Nur ein Hund………

20150616_112418

Schon als Kind habe ich mir immer einen Hund gewünscht, sehnlichst, von ganzem Herzen, es war mein innigster Wunsch. Meine Eltern mochten aber keine Haustiere. Später, als ich erwachsen war und selbst Familie, da war die Zeit, die man in ein Haustier „investieren“ muss, nicht da. Noch später hatte ich Partner, die die Verantwortung für einen Hund nicht übernehmen wollten oder konnten. Rückblickend betrachtet konnten sie das nicht einmal für sich selbst.

Als sich meine Lebenssituation dann dahingehend änderte, dass ich mehr Zeit für mich und weniger Arbeit haben würde, da stand für mich fest: Jetzt ist der richtige Augenblick für einen Hund gekommen. Und so kam vor nunmehr vier Jahren die Mila – die kleine schwarze Prinzessin – in mein Leben!

cropped-1.jpg

Und vor zwei Jahren kam dann noch der Toby zu uns.

10639436_728513003852222_1067869406657882290_n

Auch wenn manche meinten, das sei ein Schnellschuss gewesen – ich hatte tatsächlich ein ganzes Jahr schon vorher geschaut, aber nie den passenden Gefährten für die Mila gefunden.

11988693_10204719502976191_1012366718285835097_n (1)

Gestern nun habe ich diesen wunderbaren Text im Netz gefunden, der genauso von mir geschrieben sein könnte. Und ich nehme diese tollen Worte – die nur ein Hundebesitzer geschrieben haben kann – zum Anlass, wieder mit dem Bloggen zu beginnen. Das hat mir nämlich sehr gefehlt – aber ich habe keinen Anfang gefunden. Bis gestern.

Von Zeit zu Zeit sagen Leute zu mir „wach auf, es ist nur ein HUND“ oder „das ist aber viel Geld für nur einen HUND“.

Sie verstehen nicht, warum man diese Wege zurück legt, so viel Zeit investiert oder die Kosten, die „nur ein Hund“ mit sich bringt.

Manche meiner stolzesten Momente verdanke ich „nur einem Hund“. Viele Stunden sind vergangen, in denen meine einzige Gesellschaft „nur ein Hund“ war, aber ich fühlte mich nicht ein einziges Mal missachtet.

Einige meiner traurigsten Momente wurden durch „nur einen Hund“ hervorgerufen und an dunklen Tagen war es „nur ein Hund“, dessen freundliche Berührung mir Wohlbefinden und die Stärke, den Tag zu überstehen, brachte.

Falls du auch denkst es ist „nur ein Hund“, dann wirst du vermutlich Sätze kennen wie „nur ein Freund“, „nur ein Sonnenaufgang“ oder „nur ein Versprechen“.

Es ist „nur ein Hund“, welches das Wesentliche aus Freundschaft, Vertrauen und purer unverfälschter Freude in mein Leben bringt.

„Nur ein Hund“ ruft in mir das Mitleid und die Geduld hervor, die mich zu einem besseren Menschen machen.
„Nur ein Hund“ bringt mich dazu früh aufzustehen, lange Spaziergänge zu machen und sehnsüchtig in die Zukunft zu blicken.

Deswegen ist es für mich und den Menschen, wie ich es bin, eben nicht „nur ein Hund“, sondern eine Verkörperung aller Hoffnungen und Träume für die Zukunft, geliebter Erinnerungen und der pure Genuss der Gegenwart.

„Nur ein Hund“ zeigt was gut an mir ist und lenkt meine Gedanken ab. Ich hoffe, die anderen Menschen können eines Tages verstehen, dass es nicht „nur ein Hund“ ist, sondern etwas, dass mir Menschlichkeit verleiht und mich zu mehr macht als „nur eine Frau“

Also, wenn du nächstes Mal den Satz „nur ein Hund“ hörst, dann lächle, weil sie es „nur“ nicht verstehen……..

Verfasser: unbekannt

Mein Herz

742901_web_R_K_B_by_Brigitte Kreuzwirth_pixelio.de

Mein Herz hat Dich so lange schon vermisst.

Bin unendlich erleichtert, dass wir heute wieder reden konnten, nach dieser langen Zeit des Schweigens.

Kein Vorwurf, nicht von mir, nicht von Dir. Einfach nur Zuhören, dem Anderen, und Verstehen. Und Anerkennen und Wertschätzen. Und Dankbar sein. Vielleicht ist jetzt der Bann endlich gebrochen.

