Fastenzeit

Welcher Monat eignet sich besser zum Fasten als der Januar? Die Feiertage im Dezember sind vorbei, das neue Jahr hat begonnen, die perfekte Zeit, um einiges loszulassen, nicht nur an Gewicht 😉

Ich habe die letzten 5 Tage „gefastet“. Nein nein, nicht was Ihr denkt. Gegessen habe ich schon, aber reduziert, nur Obst und Gemüse, kein Fleisch, und ein Mal am Tag eine warme Suppe.

Ich war 5 Tage nicht im Internet, habe weder TV gesehen noch Radio gehört, und auch keine Zeitungen gelesen. Ich habe mich ganz einfach mal von der Medienberichterstattung und der ganzen Berieselei zurückgezogen. Das hatte ich gar nicht geplant, das hat sich einfach so ergeben. Ich habe viel gelesen, meditiert, gute Musik gehört, und bin mit meinen Stöcken hier „durch meine Felder gelaufen“.

Und dabei haben sich solch wunderbare Nebenwirkungen eingestellt wie: ich rauche nicht mehr, ich habe gar kein Bedürfnis danach, ich bin komplett in meiner Mitte, und auf einmal sehe ich all die Dinge, die ich loslassen kann, die ich eigentlich überhaupt nicht für mein Leben benötige, an denen ich jedoch immer so festgehalten habe. Auch einige Menschen habe ich losgelassen, die ich für mein Glücklichsein und meine Zufriedenheit nicht brauche. Das heißt ja nicht, dass ich jetzt keinen Kontakt mehr haben werde, nur losgelassen halt.

Ich bin jetzt schon sehr reduziert und gespannt, was ich noch alles loslassen kann, denn ich werde dieses „Fasten“ noch bis zum Wochenende ausdehnen, weil es mir so gut tut. Das Bloggen soll mein einziger „Abstecher in die Außenwelt“ sein für eine Woche.

Es war jetzt einfach mal notwendig, Verhaltensmuster und Gewohnheiten zu be- und durchleuchten. Dinge, die man sein Leben lang getan hat, sind deshalb nicht unbedingt richtig. Einfach mal alles hinterfragen, sich selbst anschauen, sich selbst kritisch betrachten, nicht nur die anderen, Lebensziele neu stecken, das was ich mit 30 für erstrebenswert hielt, ist es heute mit 57 schon lange nicht mehr.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man erst loslassen kann, wenn man älter wird. Dass dies etwas mit Lebenszyklen zu tun hat. Als junger Mensch hast Du Ziele, beruflicher und privater Art, willst Dir ein bestimmtes Leben aufbauen und etwas erreichen. Als älterer – aber noch nicht so alter Mensch – kannst Du zurückschauen und Dich verändern, noch einmal neu beginnen. Darin liegt – wie ich finde – eine wundervolle Chance, und die möchte ich nutzen 🙂

21 Gedanken zu „Fastenzeit

  1. Liebste Dori,

    erst dachte ich ja: „Fasten im Januar? Brrrr. Das ist mir zu kalt. Ich warte damit bis zum Frühjahr, jetzt brauche ich die Energie.“ Doch Du isst ja brav. 😉 Und Du hast recht. Auf viele Dinge – vor allem die Medien – können wir gut und gerne mal eine Weile verzichten. Die Welt dreht sich auch so weiter.

    Schön, dass Du eine kleine Auszeit von der Auszeit genommen hast und uns diesen wunderbaren Beitrag und das herrliche Video schenkst. Loslassen macht frei! 🙂

    Alles Liebe,
    Jürgen

    • Liebster Jürgen,
      also im Januar auf Nahrung verzichten – das könnte ich bei den Temperaturen jetzt gar nicht. Aber der „Rest“ tut einfach nur gut.
      Alles Looooooooooooslassen – mal schauen, was draus entsteht. Ich bin selbst gespannt.
      Die Auszeit von der Auszeit 🙂 wie Du so schön sagst, die kann ich mir ja jetzt erst „erlauben“, aufgrund meines Alters und durch
      die Zeit, die ich im Augenblick habe. Wer weiß denn schon, wie lange noch? Aber ich habe es endlich gelernt, das Leben im Hier und
      Jetzt.
      Schön, dass Du hier warst.
      Sonnengrüße von Dori 🙂

  2. Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen! Ich werde mir auch etwas mehr Zeit nehmen in den nächsten Wochen, muss einfach mehr sortieren und klar werde und – loslassen 😉
    das foto ist wunderbar und auch die Musik und die Gedanken im Film! Hab einen schönen Tag!

