Es interessiert mich nicht

Im August 2009 habe ich schon einmal diese Zeilen gepostet – auf meinem „alten“ Chakrablog. Seit ich das Buch von Oriah Mountain Dreamer 2006 gelesen habe, bin ich von diesen Worten tief berührt – es stellte sogar Parallelen zwischen ihrem und meinem Schicksal damals fest. Seither versuche ich, Menschen nicht mehr zu beWERTEN, wie ich das früher oft getan habe. Aber es gelingt mir nicht immer, das weiß ich.

Es wird immer bedeutsamer für mich, gerade im Hier und im Jetzt und Heute. Nicht beWERTET zu werden, und nicht zu beWERTEN.

Meine Freundin fragt mich: wie alt ist er? Weiß ich nicht.
Welches Auto fährt er? Ist mir doch egal.
Wie heißt die Firma, in der er arbeitet? Keine Ahnung.

Ist das alles wirklich so wichtig? Oder ist es vielmehr die Art und Weise, wie ich mich bei anderen Menschen fühle, die für mich ausschlaggebend ist?

Daher hier noch einmal:

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
– meinem oder Deinem eigenen –
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
– meiner oder Deiner eigenen –
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst
– mit Deinem und meinem –
und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst
–ausgelaugt und mit Schmerzen –
und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.

Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.
Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst
und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.

Oriah Mountain Dreamer (im Mai 1994, http://www.oriahmountaindreamer.com)

Ein Wimpernschlag

Ein Wimpernschlag.Ein Hochziehen Deiner Augenbraue.Eine leichte Drehung Deines Kopfes.Ein Schulterzucken.Eine plötzlich aufkommende Brise.Ein gesprochenes Wort.Ein gehörtes Lied.Der Flügelschlag eines Schmetterlings.

 

Niemals mehr damit gerechnet. Und doch: all dies kann Dein Leben von jetzt auf gleich in einem völlig neuen Licht präsentieren.

Es sind keine Zufälle, sagt ER. Es sind Fügungen. Und staunt.

Und auch ich staune. Habe diese Worte in der letzten Zeit so selten gehört – und schon gar nicht aus dem Munde eines Mannes. Wie WOHLTUEND!

Ein Blick nur – in diese lachenden Augen – und ich weiß: Fortan ist mein Leben ANDERS.

WIE? – KEINE AHNUNG. Das weiß das Universum ganz alleine. Denn die haben uns zusammengeführt – aber wie – das verrate ich jetzt erst einmal noch nicht 😉

Du musst loslassen….

Du musst loslassen. Loslassen ist das Allheilmittel, sagen die Experten. Die Experten dafür, wie man „richtig lebt“.

Wie oft schon habe ich losgelassen. Immer wieder. Freiwillig. Unfreiwillig.

Mit 5 zum ersten Mal. Das war sehr schmerzhaft. Da musste ich meine Mutter loslassen. Von da an war nichts mehr so, wie es einmal war. Ich habe gebetet: lieber Gott (als Kind habe ich immer zu Gott gebetet. Ich dachte, er sei ein alter Mann mit langem weißem Bart auf einem Thron im Himmel) bitte gib mir die Liebe meiner Eltern zurück. Aber er hat sie mir nicht zurückgegeben.

Mit 11 musste ich wieder loslassen. Ich verlor meine Großmutter, sie wurde 75 und hat nicht nur mir, sondern auch meiner Cousine und meinem Cousin so viel Liebe geschenkt, die reicht bis ins heutige Leben. Du musst loslassen, sagte mein Vater – ihr Sohn – damals zu mir. Und brach selbst am Grabe seiner Mutter zusammen. Diesen Anblick trage ich noch heute in mir. Ich habe wieder gebetet: lieber Gott, bitte gib mir meine Oma zurück, sie ist die einzige, die mich so liebt, wie ich wirklich bin. Aber er gab sie mir nicht zurück, ihre Lebenszeit war abgelaufen. Und ich musste loslassen.

Im Laufe der Jahre bin ich zum „Weltmeister in Sachen LOSLASSEN“ geworden. Ich habe mich daran gewöhnt, dass viele Menschen meinen Weg kreuzen, ein Stück mit mir gemeinsam gehen und dann wieder „wie von Geisterhand“ verschwinden, von jetzt auf gleich, so kommt es mir oft vor. Aus heiterem Himmel, wie ich oft denke. Aber das ist ja nur meine Wahrnehmung.

