Was denn um Himmels willen?

Wie in jedem Jahr kam – so auch in diesem wieder – Weihnachten und kurz danach mein Geburtstag völlig überraschend. Und zack: plötzlich wird klar, ich bin jetzt Ü60. Oder 60+ wie das so schön heißt.

Meinen 60. Geburtstag habe ich noch voller Freude gefeiert, den 61. irgendwie gar nicht, und 62 ist jetzt auch keine Jahreszahl, die unbedingt Anlass zur Freude gibt. Obwohl….. man kann es auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Nämlich voller Dankbarkeit! Es geht mir gut, ich bin gesund, habe ein Zuhause, in dem ich mich wohlfühle, einen kreativen Minijob, der Spass macht,  und genügend Freizeit um mir endlich einmal Gedanken um mein weiteres Fortschreiten auf diesem Lebensweg zu machen.

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Loslassen

Loslassen erfordert Mut, aber wir sollten dies nicht als Ende, sondern als Anfang betrachten.

gelesen bei Gedankenwelt

2016 war mein Loslassjahr. Ich musste vieles loslassen – Freunde bzw. Freundinnen, Familienmitglieder, und letztendlich vor einigen Wochen einen geliebten Hund. Das meiste geschah ungewollt, einiges aber auch bewußt gewollt.

Freiwillig lässt man sicherlich nicht gerne andere Menschen aus seinem Leben gehen – es sei denn, man wurde verletzt und trifft die Entscheidung, den anderen gehen zu lassen, der einem nicht gut tut.

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Auf einem guten Weg

Herbstspaziergang

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich mag den Herbst – eigentlich aber nur, wenn die Sonne scheint und ich die schönen bunt gefärbten Blätter und den speziellen Geruch im Wald wahrnehmen und genießen darf.

Nicht, wenn es dauer regnet und trübe und kalt und stürmisch ist.

Aber irgendwie ist dieser Herbst anders. Ich mag ihn auch bei nicht so gutem Wetter.

Vielleicht liegt das daran, dass nach diesem endlos erscheinenden Sommer der Stagnation nun wieder Bewegung in das Leben kommt, dass sich Dinge auftun, die lange im Verborgenen lagen, dass neue Tätigkeitsfelder in mein Leben „ploppen“.

Selbst die Tatsache, dass in cirka zwei Monaten Weihnachten ist, beängstigt mich nicht wie es das sonst tut.

Nein, ich habe nicht an mir gearbeitet und meine Sichtweise geändert, dass das jetzt so ist. Ich glaube nämlich, dass sich gewisse Vorlieben oder Abneigungen nicht einfach wegdenken oder wegstrukturieren lassen.

Ich glaube eher, dies könnte mit meiner Phase der Akzeptanz zusammenhängen. Ich habe einfach aufgehört, gegen alles zu kämpfen, was nicht so ist, wie ich es „geplant“ hatte. Für jemanden, der immer einen Plan B, C und/oder D in der Tasche hat, kein leichtes Unterfangen.

Ich bin auf einem guten Weg….

 

 

(pic: unknown)

Unfassbar….

….dass dieser Sommer schon wieder vorbei ist. Irgendwie habe und hatte das Gefühl, gar keinen Sommer gehabt zu haben.

Während Anita und Ellen darüber posten, wie grandios dieser Sommer war, kann ich nur sagen: das war seit langer Zeit der unschönste Sommer.

Nichts bewegt sich seit Anfang dieses Jahres. Dabei sollte es doch „mein“ Jahr werden. Endlich 60 und in Rente – yippeah das Leben kann kommen. Das Leben kam aber nicht. Vielmehr kam die Stagnation, und sie hält immer noch an. Meine Pläne – die ich ja immer habe – irgendeinen Plan noch in der Tasche – sind allesamt nicht aufgegangen. Das gab es eigentlich noch nie. Und einen Plan „E“ oder „F“ habe ich jetzt auch nicht mehr. Irgendwie habe ich augenblicklich gar keinen Plan.

Also quasi planlos…….

