Fräulein Smila und die Spuren im Schnee

Da kommt so ein kleiner Hund aus Spanien und bringt mir bei, dass Schnee etwas ganz Wundervolles und Schönes ist, was ganz viel Spass macht. (Schade, dass das Video so dunkel ist). Dabei hasse ich mag ich doch den Winter nicht.

Freitag morgen, als sich hier in NRW alles langsam unter einer geschlossenen Schneedecke versteckte, hatte ich wirklich meine Befürchtungen, was Mila zu diesem Winterwetter sagen würde. Ich war sehr skeptisch, weiß ich doch so wenig über meinen Hund, der genau vor 5 Monaten in mein Leben gekommen ist.

Ob sie zuvor wohl schon einmal Schnee gesehen hat, habe ich mich gefragt. Auf jeden Fall hat sie sich ohne zu zögern in die weiße kalte Masse geworfen, und zwar kopfüber, sich immer wieder im Schnee gewälzt, die Nase untergetaucht, ich habe meinen Hund bisher nicht mit dieser Lebensfreude gesehen.

Leider hat es jetzt begonnen zu tauen, nachdem es schon seit Stunden regnet. Ganz irritiert hat sie eben auf dem Spaziergang geschaut, wo denn der Schnee geblieben ist. Ein paar „Reste“ haben wir noch gefunden, auch hinter unserem Haus, wo man dann die Nase noch einmal untertauchen konnte.

Aber der Winter hat ja gerade erst begonnen, und der nächste Schnee kommt bestimmt. Ich freue mich jetzt schon drauf.

Ich wünsche allen einen schönen zweiten Advent 🙂

Es interessiert mich nicht

Im August 2009 habe ich schon einmal diese Zeilen gepostet – auf meinem „alten“ Chakrablog. Seit ich das Buch von Oriah Mountain Dreamer 2006 gelesen habe, bin ich von diesen Worten tief berührt – es stellte sogar Parallelen zwischen ihrem und meinem Schicksal damals fest. Seither versuche ich, Menschen nicht mehr zu beWERTEN, wie ich das früher oft getan habe. Aber es gelingt mir nicht immer, das weiß ich.

Es wird immer bedeutsamer für mich, gerade im Hier und im Jetzt und Heute. Nicht beWERTET zu werden, und nicht zu beWERTEN.

Meine Freundin fragt mich: wie alt ist er? Weiß ich nicht.
Welches Auto fährt er? Ist mir doch egal.
Wie heißt die Firma, in der er arbeitet? Keine Ahnung.

Ist das alles wirklich so wichtig? Oder ist es vielmehr die Art und Weise, wie ich mich bei anderen Menschen fühle, die für mich ausschlaggebend ist?

Daher hier noch einmal:

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
– meinem oder Deinem eigenen –
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
– meiner oder Deiner eigenen –
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst
– mit Deinem und meinem –
und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst
–ausgelaugt und mit Schmerzen –
und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.

Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.
Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst
und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.

Oriah Mountain Dreamer (im Mai 1994, http://www.oriahmountaindreamer.com)

Ein Wimpernschlag

Ein Wimpernschlag.Ein Hochziehen Deiner Augenbraue.Eine leichte Drehung Deines Kopfes.Ein Schulterzucken.Eine plötzlich aufkommende Brise.Ein gesprochenes Wort.Ein gehörtes Lied.Der Flügelschlag eines Schmetterlings.

 

Niemals mehr damit gerechnet. Und doch: all dies kann Dein Leben von jetzt auf gleich in einem völlig neuen Licht präsentieren.

Es sind keine Zufälle, sagt ER. Es sind Fügungen. Und staunt.

Und auch ich staune. Habe diese Worte in der letzten Zeit so selten gehört – und schon gar nicht aus dem Munde eines Mannes. Wie WOHLTUEND!

Ein Blick nur – in diese lachenden Augen – und ich weiß: Fortan ist mein Leben ANDERS.

