Tja

Es gibt so Tja-Phasen! Ich denke mal, Ihr wisst was ich meine.

Ich sage jetzt mal TJA! Alleine dieses Wort! Gibt es das eigentlich auch in anderen Sprachen? Man kann so viel damit ausdrücken. Ja, also, tja………

Ich habe eine Tja-Phase! Seit dem Seminar Anfang voriger Woche. Seither habe ich zu nichts und niemandem eine Meinung mehr. Eigentlich (auch wieder solch ein Wort) – also eigentlich ist nichts Weltbewegendes passiert. Außer dass sich meine Welt bewegt hat.

Die zwei Tage waren wirklich kein Zuckerschlecken, und alle Teilnehmer haben ihr Äußerstes gegeben, geben müssen. Am Ende der beiden Tage wurden dann alle bewertet. Alle sind weiter gekommen, auch ich. Aber – so war das Urteil der Trainerin – mir fehlt es an Begeisterung, die kann ich nicht vermitteln. Die bringe ich einfach nicht rüber. Das war für mich ein Schock! Denn ich habe mich sehr wohl gefühlt bei allem was ich tat. Und mich als sehr begeisterungsfähig und begeistert empfunden, und die übrigen Teilnehmer auch (ich hoffe, sie haben es nicht nur so dahergesagt). Aber die Trainerin nicht.

Zutiefst demotiviert bin ich nach diesen zwei Tagen nach Hause gefahren, und voller Selbstzweifel. Nach drei Tagen – weil ich es nicht mehr aushalten konnte und weil ich mit diesem Druck nicht in das nächste Seminar gehen kann – unmöglich) habe ich mich dann mal „getraut“nachzufragen, wieso und warum so wenig von meiner Begeisterung rüberkommt.

Die Antwort war ganz simpel: ich frage nie etwas und ich wirke so, als ob ich über den Dingen stehen würde (und das gibt es ja nicht in Wirklichkeit, meinte die Trainerin).TJAAAAAAAAAAAAAAA – würde sie täglich die Ultramind-ESP-Methode anwenden, würde sie eventuell genauso rüberkommen. Aber ICH würde es dann erkennen können und NICHT als DESINTERESSE und MANGELNDE BEGEISTERUNG einstufen!

Ich habe mir eine komplette Woche lang den Kopf zermartert, ob ich weitermachen soll oder nicht. Denn wenn ich kein guter Coach sein kann, dann nutzt es ja nix. Niemandem, weder mir noch der Firma noch den Kunden. Ich nerve alle Menschen, allen voran die liebe Andrea, und will von jedem wissen, ob ich wirklich so unbegeistert bin. Niemand versteht wirklich, was ich meine.

Inzwischen weiß ich es mehr denn je: ich MACHE WEITER. Nicht nur wegen mir, sondern auch wegen der Menschen. Ich weiß wirklich in meinem Herzen, dass ich ein guter Coach sein werde.

Denn die, die immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger vor uns stehen und uns vermitteln wollen, wie ungenügend wir sind, die brauchen wir doch schon lange nicht mehr. Ich zumindest kann drauf verzichten!

Und da kommt mir grad noch der folgende Spruch gelegen, den ich bei der lieben Elisabeth gefunden habe:

Das Verhalten eines Menschen mir gegenüber sagt immer etwas über ihn aus, nie über mich. Und die Art, wie ich emotional darauf reagiere, also das Gefühl, das dieses Verhalten in mir weckt, hat immer etwas mit mir zu tun und nie mit ihm.

~Safi Nidiaye~

 

Auf jeden Fall nicht freiwillig!

Der heutige Tag war ein ganz spezieller. Für alle Astrologen: WELCHE STERNENKONSTELLATION HABEN WIR HIER??? HEUTE???