    • Liebe Gesa,
      ich habe ja schon im vergangenen Jahr begonnen zu sortieren. Die Arbeitslosigkeit kam da gerade recht. Aber es hat sich auch lange Zeit
      angefühlt wie Urlaub, endlich frei sein, yippeeh. Aber das Urlaubsgefühl ist nun vorbei, das Freiheitsgefühl ist aber geblieben, und alles,
      was ich fortan tun werde, wird genau aus diesem Gefühl heraus entstehen. Eine ganz neue Erfahrung und Qualität.
      Sonnigste Grüße von Dori 🙂

  3. Liebste Dori,
    danke für Deinen schönen Beitrag.
    Wir haben ja gar keinen Fernseher, darüber bin ich froh. Ich übe mich auch im Loslassen, aber meinen PC , den mag ich sehr, weil ich da doch Kontakt habe zu Menschen. Das Telefon geht bei mir selten und ich genieße, den Tag über alleine und manchmal ohne Termine zu sein. Losgelassen habe ich auch Menschen , die in der Vergangenheit vielleicht eine Rolle gespielt haben. Auch Gewohnheiten lasse ich los, alte Muster, das gelingt besser, wenn sie bewusst werden.
    Ich wünsche Dir noch eine gute Zeit. Danke für das schöne Video….
    herzliche Grüße
    Erika 🙂

    • Liebste Erika,
      ich wusste ganz lange überhaupt nicht, was Loslassen ist und was es bedeutet. Alle Welt spricht davon, und ich habe immer gesagt:
      ja wie geht das denn, dieses Loslassen? Ich bekomme so allmählich ein Gefühl dafür. Loslassen bedeutet ja nicht, etwas für immer zu verabschieden. Es bedeutet lediglich: es ist schön, dass ich es habe und dass es in meinem Leben ist, aber ich BRAUCHE es nicht um zu LEBEN und GLÜCKLICH zu sein.
      2011 war schon ein sehr bemerkenswertes Jahr in meinem Leben. Wenn man die 7-jährigen Zyklen im Leben eines Menschen bedenkt, dann macht es Sinn – denn ich war 56.
      Schön, dass Du hier warst.
      Allerliebste Sonnengrüße von Dori 🙂

  4. Ich weiß nicht, ob man eher loslassen kann, je älter man wird. Ich weiß nur, dass man irgendwann spürt, dass es dringend notwendig wird.
    Schön, dass dir deine kleine Auszeit so gut bekommen ist. Ich werde das als Anregung mitnehmen, denn ich glaube, ich brauche auch eine.

    Liebe Grüße von der Gudrun

    • Liebste Gudrun,
      ich empfehle Dir die Auszeit sehr – allerdings braucht es auch den richtigen Zeitpunkt – und der war jetzt gerade da – bei mir!
      Alles, was zu Dir gehört bleibt, das was nicht zu Dir gehört, geht. Das lerne ich gerade. Aber das tut in keinster Weise weh.
      Allerliebste Sonnengrüße von Dori 🙂

  5. Liebste Dori, ein schöner Artikel – es ist toll mitzuerleben, was sich bei Dir alles weiterentwickelt und ich bin schon so gespannt, wo es dann hingeht:-)… Lustig, auch wir sind seit dem 08. Januar dabei, zu fasten und zu entschlacken, auch nicht „nix essen“, sondern ganz bewusst, viel Vitamine, kein Alkohol, keine Süssigkeiten, viel Wasser trinken (noch mehr als sonst)… Es macht Freude, dass was wir essen, essen wir mit viel mehr Bewusstheit und Geschmack und ich fühle mich körperlich sehr sehr fit… ein tolles Gefühl… Und was sonst noch alles so mit den alten Giftstoffen „ausgeschwemmt“ wird, das ist hoch spannend:-). Allerliebste Herzensgrüsse Andrea