Vielleicht – das wünsche ich mir – können wir uns jetzt mit der Ehrlichkeit und dem Respekt begegnen, wie zwei Menschen, die sich lieb haben, und die sich eigentlich nahe sein wollen, aber den Mut nicht aufbringen können aus Angst vor weiteren Verletzungen.

Die Herze haben Risse bekommen, aber Risse heilen, da bin ich mir ganz sicher.

Man kann Pflaster aus Liebe, Toleranz und Akzeptanz drauf kleben und abwarten, was geschieht.

Vielleicht war die Auszeit genau das, was wir brauchten, um die Weichen neu zu stellen. Die Zeit wird es uns zeigen.

So geht dieses Jahr doch noch positiv zu Ende. Danke.

 

 

Bildquelle: Brigitte Kreuzwirth  / pixelio.de

Zuhause

5.6.2013 016

„Mensch, mach doch endlich mal was aus Deinem Leben“, sagt er zu mir am Telefon. „Du hast doch nur ein paar Möbel, was soll das denn. Geh doch endlich weg aus diesem blöden Deutschland und mach was aus Deinem Leben“.

Ich verstehe ihn nicht. Was will er bloß von mir? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Ich will aus Deutschland nicht weg. Ich liebe mein Heimatland, ich bin hier gerne zu Hause. Damit meine ich nicht die Politik und viele äußerlichen, materiellen Aspekte. Ich meine dieses LAND. Meine Wurzeln sind hier, hier ist mein Zuhause, meine Menschen sind hier, mein Rudel. Warum sollte ich von hier fortgehen wollen?

Ich frage ihn: „Was meinst Du denn damit?“ Er ist gerade wieder über den Sommer hier in Deutschland und findet alles doof. Das Wetter (na ja, damit hat er nicht ganz Unrecht), die Menschen, die Regierung, das ganze System, einfach alles. Ich frage ihn, ob da, wo er sonst lebt, denn alles viel besser sei. Ja viel viel besser, antwortet er. Da scheint immer die Sonne, alle Menschen sind fröhlich und gut drauf, und dort ginge es ihm immer super gut. Nur wenn er nach Deutschland komme, dann ginge es ihm sofort schlecht. Auf meinen Einwand, er sei doch nur ein Gast in diesem Land, lebe in einer Kolonie aus Deutschen, Engländern und Schweizern, geht er gar nicht ein. So festgefahren ist er in seinen Äußerungen, dass ich diesen Menschen, der einmal mein bester Freund war, gar nicht mehr wiedererkenne.

Was sind denn schon Kinder und Enkelkinder, fragt er. Auf die kannst Du doch keine Rücksicht nehmen, die gehen doch ihre eigenen Wege, und am Ende des Tages bist Du ganz alleine. Und außerdem reicht es doch, wenn Du sie einmal im Jahr siehst.

Ähhhhm – mir nicht. Ich brauche mein „Rudel“, um mich wohl zu fühlen, möchte mit erleben, wie meine Enkelkinder groß werden, ohne dass sie der Mittelpunkt meines Lebens sind, aber immerhin ein sehr wichtiger Bestandteil. All dies kann er überhaupt nicht nachvollziehen und beendet das Gespräch dann ziemlich abrupt, und ich höre durch das Telefon, wie er den Kopf schüttelt über diese eigensinnige Frau, die unbedingt in diesem Deutschland bleiben will. Auf seine Aussage, wir können uns ja demnächst mal treffen, gehe ich gar nicht ein, denn ich weiß, er wird sich nicht mehr melden. Zu viel Missstimmung lag zwischen uns am Ende des Gespräches, und so fällt die Verabschiedung auch sehr kurz aus.

Schade. Leben und leben lassen, das ist meine Devise. Jeder soll aus seinem Leben das machen, was er meint, und sich selbst glücklich machen. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen, etwas Anderes führt zu nichts, allenfalls in Krankheiten und andere Katastrophen. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies.