Ich habe Lebenspartner, meine Kinder, Freunde, Arbeitsstellen, meine Gesundheit, Sicherheit und Geld loslassen müssen. Ich bin immer wieder hindurchgegangen, durch die Trauer und durch die Traurigkeit. Ich sagte zu mir selbst: Du schaffst das, Du musst da jetzt irgendwie durch. Ich machte weiter, und tue es ja immer noch, oft mit zusammengebissenen Zähnen.

Als aber meine Hündin Mila am 6. Oktober verschwand, da habe ich zum ersten Mal „aufgemuckt“. Da habe ich am vierten Tag „zu denen da oben“ gesagt: jetzt ist Schluß! Ich verlange augenblicklich – im Hier und im Jetzt – und auf der Stelle – meinen Hund zurück. Ich bestehe darauf und ich befehle es! Und ich akzeptiere nur noch positive Lernerfahrungen voller Liebe, Freude und Wärme in meinem Leben.

Das ist alles, was ich noch akzeptiere!

 

Der tollste Hund der Welt

Was machst Du, wenn Du nicht mehr weiter weißt? Wenn Du ganz am Boden bist, total traurig und verzweifelt?
Wer oder was gibt Dir in solchen Situationen die Kraft, weiter zu machen, Dein Vertrauen nicht zu verlieren?

Am vorigen Samstag ist etwas ganz Schreckliches passiert. Viele von Euch haben es ja über Facebook mitbekommen.

Ich hatte einen Termin für Weight Watchers in Hilden, wo eine sehr liebe Bekannte von mir wohnt. Als sie davon hörte, schlug sie gleich vor, ich solle doch vorher die Mila zu ihr bringen, sie könne für die Zeit dann bei ihr im Garten sein (Mila liebt Garten und Rasen über alles), und ich könne ganz entspannt zu dem Termin gehen. Und im Anschluß daran könnten wir dann noch in die Stadt, einen Kaffee trinken.

Gesagt getan. Mila liebt Autofahren, und so kam es, dass ich sie am vergangenen Samstag morgen zu meiner Bekannten brachte, um dann weiter zum Termin zu fahren. Wovon ich nichts wusste war die „tolle Idee“ meiner Bekannten. Ich hatte gerade im Weight Watchers Treffen in Hilden Platz genommen, da klingelte mein Handy. Nach einem kurzen Blick auf das Display sah ich: es war meine Bekannte. Ich nahm das Gespräch entgegen, und hörte nur ein Schluchzen und Keuchen, dann schrie sie in das Handy: die Mila ist weg. Sie ist abgehauen. Ich entgegnete: ich komme sofort, sprang auf und bretterte mit dem Auto zurück zu ihrer Wohnung, wo sie aber gar nicht war. Ich hatte bis dahin keinerlei Ahnung davon, dass die Bekannte mit meinem Hund in die Innenstadt in ein Parkhaus gefahren war, um mich „zu überraschen“. Mila ist Parkhäuser und Tiefgaragen aber nicht gewöhnt, sie bekam Panik und hat sich schlicht und ergreifend losgerissen. Meine Bekannte hat die Leine fallen lassen und mein Hund ist wie von der Tarantel gestochen weg, kreuz und quer durch ganz Hilden (das ist übrigens 25 km von meinem Heimatort entfernt), bis sich ihre Spur verlor.

Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe. Solch ein tiefer Schmerz und diese Traurigkeit, die mich überfielen. Jegliches Rufen und Suchen blieb erfolglos, und dann begann es auch noch in Strömen zu regnen, so dass wir irgendwann aufgaben.

Ich habe dann sogleich im Tierheim Hilden angerufen und sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Es wurde immer später am Tag, und der Abend rückte immer näher, ich war so verzweifelt, mein Hund ganz alleine in einer ihr völlig fremden Umgebung, und bald würde die Dunkelheit hereinbrechen. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt so viel geweint habe wie in dieser Nacht nach ihrem Verschwinden.

