Visionen

Gestern war es also so weit – ich habe am Abend mein erstes Treffen ganz alleine geleitet.

Auf der einen Seite war ich sehr nervös, so in der Magengegend war es schon sehr unruhig. Meine Nachbarin hat mir nachmittags schon Bachblüten verabreicht und das Fläschchen in die Hand gedrückt: ab damit in die Hosentasche und mitnehmen! Aber genützt hat es ehrlich gesagt nichts.

Auf der anderen Seite wollte ich es aber auch so schnell wie möglich hinter mich bringen. Und bin sehr früh schon losgefahren, um zeitig genug vor Ort zu sein und meine Vorbereitungen treffen zu können.

Was wurde ich doch herzlich von meiner Mentorin und ihrer Mitarbeiterin empfangen. Und schon war die ganze Nervosität wie weggeblasen und ein Gefühl von Sicherheit stellte sich ein. Ich dachte: was soll schon passieren. Mehr als blamieren kann ich mich ja nicht, und letztendlich wäre das auch nicht schlimm.

Und schon kam die erste Teilnehmerin, dann die nächste, und ruckzuck waren 30 Frauen und auch Männer gewogen und warteten nun auf meinen Vortrag. Und der kam dann auch wie aus der Pistole geschossen. Es wurde viel gelacht, Erfahrungen wurden ausgetauscht und zum Schluss bekam ich den ersten Applaus meines Lebens.

Ich kann nur sagen: es macht riesengroßen Spass. In die Gesichter von Menschen zu schauen, die an „meinen Lippen hängen“ und von mir motiviert und animiert werden möchten, aber auch mit Informationen versorgt werden wollen, das hat schon was.

Ich habe Zukunftsvisionen. Ich habe ein ganz klares Bild vor Augen, und ich folge meiner Intuition. Ich freue mich auf den 1.1.2013!

P.S. Bevor ich losfuhr, habe ich noch eine Engeltherapiekarte gezogen. Es ist wirklich wahr, es kam diese hier:

Wege des Lebens

Geht Dir das auch so? Morgens nach dem Aufwachen, der Wecker hat zwar schon geklingelt, aber Du hast noch ein kleines bisschen Zeit, liegen zu bleiben. Und wach bist Du auch noch nicht richtig. Da kommen die tollsten Gedanken. Bei mir ist das zumindest so. Kürzlich sagte eine Freundin zu mir: wieso stehst Du eigentlich immer so früh auf? Du müsstest das doch gar nicht. Doch, denn ich liebe die ganz frühen Morgenstunden, zwar noch halb verschlafen bin ich da wirklich am kreativsten. Meine besten Posts habe ich in den Morgenstunden geschrieben. Auch liebe ich die Morgenspaziergänge mit meiner Hündin im Feld, wenn noch niemand unterwegs ist, die Luft nach der Nacht frisch und klar ist und man kaum eine Geräusch hört.

Im Augenblick habe ich das Gefühl, es verwischen sich in meinem Leben alle Konturen. Es gibt eigentlich gar keine Konstante mehr. „Früher“ stand ich jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit auf, setzte mich in mein Auto, fuhr eine bestimmte Strecke, war 8 – 10 Stunden in einer Firma, bekam am letzten des Monats dafür mein Gehalt. Auch sonst verlief mein Leben mehr oder weniger in sehr festen Strukturen. Unter anderem aus dem einfachen Grunde, dass ich sonst andere Aktivitäten zeitlich einfach nicht geschafft hätte. So ging das eigentlich jahrein jahraus. Manchmal gab es spezielle Highlights, um ein Jahr von dem anderen unterscheiden zu können. Die Hochzeiten meiner Kinder oder die Geburten meiner Enkel, oder ein besonderer Urlaub wie die Ägyptenreise, die ich nie vergessen werde.

