Nur ein Hund………

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Schon als Kind habe ich mir immer einen Hund gewünscht, sehnlichst, von ganzem Herzen, es war mein innigster Wunsch. Meine Eltern mochten aber keine Haustiere. Später, als ich erwachsen war und selbst Familie, da war die Zeit, die man in ein Haustier „investieren“ muss, nicht da. Noch später hatte ich Partner, die die Verantwortung für einen Hund nicht übernehmen wollten oder konnten. Rückblickend betrachtet konnten sie das nicht einmal für sich selbst.

Als sich meine Lebenssituation dann dahingehend änderte, dass ich mehr Zeit für mich und weniger Arbeit haben würde, da stand für mich fest: Jetzt ist der richtige Augenblick für einen Hund gekommen. Und so kam vor nunmehr vier Jahren die Mila – die kleine schwarze Prinzessin – in mein Leben!

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Und vor zwei Jahren kam dann noch der Toby zu uns.

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Auch wenn manche meinten, das sei ein Schnellschuss gewesen – ich hatte tatsächlich ein ganzes Jahr schon vorher geschaut, aber nie den passenden Gefährten für die Mila gefunden.

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Gestern nun habe ich diesen wunderbaren Text im Netz gefunden, der genauso von mir geschrieben sein könnte. Und ich nehme diese tollen Worte – die nur ein Hundebesitzer geschrieben haben kann – zum Anlass, wieder mit dem Bloggen zu beginnen. Das hat mir nämlich sehr gefehlt – aber ich habe keinen Anfang gefunden. Bis gestern.

Von Zeit zu Zeit sagen Leute zu mir „wach auf, es ist nur ein HUND“ oder „das ist aber viel Geld für nur einen HUND“.

Sie verstehen nicht, warum man diese Wege zurück legt, so viel Zeit investiert oder die Kosten, die „nur ein Hund“ mit sich bringt.

Manche meiner stolzesten Momente verdanke ich „nur einem Hund“. Viele Stunden sind vergangen, in denen meine einzige Gesellschaft „nur ein Hund“ war, aber ich fühlte mich nicht ein einziges Mal missachtet.

Einige meiner traurigsten Momente wurden durch „nur einen Hund“ hervorgerufen und an dunklen Tagen war es „nur ein Hund“, dessen freundliche Berührung mir Wohlbefinden und die Stärke, den Tag zu überstehen, brachte.

Falls du auch denkst es ist „nur ein Hund“, dann wirst du vermutlich Sätze kennen wie „nur ein Freund“, „nur ein Sonnenaufgang“ oder „nur ein Versprechen“.

Es ist „nur ein Hund“, welches das Wesentliche aus Freundschaft, Vertrauen und purer unverfälschter Freude in mein Leben bringt.

„Nur ein Hund“ ruft in mir das Mitleid und die Geduld hervor, die mich zu einem besseren Menschen machen.
„Nur ein Hund“ bringt mich dazu früh aufzustehen, lange Spaziergänge zu machen und sehnsüchtig in die Zukunft zu blicken.

Deswegen ist es für mich und den Menschen, wie ich es bin, eben nicht „nur ein Hund“, sondern eine Verkörperung aller Hoffnungen und Träume für die Zukunft, geliebter Erinnerungen und der pure Genuss der Gegenwart.

„Nur ein Hund“ zeigt was gut an mir ist und lenkt meine Gedanken ab. Ich hoffe, die anderen Menschen können eines Tages verstehen, dass es nicht „nur ein Hund“ ist, sondern etwas, dass mir Menschlichkeit verleiht und mich zu mehr macht als „nur eine Frau“

Also, wenn du nächstes Mal den Satz „nur ein Hund“ hörst, dann lächle, weil sie es „nur“ nicht verstehen……..

Verfasser: unbekannt

Unfassbar….

….dass dieser Sommer schon wieder vorbei ist. Irgendwie habe und hatte das Gefühl, gar keinen Sommer gehabt zu haben.

Während Anita und Ellen darüber posten, wie grandios dieser Sommer war, kann ich nur sagen: das war seit langer Zeit der unschönste Sommer.