Menschen kommen und gehen in meinem Leben, da habe ich mich inzwischen dran gewöhnt. Ich vergleiche ja immer noch das Leben mit einer Bahnreise. Ich sitze mit vielen Menschen in einem Abteil. An jedem Bahnhof, wo der Zug hält, steigen Menschen zu, und es steigen Menschen aus. Irgendwann, am Ende der Reise, stehe ich dann selbst mit dem Koffer auf dem Bahnsteig, und sehe dem Zug hinterher, der mich bis an mein Ziel gebracht hat……

Der Weg des Herzens

 

 

 

 

 

 

Übermorgen ist der 12.12.12!!! Ist das nicht ein tolles Datum? Ich liebe solche Zahlen. In der nächsten Woche dann ist der lang ersehnte und auch gefürchtete 21.12.2012, das Ende des Maya-Kalenders. Vor wenigen Tagen meinte der Sprecher der Morgensendung im Radio: noch 7 Mal schlafen, dann ist Weltuntergang.

Nun ja, an den Untergang der Welt glaube ich schon seit vielen Jahren nicht. Ich glaube auch nicht daran, dass sich am 21.12.12 die Erde auftut und alle nicht „spirituellen“ Menschen hineinplumpsen und nie mehr gesehen werden. Und nur die „spirituellen“ Menschen bleiben hier und bauen eine neue, schönere und bessere Welt.So wird das mit Sicherheit nicht ablaufen.

Was habe ich für Diskussionen mit Menschen geführt, die sich 2012 auf ihre „spirituelle Fahne“ geschrieben haben. Ich bin für solche Dinge einfach viel zu bodenständig.

Trotz aller Bodenständigkeit, trotz meines Pragmatismus, Realismus und auch meines zeitweisen Pessimismus bin ich aber durchaus in der Lage, klar und deutlich die Veränderungen zu sehen da draußen. In meinem kleinen Kosmos und auch im großen.

Das letzte halbe Jahr war sehr anstrengend. Was bist Du mutig, haben viele zu mir gesagt und mir auch geschrieben. Und mich insgeheim bewundert oder aber nur den Kopf über mich geschüttelt so nach dem Motto, jetzt ist ihr gar nicht mehr zu helfen.

Weiterlesen

Fräulein Smila und die Spuren im Schnee

Da kommt so ein kleiner Hund aus Spanien und bringt mir bei, dass Schnee etwas ganz Wundervolles und Schönes ist, was ganz viel Spass macht. (Schade, dass das Video so dunkel ist). Dabei hasse ich mag ich doch den Winter nicht.

Freitag morgen, als sich hier in NRW alles langsam unter einer geschlossenen Schneedecke versteckte, hatte ich wirklich meine Befürchtungen, was Mila zu diesem Winterwetter sagen würde. Ich war sehr skeptisch, weiß ich doch so wenig über meinen Hund, der genau vor 5 Monaten in mein Leben gekommen ist.

Ob sie zuvor wohl schon einmal Schnee gesehen hat, habe ich mich gefragt. Auf jeden Fall hat sie sich ohne zu zögern in die weiße kalte Masse geworfen, und zwar kopfüber, sich immer wieder im Schnee gewälzt, die Nase untergetaucht, ich habe meinen Hund bisher nicht mit dieser Lebensfreude gesehen.

Leider hat es jetzt begonnen zu tauen, nachdem es schon seit Stunden regnet. Ganz irritiert hat sie eben auf dem Spaziergang geschaut, wo denn der Schnee geblieben ist. Ein paar „Reste“ haben wir noch gefunden, auch hinter unserem Haus, wo man dann die Nase noch einmal untertauchen konnte.

Aber der Winter hat ja gerade erst begonnen, und der nächste Schnee kommt bestimmt. Ich freue mich jetzt schon drauf.

Ich wünsche allen einen schönen zweiten Advent 🙂

Es interessiert mich nicht

Im August 2009 habe ich schon einmal diese Zeilen gepostet – auf meinem „alten“ Chakrablog. Seit ich das Buch von Oriah Mountain Dreamer 2006 gelesen habe, bin ich von diesen Worten tief berührt – es stellte sogar Parallelen zwischen ihrem und meinem Schicksal damals fest. Seither versuche ich, Menschen nicht mehr zu beWERTEN, wie ich das früher oft getan habe. Aber es gelingt mir nicht immer, das weiß ich.

Es wird immer bedeutsamer für mich, gerade im Hier und im Jetzt und Heute. Nicht beWERTET zu werden, und nicht zu beWERTEN.

Meine Freundin fragt mich: wie alt ist er? Weiß ich nicht.
Welches Auto fährt er? Ist mir doch egal.
Wie heißt die Firma, in der er arbeitet? Keine Ahnung.

Ist das alles wirklich so wichtig? Oder ist es vielmehr die Art und Weise, wie ich mich bei anderen Menschen fühle, die für mich ausschlaggebend ist?