Aber konstante „Säulen“ sind in meinem Leben irgendwie nicht mehr vorhanden, zumindest nicht im Außen. Jeder Tag bringt Neues, neue Herausforderungen, neue Menschen, neue Überlegungen, neue Ideen. Auch gehen Abschnitte einfach zu Ende. So fängt meine Tochter am 1. September nach 2-jähriger Elternzeit wieder an zu arbeiten und der Mo geht zu der Tagesmutter. Auch diese schöne und intensiv von mir erlebte Zeit geht jetzt zu Ende. Für alle mit einem lachenden und einem auch weinenden Auge. Besonders für mich.

Doch jetzt soll (und muss es auch) für mich wieder weitergehen. So schön diese lang ersehnte Auszeit auch für mich gewesen ist, so sehr wünsche ich mir jetzt auch neue Herausforderungen und neue Aufgaben. Das erste Seminar zu meiner Ausbildung als WW-Couch steht unmittelbar bevor, und dies wird eins meiner „Standbeine“ sein, dieser Aufgabe sehe ich mit großer Freude entgegen. Aber wie immer, wenn Abschnitte zu Ende gehen in meinem Leben, treten auch wieder ganz neue Menschen ein. Durch Fräulein Smilla habe ich so viele Kontakte zu sehr netten Menschen gefunden, und wenn ich Lust auf ein nettes Gespräch habe, dann wähle ich zu einer bestimmten Uhrzeit einen bestimmten Weg.

Irgendwann vor vielen Jahren habe ich mir einmal gewünscht, irgendwann angekommen zu sein. So wie meine Schulfreundinnen, die alle schon 30 oder 35 Jahre verheiratet sind, mit ihren Ehegatten in ihren Häuschen leben, zwei Mal im Jahr in Urlaub fahren, und jetzt in die Frührente gehen. Bei solchen Gedanken grummele ich manchmal und denke: warum ich nicht? Ja warum eigentlich nicht liebe Dori?

Weil ich mich für ein anderes Leben entschieden habe. Irgendwann einmal. Und so wie es ist, ist es auch gut. Denn es ist MEIN LEBEN!

 

Schwachstellen

Heute genau vor vier Wochen ist Fräulein Smilla bei mir eingezogen! So sehr ich mich auch gefreut habe, dass sich mein großer Wunsch aus Kindheitstagen nun endlich erfüllt hat, so überfordert war ich auch anfänglich mit diesem kleinen ängstlichen Hund, der weder ein Auto noch einen Fahrradfahrer kannte, Regen offensichtlich auch nicht, und der beim Anblick von anderen Hunden eine Panikattacke nach der anderen bekam.

Inzwischen hat sich vieles in „Wohlgefallen“ aufgelöst, nur das Zusammentreffen mit anderen Hunden ist immer noch stressig. Aber wir üben und üben und üben, und auch dieser Punkt wird immer besser und besser….

Drei Mal am Tag gehen Fräulein Smilla und ich unsere Runde durch das Feld hinter „meinem“ Haus.

Heute Abend haben wir gar niemanden getroffen, ach doch, ein netter Jogger, der beim Anblick von Fräulein Smillas neugierigem Blick lachen musste.

 

Kaum zu glauben, wie sich mein Leben in dieser kurzen Zeit verändert hat. Wir sind inzwischen bekannt im Dorf „wie ein bunter Hund“ und werden oft schon von Weitem begrüßt. Die meisten Menschen sind interessiert und schauen dabei zu, wie Fräulein Smilla täglich weitere Fortschritte macht. Aber es gibt auch andere, die, die ihre aggressiven Hunde ohne Leine durchs Feld laufen lassen, und die keinerlei Verständnis für einen kleinen Hund aufbringen, der Angst hat.

Bei unseren Spaziergängen am Rhein im Nachbarort haben wir schon viele Gleichgesinnte kennengelernt, lockere Verabredungen zum gemeinsamen Spazierengehen getroffen, Hundetrainer, Tierheilpraktiker und Hundesitter kennengelernt, Visitenkarten zugesteckt bekommen, es ist wirklich unglaublich, wie viele Kontakte ich in den letzten Wochen knüpfen durfte, und das ist ja erst der Anfang. Und ja, ich bin auch dankbar für jeden Tipp, den ich bekomme.

