Was denn um Himmels willen?

Wie in jedem Jahr kam – so auch in diesem wieder – Weihnachten und kurz danach mein Geburtstag völlig überraschend. Und zack: plötzlich wird klar, ich bin jetzt Ü60. Oder 60+ wie das so schön heißt.

Meinen 60. Geburtstag habe ich noch voller Freude gefeiert, den 61. irgendwie gar nicht, und 62 ist jetzt auch keine Jahreszahl, die unbedingt Anlass zur Freude gibt. Obwohl….. man kann es auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Nämlich voller Dankbarkeit! Es geht mir gut, ich bin gesund, habe ein Zuhause, in dem ich mich wohlfühle, einen kreativen Minijob, der Spass macht,  und genügend Freizeit um mir endlich einmal Gedanken um mein weiteres Fortschreiten auf diesem Lebensweg zu machen.

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Loslassen

Loslassen erfordert Mut, aber wir sollten dies nicht als Ende, sondern als Anfang betrachten.

gelesen bei Gedankenwelt

2016 war mein Loslassjahr. Ich musste vieles loslassen – Freunde bzw. Freundinnen, Familienmitglieder, und letztendlich vor einigen Wochen einen geliebten Hund. Das meiste geschah ungewollt, einiges aber auch bewußt gewollt.

Freiwillig lässt man sicherlich nicht gerne andere Menschen aus seinem Leben gehen – es sei denn, man wurde verletzt und trifft die Entscheidung, den anderen gehen zu lassen, der einem nicht gut tut.

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Zuhause

5.6.2013 016

„Mensch, mach doch endlich mal was aus Deinem Leben“, sagt er zu mir am Telefon. „Du hast doch nur ein paar Möbel, was soll das denn. Geh doch endlich weg aus diesem blöden Deutschland und mach was aus Deinem Leben“.

Ich verstehe ihn nicht. Was will er bloß von mir? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Ich will aus Deutschland nicht weg. Ich liebe mein Heimatland, ich bin hier gerne zu Hause. Damit meine ich nicht die Politik und viele äußerlichen, materiellen Aspekte. Ich meine dieses LAND. Meine Wurzeln sind hier, hier ist mein Zuhause, meine Menschen sind hier, mein Rudel. Warum sollte ich von hier fortgehen wollen?

Ich frage ihn: „Was meinst Du denn damit?“ Er ist gerade wieder über den Sommer hier in Deutschland und findet alles doof. Das Wetter (na ja, damit hat er nicht ganz Unrecht), die Menschen, die Regierung, das ganze System, einfach alles. Ich frage ihn, ob da, wo er sonst lebt, denn alles viel besser sei. Ja viel viel besser, antwortet er. Da scheint immer die Sonne, alle Menschen sind fröhlich und gut drauf, und dort ginge es ihm immer super gut. Nur wenn er nach Deutschland komme, dann ginge es ihm sofort schlecht. Auf meinen Einwand, er sei doch nur ein Gast in diesem Land, lebe in einer Kolonie aus Deutschen, Engländern und Schweizern, geht er gar nicht ein. So festgefahren ist er in seinen Äußerungen, dass ich diesen Menschen, der einmal mein bester Freund war, gar nicht mehr wiedererkenne.

Was sind denn schon Kinder und Enkelkinder, fragt er. Auf die kannst Du doch keine Rücksicht nehmen, die gehen doch ihre eigenen Wege, und am Ende des Tages bist Du ganz alleine. Und außerdem reicht es doch, wenn Du sie einmal im Jahr siehst.

Ähhhhm – mir nicht. Ich brauche mein „Rudel“, um mich wohl zu fühlen, möchte mit erleben, wie meine Enkelkinder groß werden, ohne dass sie der Mittelpunkt meines Lebens sind, aber immerhin ein sehr wichtiger Bestandteil. All dies kann er überhaupt nicht nachvollziehen und beendet das Gespräch dann ziemlich abrupt, und ich höre durch das Telefon, wie er den Kopf schüttelt über diese eigensinnige Frau, die unbedingt in diesem Deutschland bleiben will. Auf seine Aussage, wir können uns ja demnächst mal treffen, gehe ich gar nicht ein, denn ich weiß, er wird sich nicht mehr melden. Zu viel Missstimmung lag zwischen uns am Ende des Gespräches, und so fällt die Verabschiedung auch sehr kurz aus.