Daher hier noch einmal:

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
– meinem oder Deinem eigenen –
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
– meiner oder Deiner eigenen –
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst
– mit Deinem und meinem –
und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst
–ausgelaugt und mit Schmerzen –
und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.

Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.
Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst
und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.

Oriah Mountain Dreamer (im Mai 1994, http://www.oriahmountaindreamer.com)

Ein Wimpernschlag

Ein Wimpernschlag.Ein Hochziehen Deiner Augenbraue.Eine leichte Drehung Deines Kopfes.Ein Schulterzucken.Eine plötzlich aufkommende Brise.Ein gesprochenes Wort.Ein gehörtes Lied.Der Flügelschlag eines Schmetterlings.

 

Niemals mehr damit gerechnet. Und doch: all dies kann Dein Leben von jetzt auf gleich in einem völlig neuen Licht präsentieren.

Es sind keine Zufälle, sagt ER. Es sind Fügungen. Und staunt.

Und auch ich staune. Habe diese Worte in der letzten Zeit so selten gehört – und schon gar nicht aus dem Munde eines Mannes. Wie WOHLTUEND!

Ein Blick nur – in diese lachenden Augen – und ich weiß: Fortan ist mein Leben ANDERS.

WIE? – KEINE AHNUNG. Das weiß das Universum ganz alleine. Denn die haben uns zusammengeführt – aber wie – das verrate ich jetzt erst einmal noch nicht 😉

Du musst loslassen….

Du musst loslassen. Loslassen ist das Allheilmittel, sagen die Experten. Die Experten dafür, wie man „richtig lebt“.

Wie oft schon habe ich losgelassen. Immer wieder. Freiwillig. Unfreiwillig.

Mit 5 zum ersten Mal. Das war sehr schmerzhaft. Da musste ich meine Mutter loslassen. Von da an war nichts mehr so, wie es einmal war. Ich habe gebetet: lieber Gott (als Kind habe ich immer zu Gott gebetet. Ich dachte, er sei ein alter Mann mit langem weißem Bart auf einem Thron im Himmel) bitte gib mir die Liebe meiner Eltern zurück. Aber er hat sie mir nicht zurückgegeben.

Mit 11 musste ich wieder loslassen. Ich verlor meine Großmutter, sie wurde 75 und hat nicht nur mir, sondern auch meiner Cousine und meinem Cousin so viel Liebe geschenkt, die reicht bis ins heutige Leben. Du musst loslassen, sagte mein Vater – ihr Sohn – damals zu mir. Und brach selbst am Grabe seiner Mutter zusammen. Diesen Anblick trage ich noch heute in mir. Ich habe wieder gebetet: lieber Gott, bitte gib mir meine Oma zurück, sie ist die einzige, die mich so liebt, wie ich wirklich bin. Aber er gab sie mir nicht zurück, ihre Lebenszeit war abgelaufen. Und ich musste loslassen.

Im Laufe der Jahre bin ich zum „Weltmeister in Sachen LOSLASSEN“ geworden. Ich habe mich daran gewöhnt, dass viele Menschen meinen Weg kreuzen, ein Stück mit mir gemeinsam gehen und dann wieder „wie von Geisterhand“ verschwinden, von jetzt auf gleich, so kommt es mir oft vor. Aus heiterem Himmel, wie ich oft denke. Aber das ist ja nur meine Wahrnehmung.

Ich habe Lebenspartner, meine Kinder, Freunde, Arbeitsstellen, meine Gesundheit, Sicherheit und Geld loslassen müssen. Ich bin immer wieder hindurchgegangen, durch die Trauer und durch die Traurigkeit. Ich sagte zu mir selbst: Du schaffst das, Du musst da jetzt irgendwie durch. Ich machte weiter, und tue es ja immer noch, oft mit zusammengebissenen Zähnen.

Als aber meine Hündin Mila am 6. Oktober verschwand, da habe ich zum ersten Mal „aufgemuckt“. Da habe ich am vierten Tag „zu denen da oben“ gesagt: jetzt ist Schluß! Ich verlange augenblicklich – im Hier und im Jetzt – und auf der Stelle – meinen Hund zurück. Ich bestehe darauf und ich befehle es! Und ich akzeptiere nur noch positive Lernerfahrungen voller Liebe, Freude und Wärme in meinem Leben.

Das ist alles, was ich noch akzeptiere!