Am kommenden Freitag habe ich einen Qualifikationstest, um zur Ausbildung als Weight Watchers Coach zugelassen zu werden. Natürlich habe ich (wie immer eigentlich ärgere ich mich wieder mal sehr über mich selbst) viel zu spät mit dem Lernen begonnen, und jetzt bin ich unter Druck. Denn anhand der Übungstests kann ich ganz genau sehen, wo meine Schwachstellen sind, und das sind so einige. Ich habe noch viel zu lernen bis zum Wochenende und ich hoffe, dass ich die „Kurve jetzt doch noch kriege“ und dass alles reibungslos vonstatten geht.

Also: ich würd mich über Euer Daumendrücken sehr freuen 🙂

Nix geregelt….

Irgendwie bekomme ich momentan nix „geregelt“. Die Tage haben zwar nach wie vor 24 Stunden, und so wie es ausschaut, wird sich da auch nichts dran ändern. Trotzdem habe ich das Gefühl keine Zeit zu haben. Ich düse ständig von A nach B und dann nach C, um meine verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, und jetzt habe ich ja auch noch einen Hund, und was für einen!

Drei Mal am Tag gehen wir gassi, das muss ja auch in den Tagesablauf integriert werden. So ein Hund braucht halt auch Zuwendung, aber vor allem will er/sie momentan nur eins: fressen!

Aus dem armen, zitternden und völlig verängstigten kleinen Mäuschen entwickelt sich gerade eine sehr eigenwillige junge Dame, die partout ihren Kopf durchsetzen möchte – und zwar „auf Biegen und Brechen“. Im Augenblick spielen wir das „Ich sitze auf der Couch aber eigentlich darf ich das nicht Spiel“, und zwar durchaus zwanzig Mal hintereinander. Das sieht dann so aus: Frauchen schaut gerade nicht hin, ich springe auf die Couch, und liege da ziemlich breit grinsend (das sieht zumindest so aus). Frauchen nimmt mich kommentarlos hoch und setzt mich in mein Körbchen. Sobald sie mir aber den Rücken zugedreht hat, springe ich ganz schnell aus meinem Körbchen und wieder auf das Sofa. Dabei schaffe ich es sogar, meinen Kauknochen mitzunehmen.

Ich sag’s Euch, es geht gerade hier zu wie bei der Erziehung eines zweijährigen Kindes in der ersten Trotzphase. Ob ich dabei alles richtig mache, sei dahingestellt. Die Hundetrainerin allerdings hat mir – und auch Fräulein Smilla – ein dickes Lob ausgesprochen heute morgen. Sie meinte: ein sehr charakterstarker Hund (na toll!). Und zu mir: alle Achtung, für einen Ersthundebesitzer erzielen Sie hier für die kurze Zeit ziemliche Erfolge.

Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Aber das kommt ja auch daher, weil wir so gut zueinander passen. Fragt sich nur, wer der größere Dickkopf von uns beiden ist 🙂

Große Freude

Diese E-Mail habe ich heute aus Spanien bekommen. Ist das nicht schön? Ich habe mich so sehr gefreut und tue es immer noch!

Liebe Frau Kellers,
ich heiße Andrea und bin eine Freiwillige des Tierheims Sierra Nevada.
Anita hat mir Ihre Bilder von Ludmila und Ihre E-Mail weitergeleitet, über die ich mich natürlich auch riesig gefreut habe und die ich Anita dann übersetzt habe.
Anita schreibt:
Was für ein glückliches Ende!!! Ich werde das gleich Loli (eine andere Freiwillige vor Ort) erzählen, die Ludmila auf der Landstraße entdeckte und ihr das Leben gerettet hat …
Bitte richte Frau Kellers ein herzliches Dankeschön für die schönen Zeilen aus. Übrigens liebt es Ludmila, wenn man sie auf den Arm nimmt … auf dem Arm fühlte sie sich immer total glücklich und sicher. Vielleicht mag Frau Kellers das nicht, aber ich will’s ihr ja auch nur gesagt haben … ;-)(Anmerkung meinerseits: Vermutlich haben Sie das selbst auch schon festgestellt … :-))))
 