WIE? – KEINE AHNUNG. Das weiß das Universum ganz alleine. Denn die haben uns zusammengeführt – aber wie – das verrate ich jetzt erst einmal noch nicht 😉

Schlafende Hunde weckt man (besser) nicht

9 Wochen ist es her, dass die kleine Ludmila (Fräulein Smilla) bei mir „eingezogen“
ist. Sie hat mein Leben  sehr verändert, diese kleine verschmuste und dennoch sehr eigenwillige Hundedame.

Dachten vor 9 Wochen die Dorfbewohner hier noch, ich sei neu hinzugezogen 😉 als ich erstmalig mit meinem Hund auftauchte, so bekomme ich heute sofort per SMS die Aufforderung, mich blicken zu lassen, wenn ich mal zwei Tag nicht „gesichtet“ wurde. Oder mich wenigstens zu melden, ob es mir auch gut geht. So ändern sich die Zeiten.

Kürzlich sagte mir eine Hundebesitzerin, dass wir (Ludmila und ich) ihr anfangs total Leid getan hätten. Weil mein Hund so panisch war beim Anblick all der vielen Dinge, die sie nicht kannte. Und welch tollen Fortschritt sie inzwischen schon gemacht hätte. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Auch darüber, wie viele netten Kontakte sich bereits schon jetzt ergeben haben, wir beide gehen nur noch ganz selten alleine spazieren.

Plötzlich habe ich ein soziales Netz (natürlich sind das alles auch Hundebesitzer), und das durch einen kleinen schwarzen Hund aus Spanien, der den Weg irgendwie in mein Dorf und vor allem in mein Herz gefunden hat.

Schwachstellen

Heute genau vor vier Wochen ist Fräulein Smilla bei mir eingezogen! So sehr ich mich auch gefreut habe, dass sich mein großer Wunsch aus Kindheitstagen nun endlich erfüllt hat, so überfordert war ich auch anfänglich mit diesem kleinen ängstlichen Hund, der weder ein Auto noch einen Fahrradfahrer kannte, Regen offensichtlich auch nicht, und der beim Anblick von anderen Hunden eine Panikattacke nach der anderen bekam.

Inzwischen hat sich vieles in „Wohlgefallen“ aufgelöst, nur das Zusammentreffen mit anderen Hunden ist immer noch stressig. Aber wir üben und üben und üben, und auch dieser Punkt wird immer besser und besser….

Drei Mal am Tag gehen Fräulein Smilla und ich unsere Runde durch das Feld hinter „meinem“ Haus.

Heute Abend haben wir gar niemanden getroffen, ach doch, ein netter Jogger, der beim Anblick von Fräulein Smillas neugierigem Blick lachen musste.

 

Kaum zu glauben, wie sich mein Leben in dieser kurzen Zeit verändert hat. Wir sind inzwischen bekannt im Dorf „wie ein bunter Hund“ und werden oft schon von Weitem begrüßt. Die meisten Menschen sind interessiert und schauen dabei zu, wie Fräulein Smilla täglich weitere Fortschritte macht. Aber es gibt auch andere, die, die ihre aggressiven Hunde ohne Leine durchs Feld laufen lassen, und die keinerlei Verständnis für einen kleinen Hund aufbringen, der Angst hat.

Bei unseren Spaziergängen am Rhein im Nachbarort haben wir schon viele Gleichgesinnte kennengelernt, lockere Verabredungen zum gemeinsamen Spazierengehen getroffen, Hundetrainer, Tierheilpraktiker und Hundesitter kennengelernt, Visitenkarten zugesteckt bekommen, es ist wirklich unglaublich, wie viele Kontakte ich in den letzten Wochen knüpfen durfte, und das ist ja erst der Anfang. Und ja, ich bin auch dankbar für jeden Tipp, den ich bekomme.

Am kommenden Freitag habe ich einen Qualifikationstest, um zur Ausbildung als Weight Watchers Coach zugelassen zu werden. Natürlich habe ich (wie immer eigentlich ärgere ich mich wieder mal sehr über mich selbst) viel zu spät mit dem Lernen begonnen, und jetzt bin ich unter Druck. Denn anhand der Übungstests kann ich ganz genau sehen, wo meine Schwachstellen sind, und das sind so einige. Ich habe noch viel zu lernen bis zum Wochenende und ich hoffe, dass ich die „Kurve jetzt doch noch kriege“ und dass alles reibungslos vonstatten geht.