Nichts bewegt sich seit Anfang dieses Jahres. Dabei sollte es doch „mein“ Jahr werden. Endlich 60 und in Rente – yippeah das Leben kann kommen. Das Leben kam aber nicht. Vielmehr kam die Stagnation, und sie hält immer noch an. Meine Pläne – die ich ja immer habe – irgendeinen Plan noch in der Tasche – sind allesamt nicht aufgegangen. Das gab es eigentlich noch nie. Und einen Plan „E“ oder „F“ habe ich jetzt auch nicht mehr. Irgendwie habe ich augenblicklich gar keinen Plan.

Also quasi planlos…….

Dann nervt mich im Augenblick total die Medienberichterstattung. Ich kann nichts mehr hören über Flüchtlinge, große Autokonzerne, die ihre Kunden betrügen, Plagiatvorwürfe an Politiker, misshandelte Hunde in Südeuropa und in Asien. Gibt es denn gar nichts Positives zu berichten? Mich zieht das total runter.

Und dann geh ich in den Wald, atme die frische Luft ein, genieße die Licht- und Farbenspiele – gerade jetzt und ganz besonders im Herbst – und bin dann doch wieder dankbar für die viele Zeit, die ich für mich habe. Ich habe nur noch nicht den richtigen Weg gefunden, sie sinnvoll zu nutzen.

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Vielleicht ist das aber auch eine bewegende Zeit des Wandels – und mir dauert das nur wieder alles zu lange……

Lernen

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Mit Der Zeit lernst Du, dass eine Hand zu halten nicht dasselbe ist, wie eine Seele zu fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleiten nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen.
Du beginnst Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen. Mit der Würde eines Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind.
Und Du lernst, all deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt wenn du zu viel davon abbekommst.
Aber du lernst auch, dass dich die Sonne wärmt.
Du lernst, dass es Menschen gibt, die dich lieben.
Menschen, die verstehen was du sagst, ohne dass du sprichst – nur weil du fühlst.
Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst und wirklich stark bist und dass du deinen eigenen Wert hast, denn das ist Dein Leben und das lebst nur Du!
Carmen Rodriguez

Am Ende wird alles gut!

Ort: Neuss Innenstadt

Zeitpunkt: gestern morgen, 9:00 Uhr

Nehmen Sie Platz, sagt er, als ich sein Zimmer betrete. Er steht mit dem Rücken zur Tür und schaut aus dem Fenster. Ich setze mich auf einen der beiden Stühle vor seinem Schreibtisch, da dreht er sich um und sagt: nein, nicht auf diesen, auf den anderen.

Ich schaue ihn verwirrt an. Kein Guten Morgen? Er blickt nicht einmal hoch, sondern auf die Akte auf seinem Schreibtisch. Ich verstehe es nicht, aber setze mich auf den anderen Stuhl. Schließlich wird er über mein weiteres Leben und meine Zukunft entscheiden. Ich sage zu mir selbst: Doris, halt den Ball flach, und atme tief durch. Om…..

Was wollen Sie hier? Ich: Wie bitte? Ja, weswegen sind Sie hier? Ich: ich folge einer Einladung der Deutschen Rentenversicherung. Wieso? Er macht mich jetzt schon komplett kirre. Weil ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Sie Anrecht auf eine Rente haben? Krankheiten!

Ich: Wie bitte?

Ja, welche Krankheiten?

Da platzt mir der Kragen. Ich frage: Soll ich wieder gehen? Sie nehmen mich weder wahr noch haben Sie Interesse an mir als Mensch. Sie schauen mich nicht einmal an, wenn Sie mit mir sprechen. Da hebt er zum ersten Mal den Kopf und sagt: Ich brauche Sie nicht wahr zu nehmen, ich bin nur der Gutachter.

Okay, das war’s – ich hab’s vergeigt. Ich bin nicht nett und freundlich bin ich jetzt schon gar nicht mehr, und so wie das aussieht wird er mich auf meinem Weg in die vorzeitige Rente nicht unterstützen.

Dieses ganze Spiel dauert cirka eine Stunde. Zum Schluss sagt er noch: Sie sind aufsässig! Das steht auch in dem Entlassungsbericht der Reha-Klinik. Patientin ist aufsässig und wütend. Ach – wär ich von selbst bestimmt nicht drauf gekommen.

Diese ganze Art und Weise, wie Menschen hier behandelt werden, zieht sich wie ein roter Faden durch meine Geschichte. Egal, ob es die Krankenversicherung ist, die Rentenversicherung, die Ärzte aus der Reha-Klinik oder er hier jetzt, Gutachter für die Deutsche Rentenversicherung in Neuss, „Sozialmediziner“, es herrscht ein Tonfall, den ich so gar nicht kenne, und ganz selten in meinem 40-jährigen Berufsleben erlebt habe.

