Die Urlaube unserer Kindheit

 

Kürzlich wurden in einer Talk-Show im Fernsehen öffentliche Personen – Schauspieler, Buchautoren, Moderatoren – zu den Urlauben ihrer Kindheit befragt. Was kamen da für lustige und auch weniger lustige Geschichten heraus. Man muss sich dabei vorstellen, dass die meisten dieser Gäste nicht mehr ganz so jung waren und ihre ersten Urlaube mit ihren Eltern wahrscheinlich in den 60er und 70er Jahren verbracht haben.

Eine bekannte Moderatorin rief in die Runde: meine Urlaube als Kind waren schrecklich, ich musste mit meinen Eltern immer in die Berge zum Wandern. Was musste ich lachen, genau das ist es. Ich musste als Kind immer zum Wandern mit meinen Eltern in den Schwarzwald. Was habe ich das gehasst. Auf meinen kleinen Beinen und Füßen musste ich mit meinen Eltern (mein kleiner Bruder war auch dabei, aber der fand das irgendwie spassig) kilomeeeeeeeeeeeeeeeeeeeterweit, bei Sonne und Wolken, Regen und Sturm, egal bei welchem Wetter, durch den Schwarzwald laufen. Einmal hat es so geregnet, dass wir anschließend meine Schuhe wegwerfen mussten und ich „im Schwarzwald“ neue haben musste, ein weiteres Drama. Nicht vergessen, das ist ca. 45 Jahre her.

Was habe ich meine Freundin von damals beneidet. Die fuhr jedes Jahr mit der kompletten Familie (5 Kinder) nach Italien ans Meer. Der Vater war Prokurist, so erzählten mir meine Eltern (etwas ganz Geheimnisvolles und Suspektes) und die konnten sich das damals schon leisten, mit 7 Personen nach Italien ans Meer zu fahren. Alleine das ist ja schon sehr verdächtig, und so wurde diese Familie von den Nachbarn immer sehr argwöhnisch beobachtet. Ich war froh, dass sie mir nicht gleich die Freundschaft zu diesem Mädchen verboten haben. Aber wenn sie evangelisch gewesen wäre, dann hätte das das AUS bedeutet. Ja, so war das „früher“, da waren die Eltern und Großeltern alle rigoros.

Und so kam es, dass ich mit 9 Jahren zum ersten Mal alleine verreisen durfte – mit dem Roten Kreuz. Und wo haben sie mich hingeschickt? Nach Österreich. Der Urlaub war ganz okay, wie ich mich erinnere, aber nicht das, was ich wollte. Ich wollte doch so gerne ans Meer, egal an welches Meer, Hauptsache an irgendein Meer und nicht in die Berge!

Mit 10 Jahren durfte ich dann mit der Arbeiterwohlfahrt an die Ostsee, und das war mein „Durchbruch“. Seither fahre ich im Urlaub ans Meer. Ich käme niemals auf die Idee, in die Berge zum Wandern zu fahren 😉 Oder zum Skifahren, das wär ja noch mal eins oben drauf!

Ich fahre mal an die Ostsee, auch sehr gerne an die Nordsee, auch ans Mittelmeer, egal, Hauptsache ich kann auf das Meer schauen.

In den letzten Jahren war ich öfter in den Niederlanden an der See, das hat den Vorteil, dass ich nur 3 Stunden fahren muss, und schon bin ich da. Ich mag die Niederlande und die Menschen mit ihrem Akzent sehr, irgendwie verläuft das Leben dort viel ruhiger, wie ich meine, nicht so Deutsch!

Mein Herz öffnet sich und ich habe das Gefühl von Weite und von Freiheit, wenn ich stundenlang durch den Sand am Wasser entlanglaufen kann, und nichts ist da, was mich einengt, kein negativer Gedanke trübt mein Wohlbefinden. Es ist einfach nur schön, wieder am Meer (Zuhause) zu sein.

Der Bus aus Polen


Was ich nicht wusste:
alle zwei Wochen kommt aus Polen ein Bus am Grevenbroicher Bahnhof an. Unglaublich. Alleine die Tatsache, per Bus quer durch Europa zu reisen, ist mir niemals in den Sinn gekommen. Aber die Busse kommen natürlich nicht nur in Grevenbroich an, sondern auch in allen anderen Städten Deutschlands.