Vor vielen vielen Wochen hatte ich mich von meiner Hausärztin „breitschlagen“ lassen, eine gewisse Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. (schon an der Satzstellung wirst Du unschwerlich erkennen können, wie angenehm mir das war). Nachdem ich mich zuvor schon zwei Jahre strikt geweigert hatte. Was bei mir schon eine Ausnahme ist, denn als „gefallsüchtiger“ Mensch bin ich eigentlich nicht so klar in meinen Aussagen!

Na ja, lange Rede kurzer Sinn: in der vorigen Woche hatte ich das „Vorgespräch“ und gestern den „Vorbereitungstag“. Jeder, der sich mit „diesem Thema“ bereits beschäftigt hat weiß, wovon ich hier schreibe – ich möchte jetzt grad mal nicht ins Detail gehen!

Heute war also DER TAG X! Meine Tochter und der Mo sollen mich morgens abholen und zum Krankenhaus bringen, wo die Untersuchung stattfinden soll. Ich bin ganz früh aufgestanden, damit die Mila noch in Ruhe ihre Runde durchs Feld drehen kann. In der Wohnung ist es nach dem gestrigen Tag noch sehr schwül und ich beschließe, meiner Tochter ein Stück entgegenzugehen, nach dem Motto: frische Luft tut gut.

Die beiden lesen mich unterwegs auf, wir fahren los, alles ist perfekt und wir sind in der Zeit. Außer der Tatsache, dass ich das alles eigentlich nicht möchte und mich schon seit Tagen frage, warum ich mir das alles antue! Auf halber Strecke fällt mir dann ein: Hilfe, ich habe alle Unterlagen, die ich zu dieser Untersuchung mitbringen muss, zu Hause auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen. Zusammen mit dem Ipod, welches mir meine Tochter kürzlich geschenkt hat (damit die Aufwachphase etwas kurzweiliger ist). Also drehen wir wieder um, „brettern“ in mein Dorf hinein, ich springe aus dem Auto, rase die Treppe hinauf in meine Wohnung, schnappe die Unterlagen (und ignoriere komplett meinen Hund – so soll man das ja machen – der in seinem Körbchen liegt und die Welt und Frauchen nicht mehr versteht) – rase die Treppen wieder runter und springe ins Auto meiner Tochter! Sie fährt aus der Ausfahrt wieder raus – in diesem Augenblick ruft die Klinik an und fragt ob ich etwas früher kommen kann – hallo ich komme aus Neuss das sind 15 Kilometer – und meine Tochter rammt mit ihrem Auto ein entgegenkommendes- UND: STILLE!

Das wars! Das Krankenhaus immer noch in der Leitung: Hallo, hallo, sind Sie noch dran? Der Mo blökt auf seinem Rücksitz, ich bin völlig neben der Spur, meine Tochter den Tränen nahe, sie ist 34 und hatte gerade ihren ersten Unfall, und ich sage in mein Handy:

Ich komme nicht  mehr. Auf jeden Fall nicht freiwillig! 

Wege des Lebens

Geht Dir das auch so? Morgens nach dem Aufwachen, der Wecker hat zwar schon geklingelt, aber Du hast noch ein kleines bisschen Zeit, liegen zu bleiben. Und wach bist Du auch noch nicht richtig. Da kommen die tollsten Gedanken. Bei mir ist das zumindest so. Kürzlich sagte eine Freundin zu mir: wieso stehst Du eigentlich immer so früh auf? Du müsstest das doch gar nicht. Doch, denn ich liebe die ganz frühen Morgenstunden, zwar noch halb verschlafen bin ich da wirklich am kreativsten. Meine besten Posts habe ich in den Morgenstunden geschrieben. Auch liebe ich die Morgenspaziergänge mit meiner Hündin im Feld, wenn noch niemand unterwegs ist, die Luft nach der Nacht frisch und klar ist und man kaum eine Geräusch hört.

