Mein Herz

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Mein Herz hat Dich so lange schon vermisst.

Bin unendlich erleichtert, dass wir heute wieder reden konnten, nach dieser langen Zeit des Schweigens.

Kein Vorwurf, nicht von mir, nicht von Dir. Einfach nur Zuhören, dem Anderen, und Verstehen. Und Anerkennen und Wertschätzen. Und Dankbar sein. Vielleicht ist jetzt der Bann endlich gebrochen.

Vielleicht – das wünsche ich mir – können wir uns jetzt mit der Ehrlichkeit und dem Respekt begegnen, wie zwei Menschen, die sich lieb haben, und die sich eigentlich nahe sein wollen, aber den Mut nicht aufbringen können aus Angst vor weiteren Verletzungen.

Die Herze haben Risse bekommen, aber Risse heilen, da bin ich mir ganz sicher.

Man kann Pflaster aus Liebe, Toleranz und Akzeptanz drauf kleben und abwarten, was geschieht.

Vielleicht war die Auszeit genau das, was wir brauchten, um die Weichen neu zu stellen. Die Zeit wird es uns zeigen.

So geht dieses Jahr doch noch positiv zu Ende. Danke.

 

 

Bildquelle: Brigitte Kreuzwirth  / pixelio.de

Lernen

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Mit Der Zeit lernst Du, dass eine Hand zu halten nicht dasselbe ist, wie eine Seele zu fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleiten nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen.
Du beginnst Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen. Mit der Würde eines Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind.
Und Du lernst, all deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt wenn du zu viel davon abbekommst.
Aber du lernst auch, dass dich die Sonne wärmt.
Du lernst, dass es Menschen gibt, die dich lieben.
Menschen, die verstehen was du sagst, ohne dass du sprichst – nur weil du fühlst.
Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst und wirklich stark bist und dass du deinen eigenen Wert hast, denn das ist Dein Leben und das lebst nur Du!
Carmen Rodriguez

Am Ende wird alles gut!

Ort: Neuss Innenstadt

Zeitpunkt: gestern morgen, 9:00 Uhr

Nehmen Sie Platz, sagt er, als ich sein Zimmer betrete. Er steht mit dem Rücken zur Tür und schaut aus dem Fenster. Ich setze mich auf einen der beiden Stühle vor seinem Schreibtisch, da dreht er sich um und sagt: nein, nicht auf diesen, auf den anderen.

Ich schaue ihn verwirrt an. Kein Guten Morgen? Er blickt nicht einmal hoch, sondern auf die Akte auf seinem Schreibtisch. Ich verstehe es nicht, aber setze mich auf den anderen Stuhl. Schließlich wird er über mein weiteres Leben und meine Zukunft entscheiden. Ich sage zu mir selbst: Doris, halt den Ball flach, und atme tief durch. Om…..

Was wollen Sie hier? Ich: Wie bitte? Ja, weswegen sind Sie hier? Ich: ich folge einer Einladung der Deutschen Rentenversicherung. Wieso? Er macht mich jetzt schon komplett kirre. Weil ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Sie Anrecht auf eine Rente haben? Krankheiten!

Ich: Wie bitte?

Ja, welche Krankheiten?

Da platzt mir der Kragen. Ich frage: Soll ich wieder gehen? Sie nehmen mich weder wahr noch haben Sie Interesse an mir als Mensch. Sie schauen mich nicht einmal an, wenn Sie mit mir sprechen. Da hebt er zum ersten Mal den Kopf und sagt: Ich brauche Sie nicht wahr zu nehmen, ich bin nur der Gutachter.

Okay, das war’s – ich hab’s vergeigt. Ich bin nicht nett und freundlich bin ich jetzt schon gar nicht mehr, und so wie das aussieht wird er mich auf meinem Weg in die vorzeitige Rente nicht unterstützen.

Dieses ganze Spiel dauert cirka eine Stunde. Zum Schluss sagt er noch: Sie sind aufsässig! Das steht auch in dem Entlassungsbericht der Reha-Klinik. Patientin ist aufsässig und wütend. Ach – wär ich von selbst bestimmt nicht drauf gekommen.

Diese ganze Art und Weise, wie Menschen hier behandelt werden, zieht sich wie ein roter Faden durch meine Geschichte. Egal, ob es die Krankenversicherung ist, die Rentenversicherung, die Ärzte aus der Reha-Klinik oder er hier jetzt, Gutachter für die Deutsche Rentenversicherung in Neuss, „Sozialmediziner“, es herrscht ein Tonfall, den ich so gar nicht kenne, und ganz selten in meinem 40-jährigen Berufsleben erlebt habe.