Am 4.1.2012 (uups – das nächste Jahr steht ja bereits vor der Tür) wird sie ANKOMMEN! Aus Polen. 57 Jahre (genauso alt oder jung wie ich selbst – das kommt auf den Blickwinkel an – Dr. der Chemie – seit vielen Jahren spezialisiert auf private Altenpflege – da es in ihrem Land für sie keine Stelle in ihrem Beruf gibt), und sie wird die Betreuung meiner Mutter übernehmen. Ich freue mich. Erst einmal für meine Mutter, dass sie nie mehr alleine sein muss, was sie ja so fürchtet in ihrem riesengroßen Haus, und dann auch für uns, meinen Bruder und mich, denn diese Frau wird uns viel von unserer Sorge und den Alltagsproblemen abnehmen.

Meine Mutter ist in der glücklichen Lage, sich das LEISTEN zu können. Meine Eltern haben wirklich hart gearbeitet, ihr Leben lang, hatten immer Ziele, und zwar gemeinsame, haben viel gespart, und bekommen eine wirklich sagenhafte Rente. Selbst mir ihren 60 Prozent Rente von meinem Vater könnte man durchaus sagen, meine Mutter ist aus heutiger Sicht eine wohlhabende Frau.

Ich find das alles gut, ich find das alles toll, ich bin überglücklich, dass wir diese Lösung und offenbar die passende Frau gefunden haben, aber jetzt mal ganz ehrlich: wieso müssen da Frauen aus Polen oder überhaupt aus dem Ostblock bei uns anreisen, um unsere Eltern zu pflegen? Gibt es in Deutschland keine Frauen, die sich der professionellen Pflege von alten Menschen widmen können? Verstehe ich beim besten Willen nicht!

Ich wünsche mir sehr, dass ich es bin, die sie vom Bahnhof abholen wird. Ich glaube und fühle, dass von Frau zu Frau ein besonderes Verhältnis möglich sein wird. Eine fremde Frau, die meine Mutter pflegt und betreut, das ist erst einmal ein komisches Gefühl für mich. Eigentlich – ich bin ja die Tochter – müsste ich das doch tun! Nach den Vorstellungen unserer Gesellschaft. Aber ich kann das nicht, ich möchte es nicht, ich möchte für mich selbst und für mein eigenes Leben sorgen. Ich habe zwei Kinder groß gezogen, ohne Vater, und das langt mir. (Ich rechtfertige mich gerade – ist das blöd?) Und ich möchte meine eigenen Wege weiter gehen. Ohne meine Mutter. Ohne meine Kinder. Ohne meine Enkelkinder. Nur ich allein. Das ist so wichtig für mich, das ist lebensnotwendig für mich, und es ist an der ZEIT!

Bildquelle

Ohne Worte

Auf der Rückfahrt gestern sagte ich zu meiner Tochter: was war sie schön, unsere Woche!

Mit Moritz Moppelpo – sein kleines Gesicht hält er in den Wind, er geniesst es, und er mag die Wellen, die Möwen, die kreischen und die dicken Schiffe, die am Horizont entlanggleiten.

Aber vor allem mit uns. Seelenverwandte, die wir nun mal sind.

Wir können reden, ununterbrochen, aber auch so herrlich miteinander schweigen. Einfach mal nichts sagen müssen.

Niemand der fragt: hast Du was?

Niemand der fragt: hab ich Dir was getan?

Niemand, der sagt: Du hast doch was!

Nein, hab ich nicht.

Ich mag nur manchmal ganz einfach nur still sein!

Im LaLaLand

Mo ist im Lalaland, sagt meine Tochter. Das sind wir alle, hier am Niederrhein. Die Luft ist schwer, schwül, und die Kleider kleben trotz nur 19 Grad am Körper fest, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit. Alles ist schleppend. Hinzu kommt noch der intensive Vollmond im Juni und die heutige totale Mondfinsternis!