Im Augenblick habe ich das Gefühl, es verwischen sich in meinem Leben alle Konturen. Es gibt eigentlich gar keine Konstante mehr. „Früher“ stand ich jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit auf, setzte mich in mein Auto, fuhr eine bestimmte Strecke, war 8 – 10 Stunden in einer Firma, bekam am letzten des Monats dafür mein Gehalt. Auch sonst verlief mein Leben mehr oder weniger in sehr festen Strukturen. Unter anderem aus dem einfachen Grunde, dass ich sonst andere Aktivitäten zeitlich einfach nicht geschafft hätte. So ging das eigentlich jahrein jahraus. Manchmal gab es spezielle Highlights, um ein Jahr von dem anderen unterscheiden zu können. Die Hochzeiten meiner Kinder oder die Geburten meiner Enkel, oder ein besonderer Urlaub wie die Ägyptenreise, die ich nie vergessen werde.

Aber konstante „Säulen“ sind in meinem Leben irgendwie nicht mehr vorhanden, zumindest nicht im Außen. Jeder Tag bringt Neues, neue Herausforderungen, neue Menschen, neue Überlegungen, neue Ideen. Auch gehen Abschnitte einfach zu Ende. So fängt meine Tochter am 1. September nach 2-jähriger Elternzeit wieder an zu arbeiten und der Mo geht zu der Tagesmutter. Auch diese schöne und intensiv von mir erlebte Zeit geht jetzt zu Ende. Für alle mit einem lachenden und einem auch weinenden Auge. Besonders für mich.

Doch jetzt soll (und muss es auch) für mich wieder weitergehen. So schön diese lang ersehnte Auszeit auch für mich gewesen ist, so sehr wünsche ich mir jetzt auch neue Herausforderungen und neue Aufgaben. Das erste Seminar zu meiner Ausbildung als WW-Couch steht unmittelbar bevor, und dies wird eins meiner „Standbeine“ sein, dieser Aufgabe sehe ich mit großer Freude entgegen. Aber wie immer, wenn Abschnitte zu Ende gehen in meinem Leben, treten auch wieder ganz neue Menschen ein. Durch Fräulein Smilla habe ich so viele Kontakte zu sehr netten Menschen gefunden, und wenn ich Lust auf ein nettes Gespräch habe, dann wähle ich zu einer bestimmten Uhrzeit einen bestimmten Weg.

Irgendwann vor vielen Jahren habe ich mir einmal gewünscht, irgendwann angekommen zu sein. So wie meine Schulfreundinnen, die alle schon 30 oder 35 Jahre verheiratet sind, mit ihren Ehegatten in ihren Häuschen leben, zwei Mal im Jahr in Urlaub fahren, und jetzt in die Frührente gehen. Bei solchen Gedanken grummele ich manchmal und denke: warum ich nicht? Ja warum eigentlich nicht liebe Dori?

Weil ich mich für ein anderes Leben entschieden habe. Irgendwann einmal. Und so wie es ist, ist es auch gut. Denn es ist MEIN LEBEN!

 

Unter keinen Umständen

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

(Albert Schweitzer)

Große Ereignisse

werfen ihre Schatten voraus.

Gestern Abend ist Ludmilla (so heißt die kleine Maus) mit anderen Hunden aus dem Tierheim Sierra Nevada Granada nach Deutschland gekommen. Auf einem Rastplatz wurde sie von der deutschen Pflegefamilie in Empfang und mit nach Hause genommen, noch spät am Abend erhielt ich einen Anruf und somit die detaillierte Beschreibung, wie alles „gelaufen“ ist.

Da meine Hündin in Euskirchen auf der Pflegestelle auf die Abholung durch mich wartet, besuchte mich heute eine andere Tierschützerin der Organisation Viva la Hund aus Grevenbroich bei mir zu Hause, um die „Örtlichkeiten“ zu betrachten und die „Vorkontrolle“ durchzuführen und um zu sehen, wie ich so lebe, damit der Hund es auch gut hat. Das ist die normale Vorgehensweise, die auf der HomePage von Viva la Hund auch detailliert beschrieben ist. Zufällig war die Dame eine frühere Arbeitskollegin von mir, und die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen. Die „Vorkontrolle“ habe ich also bestanden, und nun steht dem Einzug von Ludmilla in ihr neues Zuhause nichts mehr im Wege.