Im Anschluss an „diese Geschichte“ bin ich erst einmal eineinhalb Stunden durch den strahlenden Sonnenschein und durch „mein Feld“ gewalkt, mein Hund leicht irritiert hinter mir her, denn so schnell – vor lauter Energie – hat er mich auch nicht so oft erlebt.

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen: egal, was jetzt kommt, ich nehme es an, ich akzeptiere es, und dann sehe ich zu, dass ich das Beste daraus mache.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende 🙂

Ein warmes Herz

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Mein Blog – auf dem ich zugegebenermaßen in der letzten Zeit nicht so oft unterwegs bin – heißt ja „Leben ist… Bewegung und Wandel.“

Es wandelt sich im Augenblick wieder einmal so viel, aber es bewegt sich nichts. Kennst Du das auch? Alles ist angeleiert, alles ist von meiner Seite aus getan, und es hängt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jetzt schon Ende des Jahres ist und alle in den Herbst-/Winterschlaf gegangen sind. Es fühlt sich alles so zäh an.

Oder ist das wieder einmal nur meine eigene Wahrnehmung?

Ich habe heute morgen nach dem Aufwachen beschlossen, es komplett loszulassen. Nicht mehr daran zu denken, mir nicht ständig den Kopf zu zermartern, wie es nun weitergehen wird mit mir. Jeden Tag mit all seinen Herausforderungen so anzunehmen, wie er nun einmal ist. Das Leben ist derzeit kein Ponyhof, aber es ist trotzdem schön, so wie es ist.

Gerade gestern Abend habe ich noch zu meiner Reha-Mitstreiterin – die in Hamburg lebt – die Worte meiner Freundin Gaba wiederholt:

Nichts in unserem Leben geschieht umsonst. Auch wenn man die Bedeutung manchmal auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Und da kommen mir die Beiträge von Elisabeth und Andrea gerade im rechten Augenblick, denn das wünsche ich mir – und auch Dir – von ganzem Herzen!

WAS ICH DIR WÜNSCHE

Ich wünsche dir ein warmes Herz und darin eine Nachtigall.
Ich wünsche dir einen Himmel voller Sonne und singender Vögel.
Ich wünsche dir starke Hände, um zu tragen;
Und offene Arme, um zu lieben,
Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit einen warmen Sessel, um einzuschlafen.
Ich wünsche dir ein Jahr , wo du sagen willst, es möge viele Jahre dauern.

Phil Bosmans

Wenn etwas zu Ende geht…

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Wenn etwas zu Ende geht, dann werten Menschen sich gegenseitig ab. Ob ein Arbeitsverhältnis beendet wird, ein Mietverhältnis, eine Freundschaft oder eine Partnerschaft. Selbst wenn das Verhältnis bis dahin gut war, wird im Nachhinein schlecht geredet. Dies kann ich immer wieder feststellen, und es fasziniert mich.

Was haben die Menschen nur davon? Stehen sie dann selbst in einem besseren Licht da als der andere? Oder können sie es nicht ertragen, verlassen zu werden? Was am Ende bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack. Und die Frage, ob man all die vielen Monate oder gar Jahre eine ganz falsche Wahrnehmung hatte. Man stellt sich selbst in Frage und überlegt, ob man seinen Gefühlen und Eindrücken überhaupt noch trauen kann.

Das passiert gerade mir. Plötzlich werden mir Vorwürfe gemacht, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Das Wörtchen „immer“ wird ganz oft eingesetzt. Immer hast Du das gemacht, „immer“ hast Du dieses nicht gemacht. Und ich frage mich, wo ich bei all diesen   „Immer“-Situationen gewesen bin, an die ich mich gar nicht erinnern kann.

Wie dem auch sei. Etwas ist unwiderruflich zu Ende. Ich hatte mir einen friedlichen Abschied gewünscht.

Manche Dinge erledigen sich von selbst…..

Leihoma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie es denn mit mit mir weitergeht, möchte sie wissen. Sie benötigt eine „gewisse Sicherheit“, für sich und ihre Kinder. Sie möchte planen. Und dazu benötigt sie auch eine Entscheidung von mir.