Schade. Leben und leben lassen, das ist meine Devise. Jeder soll aus seinem Leben das machen, was er meint, und sich selbst glücklich machen. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen, etwas Anderes führt zu nichts, allenfalls in Krankheiten und andere Katastrophen. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies.

Menschen kommen und gehen in meinem Leben, da habe ich mich inzwischen dran gewöhnt. Ich vergleiche ja immer noch das Leben mit einer Bahnreise. Ich sitze mit vielen Menschen in einem Abteil. An jedem Bahnhof, wo der Zug hält, steigen Menschen zu, und es steigen Menschen aus. Irgendwann, am Ende der Reise, stehe ich dann selbst mit dem Koffer auf dem Bahnsteig, und sehe dem Zug hinterher, der mich bis an mein Ziel gebracht hat……

Der Weg des Herzens

 

 

 

 

 

 

Übermorgen ist der 12.12.12!!! Ist das nicht ein tolles Datum? Ich liebe solche Zahlen. In der nächsten Woche dann ist der lang ersehnte und auch gefürchtete 21.12.2012, das Ende des Maya-Kalenders. Vor wenigen Tagen meinte der Sprecher der Morgensendung im Radio: noch 7 Mal schlafen, dann ist Weltuntergang.

Nun ja, an den Untergang der Welt glaube ich schon seit vielen Jahren nicht. Ich glaube auch nicht daran, dass sich am 21.12.12 die Erde auftut und alle nicht „spirituellen“ Menschen hineinplumpsen und nie mehr gesehen werden. Und nur die „spirituellen“ Menschen bleiben hier und bauen eine neue, schönere und bessere Welt.So wird das mit Sicherheit nicht ablaufen.

Was habe ich für Diskussionen mit Menschen geführt, die sich 2012 auf ihre „spirituelle Fahne“ geschrieben haben. Ich bin für solche Dinge einfach viel zu bodenständig.

Trotz aller Bodenständigkeit, trotz meines Pragmatismus, Realismus und auch meines zeitweisen Pessimismus bin ich aber durchaus in der Lage, klar und deutlich die Veränderungen zu sehen da draußen. In meinem kleinen Kosmos und auch im großen.

Das letzte halbe Jahr war sehr anstrengend. Was bist Du mutig, haben viele zu mir gesagt und mir auch geschrieben. Und mich insgeheim bewundert oder aber nur den Kopf über mich geschüttelt so nach dem Motto, jetzt ist ihr gar nicht mehr zu helfen.

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Frau Anni und Alina

Frau Anni und Alina sind ein Herz und eine Seele 🙂 Nach nunmehr eineinhalb Wochen!

Frau Anni ist natürlich meine Mutter (sie wird jetzt so genannt), und Alina ist „unsere“ polnische Glücksfee!

Alina kam einen Tag vor meiner Mutter in deren Zuhause an, mit dem Bus aus Polen. Alleine diese Tatsache ist für mich schon kaum vorstellbar! Dass diese Frauen, die unsere alten Menschen hier in Deutschland pflegen, sich mal eben in den Bus in Warschau setzen und nach Düsseldorf reisen. Bei jeder neuen Aufgabe eine Fahrt ins Ungewisse. Sie wissen ja nicht, was sie dort – hier bei uns – erwartet. Sie wissen lediglich, dass sie einen alten Menschen pflegen werden.

Nun – Frau Anni wurde vom Krankentransport in der Rehaklinik abgeholt und nach Hause gebracht – Alina und der Rest der Familie erwarteten sie dort bereits. Gottseidank war es Liebe auf den ersten Blick. Von Frau Anni aus. Denn Frau Anni ist sehr sehr kritisch, und ihr Herz schenkt sie noch lange nicht jedem!

Frau Anni ist aufgeblüht, seit sie nach 3 Monaten Odyssee durch Krankenhaus und Reha-Klinik nun endlich wieder zu Hause angekommen ist. Sie wird betüddelt, rund um die Uhr, das tut ihr so gut. Sie ist schließlich 80 Jahre alt und hat ihr Leben gelebt. Das, was ihr da nun wiederfährt, das hat sie verdient. Darüber freut sie sich.

