Mir fehlen die Worte

Mir fehlen die Worte. Sie sind irgendwie verschwunden. Nein, mir fehlt die Schrift. Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals so wenig geblockt zu haben.

Im Dezember 2006 habe ich zum ersten Mal einen Blogbeitrag veröffentlicht. Damals, auf meinem Chakrablog. Das Bloggen war zu der Zeit und für viele Jahre für mich eine Art Ventil, das Aufarbeiten von vielen Dingen, und letztendlich sogar Heilung. In dieser Zeit sind schöne Freundschaften entstanden, und diese Kontakte bestehen immer noch. So habe ich am vergangenen Wochenende Gaba in Düsseldorf getroffen, die dort ihr Ultramind-Seminar gehalten hat. Mit Andrea treffe ich mich in Kürze, ich will ihr Ludmila endlich vorstellen. Babsi und Elisabeth kamen dann später auch hinzu, und auch Christa und Anita kenne ich noch aus dieser Zeit, und viele andere mehr.

Es war irgendwie eine ganz andere Zeit für uns Blogger. Wir haben sogar Blogparaden veranstaltet. Es hat einfach sehr viel mehr Spass gemacht und war wirklich sehr befriedigend.

Vielleicht blogge ich aber auch schon zu lange. Mir fehlen einfach die Worte für so viele Dinge. Ich empfinde das letzte halbe Jahr energetisch als sehr anstrengend, und ehrlich gesagt bin ich froh, wenn dieses 2012 nun in wenigen Wochen auch endlich vorbei ist. Man soll ja immer schön in seiner Mitte bleiben und entspannt sein und positive Gedanken haben, aber zur Zeit habe ich wirklich mit all den Dingen, die um mich herum geschehen, sehr zu kämpfen. Und das macht mich im Augenblick ein wenig sprachlos bzw. schreiblos.

Ich habe schon einmal ganz spontan mein altes Blog beendet, im Januar 2011, nur um kurze Zeit später mit Bewegung und Wandel weiterzumachen. So ganz ohne Bloggen ging es dann ja doch nicht. Inzwischen sind aber so viele meiner Kontakte auf Facebook mit mir verbunden, dass sich das Bloggen eigentlich gar nicht mehr lohnt 😉 Ihr seht also,  mit welchen Gedanken ich mich gerade beschäftige.

Ich wünsche Euch allen eine schöne und stressfreie, friedliche Weihnachtszeit. Und liebe Menschen, mit denen Ihr sie teilen dürft!

50-plus-Programm für ältere Arbeitslose

Hör mir auf damit! Denn was uns die Politiker und vor allem die Arbeitsministerin zu diesem Thema zu sagen habe, das ist absoluter Nonsens.

Als ich im Oktober 2011 in die Arbeitslosigkeit „ging“, da meinte mein Berater: alsooooooo, eine Frau wie Siiiiiiiiiiiiiiiiieeee!!!! bekommt doch jederzeit wieder einen Job. Stimmt nicht! Ich kann es widerlegen. Vielleicht bekommt „sie“ wieder einen Job, aber definitiv nicht über das Arbeitsamt, oder wie es heute so schön heisst: die Agentur für Arbeit!

Heute vormittag hat sich ein etwas wirklich Tragisches ereignet! Ich sass im Auto und fuhr von A nach B, als ich es im Radio hörte. Tragisch auch, weil ich ja schließlich auch „Mitglied“ desselben  Arbeitsamtes bin und die „Örtlichkeiten“ seit nunmehr 11 Monaten genauestens kenne.

Also ich saß da so im Auto und dachte: Das ist doch genau das, was die Politiker und die Medien mit uns machen. Die Menschen sind ganz einfach verzweifelt. Seit Wochen bekomme ich per „Nachrichten“ mitgeteilt, dass ich Sozialhilfeempfänger bin, sobald ich in die Rente gehe. Dabei habe ich mein ganzes Leben lang gearbeitet, bis auf eine kurze Unterbrechung. Und lange Jahre Teilzeit wegen der Kinder.