Tja – wenn ich das alles nur wüßte. Weißt Du, wo Du in einem Jahr um diese Zeit sein wirst? Wirst Du noch mit demselben Auto zu Deiner Arbeit fahren, der Du jetzt nachgehst? In demselben Zuhause wohnen mit genau denselben Menschen? Ich kann verstehen, dass Du Dir dies wünschst, und auch sehr gut vorstellen kannst. Aber wird es TATSÄCHLICH WIRKLICH so sein?

Siehst Du, sage ich zu ihr. Genau das KANN ich NICHT sagen. Ich weiß im Augenblick nicht, wie es weitergeht mit mir. Wie lange ich diese Tätigkeit als Tagesoma noch weiter ausüben werde und auch kann. Fakt ist, dass mir das alles zu viel geworden ist. Ich suche nach Veränderungen, möchte andere Wege beschreiten, und mir für mich selbst wieder etwas mehr Freiraum schaffen. Hinzu kommt, dass mir die Kinderbetreuung keinen Spaß macht. Alles, was ich mir  mit ihnen erarbeite und auf die Beine stelle, wirft ihre Mutter mit ihrer Inkonsequenz und ihrer totalen Überlastung innerhalb von Sekunden wieder um. Und dann fahr ich nach Hause und denke: Wozu das alles? Es macht keinen Sinn, so sehr ich mir auch aus vollem Herzen Mühe gebe.

Dann muss sie sich von mir trennen, sagt sie. Sie braucht jemanden, auf den sie sich EINHUNDERTPROZENTIG verlassen kann. Sie braucht SICHERHEIT, und mit meinem „unklaren“ Lebensweg kann ich ihr diese nicht geben. Hm….verstehen kann ich sie. Ich habe selbst zwei Kinder groß gezogen und war voll berufstätig. Da benötigt man Ausweichmöglichkeiten und Menschen die einspringen, wenn Not an der Frau ist. Auf der anderen Seite schade, dass immer noch so viele Menschen so denken.

Ich soll eine Entscheidung treffen. Aber aus meiner Sicht steht im Augenblick keine für mich an. So wird sie die Entscheidung treffen, gegen mich. Und eine neue Tagesmutter/-oma für ihre Kids suchen. Und ich habe wieder mehr Zeit für mich und muss nicht alles im Laufschritt tun.

Manche Dinge erledigen sich halt irgendwann ganz von selbst…..

Der Weg des Herzens

 

 

 

 

 

 

Übermorgen ist der 12.12.12!!! Ist das nicht ein tolles Datum? Ich liebe solche Zahlen. In der nächsten Woche dann ist der lang ersehnte und auch gefürchtete 21.12.2012, das Ende des Maya-Kalenders. Vor wenigen Tagen meinte der Sprecher der Morgensendung im Radio: noch 7 Mal schlafen, dann ist Weltuntergang.

Nun ja, an den Untergang der Welt glaube ich schon seit vielen Jahren nicht. Ich glaube auch nicht daran, dass sich am 21.12.12 die Erde auftut und alle nicht „spirituellen“ Menschen hineinplumpsen und nie mehr gesehen werden. Und nur die „spirituellen“ Menschen bleiben hier und bauen eine neue, schönere und bessere Welt.So wird das mit Sicherheit nicht ablaufen.

Was habe ich für Diskussionen mit Menschen geführt, die sich 2012 auf ihre „spirituelle Fahne“ geschrieben haben. Ich bin für solche Dinge einfach viel zu bodenständig.

Trotz aller Bodenständigkeit, trotz meines Pragmatismus, Realismus und auch meines zeitweisen Pessimismus bin ich aber durchaus in der Lage, klar und deutlich die Veränderungen zu sehen da draußen. In meinem kleinen Kosmos und auch im großen.

Das letzte halbe Jahr war sehr anstrengend. Was bist Du mutig, haben viele zu mir gesagt und mir auch geschrieben. Und mich insgeheim bewundert oder aber nur den Kopf über mich geschüttelt so nach dem Motto, jetzt ist ihr gar nicht mehr zu helfen.

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Es geht voran….

Na endlich. Jetzt ist es „amtlich“. Es ist sozusagen alles „in trockenen Tüchern“.

Diese Redewendungen bedeuten in meinem Fall:

Ich werde am 10. Januar 2013 zwei Weight Watchers Treffen eröffnen, und zwar hier,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

im Pastor-Bouwmans-Haus in Neuss-Reuschenberg, gleich hinter der St.-Elisabeth-Kirche.