 

Der tollste Hund der Welt

Was machst Du, wenn Du nicht mehr weiter weißt? Wenn Du ganz am Boden bist, total traurig und verzweifelt?
Wer oder was gibt Dir in solchen Situationen die Kraft, weiter zu machen, Dein Vertrauen nicht zu verlieren?

Am vorigen Samstag ist etwas ganz Schreckliches passiert. Viele von Euch haben es ja über Facebook mitbekommen.

Ich hatte einen Termin für Weight Watchers in Hilden, wo eine sehr liebe Bekannte von mir wohnt. Als sie davon hörte, schlug sie gleich vor, ich solle doch vorher die Mila zu ihr bringen, sie könne für die Zeit dann bei ihr im Garten sein (Mila liebt Garten und Rasen über alles), und ich könne ganz entspannt zu dem Termin gehen. Und im Anschluß daran könnten wir dann noch in die Stadt, einen Kaffee trinken.

Gesagt getan. Mila liebt Autofahren, und so kam es, dass ich sie am vergangenen Samstag morgen zu meiner Bekannten brachte, um dann weiter zum Termin zu fahren. Wovon ich nichts wusste war die „tolle Idee“ meiner Bekannten. Ich hatte gerade im Weight Watchers Treffen in Hilden Platz genommen, da klingelte mein Handy. Nach einem kurzen Blick auf das Display sah ich: es war meine Bekannte. Ich nahm das Gespräch entgegen, und hörte nur ein Schluchzen und Keuchen, dann schrie sie in das Handy: die Mila ist weg. Sie ist abgehauen. Ich entgegnete: ich komme sofort, sprang auf und bretterte mit dem Auto zurück zu ihrer Wohnung, wo sie aber gar nicht war. Ich hatte bis dahin keinerlei Ahnung davon, dass die Bekannte mit meinem Hund in die Innenstadt in ein Parkhaus gefahren war, um mich „zu überraschen“. Mila ist Parkhäuser und Tiefgaragen aber nicht gewöhnt, sie bekam Panik und hat sich schlicht und ergreifend losgerissen. Meine Bekannte hat die Leine fallen lassen und mein Hund ist wie von der Tarantel gestochen weg, kreuz und quer durch ganz Hilden (das ist übrigens 25 km von meinem Heimatort entfernt), bis sich ihre Spur verlor.

Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe. Solch ein tiefer Schmerz und diese Traurigkeit, die mich überfielen. Jegliches Rufen und Suchen blieb erfolglos, und dann begann es auch noch in Strömen zu regnen, so dass wir irgendwann aufgaben.

Ich habe dann sogleich im Tierheim Hilden angerufen und sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Es wurde immer später am Tag, und der Abend rückte immer näher, ich war so verzweifelt, mein Hund ganz alleine in einer ihr völlig fremden Umgebung, und bald würde die Dunkelheit hereinbrechen. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt so viel geweint habe wie in dieser Nacht nach ihrem Verschwinden.

Am nächsten Tag – am Sonntag, dann am Montag und am Dienstag fuhr ich wieder nach Hilden, überall hängte ich Bilder von Mila auf, zeigte den Leuten ihr Foto, Radio Neanderthal brachte die Suchmeldung in regelmässigen Abständen, nichts.

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug Mila ihr lilafarbenes Geschirr, woran eine kleine Plombe mit meiner Adresse und Telefonnummer befestigt war. Ich dachte, es muss sie doch jemand gefunden haben und mich anrufen. Die schrägesten Gedanken purzelten durch meinen Kopf, ich war am Ende. Ein Tag nach dem anderen verstrich, nichts, kein Bild, kein Ton, niemand hatte meine Hündin gesehen.

Die ganzen Tage habe ich immer wieder gebetet. Ich habe die Engel angerufen und die Geistige Welt und das Universum beschworen, meine Hündin und mich wieder zusammen zu führen. Es konnte doch nicht sein, dass dieser kleine Hund, der so lange alleine auf den Straßen Spaniens unterwegs war, nach nur drei Monaten wieder fort sein sollte? Ich konnte es einfach nicht verstehen, niemand konnte es verstehen. Jeder schüttelte nur fassungslos den Kopf, wenn ich diese Geschichte erzählte.

Am Mittwoch morgen stand ich total niedergeschlagen auf. Gleich um 10.00 Uhr sollte ich ein Treffen leiten, welches von einem „Quality Coach“ von Weight Watchers beaufsichtigt wurde. Ich war sooo schlecht, so empfand ich das zumindest. Mein Hund war schon seit vier Tagen und vier Nächten fort, ich hatte überhaupt nicht mehr geschlafen, und ich machte mir die größten Sorgen, denn nun wurde es langsam eng, zumal es nachts schon ziemlich kalt wird zur Zeit.