Der Strom wird teurer, der Sprit sowieso, und die neueste Meldung lautet: die Mietpreise in NRW steigen an. Macht nix, ich hatte gerade eine Mieterhöhung.

Inzwischen geht es bei vielen Menschen um das nackte Überleben! Wie gut, dass „wir“ noch genügend Geld haben, um andere Länder zu unterstützen. Wir wollen ja Gutmenschen sein. Wen kümmerts da, dass es an allen Ecken und Kanten mehr als hapert? Während in anderen europäischen Ländern die Menschen auf die Strasse gehen und demonstrieren, bleiben wir Deutschen breit und bräsig auf unserem Hintern sitzen und überlegen, wie wir so schnell wie möglich in die Rente gehen können. 

So, das musste jetzt mal sein. Seid nicht böse, wenn ich die nächsten Tage nicht kommentieren kann. Bin jetzt mal 3 Tage im Intensiv-Training, mal sehen, ob ich diesmal mehr „Begeisterung“ vermitteln kann 😉

Tja

Es gibt so Tja-Phasen! Ich denke mal, Ihr wisst was ich meine.

Ich sage jetzt mal TJA! Alleine dieses Wort! Gibt es das eigentlich auch in anderen Sprachen? Man kann so viel damit ausdrücken. Ja, also, tja………

Ich habe eine Tja-Phase! Seit dem Seminar Anfang voriger Woche. Seither habe ich zu nichts und niemandem eine Meinung mehr. Eigentlich (auch wieder solch ein Wort) – also eigentlich ist nichts Weltbewegendes passiert. Außer dass sich meine Welt bewegt hat.

Die zwei Tage waren wirklich kein Zuckerschlecken, und alle Teilnehmer haben ihr Äußerstes gegeben, geben müssen. Am Ende der beiden Tage wurden dann alle bewertet. Alle sind weiter gekommen, auch ich. Aber – so war das Urteil der Trainerin – mir fehlt es an Begeisterung, die kann ich nicht vermitteln. Die bringe ich einfach nicht rüber. Das war für mich ein Schock! Denn ich habe mich sehr wohl gefühlt bei allem was ich tat. Und mich als sehr begeisterungsfähig und begeistert empfunden, und die übrigen Teilnehmer auch (ich hoffe, sie haben es nicht nur so dahergesagt). Aber die Trainerin nicht.

Zutiefst demotiviert bin ich nach diesen zwei Tagen nach Hause gefahren, und voller Selbstzweifel. Nach drei Tagen – weil ich es nicht mehr aushalten konnte und weil ich mit diesem Druck nicht in das nächste Seminar gehen kann – unmöglich) habe ich mich dann mal „getraut“nachzufragen, wieso und warum so wenig von meiner Begeisterung rüberkommt.

Die Antwort war ganz simpel: ich frage nie etwas und ich wirke so, als ob ich über den Dingen stehen würde (und das gibt es ja nicht in Wirklichkeit, meinte die Trainerin).TJAAAAAAAAAAAAAAA – würde sie täglich die Ultramind-ESP-Methode anwenden, würde sie eventuell genauso rüberkommen. Aber ICH würde es dann erkennen können und NICHT als DESINTERESSE und MANGELNDE BEGEISTERUNG einstufen!

Ich habe mir eine komplette Woche lang den Kopf zermartert, ob ich weitermachen soll oder nicht. Denn wenn ich kein guter Coach sein kann, dann nutzt es ja nix. Niemandem, weder mir noch der Firma noch den Kunden. Ich nerve alle Menschen, allen voran die liebe Andrea, und will von jedem wissen, ob ich wirklich so unbegeistert bin. Niemand versteht wirklich, was ich meine.

Inzwischen weiß ich es mehr denn je: ich MACHE WEITER. Nicht nur wegen mir, sondern auch wegen der Menschen. Ich weiß wirklich in meinem Herzen, dass ich ein guter Coach sein werde.

Denn die, die immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger vor uns stehen und uns vermitteln wollen, wie ungenügend wir sind, die brauchen wir doch schon lange nicht mehr. Ich zumindest kann drauf verzichten!