Am nächsten Tag – am Sonntag, dann am Montag und am Dienstag fuhr ich wieder nach Hilden, überall hängte ich Bilder von Mila auf, zeigte den Leuten ihr Foto, Radio Neanderthal brachte die Suchmeldung in regelmässigen Abständen, nichts.

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug Mila ihr lilafarbenes Geschirr, woran eine kleine Plombe mit meiner Adresse und Telefonnummer befestigt war. Ich dachte, es muss sie doch jemand gefunden haben und mich anrufen. Die schrägesten Gedanken purzelten durch meinen Kopf, ich war am Ende. Ein Tag nach dem anderen verstrich, nichts, kein Bild, kein Ton, niemand hatte meine Hündin gesehen.

Die ganzen Tage habe ich immer wieder gebetet. Ich habe die Engel angerufen und die Geistige Welt und das Universum beschworen, meine Hündin und mich wieder zusammen zu führen. Es konnte doch nicht sein, dass dieser kleine Hund, der so lange alleine auf den Straßen Spaniens unterwegs war, nach nur drei Monaten wieder fort sein sollte? Ich konnte es einfach nicht verstehen, niemand konnte es verstehen. Jeder schüttelte nur fassungslos den Kopf, wenn ich diese Geschichte erzählte.

Am Mittwoch morgen stand ich total niedergeschlagen auf. Gleich um 10.00 Uhr sollte ich ein Treffen leiten, welches von einem „Quality Coach“ von Weight Watchers beaufsichtigt wurde. Ich war sooo schlecht, so empfand ich das zumindest. Mein Hund war schon seit vier Tagen und vier Nächten fort, ich hatte überhaupt nicht mehr geschlafen, und ich machte mir die größten Sorgen, denn nun wurde es langsam eng, zumal es nachts schon ziemlich kalt wird zur Zeit.

Am Nachmittag konnte ich es nicht mehr aushalten, ich griff zu meinem Telefon und versuchte, das Tierheim in Hilden noch einmal anzurufen. Ich wollte wissen, was ich sonst noch tun könnte, um meinen Hund zu finden. Aber es lief nur ein Band, und noch während ich die Ansage abwartete klingelte mein Handy. Eine unbekannte Nummer. Da wußte ich, mein Hund war irgendwo aufgetaucht. Und so war es.

Mila war kilometerweit gelaufen, hatte irgendwie noch die A3 passiert, und saß nun bei wirklich sehr sympatischen hundeerfahrenen Menschen im Garten. Dieser Garten grenzt an ein Waldgebiet an, und dort war Mila bereits am Dienstag nachmittag zum ersten Mal aufgetaucht. Als sie dann Mittwoch nachmittag wieder in diesem Garten saß, haben die Leute das Tierheim Hilden angerufen, wo man meine Telefonnummer hatte. Welch ein unendliches Glück. Mit einem Stückchen Leberwurst haben die netten Leute die Mila dann ins Haus gelockt, und ich bin so schnell ich konnte über die Autobahn gebrettert, um meinen Hund wieder nach Hause zu holen.

Die „Dame“ hatte sich ihr Geschirr abgestreift, vermutlich ist sie mit der Leine irgendwo hängen geblieben und konnte nicht mehr weiter. Damit hatte sich mich auf unseren Spaziergängen schon oft genug zur Weißglut gebracht, wenn sie – störrisch wie sie nun mal ist – keine Lust mehr hatte weiterzugehen. Dann steigt sie einfach aus dem Geschirr aus und legt sich hin und beobachtet, wie ich reagiere 😉

War das eine Wiedersehensfreude, ich kann mein Glück immer noch nicht fassen. Mein Hund war vier Tage und vier Nächte fort und ist unbeschadet – nur fürchterlich stinkend – wieder zu mir zurückgekommen. Zu Hause angekommen ist sie gleich auf ihre Decke gesprungen, hat sich niedergelegt und bis zum nächsten Morgen tief und fest geschlafen. Und ich habe einfach nur dagesessen und meinen Hund angeschaut.

Und mich tausend Mal bedankt. Beim Universum, bei den Engeln, oder bei wem auch immer – sie ist wieder da, und ich bin der glücklichste Mensch auf der ganzen weiten Welt. Und ich habe den tollsten Hund, den die Welt jemals gesehen hat 😀

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, genießt es.

