Zuhause

5.6.2013 016

„Mensch, mach doch endlich mal was aus Deinem Leben“, sagt er zu mir am Telefon. „Du hast doch nur ein paar Möbel, was soll das denn. Geh doch endlich weg aus diesem blöden Deutschland und mach was aus Deinem Leben“.

Ich verstehe ihn nicht. Was will er bloß von mir? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Ich will aus Deutschland nicht weg. Ich liebe mein Heimatland, ich bin hier gerne zu Hause. Damit meine ich nicht die Politik und viele äußerlichen, materiellen Aspekte. Ich meine dieses LAND. Meine Wurzeln sind hier, hier ist mein Zuhause, meine Menschen sind hier, mein Rudel. Warum sollte ich von hier fortgehen wollen?

Ich frage ihn: „Was meinst Du denn damit?“ Er ist gerade wieder über den Sommer hier in Deutschland und findet alles doof. Das Wetter (na ja, damit hat er nicht ganz Unrecht), die Menschen, die Regierung, das ganze System, einfach alles. Ich frage ihn, ob da, wo er sonst lebt, denn alles viel besser sei. Ja viel viel besser, antwortet er. Da scheint immer die Sonne, alle Menschen sind fröhlich und gut drauf, und dort ginge es ihm immer super gut. Nur wenn er nach Deutschland komme, dann ginge es ihm sofort schlecht. Auf meinen Einwand, er sei doch nur ein Gast in diesem Land, lebe in einer Kolonie aus Deutschen, Engländern und Schweizern, geht er gar nicht ein. So festgefahren ist er in seinen Äußerungen, dass ich diesen Menschen, der einmal mein bester Freund war, gar nicht mehr wiedererkenne.

Was sind denn schon Kinder und Enkelkinder, fragt er. Auf die kannst Du doch keine Rücksicht nehmen, die gehen doch ihre eigenen Wege, und am Ende des Tages bist Du ganz alleine. Und außerdem reicht es doch, wenn Du sie einmal im Jahr siehst.

Ähhhhm – mir nicht. Ich brauche mein „Rudel“, um mich wohl zu fühlen, möchte mit erleben, wie meine Enkelkinder groß werden, ohne dass sie der Mittelpunkt meines Lebens sind, aber immerhin ein sehr wichtiger Bestandteil. All dies kann er überhaupt nicht nachvollziehen und beendet das Gespräch dann ziemlich abrupt, und ich höre durch das Telefon, wie er den Kopf schüttelt über diese eigensinnige Frau, die unbedingt in diesem Deutschland bleiben will. Auf seine Aussage, wir können uns ja demnächst mal treffen, gehe ich gar nicht ein, denn ich weiß, er wird sich nicht mehr melden. Zu viel Missstimmung lag zwischen uns am Ende des Gespräches, und so fällt die Verabschiedung auch sehr kurz aus.

Schade. Leben und leben lassen, das ist meine Devise. Jeder soll aus seinem Leben das machen, was er meint, und sich selbst glücklich machen. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen, etwas Anderes führt zu nichts, allenfalls in Krankheiten und andere Katastrophen. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies.

Menschen kommen und gehen in meinem Leben, da habe ich mich inzwischen dran gewöhnt. Ich vergleiche ja immer noch das Leben mit einer Bahnreise. Ich sitze mit vielen Menschen in einem Abteil. An jedem Bahnhof, wo der Zug hält, steigen Menschen zu, und es steigen Menschen aus. Irgendwann, am Ende der Reise, stehe ich dann selbst mit dem Koffer auf dem Bahnsteig, und sehe dem Zug hinterher, der mich bis an mein Ziel gebracht hat……

Kinder mit Schlüssel….

 

 

 

 

 

 

sind ja nicht unbedingt Schlüsselkinder. Sie haben lediglich den Schlüssel von der Mama, dem Papa oder wie in unserem Fall – von der Oma.

Gib einem kleinen Kind Deinen Schlüssel in die Hand, und es ist glücklich. Ob im Kinderwagen, im Einkaufswagen im Supermarkt oder im Kindersitz auf dem Rücksitz Deines Autos, das Kind ist einfach nur zufrieden, es strahlt, und ja: es fühlt sich vielleicht auch wichtig!