Und da kommt mir grad noch der folgende Spruch gelegen, den ich bei der lieben Elisabeth gefunden habe:

Das Verhalten eines Menschen mir gegenüber sagt immer etwas über ihn aus, nie über mich. Und die Art, wie ich emotional darauf reagiere, also das Gefühl, das dieses Verhalten in mir weckt, hat immer etwas mit mir zu tun und nie mit ihm.

~Safi Nidiaye~

 

Jetzt geht’s los

Jetzt geht’s los! Der Countdown läuft – mein erstes Seminar und Intensivtraining steht bevor. Am Montag und am Dienstag findet im Düsseldorfer Novotel die Basisqualifikation für alle Trainees statt. Im Anschluß daran entscheidet sich, ob ich weitermachen „darf“ oder nicht. Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, ich müsste noch tausend Dinge lernen, aber das kennt Ihr ja jetzt schon von mir, dass ich immer das Gefühl habe, mich nicht genügend vorbereitet zu haben. Daher gibt es dieses Wochenende noch viel zu tun, ja vor allem noch viel zu lernen.

Das Bild hat eine Freundin auf Facebook mit mir geteilt, und ich finde es passend. Letztendlich – das stelle ich immer wieder fest – sind wir Frauen doch alleine auf uns gestellt, ob mit oder ohne Partner. Daher kommt ja auch unsere Stärke. Sicherlich gibt es da auch Ausnahmen (ich kenne sogar welche), aber die Regel ist das leider immer noch nicht.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, und habt Spass bei allem, was Ihr tut 🙂

Auf jeden Fall nicht freiwillig!

Der heutige Tag war ein ganz spezieller. Für alle Astrologen: WELCHE STERNENKONSTELLATION HABEN WIR HIER??? HEUTE???

Vor vielen vielen Wochen hatte ich mich von meiner Hausärztin „breitschlagen“ lassen, eine gewisse Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. (schon an der Satzstellung wirst Du unschwerlich erkennen können, wie angenehm mir das war). Nachdem ich mich zuvor schon zwei Jahre strikt geweigert hatte. Was bei mir schon eine Ausnahme ist, denn als „gefallsüchtiger“ Mensch bin ich eigentlich nicht so klar in meinen Aussagen!

Na ja, lange Rede kurzer Sinn: in der vorigen Woche hatte ich das „Vorgespräch“ und gestern den „Vorbereitungstag“. Jeder, der sich mit „diesem Thema“ bereits beschäftigt hat weiß, wovon ich hier schreibe – ich möchte jetzt grad mal nicht ins Detail gehen!

Heute war also DER TAG X! Meine Tochter und der Mo sollen mich morgens abholen und zum Krankenhaus bringen, wo die Untersuchung stattfinden soll. Ich bin ganz früh aufgestanden, damit die Mila noch in Ruhe ihre Runde durchs Feld drehen kann. In der Wohnung ist es nach dem gestrigen Tag noch sehr schwül und ich beschließe, meiner Tochter ein Stück entgegenzugehen, nach dem Motto: frische Luft tut gut.

Die beiden lesen mich unterwegs auf, wir fahren los, alles ist perfekt und wir sind in der Zeit. Außer der Tatsache, dass ich das alles eigentlich nicht möchte und mich schon seit Tagen frage, warum ich mir das alles antue! Auf halber Strecke fällt mir dann ein: Hilfe, ich habe alle Unterlagen, die ich zu dieser Untersuchung mitbringen muss, zu Hause auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen. Zusammen mit dem Ipod, welches mir meine Tochter kürzlich geschenkt hat (damit die Aufwachphase etwas kurzweiliger ist). Also drehen wir wieder um, „brettern“ in mein Dorf hinein, ich springe aus dem Auto, rase die Treppe hinauf in meine Wohnung, schnappe die Unterlagen (und ignoriere komplett meinen Hund – so soll man das ja machen – der in seinem Körbchen liegt und die Welt und Frauchen nicht mehr versteht) – rase die Treppen wieder runter und springe ins Auto meiner Tochter! Sie fährt aus der Ausfahrt wieder raus – in diesem Augenblick ruft die Klinik an und fragt ob ich etwas früher kommen kann – hallo ich komme aus Neuss das sind 15 Kilometer – und meine Tochter rammt mit ihrem Auto ein entgegenkommendes- UND: STILLE!