Im Anschluss an „diese Geschichte“ bin ich erst einmal eineinhalb Stunden durch den strahlenden Sonnenschein und durch „mein Feld“ gewalkt, mein Hund leicht irritiert hinter mir her, denn so schnell – vor lauter Energie – hat er mich auch nicht so oft erlebt.

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen: egal, was jetzt kommt, ich nehme es an, ich akzeptiere es, und dann sehe ich zu, dass ich das Beste daraus mache.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende 🙂

Die Kunst des Schwimmens

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Ein Auszug aus dem Buch „Die Kunst des Lebens“ nach S.N. Goenka:

Eine Geschichte, die veranschaulichen soll, wie wichtig es ist, das Leben zu verstehen und Leben zu lernen.

Ein junger Professor unternahm eine Seereise. Er war ein hochgebildeter Mann mit einer langen Reihe von Titeln, aber mit nur wenig Lebenserfahrung. Zu der Mannschaft des Schiffes, auf dem er reiste, gehörte ein ungebildeter älterer Seemann, der nie Lesen und Schreiben gelernt hatte. Der machte es sich zur Gewohnheit, jeden Abend den jungen Professor in seiner Kabine aufzusuchen, um seinen Vorträgen zu lauschen, in denen er sich über viele verschiedene Fachgebiete ausließ. Er war beeindruckt von der Gelehrtheit des jungen Mannes.

Eines Abends, als der Seemann nach mehreren Stunden die Kabine verlassen wollte, fragte ihn der Professor:
“Alter Mann, hast du Geologie studiert?”
“Was ist das, Sir?”
“Die Wissenschaft, die sich mit der Erde befasst.”
“Nein, Sir, ich bin nie auf irgendeiner Schule oder gar Universität gewesen. Ich habe nie irgend etwas Besonderes gelernt und schon gar nicht studiert.”
“Alter Mann, du hast ein Viertel deines Lebens verschwendet.”

Mit einem langen Gesicht ging der Seemann davon. “Wenn ein solch gebildeter Mann das sagt, dann muss es zweifellos wahr sein”, dachte er. “Ich habe ein Viertel meines Lebens vertan!”

Am nächsten Abend, als der Seemann wieder die Kabine verlassen wollte, befragte ihn der Professor wiederum:

“Alter Mann, hast du Ozeanographie studiert?”
“Was ist das, Sir?”
“Die Wissenschaft, die sich mit dem Meer befasst.”
“Nein, Sir, ich habe nie irgend etwas studiert.”
“Alter Mann, du hast dein halbes Leben vergeudet.”

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Ein warmes Herz

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Mein Blog – auf dem ich zugegebenermaßen in der letzten Zeit nicht so oft unterwegs bin – heißt ja „Leben ist… Bewegung und Wandel.“

Es wandelt sich im Augenblick wieder einmal so viel, aber es bewegt sich nichts. Kennst Du das auch? Alles ist angeleiert, alles ist von meiner Seite aus getan, und es hängt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jetzt schon Ende des Jahres ist und alle in den Herbst-/Winterschlaf gegangen sind. Es fühlt sich alles so zäh an.

Oder ist das wieder einmal nur meine eigene Wahrnehmung?

Ich habe heute morgen nach dem Aufwachen beschlossen, es komplett loszulassen. Nicht mehr daran zu denken, mir nicht ständig den Kopf zu zermartern, wie es nun weitergehen wird mit mir. Jeden Tag mit all seinen Herausforderungen so anzunehmen, wie er nun einmal ist. Das Leben ist derzeit kein Ponyhof, aber es ist trotzdem schön, so wie es ist.

Gerade gestern Abend habe ich noch zu meiner Reha-Mitstreiterin – die in Hamburg lebt – die Worte meiner Freundin Gaba wiederholt:

Nichts in unserem Leben geschieht umsonst. Auch wenn man die Bedeutung manchmal auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Und da kommen mir die Beiträge von Elisabeth und Andrea gerade im rechten Augenblick, denn das wünsche ich mir – und auch Dir – von ganzem Herzen!