Vielen Dank für alles, auch von meiner Seite!!!!
und natürlich LIEBE GRÜßE und ALLES GUTE!
Andrea Wolf

Unter keinen Umständen

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

(Albert Schweitzer)

Begegnungen

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern kam ja dann doch noch die Sonne heraus, am Nachmittag. Für jeden einzelnen Sonnenstrahl bin ich inzwischen unendlich dankbar, wir haben ja zur Zeit nicht so viele davon.

Ziemlich spät fuhr ich dann noch zum Einkaufen in meinen Supermarkt. Kurz vor Ladenschluß war ich mit meinen Lebensmitteleinkäufen fertig. Nachdem ich mein Auto „beladen“ hatte, schnappte ich mir eine Nektarine und brachte den Einkaufswagen zurück, stellte ihn in die Reihe und entnahm mein Euro-Stück. Dann fing ich an, genüßlich meine Nektarine zu verspeisen, wobei ich einige Verrenkungen machte, denn schließlich sollte der Saft nicht auf mein Kleid tropfen.

Ein älterer – sehr großer und schlanker – Herr kam auf seinem Fahrrad daher und musste lachen, als er mich mit meiner Nektarine sah. Aufpassen, sagte er lachend, sonst haben Sie gleich noch Löcher in ihrem Kleid. Ich antwortete: Geht’s uns nicht gut? Aus meinem tiefen Herzen empfinde ich das so. Und schwuppdiwupp waren wir im Gespräch.

Er sei Franzose, sagte er, habe viele Jahre seines Lebens beruflich an der Elfenbeinküste gelebt, und seine Augen blitzten vor Lebendigkeit beim Erzählen, und es war so kurzweilig, ihm zuzuhören. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns wieder voneinander, uns gegenseitig ein schönes Wochenende wünschend, und ich fuhr lächelnd und zufrieden mit meinem Leben nach Hause.

Und soll ich Euch etwas sagen: Von all den Männern, die ich in den letzten Wochen „gedatet“ habe auf der Suche nach einem Partner im Internet, dies war der erste, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Weil er „lebendig“ ist und etwas „zu sagen“ hat. Weil er „sehen“ kann und auch zwischen den Zeilen „hören“. Und ZUHÖREN (womit wir wieder beim Thema wären) und kein Selbstdarsteller ist.

Ich lass es jetzt – ich suche nicht weiter, es bringt sowieso  (in meinem Fall) nichts. Denn die wahren Begegnungen, die beschert mir das Leben sowieso. Und inzwischen genieße ich einfach weiter.

Das soll Sommer sein?

 

 

 

 

 

 

 

 

Endlich – gestern Abend so gegen 21 Uhr – hat sich der Wind gelegt. Die letzten 3 Tage ist er hier regelrecht über die Felder getobt, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, aber er war so eiskalt, dass ich abend die Heizung anmachen musste und meine dicken gestrickten Socken wieder hervorgeholt habe.

An die Sommer meiner Kindheit habe ich ganz andere Erinnerungen. Die waren schön, und heiß damals, Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Die kompletten Sommerferien verbrachten wir „auf der Straße“, von morgens bis abends waren wir draußen, und das Highlight dieser Sommer war, dass ich bis 9 Uhr abends mit den Nachbarskindern Federball spielen durfte. Einen Fernseher hatte wir auch noch nicht, meine Eltern und die anderen Leute aus der Nachbarschaft saßen in ihren Gärten oder vor den Häusern und schauten uns Kindern zu.