Das wars! Das Krankenhaus immer noch in der Leitung: Hallo, hallo, sind Sie noch dran? Der Mo blökt auf seinem Rücksitz, ich bin völlig neben der Spur, meine Tochter den Tränen nahe, sie ist 34 und hatte gerade ihren ersten Unfall, und ich sage in mein Handy:

Ich komme nicht  mehr. Auf jeden Fall nicht freiwillig! 

Beautiful Day

Was für ein wundervoller Tag!

August – mein Lieblingsmonat! Gerade rechtzeitig hat er noch mal „die Kurve“ gekriegt und ist schön geworden, die Prognosen fürs Wochenende sind super! Biergarten ist angesagt, mit einem ein „bisschen“ weinenden Auge werde ich morgen Abend beim Max babysitten (das kann man ja nun auch so nicht mehr sagen, der Racker ist inzwischen 3), aber das hatte ich schon vor Längerem zugesagt und die Einladung zur Gartenparty zusammen mit Milla 🙂 kam jetzt kurzfristig.

Überhaupt habe ich festgestellt, dass spontan bei mir gar nichts mehr geht. Durch all die vielen Aktivitäten, die Ausbildung und den Hund musst Du Dich bei mir anmelden, wenn Du Dich mit mir treffen möchtest 🙂 Ich schaue dann in meinem Terminkalender nach, ob ich Zeit habe. Ist das nicht ätzend? Das hatte ich noch nie in meinem Leben. Aber wenn ich eine Verpflichtung eingehe, egal welche, dann bin ich absolut zuverlässig und lasse die Menschen, die sich auf mich verlassen, auch nicht im Stich.

Übrigens: den Test habe ich heute bestanden. Mit 100 Prozent. Ist ja klar, dass ich zwei Wochen vorher nicht schlafen konnte, weil ich mal wieder dachte, ich schaffe das alles nicht (ich könnte mich manchmal für meine Selbstzweifel immer noch selbst…..). Und ehrlich wie ich bin gestehe ich auch ein, dass ich „schmeissen“ wollte. Wie eigentlich so vieles in meinem Leben, was ich einmal völlig euphorisch begonnen hatte. Irgendwann kommt dann mal der Punkt, dann will ich nicht mehr. Dann schüttele ich den Kopf, und wenn ich langes Haar hätte, würde ich es in den Nacken werfen, mit dem Fuß aufstampfen, wie eine Flamenco-Tänzerin, und sagen: no – ich nicht – ich brauch das alles nicht und ich will das alles nicht.

Womit ich aber nicht gerechnet hatte war meine Area-Managerin – ja so heißt das heute leider und nicht Gebietsleiterin – die ich zum einen sehr mag und sehr schätze und die zum anderen wohl Ähnliches mit sich selbst erlebt hatte und damit sofort wusste, was denn nun bei mir „abging“. Das ist schlichtweg die Angst vorm eigenen Erfolg. Ich habe mir zwar die ganze Zeit immer wieder gesagt: DIESMAL ZIEHST DU ES DURCH! aber trotzdem kamen dann noch einmal Momente, wo ich alles aufgeben wollte, alle meine Pläne, alle meine Ziele. Eigentlich wie immer.

Die Teilnahme am Weight Watchers Programm hat mir gezeigt, dass man mit der richtigen Motivation – und auch mit dem richtigen Couch – durchaus Ziele erreichen kann, die man sich vorher nicht so richtig vorstellen konnte. Ich bin dran geblieben – und im Gegensatz zu den früheren Erfahrungen – auch so „gecoacht“ worden, dass ich weitermachen wollte. Und genau solch ein Couch möchte ich auch sein!