Allerdings solltest Du dennoch Augenmerk auf Deinen Schlüssel legen, damit er nicht auf unerklärliche Weise verschwindet. So, wie es zum Beispiel einer Bekannten ergangen ist:

Sie muss ganz schnell etwas im Supermarkt (in der Düsseldorfer Innenstadt) besorgen. Sie bekommt natürlich keinen Parkplatz, daher wird das Auto kurz in der zweiten Reihe abgestellt – mit Warnblinkanlage. Sie schnappt sich ihren 3-jährigen Sohn, der wie immer den Schlüssel tragen will, rast durch den Supermarkt, hat das Teil in der Hand, welches sie dringend besorgen wollte, bezahlt schnell, die Beiden laufen zum Ausgang und kommen zum Auto, sie will es aufschließen – UND: der Schlüssel ist weg. Der kleine Sohnemann hat ihn nicht mehr in der Hand.

Panik – Schweißausbrüche – hupende Autos (aus der ersten Reihe, die wegfahren wollen) – absolutes Chaos. Sie läuft zurück, durch den Supermarkt, fragt an der Kasse, fragt immer wieder ihren kleinen „Sonnenschein“, der nur seine winzigen Achseln zuckt und auf die Frage seiner Mutter, wo der Schlüssel denn sei, lediglich antwortet:

Den hat die böse Hexe verzaubert.

Dies ist einige Jahre her :-), der Schlüssel ist nie wieder aufgetaucht!

Ehrlich gesagt……

 

……weiß ich nicht, warum mir diese Idee nicht schon früher gekommen ist!

Vor wenigen Tagen hatte ich beim Haareföhnen einen Geistesblitz. Dazu muss ich sagen, ich hatte immer schon die tollsten Ideen beim Föhnen.

Also – vor ein paar Tagen hatte ich den Geistesblitz, mich mit einem „Leihoma-Service“ an die Menschen zu wenden. Mein allergrößter Wunsch ist es, mit Kindern zu arbeiten. Nur wußte ich nie, wie!

Ich weiß ja selbst aus meiner Familie und auch aus meiner eigenen Erfahrung, wie schwierig das ist, Beruf, Kinder und alles „auf die Reihe zu bekommen“. Wer das alles selbst durchlebt hat, weiß, wovon ich rede.

Also habe ich eine Anzeige im Neusser Stadtkurier gestartet, und einen Flyer ans schwarze Brett in „meinem“ Supermarkt getakkert.

Seither  steht mein Telefon nicht mehr still, und zum ersten Mal in meinem Leben muss ich mit Terminkalender arbeiten (das hatte ich noch nie – konnte mir bis dahin meine Termine immer so merken).

Hammer – wenn das so weitergeht, dann kann ich das alleine nicht bewerkstelligen und brauche Menschen, die mich unterstützen!

Fazit einer 41-jährigen Mutter von zwei Jungs im Alter von 4 und 8 nach unserem heutigen Telefonat:Die Jungs haben Feuer unterm Hintern, und die brauchen eine  starke Hand! Sie sind so positiv und trotzdem so gradlinig!

Sehr sehr gerne! Dazu kann ich nur sagen: Die starke Hand – die habe ich!
Aber noch viel viel mehr Liebe für alle Kinder, nicht nur für die MEINEN!

Manchmal kommt alles anders, als man/frau denkt 😀

 

 

Die Legende von St. Nikolaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unzählige Kinder haben heute Abend vor dem Schlafengehen wieder ihre blankgeputzten Schuhe und Stiefelchen vor ihre Türe gestellt, damit der Heilige Nikolaus sie in der Nacht mit Süssigkeiten und kleinen Überraschungen füllen kann. Sie können es kaum erwarten, dass die Nacht vorbei ist, aber da der Nikolaus ja nur kommt, wenn sie bereits schlafen, ist auch ganz schnell Ruhe im Kinderzimmer. Am nächsten Morgen springen sie voll freudiger Erwartung aus ihren Betten, um die Gaben und kleinen Geschenke zu bestaunen.

Das ist – wie ich finde – die schönste Zeit für Eltern, wenn die Kinder noch an den Nikolaus und an den Weihnachtsmann glauben. Hier habe ich eine schöne Geschichte über den Heiligen Nikolaus im Netz gefunden, für alle Kinder, aber auch die Eltern und Großeltern, und für Max und Moritz, die in diesem Jahr noch ein wenig zu klein sind, um das alles zu begreifen.