    • Genauso mache ich es auch gerade, liebste Andrea 🙂
      Bewusstes Essen – viel Gesundes – ich sitze vor meinem Teller und bedanke mich für die schönen Gaben, die ich geschenkt bekomme.
      Ich bedanke mich für meine schöne Wohnung, in der ich mich so wohl fühle, die Natur, durch die ich täglich wandere mit meinen
      Stöcken, für die Menschen, die mir Liebe schenken, für die schönen Bücher, die ich gerade lesen darf, und für die ZEIT, die ich
      für MICH haben darf.
      Mehr geht nicht. Es kommen auch wieder andere Zeiten, aber dies kann mir niemals genommen werden – die DORIZEIT!
      Allerliebste Herzensgrüße von Dori 🙂

  6. Wow, liebste Dori,

    da geht ja echt was ab bei dir, so viel und so großartig! Ich finde das ganz, ganz toll und bewundere dich sehr für diesen Schritt!
    Allein beim Lesen spürte ich eine enorme Er-leichter-ung 🙂 was für ein Start in das Jahr. Diesbezüglich habe ich auch noch so einiges vor ~ damit Neues Platz hat und findet 🙂

    Allerliebste Herzensgrüße zu dir,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth,
      das Neue kann nur Einzug halten in mein Leben, wenn ich das Alte gehen lasse. Oh weh, bei diesen Sprüchen habe ich früher immer nur Bauchweh
      bekommen. Loslassen wollte ich gar nichts, eher festhalten, alles, auch das was nicht gut war. Ich kannte ja nichts Anderes. Jetzt habe ich
      mich auf das Abenteuer eingelassen, und ich habe gar keine Ängste mehr, vielmehr Vertrauen. In mich. Dass ich alles schaffen kann, wenn ich
      es wirklich will. Und dass es auch mal Tiefen und nicht so gute Zeiten gibt, im Leben, dass dies „normal“ ist und nicht alleine nur mir
      passiert.
      Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das war das Lebensmotto meines Vaters. Er hat sich niemals von irgend etwas unterkriegen lassen, sondern
      immer das Beste daraus gemacht. (Gott, was habe ich diesen Spruch gehasst – jetzt könnte er zu meinem werden)
      Allerliebste Herzensgrüße für Dich
      von Dori 🙂

  7. Um diese so konsequente Erfahrung bist du zu beneiden, liebe Dori. Einiges davon würde ich auch ohne weiteres schaffen, aber anderes (wie Internet, Rauchen) sicherlich nicht.

    Aber ich nehme den Gedanken gern auf, denn in der kommenden Woche haben wir Winterferien.

    Ich grüße dich herzlich,
    Anna-Lena

    • Liebe Anna-Lena,
      das schaffe ich nur, weil ich nicht „arbeite“ zur Zeit. Mit dem Rauchen wollte ich schon immer aufhören, und was das Internet betrifft, gehe ich wirklich nur auf die Blogs, alles Andere halte ich auf Abstand.
      Ich wollte einfach mal testen, wie ich mich ohne „Ablenkungen“ wahrnehme.
      Dir wünsche ich schöne Winterferien.
      Herzlichste Grüße von Dori

  8. Pingback: Tagesschau – Klappe, die zweite… « Anna-Lenas Lesestübchen

  9. Das klingt wunderbar, liebe Dori.
    Ein wunderbarer Anreiz.
    Loslassen ist mir immer schwer gefallen und tut es noch. Doch hin und wieder stelle ich fest, dass es tatsächlich geht, wenn ich wirklich will. 🙂
    Ich bin zurzeit absolut nicht in der Mitte, sondern sehr unkonzentriert und durcheinander. Daran muss ich dringend was ändern. *seufz*
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Alles Liebe für dich,
    Martina

    • Liebe Martina,
      ich bin ganz oft auch nicht in meiner Mitte – aber immer öfter – und zur Zeit sehr!
      Die „Fastenwoche“ hat mir sehr gut getan – eine ganz neue Erfahrung – sehr entspannend.
      Natürlich weiß ich auch, dass dies nicht immer so durchzuführen ist – es kommen ja immer
      wieder neue An- und Herausforderungen.
      Aber ich weiß ja jetzt, wie ich dann wieder in meine Mitte komme.
      Liebe Sonnengrüße für ein schönes frostiges WE von Dori 🙂