Morgen gilt es noch jede Menge zu erledigen: Körbchen, Futternäpfe und Futter kaufen, eine Leine und Leckerlis, eine Hundedecke und ein Quietschespielzeug.

Ich bin gespannt, wie ich heute Nacht schlafe, habe schon die letzte Nacht stundenlang wach gelegen und dann letztendlich im Internet alles über Hundeerziehung, Hundepflege, Ernährung und was weiß ich gelesen 🙂

Ich werde berichten…..

Bin ich ein wertvoller Mensch?

Machst Du Dir hin und wieder Gedanken darüber, ob Du ein wertvoller Mensch bist?
Gehörst Du zu den glücklichen Menschen, die von Geburt an ein gesundes Selbstwertgefühl haben oder bist Du eher – so wie ich – ein Selbstzweifler?
Vor allem, wenn Du das Gefühl hast, Du hast jetzt einen Fehler gemacht oder jemand lehnt Dich kategorisch ab?
Oder Du musst für Dich selbst einstehen und klare Position beziehen, auch wenn es zu Konflikten führt, fühlst Du Dich dann genauso unwohl wie ich? Mich wirft so etwas gleich völlig aus der Bahn und ich fühle mich tagelang unwohl.

Wie siehst Du Dich selbst? Und wie sehen Dich Deine Freunde, Deine Familie, Dein Umfeld, Deine Arbeitgeber?

Neulich las ich in einem Sachbuch diverse Zitate von Nathaniel Branden. Eins davon lautete:

“Von allen Urteilen, die wir im Leben fällen, ist keines so wichtig wie das, das wir über uns selbst fällen.”

Woher stammt eigentlich das Selbstbild, welches wir von uns selbst haben?
Wer hat uns das beigebracht? Ich denke, sehr stark werden wir in unserer Kindheit von unseren Eltern geprägt, oder von den Großeltern und anderen Erwachsenen, aber auch von den Erfahrungen, die wir in unserem Leben später machen. Daraus ergibt sich dann quasi eine Summe an Urteilen, die uns zu unserem Selbstwert führt – oder aber auch nicht.

Weiterlesen

Die Macht der Gewohnheiten

Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen,
man muss sie Stufe für Stufe die Treppe herunterlocken.

Das sagt kein geringerer als Mark Twain zum Thema Gewohnheiten. Übrigens steht dieser Spruch auch jede Woche an der Tafel bei unserem Weight Watchers Treffen.

Ich gebs ja zu, ich bin ein Faultier. Denn ohne Sport oder zumindest regelmässige Bewegung läuft da gar nichts in Richtung Gewichtsabnahme, auf jeden Fall bei mir nicht. Also habe ich den festen Vorsatz, mich täglich zu bewegen. Vorzugsweise mit dem Fahrrad. Ein Blick aus dem Fenster heute morgen: juchhu, es ist nebelig, da mag ich nicht fahren, das ist mir zu ungemütlich draussen. Also Laptop an, die erste Tasse Kaffee am Morgen, und dann erst mal gemütlich schauen, wer gemailt hat, wer gepostet hat, und selbst auch etwas schreiben. Da kann dann schon mal die eine oder andere Stunde drüber vergehen.

Und da sind wir gleich beim Thema: ich mags halt sehr gemütlich. Ich bin ein Couch-Potatoe. Auf meinem Sofa mit meinem Strickzeug zu sitzen macht mich glücklich, dabei noch schöne Musik zu hören, da bin ich gleich tiefenentspannt. Om! Ich mag meine Komfortzone.