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Zwischendurch…..

 

 

 

 

 

 

…. ist auch noch Zeit für eine willkommene Abwechslung – ein Spaziergang mit Max und Moritz zum Spielplatz. Das muss einfach sein. Das tut einfach nur gut.

Kinderlachen, wenn die Rutschbahn gefühlte 50 Mal hintereinander genutzt wird – so dass die Oma den Wintermantel ausziehen muss, weil ihr so warm geworden ist.

Frische Luft einatmen nach dem ganzen Krankenhausmief der letzten Wochen, durch Blätter laufen, Freude und Dankbarkeit empfinden und das Lachen der Kinder genießen 🙂

Das erste Mal

11.11.11. Wow, was für ein Datum. Elfter Elfter Elf!
Ein begehrter Termin für viele Hochzeitspaare, schon Monate im voraus war er ausgebucht.
Und der Auftakt der Karnevalsession, nicht nur im Rheinland. Wie schön, dass das Wetter mit seinem strahlenden Sonnenschein mitgespielt hat, auch wenn der Wind eisig kalt war.

Und ja, heute war auch St. Martin.

Der kleine Mo, der zum ersten Mal heute am St. Martinsumzug teilnahm, war zwar sehr interessiert, aber so richtig konnte er mit dem ganzen Geschehen noch nichts anfangen. Obwohl er gleich zwei selbstgebastelte Laternen dabei hatte, eine von Papa, und eine von Mama aus der Krabbelgruppe.

Schließlich war es ja auch schon fast Schlafenszeit, und so war der Mo, schön warm in seinen Fußsack eingepackt, auch ganz schnell müde. Den St. Martin auf seinem Schimmel hat er zwar bestaunt, aber der große und hell erleuchtete Bus, der wartend am Straßenrand stand, bis der Umzug vorbei ist, war doch eindeutig viel interessanter als das ganze Gewusel drumherum.

Die Oma hat dann noch versucht, ein schönes Foto mit dem Handy zu machen, aber so richtig doll ist es dann doch nicht geworden.

Sooo viele Kinder waren unterwegs, im Kinderwagen, zu Fuß, Eltern und auch Großeltern trugen die Laternen für die Kids, der Gesang ließ allerdings auch ein bisschen zu wünschen übrig 🙂

Im nächsten Jahr wird das schon anders aussehen, dann ist er wieder ein Jahr älter und geht dann zusammen mit seinen Kindergarten-Kumpels zum St.-Martins-Zug 🙂 Natürlich in Begleitung….

Frauen 50 plus

Viele Frauen um die oder über 50 sind ungebunden, auf der Suche, und wollen noch einmal eine Veränderung, auf allen Gebieten und in allen Bereichen. Ehrlich – ich persönlich kenne keine die sagt: das ist es, hier bin ich angekommen, und hier BLEIBE ich (das liegt natürlich daran, dass ich selbst diesen Frauentyp verkörpere).

So wie meine Nachbarin, die vor vier Jahren – nur wenige Wochen nach mir – in dieses Haus eingezogen ist und seitdem über mir wohnt. Frisch getrennt nach langjähriger Ehe, die Kinder erwachsen, kam sie hierher, und seither ist sie auf der Suche nach ihrer Erfüllung, ihrem Lebensplan.

Sie hatte nach der Geburt ihrer Kinder nicht mehr gearbeitet, sondern „ihrem Mann den Haushalt geführt und ihm alles Recht gemacht“, wie sie immer so schön sagt, und auf diesem Weg selbst verloren, was sie einmal ausgemacht hat, als Persönlichkeit. Sie wollte so gerne wieder arbeiten, aber in all den Jahren hat sie keine Arbeit gefunden, als was denn auch, sie hätte es nicht einmal selbst umschreiben können, so viel Zeit war seit ihrem letzten Job vergangen.