Dann nervt mich im Augenblick total die Medienberichterstattung. Ich kann nichts mehr hören über Flüchtlinge, große Autokonzerne, die ihre Kunden betrügen, Plagiatvorwürfe an Politiker, misshandelte Hunde in Südeuropa und in Asien. Gibt es denn gar nichts Positives zu berichten? Mich zieht das total runter.

Und dann geh ich in den Wald, atme die frische Luft ein, genieße die Licht- und Farbenspiele – gerade jetzt und ganz besonders im Herbst – und bin dann doch wieder dankbar für die viele Zeit, die ich für mich habe. Ich habe nur noch nicht den richtigen Weg gefunden, sie sinnvoll zu nutzen.

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Vielleicht ist das aber auch eine bewegende Zeit des Wandels – und mir dauert das nur wieder alles zu lange……

Lernen

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Mit Der Zeit lernst Du, dass eine Hand zu halten nicht dasselbe ist, wie eine Seele zu fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleiten nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen.
Du beginnst Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen. Mit der Würde eines Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind.
Und Du lernst, all deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt wenn du zu viel davon abbekommst.
Aber du lernst auch, dass dich die Sonne wärmt.
Du lernst, dass es Menschen gibt, die dich lieben.
Menschen, die verstehen was du sagst, ohne dass du sprichst – nur weil du fühlst.
Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst und wirklich stark bist und dass du deinen eigenen Wert hast, denn das ist Dein Leben und das lebst nur Du!
Carmen Rodriguez

2013

Mein erstes Jahr als Weight Watchers Coach liegt nun hinter mir. Ich weiß noch, voriges Jahr um diese Zeit, wie aufgeregt ich war, wie ich wochenlang vor Aufregung nicht schlafen konnte, denn im Januar 2013 bin ich mit meinem ersten Treffen gestartet.

Inzwischen bin ich nicht mehr aufgeregt, aber die Freude an der Arbeit, die ist geblieben. Endlich endlich kann ich mit Menschen arbeiten, das tun, was ich mir immer schon gewünscht habe. Nie zuvor habe ich so viel über Menschen gelernt wie in diesem Jahr als WW Coach (und auch über mich).

Was sie motiviert, was sie ihre Ziele verfolgen lässt, was sie durchhalten lässt, aber auch was sie zurückwirft oder gar ganz aus der Bahn wirft. Die Gewichtsabnahme ist für viele Menschen ein sehr sensibles und heikles Thema, viele schämen sich, erzählen gar nicht in der Familie oder im Freundeskreis, dass sie zu einem Treffen gehen um abzunehmen. Über all dies habe ich mir zuvor nie Gedanken gemacht.

Ich habe wirklich viel dazugelernt. Und es gab neben all der privaten Dinge in diesem Jahr wie Verluste, Abschied nehmen, immer wieder der Kampf mit den Ämtern um meine Rechte, den ich als sehr anstrengend empfinde, vor allem aber die vielen wundervollen Momente, die mir die Menschen beschert haben, und die ich als kostbares Geschenk betrachte.

Für das Neue Jahr 2014 gibt es schon ganz konkrete Vorhaben, die alle im Januar und im Februar starten werden, Herausforderungen, auf die ich mich freue, und die mich wieder ein Stück weit wachsen lassen werden.

Ich wünsche Euch allen ein ganz tolles Neues Jahr 2014 mit ganz ganz viel Gesundheit, Liebe und Frieden und möchte auf  diesem Wege gleich auch von Herzen Danke sagen für all den lieben Menschen, die an mich geglaubt und mir immer wieder Mut gemacht haben, wenn ich hoffnungslos war. DANKE…

Dankeschoen

 

Am Ende wird alles gut!

Ort: Neuss Innenstadt

Zeitpunkt: gestern morgen, 9:00 Uhr

Nehmen Sie Platz, sagt er, als ich sein Zimmer betrete. Er steht mit dem Rücken zur Tür und schaut aus dem Fenster. Ich setze mich auf einen der beiden Stühle vor seinem Schreibtisch, da dreht er sich um und sagt: nein, nicht auf diesen, auf den anderen.