WAS ICH DIR WÜNSCHE

Ich wünsche dir ein warmes Herz und darin eine Nachtigall.
Ich wünsche dir einen Himmel voller Sonne und singender Vögel.
Ich wünsche dir starke Hände, um zu tragen;
Und offene Arme, um zu lieben,
Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit einen warmen Sessel, um einzuschlafen.
Ich wünsche dir ein Jahr , wo du sagen willst, es möge viele Jahre dauern.

Phil Bosmans

Es interessiert mich nicht

Im August 2009 habe ich schon einmal diese Zeilen gepostet – auf meinem „alten“ Chakrablog. Seit ich das Buch von Oriah Mountain Dreamer 2006 gelesen habe, bin ich von diesen Worten tief berührt – es stellte sogar Parallelen zwischen ihrem und meinem Schicksal damals fest. Seither versuche ich, Menschen nicht mehr zu beWERTEN, wie ich das früher oft getan habe. Aber es gelingt mir nicht immer, das weiß ich.

Es wird immer bedeutsamer für mich, gerade im Hier und im Jetzt und Heute. Nicht beWERTET zu werden, und nicht zu beWERTEN.

Meine Freundin fragt mich: wie alt ist er? Weiß ich nicht.
Welches Auto fährt er? Ist mir doch egal.
Wie heißt die Firma, in der er arbeitet? Keine Ahnung.

Ist das alles wirklich so wichtig? Oder ist es vielmehr die Art und Weise, wie ich mich bei anderen Menschen fühle, die für mich ausschlaggebend ist?

Daher hier noch einmal:

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
– meinem oder Deinem eigenen –
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
– meiner oder Deiner eigenen –
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst
– mit Deinem und meinem –
und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst
–ausgelaugt und mit Schmerzen –
und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.

Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.
Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst
und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.

Oriah Mountain Dreamer (im Mai 1994, http://www.oriahmountaindreamer.com)

Die „Blaue Stunde“

Blaue Stunde ist heute vor allem ein poetischer Begriff für die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit sowie für die Zeit kurz vor Sonnenaufgang. Während dieser Zeit besitzt der tiefblaue Himmel in etwa dieselbe Helligkeit wie das künstliche Licht von Gebäude- und Straßenbeleuchtungen. Das Blau des Himmels hat aber auch eine andere physikalische Ursache als bei Tage und hat damit auch eine andere spektrale Zusammensetzung.

23. Oktober 2012 – 18:45 Uhr – die blaue Stunde!

Ich sitze hier, streichele meinen Hund, und schaue hinaus. Dieses blaugraue Licht – die sogenannte blaue Stunde – hat mich schon immer fasziniert – und berührt. Der Tag geht langsam über in die Nacht, alles ist in blaugraues Licht getaucht, alles sieht irgendwie schön aus, und ich feiere Abschied.

Am Wochenende wird die Uhr wieder umgestellt, und all diejenigen, die mich hier schon länger kennen wissen, das ist dann nicht meine Zeit!

Der Baum vor meinem Fenster hat schon jede Menge Blätter abgeworfen, immerhin sind aber noch so viele dran, dass die Menschen aus dem Haus vis-à-vis noch nicht hineinschauen können, in mein Wohnzimmer.

Ich hatte einen sehr schönen Tag. Der Dienstag ist mein einziger freier Tag, ich habe keinerlei Termine, arbeite nichts, und ich kann ihn so gestalten, wie ich es möchte. Diesen Luxus kann ich mir gönnten, und es ist zugegebenermaßen auch einer der ganz wenigen Vorteile der Arbeitslosigkeit, in der ich mich ja immer noch befinde.

Ich war heute sehr viel draußen, habe die letzten schönen Oktobersonnenstrahlen und meine Spaziergänge mit Mila genossen. Seit die Mila bei mir ist (seit dem 9.7.12) gehe ich noch lieber raus als zuvor. Allerdings nicht mehr mit meinen Nordic Walking Stöcken, davor hat sie nämlich riesengroße Angst.

Vor ein paar Tagen kam uns beim Spaziergang eine Familie entgegen. Der Vater und die beiden Kinder hatten Stöcke in der Hand und „kämpften“ irgendwie miteineinder. Die Mila ist sofort unter das nächste parkende Auton geflüchtet und wollte nie wieder hervor kommen. Die Leuten waren so unsensibel und haben sich über meinen Hund „schlapp gelacht“. Aber sie können ja nicht wissen, dass dieser Hund bereits ein Vorleben hatte, auf den Straßen Spaniens, und nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat, eher das Gegenteil.