Ein Treffen findet morgens um 10.00 Uhr statt, das zweite abends um 18.30 Uhr. Gestern ist es endlich „amtlich“ geworden und ich habe die vergangene Nacht vor lauter Aufregung darüber, was da jetzt noch alles auf mich zukommt, so gut wie gar nicht geschlafen.

Weitere Treffen sind in der Planung, aber im Augenblick noch nicht fix. Auch suche ich noch eine sehr nette Mitarbeiterin, die mir bei den Treffen assistiert, denn ich rechne  mit einem ziemlichen Ansturm, gerade was das Morgentreffen betrifft. Dies ist nämlich das einzige im ganzen Raum Neuss.

Ich freue mich, dass es endlich wieder voran geht. Wochenlang hatte ich den Eindruck, es passiert so rein gar nichts in meinem Leben 😉

 

01.01.2013

Oh, dachte ich, was kommt denn da für eine Frau ins Seminar? Was kommt denn da auf mich zu? Aber dann entschied ich mich, absolut neutral zu sein und zu schauen. Und es kam eine Frau, die absolut offen ist, empathisch, souverän die ihr gestellten Aufgaben meistert, die Menschen mitreißen und da abholen kann, wo sie stehen. Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich, dass Sie hier waren.

Und ich sitz da und heule. Vor Freude und ja, auch vor Erleichterung. Jeder Seminarteilnehmer erhält zum Abschluss eine persönliche Ansprache, bevor die Urkunde und das Namensschild überreicht werden.

Doris Kellers – Coach

Was ich hier erfahren habe ist: wertschätzende Neutralität. Ich habe mir lange überlegt, wie ich es am besten benennen könnte. Ich glaube, das hier trifft es ganz genau.

Es war doch ein enormer Druck die letzten Wochen, all das viele Lernen, und dann die negative Beurteilung aus dem vorhergegangenen Seminar. Damals wollte ich alles hinschmeißen und habe dann aber doch weitergemacht. Nach vielen Überlegungen, Selbstzweifelattacken und Gesprächen mit wohlmeinenden Menschen habe ich die Entscheidung getroffen, diesen Weg trotz der Hürde weiterzugehen. Weil ich es mir so sehr gewünscht habe.

In diesem Seminar hier haben wir drei intensive Tage lang Moderations- und Motivationstechniken gelernt. Bei jedem „Auftritt“ wurden wir gefilmt, und was im Vorfeld für mich so befremdlich war – von einer Kamera aufgenommen zu werden bei allem, was ich tue – hat sich im Nachhinein als Gewinn herausgestellt. Denn zum einen durfte ich erstmals bewusst wahrnehmen: ich habe ja abgenommen! Ich bin schlank! Wahnsinn. Und dann durfte ich sehen – und nicht nur fühlen: dies da ist mein Element. Ich bin wie elektrisiert und energetisiert und fühle mich absolut glücklich. Dieses Gefühl habe ich mein ganzes langes Berufsleben lang gesucht. Und ehrlich: im Prinzip ist es doch egal, welches System oder Produkt dahinter steht, Hauptsache es ist etwas, das den Menschen weiterhilft. In diesem Fall kommt erfreulicherweise noch hinzu, dass ich absolut begeistert bin und es „am eigenen Leibe“ erfahren durfte: es funktioniert auf gesunde Art und Weise, und geniessenderweise durfte ich auch noch abnehmen 😉

Am kommenden Donnerstag Abend werde ich mein erstes Treffen ganz alleine führen und moderieren, in den Räumlichkeiten meiner Mentorin. Bis dahin will ich noch üben und mich auf das „Thema der Woche“ vorbereiten. Und mich dann „ins Vergnügen“ stürzen.

Ach ja, im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern bin ich die ganze Zeit absolut ruhig. Ich bleibe in meiner Mitte, und so oft es mir möglich ist, entspanne ich mich mit der Ultramind ESP Methode. Kurz vor den Prüfungen konzentriere ich mich auf mich selbst und sage in Gedanken: liebes Universum, wenn dies mein Weg ist, dann werde ich es auch schaffen. Und ich schaffte es.

