Narzissen

DU
erweckst die allerfrühesten
Kindheitserinnerungen in mir.

An diesen bärbeissigen,
polterhaften Mann.
Der mich in sein ängstliches
Herz geschlossen hatte.

Riesige Beete mit
tausenden Narzissen,
die diesen einzigartigen Duft
verströmten,
sind mir im Gedächtnis geblieben.
Das war unsere Welt.

Unantastbar für die da draussen!

Er, jeglicher Form der Kommunikation
unfähig,
so wie so viele seiner Generation,
mit schrecklichen Kriegserinnerungen
behaftet,
lehrte mich die LIEBE zur Natur.
Zu allem, was wächst, kreucht und fleucht,
und auf vier Pfoten läuft.

Mein Großvater, Vater meiner Mutter.

Zu Fuss kam er, von Norwegen, aus der
Kriegsgefangenschaft, in das kleine Dorf,
wo seine Familie lebte.

Er aber liebte nur sie:
die Blumen, die Pflanzen, die Bäume, die Tiere.
Vor den Menschen hatte er ANGST.

Seine Lieblingsblumen waren die Narzissen,
tausende wuchsen in seinem Garten.

Und diese, stehen nun in meiner Vase,
verströmen ihren Duft, und ich denke
jedes Mal bei ihrem Anblick
an IHN.

DANKE Dir,
für Deinen Blick, für dieses Erbe.
Eins von vielen.

DK – Februar 2011

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