Einer, der die Menschen begeistert – und MITNEHMEN kann. Der für sie DA IST, wenn sie alles schmeissen wollen – und der ihnen auch die VORTEILE aufzeigen kann, wenn sie AM BALL bleiben. Der sie da ABHOLT, wo SIE GERADE STEHEN!

Das wünsche ich mir sehr.

Übrigens: meine Gewichtsabnahme heute (freitags ist mein Wiegetag):
14 Kilo. Das sind 28 Pfund 😀

Ich bin gespannt, wie es weitergeht!!!!

Nix geregelt….

Irgendwie bekomme ich momentan nix „geregelt“. Die Tage haben zwar nach wie vor 24 Stunden, und so wie es ausschaut, wird sich da auch nichts dran ändern. Trotzdem habe ich das Gefühl keine Zeit zu haben. Ich düse ständig von A nach B und dann nach C, um meine verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, und jetzt habe ich ja auch noch einen Hund, und was für einen!

Drei Mal am Tag gehen wir gassi, das muss ja auch in den Tagesablauf integriert werden. So ein Hund braucht halt auch Zuwendung, aber vor allem will er/sie momentan nur eins: fressen!

Aus dem armen, zitternden und völlig verängstigten kleinen Mäuschen entwickelt sich gerade eine sehr eigenwillige junge Dame, die partout ihren Kopf durchsetzen möchte – und zwar „auf Biegen und Brechen“. Im Augenblick spielen wir das „Ich sitze auf der Couch aber eigentlich darf ich das nicht Spiel“, und zwar durchaus zwanzig Mal hintereinander. Das sieht dann so aus: Frauchen schaut gerade nicht hin, ich springe auf die Couch, und liege da ziemlich breit grinsend (das sieht zumindest so aus). Frauchen nimmt mich kommentarlos hoch und setzt mich in mein Körbchen. Sobald sie mir aber den Rücken zugedreht hat, springe ich ganz schnell aus meinem Körbchen und wieder auf das Sofa. Dabei schaffe ich es sogar, meinen Kauknochen mitzunehmen.

Ich sag’s Euch, es geht gerade hier zu wie bei der Erziehung eines zweijährigen Kindes in der ersten Trotzphase. Ob ich dabei alles richtig mache, sei dahingestellt. Die Hundetrainerin allerdings hat mir – und auch Fräulein Smilla – ein dickes Lob ausgesprochen heute morgen. Sie meinte: ein sehr charakterstarker Hund (na toll!). Und zu mir: alle Achtung, für einen Ersthundebesitzer erzielen Sie hier für die kurze Zeit ziemliche Erfolge.

Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Aber das kommt ja auch daher, weil wir so gut zueinander passen. Fragt sich nur, wer der größere Dickkopf von uns beiden ist 🙂

Warmer Sommerwind

Die halbe Welt schaut gerade Fußball – ich nicht! Deutschland gegen Italien. Gegen unsere besten Freunde spielen wir, was wollen wir eigentlich gewinnen? Ich bin von lauter großen und kleinen Jungs umgeben, es ist wie verhext, und alle wollen tolle Fußballspieler sein oder werden, wenn sie groß sind 🙂

Ich sitze auf meinem Balkon und genieße den warmen Sommerwind. Komme gerade von einem kurzen Besuch bei meiner Tochter, die heute Geburtstag hat: Happy Birthday liebe Maus, vor 34 Jahren wurdest Du geboren. Es gibt Dinge, die versteht man einfach nicht. DUUU verstehst ja schon nicht, dass der Mo nun bald 2 Jahre wird! Siehste mal!!!

Der Tag heute war wettermässig schlimm. Von gestern auf heute mal wieder Temperaturanstieg von beinahe 15 Grad, und dann gleich Waschküche. Der Schweiß läuft in Strömen, selbst wenn man nichts tut. Je älter ich werde, desto schlimmer ist das für mich hier in dieser Region. Ob Sommer oder Winter. Ich werde wohl oder übel doch noch irgendwann an unsere schöne Küste auswandern müssen!