Ein schöner Nebeneffekt: drei Tage durfte ich in einem schönen Hotel in Düsseldorf sein inklusive Übernachtung. Ich bin doch so gerne im Hotel. Die Atmosphäre und das Kommen und Gehen und all die vielen unterschiedlichen Menschen faszinieren mich. Und das Essen hier ist absolut hervorragend, die Zimmer groß, hell und freundlich. Und ich denke: was habe ich es doch gut. Die anderen Teilnehmer kommen aus Berlin, München, Siegen, Saarlouis und müssen die Reisekosten selbst tragen. Ich fahre mal eben 15 km über die Brücke und bin da. Ein weiteres Geschenk. Ihr merkt es sicherlich beim Lesen: ich bin absolut dankbar für diese bereichernde Erfahrung.

Und dann komme ich nach drei Tagen nach Hause in meine Wohnung (den vor Wiedersehensfreude sich überschlagenden Hund im Schlepptau) und denke: wow, was habe ich doch für eine schöne Wohnung. Auch voll Dankbarkeit.

Es gibt viel zu tun in den nächsten Wochen, packen wirs an. Hoffentlich lehne ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, aber der Stichtag soll sein:

01.01.2013

Tja

Es gibt so Tja-Phasen! Ich denke mal, Ihr wisst was ich meine.

Ich sage jetzt mal TJA! Alleine dieses Wort! Gibt es das eigentlich auch in anderen Sprachen? Man kann so viel damit ausdrücken. Ja, also, tja………

Ich habe eine Tja-Phase! Seit dem Seminar Anfang voriger Woche. Seither habe ich zu nichts und niemandem eine Meinung mehr. Eigentlich (auch wieder solch ein Wort) – also eigentlich ist nichts Weltbewegendes passiert. Außer dass sich meine Welt bewegt hat.

Die zwei Tage waren wirklich kein Zuckerschlecken, und alle Teilnehmer haben ihr Äußerstes gegeben, geben müssen. Am Ende der beiden Tage wurden dann alle bewertet. Alle sind weiter gekommen, auch ich. Aber – so war das Urteil der Trainerin – mir fehlt es an Begeisterung, die kann ich nicht vermitteln. Die bringe ich einfach nicht rüber. Das war für mich ein Schock! Denn ich habe mich sehr wohl gefühlt bei allem was ich tat. Und mich als sehr begeisterungsfähig und begeistert empfunden, und die übrigen Teilnehmer auch (ich hoffe, sie haben es nicht nur so dahergesagt). Aber die Trainerin nicht.

Zutiefst demotiviert bin ich nach diesen zwei Tagen nach Hause gefahren, und voller Selbstzweifel. Nach drei Tagen – weil ich es nicht mehr aushalten konnte und weil ich mit diesem Druck nicht in das nächste Seminar gehen kann – unmöglich) habe ich mich dann mal „getraut“nachzufragen, wieso und warum so wenig von meiner Begeisterung rüberkommt.

Die Antwort war ganz simpel: ich frage nie etwas und ich wirke so, als ob ich über den Dingen stehen würde (und das gibt es ja nicht in Wirklichkeit, meinte die Trainerin).TJAAAAAAAAAAAAAAA – würde sie täglich die Ultramind-ESP-Methode anwenden, würde sie eventuell genauso rüberkommen. Aber ICH würde es dann erkennen können und NICHT als DESINTERESSE und MANGELNDE BEGEISTERUNG einstufen!

Ich habe mir eine komplette Woche lang den Kopf zermartert, ob ich weitermachen soll oder nicht. Denn wenn ich kein guter Coach sein kann, dann nutzt es ja nix. Niemandem, weder mir noch der Firma noch den Kunden. Ich nerve alle Menschen, allen voran die liebe Andrea, und will von jedem wissen, ob ich wirklich so unbegeistert bin. Niemand versteht wirklich, was ich meine.

Inzwischen weiß ich es mehr denn je: ich MACHE WEITER. Nicht nur wegen mir, sondern auch wegen der Menschen. Ich weiß wirklich in meinem Herzen, dass ich ein guter Coach sein werde.

Denn die, die immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger vor uns stehen und uns vermitteln wollen, wie ungenügend wir sind, die brauchen wir doch schon lange nicht mehr. Ich zumindest kann drauf verzichten!

Und da kommt mir grad noch der folgende Spruch gelegen, den ich bei der lieben Elisabeth gefunden habe:

Das Verhalten eines Menschen mir gegenüber sagt immer etwas über ihn aus, nie über mich. Und die Art, wie ich emotional darauf reagiere, also das Gefühl, das dieses Verhalten in mir weckt, hat immer etwas mit mir zu tun und nie mit ihm.

~Safi Nidiaye~