Ich kann mir immer weniger vorstellen, Urlaub in Ländern zu machen, wo Tiere mißhandelt werden. Bislang war ich nie „aktiver“ Tierschützer. Aber seit die Ludmila bei mir ist, ändert sich meine Sichtweise auf so vieles.

Menschen, die Tiere nicht respektieren, können definitiv nicht mehr in meinem Leben sein!

Ich esse kaum noch Fleisch, mir bleibt einfach oftmals der Bissen im Halse stecken bei dem Gedanken, was die Tiere in unseren ach so zivilisierten Ländern erleben müssen.

Ein Vegetarier werde ich wohl nicht werden, aber ich überlege immer öfter, ob ich aus moralisch-ethischen Gründen ein Stück von einem toten Tier verzehren möchte.

So ist das bei mir, in der blauen Stunde. Mein College-Block auf den Knien, den Kopf dieser Wahnsinns-Hündin auf meinem Oberschenkel, und ich schreibe schreibe schreibe schreibe. Oft für Euch hier, aber noch öfter für mich!

In diesem Sinne – seid BEWUSST – Eure Dori 🙂

Und zwar nur für mich….

MANCHMAL WÜNSCHTE ICH…...

  • ich wäre ein bisschen weiser. Dann würde ich nicht ständig all meine Entscheidungen hinterfragen.
  • ich wäre ein wenig mehr selbstbewußt. Ich würde nicht immer nach der Meinung anderer schauen.
  • ich wäre viel liebevoller, vor allem zu mir selbst. Ich müsste nicht ständig um Verzeihung bitten.
  • ich wäre noch einmal jünger. Eine Sache gibt es da, die hätte ich gerne rückgängig gemacht. Auch wenn es eine Lernerfahrung war.
  • ich wäre richtig alt. Ich würde auf mein Leben zurückblicken und sagen: YES, I COULD!
  • ich würde noch mehr in mir selbst ruhen. Ich wäre nicht mehr auf der SUCHE!
  • ich wäre weniger selbstkritisch. Ich müsste nicht ständig wieder von vorne anfangen!
  • ich hätte viel mehr Mut. Ich würde die Dinge tun, die mir am Herzen liegen, ohne „Rücksicht auf Verluste“. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!
  • ich hätte mich mehr engagiert! Für die Menschrechte, die Frauen, Kinder, Tiere, die Natur. Ich habe nur überlebt, und versucht zu überleben. Schade!!!
  • ich hätte nicht so oft mit dem Feuer gespielt. Ich hätte weniger Verbrennungen, an Körper, Geist und Seele!
  • ich könnte das Schicksal meiner Vorfahren abschütteln und MICH ENDLICH AUF DEN PLATZ STELLEN, der FÜR MICH BESTIMMT IST!

UND ZWAR NUR FÜR MICH!!!!!!!!!‘

Große Freude

Diese E-Mail habe ich heute aus Spanien bekommen. Ist das nicht schön? Ich habe mich so sehr gefreut und tue es immer noch!

Liebe Frau Kellers,
ich heiße Andrea und bin eine Freiwillige des Tierheims Sierra Nevada.
Anita hat mir Ihre Bilder von Ludmila und Ihre E-Mail weitergeleitet, über die ich mich natürlich auch riesig gefreut habe und die ich Anita dann übersetzt habe.
Anita schreibt:
Was für ein glückliches Ende!!! Ich werde das gleich Loli (eine andere Freiwillige vor Ort) erzählen, die Ludmila auf der Landstraße entdeckte und ihr das Leben gerettet hat …
Bitte richte Frau Kellers ein herzliches Dankeschön für die schönen Zeilen aus. Übrigens liebt es Ludmila, wenn man sie auf den Arm nimmt … auf dem Arm fühlte sie sich immer total glücklich und sicher. Vielleicht mag Frau Kellers das nicht, aber ich will’s ihr ja auch nur gesagt haben … ;-)(Anmerkung meinerseits: Vermutlich haben Sie das selbst auch schon festgestellt … :-))))
 
Vielen Dank für alles, auch von meiner Seite!!!!
und natürlich LIEBE GRÜßE und ALLES GUTE!
Andrea Wolf