Eure Dori

01.01.2013

Oh, dachte ich, was kommt denn da für eine Frau ins Seminar? Was kommt denn da auf mich zu? Aber dann entschied ich mich, absolut neutral zu sein und zu schauen. Und es kam eine Frau, die absolut offen ist, empathisch, souverän die ihr gestellten Aufgaben meistert, die Menschen mitreißen und da abholen kann, wo sie stehen. Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich, dass Sie hier waren.

Und ich sitz da und heule. Vor Freude und ja, auch vor Erleichterung. Jeder Seminarteilnehmer erhält zum Abschluss eine persönliche Ansprache, bevor die Urkunde und das Namensschild überreicht werden.

Doris Kellers – Coach

Was ich hier erfahren habe ist: wertschätzende Neutralität. Ich habe mir lange überlegt, wie ich es am besten benennen könnte. Ich glaube, das hier trifft es ganz genau.

Es war doch ein enormer Druck die letzten Wochen, all das viele Lernen, und dann die negative Beurteilung aus dem vorhergegangenen Seminar. Damals wollte ich alles hinschmeißen und habe dann aber doch weitergemacht. Nach vielen Überlegungen, Selbstzweifelattacken und Gesprächen mit wohlmeinenden Menschen habe ich die Entscheidung getroffen, diesen Weg trotz der Hürde weiterzugehen. Weil ich es mir so sehr gewünscht habe.

In diesem Seminar hier haben wir drei intensive Tage lang Moderations- und Motivationstechniken gelernt. Bei jedem „Auftritt“ wurden wir gefilmt, und was im Vorfeld für mich so befremdlich war – von einer Kamera aufgenommen zu werden bei allem, was ich tue – hat sich im Nachhinein als Gewinn herausgestellt. Denn zum einen durfte ich erstmals bewusst wahrnehmen: ich habe ja abgenommen! Ich bin schlank! Wahnsinn. Und dann durfte ich sehen – und nicht nur fühlen: dies da ist mein Element. Ich bin wie elektrisiert und energetisiert und fühle mich absolut glücklich. Dieses Gefühl habe ich mein ganzes langes Berufsleben lang gesucht. Und ehrlich: im Prinzip ist es doch egal, welches System oder Produkt dahinter steht, Hauptsache es ist etwas, das den Menschen weiterhilft. In diesem Fall kommt erfreulicherweise noch hinzu, dass ich absolut begeistert bin und es „am eigenen Leibe“ erfahren durfte: es funktioniert auf gesunde Art und Weise, und geniessenderweise durfte ich auch noch abnehmen 😉

Am kommenden Donnerstag Abend werde ich mein erstes Treffen ganz alleine führen und moderieren, in den Räumlichkeiten meiner Mentorin. Bis dahin will ich noch üben und mich auf das „Thema der Woche“ vorbereiten. Und mich dann „ins Vergnügen“ stürzen.

Ach ja, im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern bin ich die ganze Zeit absolut ruhig. Ich bleibe in meiner Mitte, und so oft es mir möglich ist, entspanne ich mich mit der Ultramind ESP Methode. Kurz vor den Prüfungen konzentriere ich mich auf mich selbst und sage in Gedanken: liebes Universum, wenn dies mein Weg ist, dann werde ich es auch schaffen. Und ich schaffte es.

Ein schöner Nebeneffekt: drei Tage durfte ich in einem schönen Hotel in Düsseldorf sein inklusive Übernachtung. Ich bin doch so gerne im Hotel. Die Atmosphäre und das Kommen und Gehen und all die vielen unterschiedlichen Menschen faszinieren mich. Und das Essen hier ist absolut hervorragend, die Zimmer groß, hell und freundlich. Und ich denke: was habe ich es doch gut. Die anderen Teilnehmer kommen aus Berlin, München, Siegen, Saarlouis und müssen die Reisekosten selbst tragen. Ich fahre mal eben 15 km über die Brücke und bin da. Ein weiteres Geschenk. Ihr merkt es sicherlich beim Lesen: ich bin absolut dankbar für diese bereichernde Erfahrung.

Und dann komme ich nach drei Tagen nach Hause in meine Wohnung (den vor Wiedersehensfreude sich überschlagenden Hund im Schlepptau) und denke: wow, was habe ich doch für eine schöne Wohnung. Auch voll Dankbarkeit.