Ich schaue ihn verwirrt an. Kein Guten Morgen? Er blickt nicht einmal hoch, sondern auf die Akte auf seinem Schreibtisch. Ich verstehe es nicht, aber setze mich auf den anderen Stuhl. Schließlich wird er über mein weiteres Leben und meine Zukunft entscheiden. Ich sage zu mir selbst: Doris, halt den Ball flach, und atme tief durch. Om…..

Was wollen Sie hier? Ich: Wie bitte? Ja, weswegen sind Sie hier? Ich: ich folge einer Einladung der Deutschen Rentenversicherung. Wieso? Er macht mich jetzt schon komplett kirre. Weil ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Sie Anrecht auf eine Rente haben? Krankheiten!

Ich: Wie bitte?

Ja, welche Krankheiten?

Da platzt mir der Kragen. Ich frage: Soll ich wieder gehen? Sie nehmen mich weder wahr noch haben Sie Interesse an mir als Mensch. Sie schauen mich nicht einmal an, wenn Sie mit mir sprechen. Da hebt er zum ersten Mal den Kopf und sagt: Ich brauche Sie nicht wahr zu nehmen, ich bin nur der Gutachter.

Okay, das war’s – ich hab’s vergeigt. Ich bin nicht nett und freundlich bin ich jetzt schon gar nicht mehr, und so wie das aussieht wird er mich auf meinem Weg in die vorzeitige Rente nicht unterstützen.

Dieses ganze Spiel dauert cirka eine Stunde. Zum Schluss sagt er noch: Sie sind aufsässig! Das steht auch in dem Entlassungsbericht der Reha-Klinik. Patientin ist aufsässig und wütend. Ach – wär ich von selbst bestimmt nicht drauf gekommen.

Diese ganze Art und Weise, wie Menschen hier behandelt werden, zieht sich wie ein roter Faden durch meine Geschichte. Egal, ob es die Krankenversicherung ist, die Rentenversicherung, die Ärzte aus der Reha-Klinik oder er hier jetzt, Gutachter für die Deutsche Rentenversicherung in Neuss, „Sozialmediziner“, es herrscht ein Tonfall, den ich so gar nicht kenne, und ganz selten in meinem 40-jährigen Berufsleben erlebt habe.

Im Anschluss an „diese Geschichte“ bin ich erst einmal eineinhalb Stunden durch den strahlenden Sonnenschein und durch „mein Feld“ gewalkt, mein Hund leicht irritiert hinter mir her, denn so schnell – vor lauter Energie – hat er mich auch nicht so oft erlebt.

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen: egal, was jetzt kommt, ich nehme es an, ich akzeptiere es, und dann sehe ich zu, dass ich das Beste daraus mache.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende 🙂

Ein warmes Herz

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Mein Blog – auf dem ich zugegebenermaßen in der letzten Zeit nicht so oft unterwegs bin – heißt ja „Leben ist… Bewegung und Wandel.“

Es wandelt sich im Augenblick wieder einmal so viel, aber es bewegt sich nichts. Kennst Du das auch? Alles ist angeleiert, alles ist von meiner Seite aus getan, und es hängt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jetzt schon Ende des Jahres ist und alle in den Herbst-/Winterschlaf gegangen sind. Es fühlt sich alles so zäh an.

Oder ist das wieder einmal nur meine eigene Wahrnehmung?

Ich habe heute morgen nach dem Aufwachen beschlossen, es komplett loszulassen. Nicht mehr daran zu denken, mir nicht ständig den Kopf zu zermartern, wie es nun weitergehen wird mit mir. Jeden Tag mit all seinen Herausforderungen so anzunehmen, wie er nun einmal ist. Das Leben ist derzeit kein Ponyhof, aber es ist trotzdem schön, so wie es ist.

Gerade gestern Abend habe ich noch zu meiner Reha-Mitstreiterin – die in Hamburg lebt – die Worte meiner Freundin Gaba wiederholt:

Nichts in unserem Leben geschieht umsonst. Auch wenn man die Bedeutung manchmal auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Und da kommen mir die Beiträge von Elisabeth und Andrea gerade im rechten Augenblick, denn das wünsche ich mir – und auch Dir – von ganzem Herzen!