Morgen habe ich unerwarteterweise nichts zu tun, das heißt, ich habe morgen keine Termine und kann den Tag nach meinen Wünschen frei gestalten. Das hat es nun wirklich schon seit längerem nicht mehr gegeben, und ich freue mich. Ich habe ja mal in einer großen Bank in einer großen Stadt gearbeitet und war in SICHERHEIT und hatte nichts zu tun und keinerlei Aufgaben. Und war sterbensunglücklich. Gottseidank ist das inzwischen anders. Ich habe jede Menge „Stoff“ zu lernen und die erste Prüfung ist Anfang August. Wenn ich die nicht bestehe, geht dann gar nichts mehr weiter. Also muss ich meine Zeit ganz neu einteilen, ein Akt zwischen Aufgaben, Kindern, Familie, Freunden und Enkelkindern. Die kommen inzwischen eh schon zu kurz, aber es hilft alles nix, die Omi muss halt schauen, wo sie bleibt 😉 denn sie startet gerade neu durch!

Aber heute ist erst mal Geniessen angesagt. Der Abend ist einfach zu schön! Selbst wenn es hier immer so schwül ist, ich wünschte mir, das Sommerwetter würde jetzt mal eine Weile bei uns bleiben.

Begegnungen

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern kam ja dann doch noch die Sonne heraus, am Nachmittag. Für jeden einzelnen Sonnenstrahl bin ich inzwischen unendlich dankbar, wir haben ja zur Zeit nicht so viele davon.

Ziemlich spät fuhr ich dann noch zum Einkaufen in meinen Supermarkt. Kurz vor Ladenschluß war ich mit meinen Lebensmitteleinkäufen fertig. Nachdem ich mein Auto „beladen“ hatte, schnappte ich mir eine Nektarine und brachte den Einkaufswagen zurück, stellte ihn in die Reihe und entnahm mein Euro-Stück. Dann fing ich an, genüßlich meine Nektarine zu verspeisen, wobei ich einige Verrenkungen machte, denn schließlich sollte der Saft nicht auf mein Kleid tropfen.

Ein älterer – sehr großer und schlanker – Herr kam auf seinem Fahrrad daher und musste lachen, als er mich mit meiner Nektarine sah. Aufpassen, sagte er lachend, sonst haben Sie gleich noch Löcher in ihrem Kleid. Ich antwortete: Geht’s uns nicht gut? Aus meinem tiefen Herzen empfinde ich das so. Und schwuppdiwupp waren wir im Gespräch.

Er sei Franzose, sagte er, habe viele Jahre seines Lebens beruflich an der Elfenbeinküste gelebt, und seine Augen blitzten vor Lebendigkeit beim Erzählen, und es war so kurzweilig, ihm zuzuhören. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns wieder voneinander, uns gegenseitig ein schönes Wochenende wünschend, und ich fuhr lächelnd und zufrieden mit meinem Leben nach Hause.

Und soll ich Euch etwas sagen: Von all den Männern, die ich in den letzten Wochen „gedatet“ habe auf der Suche nach einem Partner im Internet, dies war der erste, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Weil er „lebendig“ ist und etwas „zu sagen“ hat. Weil er „sehen“ kann und auch zwischen den Zeilen „hören“. Und ZUHÖREN (womit wir wieder beim Thema wären) und kein Selbstdarsteller ist.

Ich lass es jetzt – ich suche nicht weiter, es bringt sowieso  (in meinem Fall) nichts. Denn die wahren Begegnungen, die beschert mir das Leben sowieso. Und inzwischen genieße ich einfach weiter.

Das soll Sommer sein?

 

 

 

 

 

 

 

 

Endlich – gestern Abend so gegen 21 Uhr – hat sich der Wind gelegt. Die letzten 3 Tage ist er hier regelrecht über die Felder getobt, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, aber er war so eiskalt, dass ich abend die Heizung anmachen musste und meine dicken gestrickten Socken wieder hervorgeholt habe.