Es gibt viel zu tun in den nächsten Wochen, packen wirs an. Hoffentlich lehne ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, aber der Stichtag soll sein:

01.01.2013

Schwachstellen

Heute genau vor vier Wochen ist Fräulein Smilla bei mir eingezogen! So sehr ich mich auch gefreut habe, dass sich mein großer Wunsch aus Kindheitstagen nun endlich erfüllt hat, so überfordert war ich auch anfänglich mit diesem kleinen ängstlichen Hund, der weder ein Auto noch einen Fahrradfahrer kannte, Regen offensichtlich auch nicht, und der beim Anblick von anderen Hunden eine Panikattacke nach der anderen bekam.

Inzwischen hat sich vieles in „Wohlgefallen“ aufgelöst, nur das Zusammentreffen mit anderen Hunden ist immer noch stressig. Aber wir üben und üben und üben, und auch dieser Punkt wird immer besser und besser….

Drei Mal am Tag gehen Fräulein Smilla und ich unsere Runde durch das Feld hinter „meinem“ Haus.

Heute Abend haben wir gar niemanden getroffen, ach doch, ein netter Jogger, der beim Anblick von Fräulein Smillas neugierigem Blick lachen musste.

 

Kaum zu glauben, wie sich mein Leben in dieser kurzen Zeit verändert hat. Wir sind inzwischen bekannt im Dorf „wie ein bunter Hund“ und werden oft schon von Weitem begrüßt. Die meisten Menschen sind interessiert und schauen dabei zu, wie Fräulein Smilla täglich weitere Fortschritte macht. Aber es gibt auch andere, die, die ihre aggressiven Hunde ohne Leine durchs Feld laufen lassen, und die keinerlei Verständnis für einen kleinen Hund aufbringen, der Angst hat.

Bei unseren Spaziergängen am Rhein im Nachbarort haben wir schon viele Gleichgesinnte kennengelernt, lockere Verabredungen zum gemeinsamen Spazierengehen getroffen, Hundetrainer, Tierheilpraktiker und Hundesitter kennengelernt, Visitenkarten zugesteckt bekommen, es ist wirklich unglaublich, wie viele Kontakte ich in den letzten Wochen knüpfen durfte, und das ist ja erst der Anfang. Und ja, ich bin auch dankbar für jeden Tipp, den ich bekomme.

Am kommenden Freitag habe ich einen Qualifikationstest, um zur Ausbildung als Weight Watchers Coach zugelassen zu werden. Natürlich habe ich (wie immer eigentlich ärgere ich mich wieder mal sehr über mich selbst) viel zu spät mit dem Lernen begonnen, und jetzt bin ich unter Druck. Denn anhand der Übungstests kann ich ganz genau sehen, wo meine Schwachstellen sind, und das sind so einige. Ich habe noch viel zu lernen bis zum Wochenende und ich hoffe, dass ich die „Kurve jetzt doch noch kriege“ und dass alles reibungslos vonstatten geht.

Also: ich würd mich über Euer Daumendrücken sehr freuen 🙂

Nix geregelt….

Irgendwie bekomme ich momentan nix „geregelt“. Die Tage haben zwar nach wie vor 24 Stunden, und so wie es ausschaut, wird sich da auch nichts dran ändern. Trotzdem habe ich das Gefühl keine Zeit zu haben. Ich düse ständig von A nach B und dann nach C, um meine verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, und jetzt habe ich ja auch noch einen Hund, und was für einen!

Drei Mal am Tag gehen wir gassi, das muss ja auch in den Tagesablauf integriert werden. So ein Hund braucht halt auch Zuwendung, aber vor allem will er/sie momentan nur eins: fressen!

Aus dem armen, zitternden und völlig verängstigten kleinen Mäuschen entwickelt sich gerade eine sehr eigenwillige junge Dame, die partout ihren Kopf durchsetzen möchte – und zwar „auf Biegen und Brechen“. Im Augenblick spielen wir das „Ich sitze auf der Couch aber eigentlich darf ich das nicht Spiel“, und zwar durchaus zwanzig Mal hintereinander. Das sieht dann so aus: Frauchen schaut gerade nicht hin, ich springe auf die Couch, und liege da ziemlich breit grinsend (das sieht zumindest so aus). Frauchen nimmt mich kommentarlos hoch und setzt mich in mein Körbchen. Sobald sie mir aber den Rücken zugedreht hat, springe ich ganz schnell aus meinem Körbchen und wieder auf das Sofa. Dabei schaffe ich es sogar, meinen Kauknochen mitzunehmen.