  10. liebste dori
    das liest sich wunderbar, er-mutigend und auch sehr sehr konsequent. in mir findet auch gerade ein gewisser umdenkprozess statt, allerdings körperlich. da ich gerade erlebe, wie schwer es für andere sein kann, ein gesundes körpergewicht zu erreichen hab ich meine aufmerfmerksamkeit auf meinen körper gelegt, mir nun eine waage angeschafft und kontrolliere je´tzt mal bewußt eine woche lang, was meine derzeitigen ess- und bewegungsgewohnheiten mit mir machen.dann möchte auch ich manches langsam reduzieren und dafür viel frische luft einatmen.
    ich wünsch dir alles alles gute, du liebe
    von herzen
    babsi

    • Liebste Babsi,
      das sind ja wirklich gute Ansätze. Ich ernähre mich nur noch so gesund es geht, und dieser Prozess hat ganz von selbst begonnen, ich habe mich nicht wirklich dafür entschieden. Auch was die Bewegung anbelangt, das kam ganz von selbst, dass ich jeden Tag draussen sein möchte und mit den Stöcken laufen möchte (außer bei strömendem Regen 😉 ).
      Es ändert sich gerade so vieles…..
      Ich wünsche Dir ein strahlendschönes Wochenende,
      viele liebe Sonnengrüße von Dori

  11. Hallo Dori,

    da haben wir ja grade einige Berührungspunkte! Dieses Reduzieren auf Obst, Salat, Gemüse – nicht zu vergessen die warme,wohltuende Suppe abends… tut einfach so gut!
    Medienverzicht übe ich auch schon lange sehr bewußt. Wir haben zwar einen Fernseher im Haus – der ist aber unter dem Dach im Spitzboden. Dort ist es kuschelig und nett. Aber es ist für uns jedes Mal eine sehr bewußte Entscheidung überhaupt dort hin zu gehen! Also mal eben den Fernseher einschalten, womöglich dann noch rumzappen – das gibt es gar nicht. Wir wählen bewußt aus, was wir sehen möchten und gehen dann hoch. Dann sind wir abern „weg“. Wir gehen dann z.B. auch nicht ans Telefon. Ist bei Kino ja auch nicht möglich. Wenn man das Fernsehen so „zelebriert“ wird man sehr sensibel für Reizüberflutung und empfindlich gegen schlechte Qualität. Oft unterbrechen wir auch, weil der Film uns nicht gefällt. Nachrichten sehen wir vielleicht zweimal im Monat. Sie zu sehen tut nicht gut. Es ist zu suggestiv und sehr einseitig.
    Unsere beiden Tageszeitungen haben wir auch abbestellt. Das war vor einem Jahr. Wir sind dennoch gut informiert. Es gibt andere Wege.

    Thema Licht: da hast du sicher recht! Wenn man die Gelegenheit hat, es sich zu holen, geht es einem sehr viel besser!

    Ich schaue gerne wieder vorbei! Sehr spannend hier!

    Ich wünsch dir einen schönen Tag!

    Ellen

    • Liebe Ellen,
      das ist ja lustig 🙂 da sind ja wirklich viele Parallelen. Was mich nur so wundert ist, dass es sich alles von selbst eingestellt hat – ich hatte nichts dergleichen geplant gehabt und auch keine guten Vorsätze fürs Neue Jahr.
      Ich habe den ganzen Januar noch kein Fleisch und keine Wurst gegessen, ich mag es einfach nicht mehr. Käse und Eier mag ich gerne und mit Appetit essen.
      Die Suppe am Abend oder ein warmes Gemüsegericht sind wohltuend und wärmend.
      Ich finde es gut, wie Ihr mit dem Fernsehen umgeht, das ist kreativ wie ich finde und jedes Mal eine bewusste Entscheidung, und dann ist das okay und hat nichts mit Dauerberieselung zu tun.
      Lediglich mit der Ablage hinke ich Dir hinterher 😀 aber die steht auf dem Plan und will dringend erledigt werden.
      Schön, dass Du hier warst.
      Liebe Sonnengrüße von Dori

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