Sie bekommt ihr Lieblingsessen gekocht (nicht so eine schreckliche Kost wie in der Klinik, die sie zum Schluß nicht mehr angerührt, sondern schlichtweg verweigert hat – wodurch sie natürlich fürchterlich abbaute), nein all die leckeren Dinge, die sie immer schon so gerne gegessen hat. Sie wird in eine warme Decke gehüllt, wenn sie friert, und darf jeden Wunsch äußern.

Aber Frau Anni muss auch etwas tun. Sie muss Laufen üben, Tag für Tag, Physiotherapie und Ergotherapie machen, und abends ist sie redlich müde. Das darf sie auch sein. Dann will sie einfach nur noch in ihr Bett!

Mittags, wenn sie ihr Schläfchen macht, geht Alina in die Stadt – das sind 4 km hin, und 4 km zurück. Sie könnte das Fahrrad von Frau Anni nehmen, oder mein Bruder oder ich, wir könnten sie fahren, aber das möchte sie nicht. Sie hat zwei Stunden Freizeit am Tag (von 24 – ohne Worte), das ist die Zeit, wenn Frau Anni schläft, und in dieser Zeit möchte sie gehen, draussen sein, an der frischen Luft.

Alina ist anderes Wetter gewöhnt als das, was wir hier haben. Das hier ist für sie gar kein Wetter. Sie mag es gerne kalt, so wie in Polen der Winter ist, da fühlt sie sich wohl. Dieser Mischmasch hier ist nichts für sie. Aber sie macht das Beste daraus.

Innerhalb von nur einer Woche ist Alina Familienmitglied – fester Bestandteil – kaum denkbar, wie es ohne sie gehen sollte. Aber sie bleibt nur zwei Monate, das ist der Deal. Dann sind die Frauen aber auch „durch“, die Rundumbetreuung bei unseren alten und behinderten Menschen machen. Dann kommt die Ablösung. Hoffentlich ist sie genauso nett und liebevoll, und dann kann ein kontinuierlicher Wechsel stattfinden.

Frau Anni sieht aus wie das blühende Leben, sie bekommt viel Besuch, am liebsten hat sie, wenn ihre beiden Urenkel da sind, das ist dann noch einmal ein Highlight!

Was sind wir alle froh und dankbar und glücklich, dass sich diese Situation so zum Positiven entwickelt hat. Manchmal braucht es eben Zeit, bis alles wieder gut ist.

 

Ratz Fatz wie die Zeit vergeht

 

 

 

 

 

 

 

Ratz Fatz – 3 Monate sind vorbei, Du hast Dich kaum umgedreht!
Wie sich alles verändern kann in 3 Monaten – in einem Tag, einer Stunde, einem Monat, einer Sekunde! Das zeigt uns das Leben immer wieder!

Vor 3 Monaten kam meine Mutter ins Krankenhaus, anschließend in die Reha-Klinik, und jetzt ist es endlich so weit: am 4.1.2012 kommt sie nach Hause, heim! Sie hat wunderbare Fortschritte gemacht. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert überhaupt nicht mehr, was gestern war, ist „Schnee von gestern„. Das Langzeitgedächtnis ist tipptopp in Ordnung. Die Zeiten wirft sie durcheinander. Ich werde an Silvester nicht 57, sondern 38 (seufz – das wäre schön – nein, nicht wirklich, dann müsste ich all die letzten Jahre noch einmal erleben), meine Tochter und mein Sohn sind an manchen Tagen Kleinkinder, an anderen erwachsene Leute.

„Ich verstehe nicht, dass Papa nicht kommt“, sagt sie. „Der war doch immer für mich da, hat immer alles geregelt.“ Ich sage: „Papa kommt nicht mehr, hast Du das vergessen?“ Dann hält sie einen kurzen Moment inne, und sagt: „Ach ja, stimmt ja.“ Und dann denkt sie nach, sie hat vergessen, dass er im vorigen Jahr gestorben ist. „Und wo ist denn Dein Bruder? Den habe ich ja schon seit Wochen nicht gesehen!“ „Aber Mama, der war doch noch gestern da!“

So geht das die ganze Zeit. Summasummarum hat sich aber der körperliche und geistig/seelische Zustand meiner Mutter sehr gebessert. Die Ärzte und Therapeuten sind sehr zufrieden mit ihr, sie ist inzwischen auch wieder in der Lage, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Nur für die anderen Mitpatienten – die teilweise noch viel schlimmer dran sind als meine Ma, ist das schwer oder gar nicht zu verstehen, was sie so von sich gibt. Wir – die Familie – verstehen es indes sehr gut. Wir kennen uns ja auch unser Leben lang.