Wer nicht hier lebt und das nicht ERlebt, der weiß wahrscheinlich gar nicht, wovon ich rede.

Heute habe ich den kleinen Max besucht, meinen inzwischen zweijährigen Enkelsohn, und der legt sich freiwillig mit seinem Schmusehasen aufs Sofa und will einfach nur noch seine Ruhe haben.

Was freue ich mich, wenn ich am Wochenende nach Holland ans Meer fahren darf, wo die Luft klar ist, wo immer ein frischer Wind weht, und wo man bis in seine Zehenspitzen durchatmen kann.

Blick aufs Meer – die Seele baumelt.

Ab in den Urlaub – mit Tochter und Enkelsohn – das Reisefieber hat uns bereits ergriffen. Heute haben wir mit dem Vermieter des Häuschens telefoniert, Bettchen und Hochstühlchen und frühere Ankunftszeit – alles kein Problem. Ich liebe Holland und die Holländer, die sind einfach nur locker und menschen- und vor allem kinderfreundlich.

Bis dann mal – in Kürze – meldet sich wieder Eure Dori 🙂

Der Sommer mit Mo

Moritz Moppelpo wurde er neulich kurzerhand vom kleinen Sohn der Freundin meiner Tochter „getauft“. Jetzt hat er im Alter von 9 Monaten schon seinen Spitznamen weg!

Zur Zeit erkundet er die Welt – und ich mit ihm 🙂 Inzwischen kann er robbenderweise überall hin gelangen, und bekommt schon ein ordentliches Tempo, man kann gar nicht schnell genug schauen! Alles wird zuerst mit zwei spitzen Fingerchen hoch genommen, egal was, von allen Seiten betrachtet und zack – in den Mund gesteckt.

Bei Fremden ist er sehr zurückhaltend, aber seiner Familie zeigt er seine Freude und auch seine Liebe, auf seine Weise, da kann es schon mal vorkommen, dass er sich in den Haaren festkrallt und seine Stirn auf meine drückt und versucht, mir ein Küsschen zu geben, was aufgrund der Motorik meistens dann nicht klappt 😉

Ich freue mich schon jetzt, wenn ich mit meiner Tochter und dem Moppelpo im Juni Urlaub an der Nordsee in Zoutelande machen darf, wenn wir Sandburgen bauen und mit Wasser am Strand matschen.

Der Sommer mit Mo – ich werde ihn geniessen!

Eat Pray Love

Davids plötzlicher emotionaler Rückzug wäre wohl auch unter den günstigsten Umständen eine Katastrophe gewesen, da ich die liebevollste und liebeshungrigste Kreatur auf Erden bin (so etwas wie eine Kreuzung zwischen Golden Retriever und Klette). Ich war mutlos und abhängig und brauchte mehr Zuwendung als ein Arm voll zu früh geborener Drillinge. Sein Rückzug machte mich nur noch bedürftiger, und meine Bedürftigkeit liess ihn noch mehr zurückweichen, bis er bald vor meinen schluchzenden Appellen in Decken ging, Appellen wie Wo willst du hin? oder Was passiert nur mit uns?

Tatsache ist: Ich war süchtig nach David geworden, und nun, da seine Aufmerksamkeit nachließ, litt ich unter den leicht vorhersehbaren Folgen. Abhängigkeit ist das Kennzeichen jeder Liebesgeschichte, die auf Vernarrtheit basiert. Das Ganze beginnt, wenn das Objekt unserer Anbetung uns eine berauschende halluzigone Dosis einer Empfindung kosten lässt, die zu wünschen wir uns niemals einzugestehen wagten – einen Speedball aus stürmischer Liebe und heftiger Erregung.

Bald schon beginnt man sich mit der gierigen Besessenheit eines Junkies nach dieser intensiven Aufmerksamkeit zu verzehren. Wird einem die Droge vorenthalten, fühlt man sich sofort krank, verrückt und leer (ganz zu schweigen von dem Groll auf den Dealer, der diese Sucht zuallererst nährte, sich jetzt aber weigert, das Zeug herauszurücken).