WAS ICH DIR WÜNSCHE

Ich wünsche dir ein warmes Herz und darin eine Nachtigall.
Ich wünsche dir einen Himmel voller Sonne und singender Vögel.
Ich wünsche dir starke Hände, um zu tragen;
Und offene Arme, um zu lieben,
Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit einen warmen Sessel, um einzuschlafen.
Ich wünsche dir ein Jahr , wo du sagen willst, es möge viele Jahre dauern.

Phil Bosmans

Zuhause

5.6.2013 016

„Mensch, mach doch endlich mal was aus Deinem Leben“, sagt er zu mir am Telefon. „Du hast doch nur ein paar Möbel, was soll das denn. Geh doch endlich weg aus diesem blöden Deutschland und mach was aus Deinem Leben“.

Ich verstehe ihn nicht. Was will er bloß von mir? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Ich will aus Deutschland nicht weg. Ich liebe mein Heimatland, ich bin hier gerne zu Hause. Damit meine ich nicht die Politik und viele äußerlichen, materiellen Aspekte. Ich meine dieses LAND. Meine Wurzeln sind hier, hier ist mein Zuhause, meine Menschen sind hier, mein Rudel. Warum sollte ich von hier fortgehen wollen?

Ich frage ihn: „Was meinst Du denn damit?“ Er ist gerade wieder über den Sommer hier in Deutschland und findet alles doof. Das Wetter (na ja, damit hat er nicht ganz Unrecht), die Menschen, die Regierung, das ganze System, einfach alles. Ich frage ihn, ob da, wo er sonst lebt, denn alles viel besser sei. Ja viel viel besser, antwortet er. Da scheint immer die Sonne, alle Menschen sind fröhlich und gut drauf, und dort ginge es ihm immer super gut. Nur wenn er nach Deutschland komme, dann ginge es ihm sofort schlecht. Auf meinen Einwand, er sei doch nur ein Gast in diesem Land, lebe in einer Kolonie aus Deutschen, Engländern und Schweizern, geht er gar nicht ein. So festgefahren ist er in seinen Äußerungen, dass ich diesen Menschen, der einmal mein bester Freund war, gar nicht mehr wiedererkenne.

Was sind denn schon Kinder und Enkelkinder, fragt er. Auf die kannst Du doch keine Rücksicht nehmen, die gehen doch ihre eigenen Wege, und am Ende des Tages bist Du ganz alleine. Und außerdem reicht es doch, wenn Du sie einmal im Jahr siehst.

Ähhhhm – mir nicht. Ich brauche mein „Rudel“, um mich wohl zu fühlen, möchte mit erleben, wie meine Enkelkinder groß werden, ohne dass sie der Mittelpunkt meines Lebens sind, aber immerhin ein sehr wichtiger Bestandteil. All dies kann er überhaupt nicht nachvollziehen und beendet das Gespräch dann ziemlich abrupt, und ich höre durch das Telefon, wie er den Kopf schüttelt über diese eigensinnige Frau, die unbedingt in diesem Deutschland bleiben will. Auf seine Aussage, wir können uns ja demnächst mal treffen, gehe ich gar nicht ein, denn ich weiß, er wird sich nicht mehr melden. Zu viel Missstimmung lag zwischen uns am Ende des Gespräches, und so fällt die Verabschiedung auch sehr kurz aus.

Schade. Leben und leben lassen, das ist meine Devise. Jeder soll aus seinem Leben das machen, was er meint, und sich selbst glücklich machen. Jeder soll seinen eigenen Weg gehen, etwas Anderes führt zu nichts, allenfalls in Krankheiten und andere Katastrophen. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies.

Menschen kommen und gehen in meinem Leben, da habe ich mich inzwischen dran gewöhnt. Ich vergleiche ja immer noch das Leben mit einer Bahnreise. Ich sitze mit vielen Menschen in einem Abteil. An jedem Bahnhof, wo der Zug hält, steigen Menschen zu, und es steigen Menschen aus. Irgendwann, am Ende der Reise, stehe ich dann selbst mit dem Koffer auf dem Bahnsteig, und sehe dem Zug hinterher, der mich bis an mein Ziel gebracht hat……