Gerade eben – in einem langen Telefonat – haben mein Bruder und ich festgestellt, dass wir uns ab der nächsten Woche – quasi ein neues „Hobby und Freizeitbeschäftigung“ suchen müssen 🙂 Quatsch, nein, jetzt kommt wirklich Ruhe und Frieden in die ganze „Angelegenheit“, und Anfang der nächsten Woche „landet“ auch gleich die polnische Pflegekraft, die rund um die Uhr für meine Mutter sorgen wird.

Es dauert manchmal eine Weile, bis alles wieder gut ist. Das durfte ich in meinem Leben immer wieder lernen. Und mal ganz klar: so ein paar Wochen in einer neurologischen Fachklinik tut jedem Ego gut. Das rückt mal wieder alles gerade, aufgrund der vielen Schicksale, die man dort so kennenlernt.

Ein ganz großes Lob möchte ich der Neurologischen Klinik St. Mauritius in Meerbusch-Osterath aussprechen: niemals zuvor habe ich so supertolle, engagierte, kompetente und empathische Menschen gesehen und kennengelernt wie dort, die die Patienten rund um die Uhr und mit viel viel Liebe betreuen. Hut ab, das ist wirklich einzigartig in meiner Erfahrung mit Krankenhäusern und Rehakliniken, und davon kenne ich aus eigener Erfahrung eine ganze Menge.

Bewegung und Wandel – das Jahr 2012 mit all seinen Herausforderungen steht bevor – ich hatte ein unglaublich tolles Jahr 2011! Es ist Frieden auf allen Ebenen.

Niemals nie nicht

Niemals nie nicht hätte ich geglaubt oder daran gedacht,
dass wir BEIDE noch einmal miteinander reden.

Zu viel war geschehen, die DISTANZ unüberbrückbar.

Die erste Annäherung, noch ganz vorsichtig.
Niemand will sich zeigen, zu viel aus sich herauslassen,
eine ANGRIFFSFLÄCHE bieten.

Immer kürzer wird die Distanz,
immer näher die Gespräche.

Jetzt können wir schon wieder miteinander lachen,
uns in den Arm nehmen,
einen Kuss auf die Wange geben.

Wir sind nicht mehr allein,
wir sind wieder das,
was wir von Anfang an waren.

Bruder und Schwester.

Der 1. Advent 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Morgen ist der 1. Advent. Huch, das Jahr ist beinahe schon wieder vorbei. Nur noch wenige Tage, und das Jahr 2012 bricht an.

So schnell ist alles vorbei gegangen. 2011 war ein Jahr, wo in drei Monaten mehr passiert ist als früher oft in 3 Jahren. Bewegung und Wandel auf allen Ebenen, das kann man wirklich so sagen. Und noch ist es ja nicht vorbei, wer weiß schon, was noch so alles passiert.

Ich kann mich nicht erinnern, die letzten 25 Jahre bereits zum 1. Advent mit dem Schmücken meiner Wohnung und meiner Wohnungstüre fertig gewesen zu sein. In diesem Jahr ist es aber so. Schon recht früh habe ich begonnen, mir nach und nach Dekomaterial in „meinen neuen Farben“ zu kaufen. Es gab Jahre, da hatte ich überhaupt keine „Lust“ auf die Adventzeit und schon gar nicht auf Weihnachten, in diesem Jahr ist das aber völlig anders, und auch ein bisschen neu, diese Vorfreude. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich jetzt zwei kleine Enkelsöhne haben, die durchaus schon mitbekommen, was da alles so passiert. Die vielen Lichter, das Geglitzere, das Singen von Weihnachtsliedern, zur Einübung quasi. Aber es hat sicherlich noch mehr mit mir zu tun. Ich kann nun nicht behaupten, ich sei „angekommen“, das ist man ja nie so wirklich, aber so etwas in dieser Richtung ist es schon. Ich fühle mich wohl, ich liebe mein Zuhause, ohne zu wissen, wo der Weg mich nun weiter hinführen wird, keine Ahnung, so bin ich aber doch bei mir selbst „gelandet“.