Im Gegenteil zu mir reist sie sehr gerne, und macht immer die abenteuerlichsten Exkursionen ganz alleine, wo ich dann vor „Ehrfurcht erstarre“, weil ich gar nicht den Mut dazu hätte. Nun hat sie aber endlich etwas gefunden, wo sie hin möchte, was sie tun möchte, vor ein paar Monaten erzählte sie mir zum ersten Mal mit leuchtenden Augen davon:

Von Granny Aupair! Das ist eine Organisation, die junge Frauen 🙂 über 50 an Familien im Ausland vermittelt, die anstatt eines jungen Mädels lieber eine gestandene Frau als Betreuung für ihre Kinder hätten.

Und so kommt es, dass meine Nachbarin im Januar nach Bilbao fahren wird, um ein Jahr lang das Kind einer spanischen Familie zu betreuen. Ihre Wohnung hat sie schon gekündigt, ihre Möbel wird sie im Neusser Hafen in einem Container einlagern, und dann ist sie für ein Jahr quasi „mal weg“.

Ich bin wirklich neugierig, wie sich alles für sie entwickeln wird und finde, dass dies ein sehr mutiger Schritt ist.

Unsere Kinder

Der äußere Frieden in unserer Gesellschaft, in einer Firma, in unseren Partnerschaften hängt vom inneren Frieden aller Beteiligten ab. Und diesen kann niemand für uns machen, das ist unsere eigene Aufgabe.

Robert Betz

Nehmen wir mal an, es ist das Jahr 1992. Ich bin gerade frisch von meinem Ex-Ehemann getrennt, ich habe zwei Kinder, 11 und 13 Jahre alt, ich bin alleine, alleinerziehend, und habe einen Vollzeit-Job.

Ich habe zwar viel zu tun, und viel zu bewältigen, ein großes Haus, einen riesengroßen Garten, ich will allen gerecht werden, meinem Arbeitgeber, meinen Kindern, und auch mir selbst. So weit so gut. Ich schaffe das.

Ich komme abends von der Arbeit nach Hause. Die Kids wissen, die Mama macht jetzt Autogenes Training, ist für ca. 30 Minuten erst einmal nicht zur vollen Verfügung und präsent, aber sie wissen, wenn diese halbe Stunde vorbei ist, dann ist die Mama voll da und energetisch aufgeladen (das können sie natürlich noch nicht artikulieren in diesem Alter), aber sie ist in ihrer MITTE und ist DA!

Es gibt kein Handy, keinen Computer, kein Internet, keine Mails, die man checken muss, keine stundenlangen Katastrophen-Berichterstattungen über irgendein Erdbeben oder eine Umweltkatastrophe in dieser Welt, keine Pleite von Kranken- oder Lebensversicherungen. Vielleicht klingelt am Abend ein Mal das Telefon, wenn überhaupt, ich kann für meine Kinder PRÄSENT sein. Mein Arbeitsplatz ist mir sicher, ich weiß, wofür ich arbeite.

Heute – 2011 – sieht die ganze „Sache“ völlig anders aus.

Die Menschen befinden sich in einer permanenten Negativ-Stimmung: der Eurorettungsschirm, die Bankenkrise, ständiges Breittreten vom Burn-Out-Syndrom (wer bitte soll sich da nicht angesprochen fühlen), der angekündigte Wirtschaftsabschwung für das nächste Jahr, Umweltkatastrophen, berechtigte Angst um den Arbeitsplatz – das ist die Schwingung, die JUNGE FAMILIEN in der heutigen Zeit betrifft – und trifft.

Wie bitte sollen denn unsere Kinder, die jetzt in dieser Gesellschaft aufwachsen, auf dieses ganze Zeugs reagieren?

Auffälligkeiten im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterführenden Schule. Wundert es Dich da, dass es Gewalttätigkeiten gibt, schon unter den Kleinsten? Kinder, die im Alter von 6 Jahren schon mit dem Handy in die Schule gehen, damit die beiden voll berufstätigen Elternteile sie erreichen können? Ist das normal?

Die Eltern der heutigen Zeit sind komplett überfordert. Welche Mutter oder welcher Vater kann es sich leisten, über die Elternzeit hinaus vom Arbeitsplatz weg zu bleiben? Ich kenne niemanden, außer vielleicht in den Bevölkerungsschichten, wo Geld nun gar keine Rolle spielt.