Weiterlesen

Kugelschreiber

sind für uns hier in der westlichen Welt etwas völlig Selbstverständliches. Man hat sie zu Dutzenden oder sogar noch mehr. Man bekommt sie als Werbegeschenk, oder lässt sie schon mal „irgendwo mitgehen“, so wie ich das des öfteren mache – unabsichtlich, wie ich betonen möchte 🙂 Ich habe auch zwei oder drei wertvolle Kugelschreiber, die ich irgendwann mal geschenkt bekam, aber die benutze ich nicht. Zum einen bedeuten sie mir nichts – ich kann manchmal mit dem billigsten einfach am besten schreiben – zum anderen würde ich sie sowieso irgendwo liegen lassen.

Weiterlesen

Wieder da!

Eigentlich sind wir schon seit Donnerstag Nacht zurück, Babs und ich! Aber ich brauche unheimlich lange, um wieder zurückzukommen, anzukommen, in dieses Leben, in meinen Alltag.

Die Eindrücke waren einfach zu überwältigend, ich fühlte mich, als sei ich nach Hause gereist. All die vielen Bilder, bunten Farben, Palmen, Bazare, armen Menschen, das Schiff, die Tempelanlagen, haben mich einfach „umgehauen“. Das muss alles erst einmal verarbeitet werden.

Weiterlesen

Wenn 2 eine Reise tun

Nächste Woche ist es so weit. Babs und ich tun eine Reise!

Wir kreuzen eine Woche lang auf dem Nil, und zwar von Luxor bis nach Assuan. Das habe ich mir schon viele Jahre lang gewünscht, und aus verschiedenen Gründen hat es nie geklappt.
Als wir Anfang des Jahres diese Reise buchten, da konnten wir noch nicht ahnen, was kurze Zeit später in Ägypten geschah. Was war ich enttäuscht! Aufstand, Revolution, letztendlich ist der alte Präsident zurückgetreten, und es ist wieder Ruhe eingekehrt in diesem schönen Land. Wobei Babs von Anfang an gesagt hat: Wir fahren!!!

Lange Zeit konnte ich es überhaupt nicht fühlen, dass ich nun endlich diese schöne Reise machen darf, und dann auch noch mit einer lieben Freundin. Die ich übrigens, so wie viele andere liebgewonnene Menschen, über unsere Blogs kennengelernt habe. Es sah doch eine ganze Weile so aus, als ob die Situation in Ägypten ganz fürchterlich eskalieren würde.

Jetzt, wo feststeht, dass wir Mitte nächster Woche dorthin reisen, beginne ich mich ganz langsam darauf zu freuen.

Aber zuerst muss ich noch eine Sache abschließen – aber das hast Du ja in meinem vorigen Post gelesen 😉

Mit 6.852 Kilometern Länge[1] (nach verbreiteten anderen Angaben 6.671 km) ist der Nil vor dem Amazonas der längste Fluss der Erde.[3] Vom Victoriasee aus verbleiben noch rund 5.960 Kilometer Fließweg, von Khartum, wo der Blaue Nil in den Weißen Nil fließt, rund 3.090 Kilometer und von der Landesgrenze von Sudan/Ägypten bis zur Mündung noch rund 1.510 Kilometer.

Von der mittleren Wasserführung von 2.770 m³/s unterhalb der Einmündung des Atbara im Mittellauf erreichen unter natürlichen Bedingungen nur etwa 1.250 m³/s das Mündungsgebiet[4] unweit von Kairo; hinsichtlich der Wasserführung wird der Nil somit von zahlreichen Flüssen geringerer Länge weit übertroffen.[5][6] Bedingt durch die starken Entnahmen zu Bewässerungsszwecken erreichen heute nur rund 140 m³/s das Mittelmeer.

Der Nil besitzt zwei Quellflüsse: den kürzeren, aber wasserreicheren Blauen Nil und den wesentlich längeren Weißen Nil, der zugleich die Hauptachse des rund 3.255.000 km² großen Einzugsgebietes ist. Das Einzugsgebiet ist nur wenig kleiner als das des Kongo (3.730.881 km²), des größten Flusses Afrikas und des zweitgrößten der Erde.