Also: ich würd mich über Euer Daumendrücken sehr freuen 🙂

Nix geregelt….

Irgendwie bekomme ich momentan nix „geregelt“. Die Tage haben zwar nach wie vor 24 Stunden, und so wie es ausschaut, wird sich da auch nichts dran ändern. Trotzdem habe ich das Gefühl keine Zeit zu haben. Ich düse ständig von A nach B und dann nach C, um meine verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, und jetzt habe ich ja auch noch einen Hund, und was für einen!

Drei Mal am Tag gehen wir gassi, das muss ja auch in den Tagesablauf integriert werden. So ein Hund braucht halt auch Zuwendung, aber vor allem will er/sie momentan nur eins: fressen!

Aus dem armen, zitternden und völlig verängstigten kleinen Mäuschen entwickelt sich gerade eine sehr eigenwillige junge Dame, die partout ihren Kopf durchsetzen möchte – und zwar „auf Biegen und Brechen“. Im Augenblick spielen wir das „Ich sitze auf der Couch aber eigentlich darf ich das nicht Spiel“, und zwar durchaus zwanzig Mal hintereinander. Das sieht dann so aus: Frauchen schaut gerade nicht hin, ich springe auf die Couch, und liege da ziemlich breit grinsend (das sieht zumindest so aus). Frauchen nimmt mich kommentarlos hoch und setzt mich in mein Körbchen. Sobald sie mir aber den Rücken zugedreht hat, springe ich ganz schnell aus meinem Körbchen und wieder auf das Sofa. Dabei schaffe ich es sogar, meinen Kauknochen mitzunehmen.

Ich sag’s Euch, es geht gerade hier zu wie bei der Erziehung eines zweijährigen Kindes in der ersten Trotzphase. Ob ich dabei alles richtig mache, sei dahingestellt. Die Hundetrainerin allerdings hat mir – und auch Fräulein Smilla – ein dickes Lob ausgesprochen heute morgen. Sie meinte: ein sehr charakterstarker Hund (na toll!). Und zu mir: alle Achtung, für einen Ersthundebesitzer erzielen Sie hier für die kurze Zeit ziemliche Erfolge.

Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Aber das kommt ja auch daher, weil wir so gut zueinander passen. Fragt sich nur, wer der größere Dickkopf von uns beiden ist 🙂

Große Freude

Diese E-Mail habe ich heute aus Spanien bekommen. Ist das nicht schön? Ich habe mich so sehr gefreut und tue es immer noch!

Liebe Frau Kellers,
ich heiße Andrea und bin eine Freiwillige des Tierheims Sierra Nevada.
Anita hat mir Ihre Bilder von Ludmila und Ihre E-Mail weitergeleitet, über die ich mich natürlich auch riesig gefreut habe und die ich Anita dann übersetzt habe.
Anita schreibt:
Was für ein glückliches Ende!!! Ich werde das gleich Loli (eine andere Freiwillige vor Ort) erzählen, die Ludmila auf der Landstraße entdeckte und ihr das Leben gerettet hat …
Bitte richte Frau Kellers ein herzliches Dankeschön für die schönen Zeilen aus. Übrigens liebt es Ludmila, wenn man sie auf den Arm nimmt … auf dem Arm fühlte sie sich immer total glücklich und sicher. Vielleicht mag Frau Kellers das nicht, aber ich will’s ihr ja auch nur gesagt haben … ;-)(Anmerkung meinerseits: Vermutlich haben Sie das selbst auch schon festgestellt … :-))))
 
Vielen Dank für alles, auch von meiner Seite!!!!
und natürlich LIEBE GRÜßE und ALLES GUTE!
Andrea Wolf

Unter keinen Umständen

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

(Albert Schweitzer)

Begegnungen

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern kam ja dann doch noch die Sonne heraus, am Nachmittag. Für jeden einzelnen Sonnenstrahl bin ich inzwischen unendlich dankbar, wir haben ja zur Zeit nicht so viele davon.