Gewohnheiten, die sich über viele Jahre in unser Leben eingeschlichen haben wieder zu ändern, ist nicht leicht. Zumindest am Anfang nicht. Zur Zeit muss ich mich jeden Tag dafür entscheiden, ob ich etwas TUN will, ob ich etwas verändern oder verbessern will, oder ob ich es beim Alten belassen möchte.

Alleine beim Schreiben dieses Satzes ist mir schon klar, dass ich nicht alles beim Alten belassen möchte, sondern etwas verändern möchte. Ich möchte mich beweglicher und fitter fühlen, möchte viel mehr draußen sein und in der Natur, nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern wenn möglich jeden Tag.

Ich habe mir fest vorgenommen, alle Kurzstrecken in meinem Umfeld mit dem Fahrrad zu erledigen. Mir fällt das sehr schwer, denn ich habe seit meinem 18. Lebensjahr ein eigenes Auto und ich fahre zudem sehr gerne Auto. Mein Auto gibt mir irgendwie das Gefühl der Freiheit und der Unabhängigkeit. Ich muss mich nur reinsetzen und es bringt mich von A nach B. Es ermöglicht mir auch eine gewisse Spontanität, denn oft entscheide ich mich während der Heimfahrt für einen Abstecher irgendwo. Auf der anderen Seite bin ich nicht gewillt, die horrenden Spritpreise für „Lustfahrten“ auszugeben und tanke nur noch, wenn es tatsächlich erforderlich ist.

Und so ist es doch bei allen Veränderungen. Es braucht ein bisschen Zeit, bis das Neue wiederum zu einer Gewohnheit geworden ist, und dann ist es für uns das Normalste von der Welt. Und wir können uns kaum noch vorstellen, dass es einmal anders war.

Also immer schön am Ball bleiben, auch wenn der Anfang nicht leicht ist.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende 🙂

Es ist nie zu spät

Heute war ich bei den Wee Wees! Im vorigen Jahr habe ich meine Wohnung renoviert, in diesem Jahr wird es mein Körper sein, der soll jetzt mal generalüberholt werden,  der ist jetzt mal „dran“.

Also mit dem Rauchen, das klappt super. Ich denke überhaupt nicht ans Rauchen, dafür aber ans Essen. Und das ziemlich intensiv, vor allem abends. Früher – vor nicht allzu langer Zeit – habe ich abends geraucht – und hatte überhaupt kein Bedürfnis, etwas zu essen. Jetzt rauche ich nicht mehr, dafür denke ich aber nur noch darüber nach, was ich als Nächstes essen könnte.

Bevor das jetzt alles eskaliert, war ich heute Abend zum ersten Mal beim Weight Watchers Treffen. Da wollte ich schon lange hin, habe es mir immer wieder vorgenommen, heute war es so weit. Das war genauso wie beim Rauchen aufhören. Von jetzt auf gleich war es da. Ich will abnehmen, und zwar 10 kg. All die Anläufe, die ich immer wieder gemacht und nie durchgehalten habe, die kann ich gar nicht zählen. Zum Schluß war ich kurz davor zu sagen, ich bin okay so, wie ich bin. Aber das ist es nicht. Ich fühle mich nicht wohl, meine Sommerhosen kneifen und zwicken und zwacken und das will ich alles nicht. Wie ich da so sitze in dieser großen Runde – selbstverständlich nur Frauen – Männer haben es irgendwie nicht so nötig, abzunehmen habe ich immer das Gefühl – denke ich: also, die Stärkste bin ich nun wirklich nicht. Da sitzen einige Damen „meines Alters“ mit ein paar Kilos zu viel, nichts Weltbewegendes, aber hauptsächlich sehr junge und sehr stark übergewichtige Frauen. Das ist ein Phänomen unserer Gesellschaft. Fast – alles ist fast – auch das Food. Da bleibt das alles ja nicht aus.