Der dauernde Existenzkampf wirkt sich auch auf die Kleinsten in unserer Gesellschaft aus. Dabei sind die Kinder doch das KOSTBARSTE, was wir haben. Sie sind unsere Zukunft, und sollten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert, unterstützt und an ein sprirituelles Leben herangeführt werden.

Die Realität sieht leider völlig anders aus. Eltern, die NICHT IN IHRER MITTE sind, können keine ausgeglichenen Kinder heranziehen. Kinder heute sind nicht mehr KINDER, so wie wir es früher waren, oder so, wie meine Kinder vor 30 Jahren noch sein konnten. Sie stehen unter demselben Leistungsdruck wie ihre Eltern, dem ganzen Freizeitstress, und müssen schon im Kindergarten „funktionieren“, sonst werden sie ausgegliedert, gemieden, genauso wie ihre Eltern in der Berufswelt, die den „anderen Weg“ für sich wählen, fern ab von dem Druck, den die heutige Gesellschaft mit allem, was dazu gehört, auf sie ausüben will.

Die einzigen, die das ändern können, sind WIR. Wenn wir es nicht mehr dulden, was da im Augenblick „abgeht“, wenn wir bei uns selbst bleiben, unseren Weg AUTHENTISCH gehen, mit gutem Beispiel voran, dann können sich auch unsere Kinder wieder zu GESUNDEN MENSCHEN entwickeln.

Und dazu wird nichts weiter benötigt, als Liebe, Aufmerksamkeit, Akzeptanz. Ein I-phone oder ein Handy wird diesen Zweck mit Sicherheit nicht erfüllen. Aber die Gemeinschaft, die Familie, die Bezugspersonen, all die können die SICHERHEIT geben auf der EMOTIONALEN EBENE geben, die unsere Kids so dringend brauchen.

Mach mit, wenn Du kannst, und wenn Du ein Kind oder Kinder in Deinem Umfeld hast, oder Enkelkinder, oder Nichten und Neffen. Sei DA!

Mo’s erste Schühchen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(sorry für das verwackelte Foto, diesmal hat meine Handy-Kamera nicht so gut funktioniert!)
Was für ein spannender Tag. Der 12.10.2011! Alleine schon dieses Datum, dazu noch Vollmond. Ohne Worte.

Heute morgen um 8 sitze ich schon auf dem Arbeitsamt, mein Berater wünscht meine Bewerbungsmappe zu sehen. Ich habe mir – ehrlich gesagt – nicht viel Mühe gegeben. Das Bewerbungsfoto ist 5 Jahre alt, die Mappe sicherlich auch nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber das ist mir auch ziemlich egal.

Ihm aber nicht. Die ersten 20 Minuten unseres Gespräches sind wir nicht „konform“, wenn ich das mal so salopp ausdrücken darf. Er klärt mich darüber auf, dass ich völlig im Irrtum bin. Ich bin zwar erst seit 1.10. arbeitslos (heute ist der 12.10.), und mir stehen aufgrund meines „biblischen“ Alters von 56 Jahren auch 18 Monate Arbeitslosengeld zu (meine Meinung) , aber er meint, ich sei da völlig auf dem Holzweg. Er möchte jetzt sehen, dass ich mich BEWERBE. Und etwas TUE. Als ob ich nix tue, aber das weiß er ja nicht. 

Schließlich schickt mir die Jobagentur auch die vielfältigsten Angebote zu, aber nichts bisher, worauf ich mich jemals aus freiem Willen bewerben würde.

Nun gut, nach anfänglichen Disharmonien sprechen wir in Ruhe meine Bewerbungsmappe durch. Er gibt mir wertvolle Tipps, mein Bewerbungsfoto ist schon etwas älter, und da mein Personalausweis abgelaufen ist und ich sowieso Fotos machen lassen muss, kann ich auch gleich Bewerbungsfotos machen lassen 🙁

Das will ich alles nicht, sage ich zu ihm. Da sagt er – und jetzt muss ich doch wirklich schweren Herzens eingestehen, dass er Recht hat – es kann ja auch der Knaller drunter sein, unter all diesen Angeboten, etwas, wo Sie immer schon hinwollten, Frau Kellers!