Ziemlich spät fuhr ich dann noch zum Einkaufen in meinen Supermarkt. Kurz vor Ladenschluß war ich mit meinen Lebensmitteleinkäufen fertig. Nachdem ich mein Auto „beladen“ hatte, schnappte ich mir eine Nektarine und brachte den Einkaufswagen zurück, stellte ihn in die Reihe und entnahm mein Euro-Stück. Dann fing ich an, genüßlich meine Nektarine zu verspeisen, wobei ich einige Verrenkungen machte, denn schließlich sollte der Saft nicht auf mein Kleid tropfen.

Ein älterer – sehr großer und schlanker – Herr kam auf seinem Fahrrad daher und musste lachen, als er mich mit meiner Nektarine sah. Aufpassen, sagte er lachend, sonst haben Sie gleich noch Löcher in ihrem Kleid. Ich antwortete: Geht’s uns nicht gut? Aus meinem tiefen Herzen empfinde ich das so. Und schwuppdiwupp waren wir im Gespräch.

Er sei Franzose, sagte er, habe viele Jahre seines Lebens beruflich an der Elfenbeinküste gelebt, und seine Augen blitzten vor Lebendigkeit beim Erzählen, und es war so kurzweilig, ihm zuzuhören. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns wieder voneinander, uns gegenseitig ein schönes Wochenende wünschend, und ich fuhr lächelnd und zufrieden mit meinem Leben nach Hause.

Und soll ich Euch etwas sagen: Von all den Männern, die ich in den letzten Wochen „gedatet“ habe auf der Suche nach einem Partner im Internet, dies war der erste, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Weil er „lebendig“ ist und etwas „zu sagen“ hat. Weil er „sehen“ kann und auch zwischen den Zeilen „hören“. Und ZUHÖREN (womit wir wieder beim Thema wären) und kein Selbstdarsteller ist.

Ich lass es jetzt – ich suche nicht weiter, es bringt sowieso  (in meinem Fall) nichts. Denn die wahren Begegnungen, die beschert mir das Leben sowieso. Und inzwischen genieße ich einfach weiter.

Die Zuhörerin

Ich bin die Zuhörerin. Mein Leben lang schon. Es ist mir nur heute erst wirklich klar geworden.

Irgend etwas ist an mir, dass mir alle Menschen, die ich treffe, ihre Lebensgeschichte erzählen. Egal wer. Die Frau im Supermarkt an der Kasse, weil ich immer dort einkaufen gehe, na klar kennen wir uns. Aber nur „vom Sehen“, wie das so schön heisst. Also: sie sieht mich an, ich sehe sie an, und wir kennen uns vom „Sehen“.Und sie erzählt mir ALLES! Wie sie sich von ihrem Mann getrennt hat, wie sie dadurch 30 kg abgenommen hat, was mit ihren Kindern ist, wie sie alles geregelt und auf die Reihe bekommen hat, und ich denke: wieso ich????

Schon in der Schule war das so.  Ich habe das nur nie verstanden, ich wusste gar nicht, was „die“ von mir wollten. Ich wurde regelmässig zu den beliebtesten Klassenkameradinnen gewählt, und ich bin jedes Mal fast vom Glauben abgefallen. Ich habe überhaupt nicht begriffen, dass meine Stärke im Zuhören lag – und liegt!

Heute war wieder WW-Treffen, ich sitze da so alleine vor mich hin, nach dem Wiegen, habe immerhin in einer Woche stolze 100 g abgenommen (ich sag jetzt mal nix dazu), und eine Gruppenteilnehmerin setzt sich neben mich, am liebsten würde sie mich umarmen, ich merk das geradezu körperlich, und sie erzählt mir, wie ihr Vater gerade vor zwei Wochen gestorben ist und wie traurig sie ist und wie sehr ihre Mutter leidet und und und…. So ist das immer, ich kann hingehen, wo ich will, und jeder erzählt mir seine Lebensstory! Ich freue mich über all das Vertrauen, welches mir entgegengebracht wird, aber manchmal fühle ich mich immer noch unsicher und denke:

MEINEN DIE WIRKLICH MICH?