Ich sag’s Euch, es geht gerade hier zu wie bei der Erziehung eines zweijährigen Kindes in der ersten Trotzphase. Ob ich dabei alles richtig mache, sei dahingestellt. Die Hundetrainerin allerdings hat mir – und auch Fräulein Smilla – ein dickes Lob ausgesprochen heute morgen. Sie meinte: ein sehr charakterstarker Hund (na toll!). Und zu mir: alle Achtung, für einen Ersthundebesitzer erzielen Sie hier für die kurze Zeit ziemliche Erfolge.

Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Aber das kommt ja auch daher, weil wir so gut zueinander passen. Fragt sich nur, wer der größere Dickkopf von uns beiden ist 🙂

Große Freude

Diese E-Mail habe ich heute aus Spanien bekommen. Ist das nicht schön? Ich habe mich so sehr gefreut und tue es immer noch!

Liebe Frau Kellers,
ich heiße Andrea und bin eine Freiwillige des Tierheims Sierra Nevada.
Anita hat mir Ihre Bilder von Ludmila und Ihre E-Mail weitergeleitet, über die ich mich natürlich auch riesig gefreut habe und die ich Anita dann übersetzt habe.
Anita schreibt:
Was für ein glückliches Ende!!! Ich werde das gleich Loli (eine andere Freiwillige vor Ort) erzählen, die Ludmila auf der Landstraße entdeckte und ihr das Leben gerettet hat …
Bitte richte Frau Kellers ein herzliches Dankeschön für die schönen Zeilen aus. Übrigens liebt es Ludmila, wenn man sie auf den Arm nimmt … auf dem Arm fühlte sie sich immer total glücklich und sicher. Vielleicht mag Frau Kellers das nicht, aber ich will’s ihr ja auch nur gesagt haben … ;-)(Anmerkung meinerseits: Vermutlich haben Sie das selbst auch schon festgestellt … :-))))
 
Vielen Dank für alles, auch von meiner Seite!!!!
und natürlich LIEBE GRÜßE und ALLES GUTE!
Andrea Wolf

Unter keinen Umständen

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

(Albert Schweitzer)

Große Ereignisse

werfen ihre Schatten voraus.

Gestern Abend ist Ludmilla (so heißt die kleine Maus) mit anderen Hunden aus dem Tierheim Sierra Nevada Granada nach Deutschland gekommen. Auf einem Rastplatz wurde sie von der deutschen Pflegefamilie in Empfang und mit nach Hause genommen, noch spät am Abend erhielt ich einen Anruf und somit die detaillierte Beschreibung, wie alles „gelaufen“ ist.

Da meine Hündin in Euskirchen auf der Pflegestelle auf die Abholung durch mich wartet, besuchte mich heute eine andere Tierschützerin der Organisation Viva la Hund aus Grevenbroich bei mir zu Hause, um die „Örtlichkeiten“ zu betrachten und die „Vorkontrolle“ durchzuführen und um zu sehen, wie ich so lebe, damit der Hund es auch gut hat. Das ist die normale Vorgehensweise, die auf der HomePage von Viva la Hund auch detailliert beschrieben ist. Zufällig war die Dame eine frühere Arbeitskollegin von mir, und die Wiedersehensfreude war groß und es gab viel zu erzählen. Die „Vorkontrolle“ habe ich also bestanden, und nun steht dem Einzug von Ludmilla in ihr neues Zuhause nichts mehr im Wege.

Morgen gilt es noch jede Menge zu erledigen: Körbchen, Futternäpfe und Futter kaufen, eine Leine und Leckerlis, eine Hundedecke und ein Quietschespielzeug.

Ich bin gespannt, wie ich heute Nacht schlafe, habe schon die letzte Nacht stundenlang wach gelegen und dann letztendlich im Internet alles über Hundeerziehung, Hundepflege, Ernährung und was weiß ich gelesen 🙂

Ich werde berichten…..