Es geht auch anders – denke ich seit ein paar Tagen. Seit Mittwoch befindet sich meine Mutter in einer Reha-Klinik, und ich muss sagen, dass die Therapeuten und Schwestern mehr als fürsorglich und nett und freundlich sind, einfach vorbildlich, wie dort mit den Patienten umgegangen wird. Wie selbstverständlich die Reaktionen sind, wenn meine Mutter auf Fragen nicht antworten kann, weil sie die Antworten einfach vergessen hat. Sicherlich, man kann jetzt sagen, schließlich ist es ja deren Beruf. Aber bei einigen kann man doch sehr deutlich fühlen, dass es auch die Berufung ist. Der behandelnde Arzt ist allerdings reichlich zerstreut, aber mein Bruder meinte zwinkernd, wie soll er auch anders sein, wo er doch nur mit Menschen umgeht, die einen Gehirnschaden haben, egal welcher Art 😉
Auf jeden Fall sieht man die Fortschritte, die sie macht, von Tag zu Tag, und das Gefühl ist ein gutes.

So nach dem Motto: alles ist/wird gut. So wie vorher wird es definitiv nicht mehr werden, aber das muss es auch nicht.

Das Leben besteht aus einer Aneinanderreihung von Veränderungen, zumeist positiver Art, manchmal auch negativer, gerade was den Gesundheitsbereich betrifft. Das mit voller Bewusstheit so anzunehmen und dagegen keinen Widerstand mehr zu leisten, das hat mich dieses Jahr – 2011 – gelehrt.

Ich wünsche Dir einen schönen 1. Advent! Von Herzen, Dori

Das erste Mal

11.11.11. Wow, was für ein Datum. Elfter Elfter Elf!
Ein begehrter Termin für viele Hochzeitspaare, schon Monate im voraus war er ausgebucht.
Und der Auftakt der Karnevalsession, nicht nur im Rheinland. Wie schön, dass das Wetter mit seinem strahlenden Sonnenschein mitgespielt hat, auch wenn der Wind eisig kalt war.

Und ja, heute war auch St. Martin.

Der kleine Mo, der zum ersten Mal heute am St. Martinsumzug teilnahm, war zwar sehr interessiert, aber so richtig konnte er mit dem ganzen Geschehen noch nichts anfangen. Obwohl er gleich zwei selbstgebastelte Laternen dabei hatte, eine von Papa, und eine von Mama aus der Krabbelgruppe.

Schließlich war es ja auch schon fast Schlafenszeit, und so war der Mo, schön warm in seinen Fußsack eingepackt, auch ganz schnell müde. Den St. Martin auf seinem Schimmel hat er zwar bestaunt, aber der große und hell erleuchtete Bus, der wartend am Straßenrand stand, bis der Umzug vorbei ist, war doch eindeutig viel interessanter als das ganze Gewusel drumherum.

Die Oma hat dann noch versucht, ein schönes Foto mit dem Handy zu machen, aber so richtig doll ist es dann doch nicht geworden.

Sooo viele Kinder waren unterwegs, im Kinderwagen, zu Fuß, Eltern und auch Großeltern trugen die Laternen für die Kids, der Gesang ließ allerdings auch ein bisschen zu wünschen übrig 🙂

Im nächsten Jahr wird das schon anders aussehen, dann ist er wieder ein Jahr älter und geht dann zusammen mit seinen Kindergarten-Kumpels zum St.-Martins-Zug 🙂 Natürlich in Begleitung….

Seelenbänder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Mutter hat seit zwei Jahren eine Putzfrau. Eine bildschöne Polin, Mitte 40, Mutter von 3 halbwüchsigen Kindern, mit den unglaublichsten grünen Augen, die ich je gesehen habe, und mit dem liebevollsten Wesen, das ich kenne.

Es vergeht kein Tag, an dem diese Frau meine Mutter nicht im Krankenhaus besucht. Jeden Tag bringt sie ihr etwas mit, Kekse, Saft, Pralinen, Blumen. Sie tätschelt meiner Mutter die Wange, streicht ihr liebevoll über den Rücken, springt und macht und tut, und meine Mutter genießt sichtlich all die Liebe und Fürsorge, die diese Frau ihr entgegenbringt.

Und ich schaue und denke: es gibt es tatsächlich. So eine Art von Seelenverwandtschaft. Zwei wildfremde Menschen, die sich tief miteinander verbunden fühlen, wo etwas hin- und herschwingt, wo ein Band existiert, ein Seelenband.