungen zurückblicken, und die eine und andere hat mich sehr gestärkt und mir auch Selbst-Vertrauen gegeben. Es wird halt immer besser und besser….

      Liebe Grüße von Dori

  12. Liebe Dori,
    die Menschen suchen deshal nicht im INNEN, weil ihnen der Weg dazu versperrt ist.
    Es kann nur jemand einem anderen helfen, der den Weg DURCH den Verstand gegegangen ist. Daher auch das wort „Durchblick“
    Das, was wir Konditionierung nennen, ist unser eingebranntes „EGO“.

    Auszug aus meinem heutigen Post:

    Der Egoismus

    Es ist der Egoismus, basierend auf der Selbstidentifikation mit dem Körper, der das hauptsächliche Problem und die Ursache aller anderen Probleme ist.
    Egoismus kann nicht durch Bemühungen beseitigt werden, sondern durch die klare Einsicht in seine Ursachen und Auswirkungen.
    Anstrengungen sind ein Zeichen des Konfliktes zwischen unvereinbaren Wünschen. Man sollte sie als das erkennen, was sie sind, nur dann lösen sie sich auf.
    Der Mensch kommt damit zur Einsicht und Feststellung, dass er zwar tun kann was er will, jedoch nicht wollen kann, was er will.

    Nur, was jeder auch selbst überprüfen kann, bringt ihn zur Einsicht.

    Es ist für einen Kommentar zu Umfangreich.
    Worte sind nur Hinweise, nicht die Wahrheit.

    LG
    Norbert 🙂

    • Lieber Norbert,
      ich habe Deinen Kommentar schon heute Nachmittag gelesen – und wie meistens wusste ich gar nicht, was ich Dir darauf antworten soll.
      Ich weiß es aber jetzt.
      Ich wertschätze Dich total, und freue mich, dass Du hier so oft kommentierst. Du bist nicht auf der Gefühlsebene, wie die anderen Kommentatoren hier. Außer Rainer, der ab und an kommentiert, bist Du hier der einzige Mann. Was eigentlich erfreulich ist, und auch Du bist einen sehr langen Weg gegangen, wie wir alle hier, aber meiner Meinung könnte Dir ein bisschen mehr „weibliche Seite“ nicht schaden, ich nehme Dich meist sehr verstandesorientiert wahr, kann man das so sagen? Vielleicht ist es ja auch nur meine persönliche Wahrnehmung.
      Ich glaube, Du wärst der beste Therapeut, den die Welt jemals erlebt hat, wenn Du Deiner weiblichen Seite erlauben würdest, auch ein bisschen DA zu sein.
      Liebe Grüße von Dori

  13. Frauen denken anders, Männer auch

    Doch lebt der Mensch nicht als Neutrum, da gebe ich dir völlig recht, liebe Dori. Als Mann und Frau schuf er sie, so steht’s bereits in der Bibel.

  14. Ein wundervoller Beitrag und wertvolle Kommentare. Das macht mich gerade alles sehr nachdenklich, finde ich mich doch immer wieder selbst darin……
    Liebe Grüße Carina, die über allen Ereignissen dieser Zeit wohl mal wieder ihr inneres Kind vergessen hat

    • Liebe Carina, das passiert mir auch ganz oft. Gerade heute werde ich dieses Kind mal wieder etwas „betüddeln“, habe ich mir fest vorgenommen.
      Liebe Grüße für ein schönes Wochenende, Dori

  15. Wow Dori,
    könnte mein Leben sein! Und wie ich sehe haben viele Frauen ähnliche erfahrungen gemacht!!
    Ich habe auch erst nachdem ich mein Reformhaus schließen musste und in die Insolvenz ging, dank meiner Schwägerin eine therapie gemacht und dort gelernt, dass ich von mir immer mehr erwarte als von andere (meist völlig überzogen) und dass ich im Grunde die Stärkste von uns Geschwistern bin!Villeicht hätte ich eher den Mut haben sollen eine Therapie zu machen und dadurch einiges früher erkannt, aber als meine Mutter starb dacht ich das brauch ich nun nicht mehr. Habe dann lange an mir gearbeitet um ihr zu verzeihen und alles abzuschließen, bis ich beim Ende meiner Selbstständigkeit merkte ich habe vielleicht vieles von meiner „Festplatte „gelöscht, aber nicht durch neues ersetzt.
    Heute weiss ich ich kann alles schaffen, ich darf mir Hilfe holen und ja ich habe auch wenig Geld und werde noch viel weniger haben wenn ich in Rente gehe, aber es wird immer einen Weg geben.
    Ich lerne immer mehr nicht in alte Muster zu verfallen und zu sagen und zu tun was mir gut tut und was ich möchte.
    Ich sage mir manchmal wenn wieder so ein Klugscheisser mosert oder z.B.mein Bruder mal wiedr nicht ernst nimmt was ich sage- was ich in meinem Leben geleistet habe, dass mach mir mal nach und dann darfst du mosern!!

    Aber ich habe zum Glück gute Freundinnen und wir unterstützen uns da gegenseitig immer wieder. Und natürlich meine tolle Tochter!!!

    Die hast du ja zum Glück auch!
    Lieben Gruß
    Angelika

    • Liebe Angelika,
      der Mut zum Scheitern – den hast Du gehabt in dem Moment, als Du Dich selbständig gemacht hast – und das muss Dir erst mal jemand nachmachen. Viele Menschen tun eher gar nichts und gehen kein Risiko ein und bauen auf volle Sicherheit. Aber wie es um die Sicherheit bestellt ist, das erfahren wir ja tagtäglich in diesem Land, durch die Politiker, die Firmenbosse, die Massenentlassungen und die Insolvenzen, wenn wieder tausende von Menschen auf der Straße stehen.
      Manchmal hilft auch nur Hilfe von außen, wie zum Beispiel eine Therapie. Auch habe ich erkannt, dass „fremde“ Menschen, also nicht blutsverwandte Menschen, einem mehr zur Seite stehen als die eigene Famlie. Inzwischen verstehe ich das sogar ein bisschen. Auch ich werde im Alter keine besonders tolle Rente haben, obwohl ich beinahe mein ganzes Leben gearbeitet habe, aber lange Zeit auch nur halbe Tage, als die Kinder noch klein waren, und später immer ganztags. Und obwohl ich phasenweise wirklich gut verdient habe, wird es nicht reichen und ich werde noch hinzuverdienen müssen, irre nicht wahr? Wer weiß, was sich bis dahin noch alles ändern wird, jetzt ist gerade das nächste Land pleite und muss unterstützt werden, damit in Europa nicht alles zusammenbricht.
      Wir machen immer wieder den Fehler, auf das zu schauen, was wir NICHT geschafft haben, aber nicht auf das, was wir geleistet haben. Und das verdient wahrlich mal ein Lob – bei Dir, bei mir und bei uns allen.
      Ich sende Dir liebe Montagsgrüße, Dori

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