An die Sommer meiner Kindheit habe ich ganz andere Erinnerungen. Die waren schön, und heiß damals, Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Die kompletten Sommerferien verbrachten wir „auf der Straße“, von morgens bis abends waren wir draußen, und das Highlight dieser Sommer war, dass ich bis 9 Uhr abends mit den Nachbarskindern Federball spielen durfte. Einen Fernseher hatte wir auch noch nicht, meine Eltern und die anderen Leute aus der Nachbarschaft saßen in ihren Gärten oder vor den Häusern und schauten uns Kindern zu.

Jeden Sommer gab es auch den heftigsten Sonnenbrand, denn Sonnenschutzcreme mit Lichtfaktor 30+ gab es noch nicht, zumindest nicht in Europa, und ich erinnere mich an viele Nächte, wo ich mit kalten Quarktüchern auf dem Bauch liegend versucht habe zu schlafen, was aber schier unmöglich war, so heiß war mir und so hat der Rücken gebrannt. Hinterher pellte sich dann die Haut ab und ich durfte den Rest des Sommers nur noch vollständig bekleidet nach draußen, damit dies nicht noch einmal passierte, was ich als sehr ärgerlich empfand.

Und es gab so tolles Essen für uns Kinder. Jeden Abend aß ich mit großem Appetit Schwarzbrot mit Kräuterquark und dazu Tomaten aus dem Garten. Waren die köstlich. Überhaupt gab es ja nur im Sommer Tomaten, die waren etwas ganz Besonderes, weil man ein ganzes Jahr auf sie warten musste, wenn die Zeit vorbei war. Und es gab kalten Zitronentee, den hat meine Mutter nur im Sommer zubereitet, wenn wir abends völlig verschwitzt vom Spielen reinkamen, dann war er schon richtig schön kalt und ganz besonders köstlich. Ach ja, und sonntags gab es selbstgemachtes Eis, von Dr. Oetker, in den Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Erdbeere, das war jedes Mal ein Fest.

Auf den Feldern und an den Wegesrändern wuchsen Kornblumen, diese wunderschönen leuchtendblauen Blumen, die heute gänzlich verschwunden sind und nicht mehr wild wachsen.

Die Kornblume galt früher als Ackerunkraut und wurde als solches so erfolgreich bekämpft, dass sie fast ausgestorben ist. Daher steht sie inzwischen unter Naturschutz.

Ihre leuchtend blauen Blüten trifft man heutzutage eher in Gärten als in Kornfeldern an, denn viele naturverbundende Gartenbesitzer haben sich ihrer angenommen, um ihr eine Chance zum Überleben zu geben.

Die Kornblumen fand man meist usammen mit Klatschmohn und Kamille. Die Kamille haben wir in riesigen Sträußen gepflückt, zusammengebunden und auf dem Speicher zum Trocknen aufgehängt, um dann im Winter Kamillentee daraus zuzubereiten.

Übrigens wurde ich regelmässig beim Kirschenklauen erwischt, auf Nachbars Baum, der hatte die leckersten roten süßen Kirschen, die man sich nur denken kann. Und den Kirschkern habe ich immer mit verschluckt, weil ich nicht wusste, wohin damit, schließlich wollte ich ja keine Spuren hinterlassen. Am Abend hatte ich dann immer fürchterliche Bauchschmerzen, und meine Mutter meinte nur: Siehst Du, das kommt davon.

Das kommt davon – das war auch so ein geflügeltes Wort – irgendwie konnte man es auf jede Situation anwenden. Siehst Du, das kommt davon! Das taten die Erwachsenen schon damals gerne, und daran hat sich bis heute nichts geändert. So wird es jetzt auch dem Minister ergangen sein, der ohne zu verzollen einen Riesenteppich aus Afghanistan für sein Zuhause einfliegen ließ. Daran merkt man auch, dass Sommer ist – die letzten Tage waren die Medien voll mit diesen Schlagzeilen. Als hätten wir jetzt schon ein Sommerloch.

Gottseidank hat die EM begonnen, und so werden die wirklich wichtigen Themen in diesem Lande und auf dieser Welt erst mal wieder schön „unter den Teppich gekehrt“ – groß genug soll er ja sein. Siehst Du……