Ich denke an die letzten 4 1/2 Jahre zurück und sage, schon ein bisschen besänftigt, aber nie wieder in einer Bank. Kein Problem, sagt er, das müssen sie auch nicht. Und erzählt mir dann noch, dass er kürzlich einer 59-jährigen Frau aus seinem Bereich zu ihrem Traumjob verholfen hat. Ein bisschen grummele ich ja noch….

Auf der Rückfahrt telefoniere ich aus dem Auto mit der lieben Andrea (ich weiß, das soll man nicht tun, ich gucke aber immer, ob die Polizei in der Nähe ist), die mir vor wenigen Wochen ein Persönlichkeits-Coaching– so sagt man ja jetzt – gegeben hat – und sie hat mir noch einmal meine ganzen Kompetenzen vorgelesen, die wir erarbeitet hatten. Die hatte ich beinahe alle schon wieder vergessen!

Schluck. Das alles kann ich? Ohne Worte. Liebe Andrea, kannst Du mir das bitte noch einmal mailen? Damit ich das alles auch wirklich GLAUBE?

Okay! Wenn das Resonnanzprinzip im Universum funktioniert, dann bekomme ich auf dieser Schiene jetzt den Hammer-Mega-Job, wo ich mich wohlfühle, oder aber ich bekomme gar keinen neuen Job. Das werden wir ja dann sehen. Da glaube ich fest dran.

Auf jeden Fall muss ich mich jetzt mit meinen Fähigkeiten und Kompetenzen auseinandersetzen, und zwar schriftlich. Vor kurzem habe ich einen Test gemacht bei Charakterstärken.org, und da war ich doch sehr erstaunt, was ich so alles „drauf“ habe. Hätte ich von mir SELBST nie gedacht!

Ach ja, und der Tag war doch noch schön, am Ende. Denn der Mo hat seine ersten Schühchen bekommen. Und wie der Mo ja so ist, war er mehr als begeistert, hat sie auch gleich getestet. Ganz weich und biegsam sind sie, nicht wie diese starren Kinderlauflernschuhe vor 30 Jahren, als meine Kids noch klein wahren. Schon absolut „fuss- und lauflerngerecht“. Und so hatte er auch gleich nicht die geringsten Schwierigkeiten damit. Seine Schuhgröße ist 21 🙂 , die seiner Mutter im gleichen Alter war 18. Damit ist der Beweis, dass Jungs und Mädels unterschiedlich sind, doch wahrlich gegeben.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und wünsche mir, dass dieser Regen nun bald aufhört 😀

Dori

Draußen-Kinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du hast mir heute das Leben gerettet, schreibt mir heute meine Tochter per SMS, mit einem Smiley 😀 und schickt mir dieses Foto!

Der Mo ist ein Draußen-Kind. Drinnen sein findet der Mo doof. Da kann man seine Aufmerksamkeit kaum für eine längere Zeit fesseln, alles Spielzeug ist nicht halb so interessant wie alles, was draußen ist.

Immer wieder krabbelt er zur Terassentür, hämmert mit seinem kleinen Fäustchen dagegen, und schreit die Erwachsenen an: lass mich raus. Manchmal geht das halt nicht, so wie heute nachmittag, als es in Strömen geregnet hat. Aber als der Regen aufgehört hat, gab es kein Halten mehr, für den Mo.

Mit „Leben retten“ meint meine Tochter den Regenanzug, den ich gestern „im Vorübergehen“ für den Mo gekauft habe, in weiser Voraussicht auf das kommende Wetter. Ich wollte eigentlich etwas ganz Anderes kaufen, aber  beim Sichten dieses Regenanzuges musste ich sofort zugreifen.

Nun konnte der Mo heute nachmittag trotzdem draußen sein, in seinem heißgeliebten Sandkasten, man beachte die kleinen Plastiktütchen um seine Füßchen 🙂 . Da er noch nicht läuft mit seinen 14 Monaten (wobei er kurz davor ist) hat er auch noch keine festen Schühchen!

Wie schön, dass dieser kleine Fratz den Erwachsenen zeigt, dass es kein schlechtes Wetter gibt – nur schlechte Kleidung 😉 Und dass man/frau das Leben im HIER UND JETZT durchaus geniessen kann, egal welche Stürme da draußen im Leben gerade toben!

Und hier der Beweis, dass der „Apfel nicht weit vom Stamm fällt“ 🙂

1956