Jeden Sommer gab es auch den heftigsten Sonnenbrand, denn Sonnenschutzcreme mit Lichtfaktor 30+ gab es noch nicht, zumindest nicht in Europa, und ich erinnere mich an viele Nächte, wo ich mit kalten Quarktüchern auf dem Bauch liegend versucht habe zu schlafen, was aber schier unmöglich war, so heiß war mir und so hat der Rücken gebrannt. Hinterher pellte sich dann die Haut ab und ich durfte den Rest des Sommers nur noch vollständig bekleidet nach draußen, damit dies nicht noch einmal passierte, was ich als sehr ärgerlich empfand.

Und es gab so tolles Essen für uns Kinder. Jeden Abend aß ich mit großem Appetit Schwarzbrot mit Kräuterquark und dazu Tomaten aus dem Garten. Waren die köstlich. Überhaupt gab es ja nur im Sommer Tomaten, die waren etwas ganz Besonderes, weil man ein ganzes Jahr auf sie warten musste, wenn die Zeit vorbei war. Und es gab kalten Zitronentee, den hat meine Mutter nur im Sommer zubereitet, wenn wir abends völlig verschwitzt vom Spielen reinkamen, dann war er schon richtig schön kalt und ganz besonders köstlich. Ach ja, und sonntags gab es selbstgemachtes Eis, von Dr. Oetker, in den Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Erdbeere, das war jedes Mal ein Fest.

Auf den Feldern und an den Wegesrändern wuchsen Kornblumen, diese wunderschönen leuchtendblauen Blumen, die heute gänzlich verschwunden sind und nicht mehr wild wachsen.

Die Kornblume galt früher als Ackerunkraut und wurde als solches so erfolgreich bekämpft, dass sie fast ausgestorben ist. Daher steht sie inzwischen unter Naturschutz.

Ihre leuchtend blauen Blüten trifft man heutzutage eher in Gärten als in Kornfeldern an, denn viele naturverbundende Gartenbesitzer haben sich ihrer angenommen, um ihr eine Chance zum Überleben zu geben.

Die Kornblumen fand man meist usammen mit Klatschmohn und Kamille. Die Kamille haben wir in riesigen Sträußen gepflückt, zusammengebunden und auf dem Speicher zum Trocknen aufgehängt, um dann im Winter Kamillentee daraus zuzubereiten.

Übrigens wurde ich regelmässig beim Kirschenklauen erwischt, auf Nachbars Baum, der hatte die leckersten roten süßen Kirschen, die man sich nur denken kann. Und den Kirschkern habe ich immer mit verschluckt, weil ich nicht wusste, wohin damit, schließlich wollte ich ja keine Spuren hinterlassen. Am Abend hatte ich dann immer fürchterliche Bauchschmerzen, und meine Mutter meinte nur: Siehst Du, das kommt davon.

Das kommt davon – das war auch so ein geflügeltes Wort – irgendwie konnte man es auf jede Situation anwenden. Siehst Du, das kommt davon! Das taten die Erwachsenen schon damals gerne, und daran hat sich bis heute nichts geändert. So wird es jetzt auch dem Minister ergangen sein, der ohne zu verzollen einen Riesenteppich aus Afghanistan für sein Zuhause einfliegen ließ. Daran merkt man auch, dass Sommer ist – die letzten Tage waren die Medien voll mit diesen Schlagzeilen. Als hätten wir jetzt schon ein Sommerloch.

Gottseidank hat die EM begonnen, und so werden die wirklich wichtigen Themen in diesem Lande und auf dieser Welt erst mal wieder schön „unter den Teppich gekehrt“ – groß genug soll er ja sein. Siehst Du……

 

 

Der Rest ist nur Sand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Philosophieprofessor im US-Staat Massachusetts begann seine
Vorlesung auf sehr originelle Weise. Er hatte ein paar Dinge auf
einem Pult vor sich liegen. Als die Vorlesung begann, nahm er ein
großes Mayonnaiseglas und füllte es bis zum Rand mit großen
Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll
sei. Sie stimmten ihm zu.