Am Nachmittag konnte ich es nicht mehr aushalten, ich griff zu meinem Telefon und versuchte, das Tierheim in Hilden noch einmal anzurufen. Ich wollte wissen, was ich sonst noch tun könnte, um meinen Hund zu finden. Aber es lief nur ein Band, und noch während ich die Ansage abwartete klingelte mein Handy. Eine unbekannte Nummer. Da wußte ich, mein Hund war irgendwo aufgetaucht. Und so war es.

Mila war kilometerweit gelaufen, hatte irgendwie noch die A3 passiert, und saß nun bei wirklich sehr sympatischen hundeerfahrenen Menschen im Garten. Dieser Garten grenzt an ein Waldgebiet an, und dort war Mila bereits am Dienstag nachmittag zum ersten Mal aufgetaucht. Als sie dann Mittwoch nachmittag wieder in diesem Garten saß, haben die Leute das Tierheim Hilden angerufen, wo man meine Telefonnummer hatte. Welch ein unendliches Glück. Mit einem Stückchen Leberwurst haben die netten Leute die Mila dann ins Haus gelockt, und ich bin so schnell ich konnte über die Autobahn gebrettert, um meinen Hund wieder nach Hause zu holen.

Die „Dame“ hatte sich ihr Geschirr abgestreift, vermutlich ist sie mit der Leine irgendwo hängen geblieben und konnte nicht mehr weiter. Damit hatte sich mich auf unseren Spaziergängen schon oft genug zur Weißglut gebracht, wenn sie – störrisch wie sie nun mal ist – keine Lust mehr hatte weiterzugehen. Dann steigt sie einfach aus dem Geschirr aus und legt sich hin und beobachtet, wie ich reagiere 😉

War das eine Wiedersehensfreude, ich kann mein Glück immer noch nicht fassen. Mein Hund war vier Tage und vier Nächte fort und ist unbeschadet – nur fürchterlich stinkend – wieder zu mir zurückgekommen. Zu Hause angekommen ist sie gleich auf ihre Decke gesprungen, hat sich niedergelegt und bis zum nächsten Morgen tief und fest geschlafen. Und ich habe einfach nur dagesessen und meinen Hund angeschaut.

Und mich tausend Mal bedankt. Beim Universum, bei den Engeln, oder bei wem auch immer – sie ist wieder da, und ich bin der glücklichste Mensch auf der ganzen weiten Welt. Und ich habe den tollsten Hund, den die Welt jemals gesehen hat 😀

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, genießt es.

Eure Dori

Und zwar nur für mich….

MANCHMAL WÜNSCHTE ICH…...

  • ich wäre ein bisschen weiser. Dann würde ich nicht ständig all meine Entscheidungen hinterfragen.
  • ich wäre ein wenig mehr selbstbewußt. Ich würde nicht immer nach der Meinung anderer schauen.
  • ich wäre viel liebevoller, vor allem zu mir selbst. Ich müsste nicht ständig um Verzeihung bitten.
  • ich wäre noch einmal jünger. Eine Sache gibt es da, die hätte ich gerne rückgängig gemacht. Auch wenn es eine Lernerfahrung war.
  • ich wäre richtig alt. Ich würde auf mein Leben zurückblicken und sagen: YES, I COULD!
  • ich würde noch mehr in mir selbst ruhen. Ich wäre nicht mehr auf der SUCHE!
  • ich wäre weniger selbstkritisch. Ich müsste nicht ständig wieder von vorne anfangen!
  • ich hätte viel mehr Mut. Ich würde die Dinge tun, die mir am Herzen liegen, ohne „Rücksicht auf Verluste“. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!
  • ich hätte mich mehr engagiert! Für die Menschrechte, die Frauen, Kinder, Tiere, die Natur. Ich habe nur überlebt, und versucht zu überleben. Schade!!!
  • ich hätte nicht so oft mit dem Feuer gespielt. Ich hätte weniger Verbrennungen, an Körper, Geist und Seele!
  • ich könnte das Schicksal meiner Vorfahren abschütteln und MICH ENDLICH AUF DEN PLATZ STELLEN, der FÜR MICH BESTIMMT IST!

UND ZWAR NUR FÜR MICH!!!!!!!!!‘