Ich habe mir überlegt, wenn ich mit dem Rauchen aufhören kann, dann kann ich auch 10 kg abnehmen. Und regelmässig Sport treiben, das ist dann das nächste Projekt. Oder sogar ein Parallelprojekt. Ich brauche ja immer irgendwelche Projekte, darüber habe ich schon einmal geschrieben 😉

Wie gesagt, meine Wohnung ist fertig renoviert. Mein Körper ist ja auch eine Wohnung, und zwar die meiner Seele. Und die soll sich wohl fühlen, das ist mir ein ganz wichtiges Anliegen derzeit. Ehrlich gesagt, hätte ich das schon viel früher tun sollen. Aber zu spät ist es ja bekanntlich nie!

 

Bildquelle: RainerSturm  / pixelio.de

 

Einfach so….

ist es passiert!

Ich sitze auf meinem Sofa, schaue sie an, nehme einen letzten Zug und sage: das wars! Einfach so!

Viel zu oft schon hatte ich darüber gesprochen, immer wieder jedem erzählt, der es hören wollte und auch nicht, dass ich gerne Schluß machen würde. Irgendwie, irgendwann. Aber ganz bestimmt.

 

Zum ersten Mal fest vorgenommen hatte ich mir das zu meinem 50. Geburtstag. Da wollte ich „es“ mir quasi selbst zum Geschenk machen. Das hat natürlich nicht funktioniert, ich habe ganz einfach den Absprung nicht geschafft.

Ein paar Jahre später wurde ich krank, und jeder Arzt, der mich damals behandelte, hat ihr natürlich die Schuld „in die Schuhe“ geschoben. Aber das habe ich dann doch nicht geglaubt. Möglicherweise haben die Ärzte Recht gehabt und sie hat dazu beigetragen, aber meiner Meinung nach spielten noch ganz andere Faktoren eine wesentliche Rolle.

Vor vier Wochen war ich bei Bekannten eingeladen, wo sehr viel geraucht wurde, was mich sehr störte. Als ich dann nach Hause fuhr, bemerkte ich diesen Geruch: in meiner Kleidung hatte er sich niedergelassen, Haut und Haare rochen ebenfalls, und das hat mich sehr gestört, ich erinnere mich noch. Und am selben Tag geschah es dann: ich schaute die Zigarette intensiv an, die ich gerade rauchte, und sagte zu ihr: das wars dann wohl!

Einfach so. Seither rauche ich nicht mehr. Das ist jetzt vier Wochen her!!! Ohne feste Absicht ist es geschehen, ich wollte es einfach nicht mehr. Was habe ich immer ehrfurchtsvoll auf andere Menschen geblickt, die das geschafft hatten, ich konnte mir das überhaupt in keinster Weise vorstellen, dass ich das auch schaffen würde.

Ich bin zugegebenermaßen mehr als stolz auf mich 😀 obwohl es wiederum auch gar keine Leistung ist, denn ich muss mich nicht anstrengen, es ist ja einfach so passiert! Was ich alles riechen kann inzwischen, unglaublich. Und schmecken! Ich schlafe nachts wie ein Baby, morgens wache ich auf und bin topfit und energiegeladen, meine Stimme verändert sich gerade, sie wird wieder weicher und ist etwas höher, ich muss mich nicht mehr ständig räuchern.

Meine Wohnung duftet. Sämtliche Wohlgerüche finden sich hier gerade ein, obwohl ich zu den Lüftungsfanatikern gehöre, konnte man doch unterschwellig immer wahrnehmen, dass hier geraucht wurde.

Ich bin auf jeden Fall über diesen „Tatbestand“ sehr froh und glücklich, und ich weiß jetzt, dass ich noch ganz andere Dinge schaffen kann. Es genügt die Absicht und der tiefe Wunsch bei mir, ich darf es mir nur nicht „fest vornehmen“, dann funktioniert es nicht. Vielleicht dauert es auf meine Art alles etwas länger, aber das macht ja nichts, was zählt ist das Endergebnis.

Ich wünsche Dir ein schönes Frühlingswochenende mit vielen guten Düften und Gerüchen 🙂