Dann nahm er eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das
Glas und schüttelte es leicht, so dass sich die Kieselsteine
zwischen die großen Steine schoben. Dann fragte er erneut, ob das
Glas jetzt voll sei. Alle stimmten zu. Leichtes Gelächter machte
sich breit.

Dann nahm der Lehrer eine Tüte mit Sand und schüttet ihn in das
Glas. Langsam rieselte der Sand zwischen die Steine und füllte so
das Glas.

„Nun“, sagte der Lehrer zu den Studenten, „was sagen sie
jetzt?“ Keiner sagte einen Ton. Alle waren alle gespannt darauf,
wie es nun weiter gehen würde.

„Ich möchte, dass sie erkennen“, sagte der Professor langsam und
eindringlich, „dass dieses Glas wie ihr Leben ist! Die Steine sind
die wichtigen Dinge im Leben: Ihre Familie, Ihre Freunde,
Ihre Gesundheit, Ihr Studium. Dinge, die – wenn alles
andere wegfiele und nur sie übrig blieben – Ihr Leben immer noch
sinnvoll wäre.

Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z.B. Ihr
Auto, Ihre Karriere, Ihre Reise, die Sie geplant haben, die neueste
Mode, das Fernsehprogramm heute Abend, das Baseball-Spiel.“

Alle hörten ihm fasziniert zu.

„Der Sand“, fuhr der Professor fort, „der symbolisiert die ganz
kleinen Dinge im Leben. Zum Beispiel ob Sie sich über die
Verkäuferin im Supermarkt ärgern, ob ihre Freundin zu spät kam, ihre
Blumen vor dem Haus gestohlen wurden. Wenn Sie den Sand zuerst in
das Glas füllen, bleibt kaum Raum für die Kieselsteine – geschweige
denn für die großen Steine.

So ist es auch in ihrem Leben. Wenn Sie zu viel Energie und Zeit
für die kleinen Dinge im Leben aufwenden, dann bleibt für die großen
Dinge nichts mehr übrig.

Achten Sie auf die wichtigen Dinge, nehmen Sie sich Zeit für ihre
Familie, ihr Studium, ihre Gesundheit.

Es wird noch genug Zeit für die weniger wichtigen Dinge geben.
Achten Sie zuerst auf die großen Steine; sie sind es, die wirklich
zählen. Der Rest ist nur Sand.“

Schon so oft gelesen – und doch immer wieder ein Impuls, nachzudenken und die Dinge nach Wichtigkeit zu sortieren.

Verfasser unbekannt

Erdbeerzeit


Seit einer Woche genau hat „unser“ Erdbeerhäuschen hier am Feld wieder geöffnet. In diesem Jahr etwas später als in den vergangenen aufgrund des schlechten Wetters und der fehlenden Sonne. Das Häuschen selbst war stand schon etwas länger wieder da, und ich habe immer geschaut, wann es denn nun endlich wieder öffnet.

Seither fahre ich beinahe jeden Tag mit dem Fahrrad vorbei und hole mir meine heißgeliebten Erdbeeren. Die Erdbeerpflücker sind jeden Tag im Feld bei diesem strahlendschönen Wetter und sorgen für immer frischen Nachschub.

Wenn ich mich an die Erdbeeren meiner Kindheit erinnere, so waren die immer sehr schmutzig und mussten mehrmals gewaschen werden, ganz vorsichtig, und danach sorgfältig abgetupft werden. Wie die Bauern das heute machen ist mir rätselhaft, die Erdbeeren sind so sauber, dass ich sie direkt in den Mund stecken und genießen kann. Sie schmecken so köstlich und so süß, dass jeglicher Zuckerkrümel einfach überflüssig wäre.

Für mich ist die Erdbeerzeit der perfekte Auftakt für einen weiteren schönen Sommer, ich genieße die Lichtverhältnisse, die Wärme und die Sonnenstrahlen, und dass es abends erst so spät dunkel wird.

Ich wünsche allen, die hier lesen, frohe Pfingsten und ein schönes langes Wochenende!