Gut Ding will Weile haben

Geduld gehörte noch nie zu meinen herausragendsten Charaktermerkmalen, wenn ich ehrlich bin. Dabei musste ich schon so oft in meinem Leben Geduld haben, und die Betonung liegt auf „musste“. Denn mir fällt das sehr schwer. Wie lange es oftmals dauert, bis sich die Dinge entwickeln. Gerade jetzt in diesen Tagen fällt mir das alles wieder sehr schwer.

Als ich in der vorigen Woche einer jungen Bekannten wieder einmal die Karten legte, da meinte sie zu mir: eins habe ich von Dir gelernt. Ich gehe meinen Weg Step by Step, Schritt für Schritt. Ich weiß noch, als Du zu mir sagtest: überstürze nichts, bleib ganz ruhig, und dann tu den ersten Schritt! Alle weiteren folgen wie von selbst.

Uups, das habe ich gesagt? Offensichtlich. Wie weise von mir. Dann sollte ich es vielleicht mal auch bei mir selbst anwenden?

In drei Tagen ist das nächste Seminar, drei Tage Intensiv-Training, und im Anschluß daran bin ich Coach, oder auch nicht! Dann folgen noch verschiedene Praktika, und Mitte November cirka bin ich mit allem fertig. Dann kann ich uneingeschränkt auf die Menschheit losgelassen werden.

In der vorigen Woche habe ich endlich den Raum gefunden, den ich mir für meine Treffen gewünscht habe, und er ist sogar noch bezahlbar. Hell und freundlich ist er auch, und ich habe eine Vision. Wie ich dort stehe und die Leute mitnehme, wie ich sie (hoffentlich) begeistern und motivieren kann, etwas für sich selbst, für ihre Gesundheit und für ihr Wohlbefinden zu tun. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann werde ich im Januar meine Treffen „eröffnen“, so heißt das bei diesem Unternehmen. Allerdings brauche ich bis dahin auch noch ein bisschen Zeit. Ich muss mir noch eine Assistentin suchen (ich habe schon seit Wochen eine bestimmte Person im Hinterkopf, habe sie allerdings noch nicht gefragt, ich will erst das Seminar noch abwarten), und muss noch andere diverse Dinge vorbereiten, die alle zum Thema Selbstständigkeit gehören.

Während ich dies so schreibe, denke ich wiederum, was beschwerst Du Dich eigentlich? Es ist doch alles Schritt für Schritt genauso gekommen, wie Du es Dir ausgedacht hast? Warum kommt es mir dann so lang vor?

Ach ja, das Foto zeigt einen Teil meiner „aussortierten“ Klamotten. Hosen, Blusen, Röcke, Mäntel, Jacken. Die kann ich alle nicht mehr tragen. Und ändern lassen kann ich sie auch nicht, bei zwei Kleidergrößen weniger geht das nicht mehr. Von einigen Lieblingsstücken muss ich mich schweren Herzens trennen, aber das ist halt der „Preis“ fürs Abnehmen 🙂 Und meine vielen selbstgestrickten Teile, was ich damit mache, das weiß ich noch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Ich finde es schön, wie sich durch das Schreiben die Dinge immer wieder ins rechte Licht rücken lassen. In diesem Sinne, ich wünsche Dir eine schöne Woche. Und immer Schritt für Schritt gehen, nicht vergessen 😉

 

15 Gedanken zu „Gut Ding will Weile haben

  1. Liebe Dori,

    schön zu lesen, wie sich bei dir so viele ändert. Und ja eins ist klar und das versuche ich auch allen meinen Klienten mitzugeben. Du „musst“ gar nichts.

    Sinnvoll ist jedoch Verantwortung für deine Gedanken und Gefühle zu nehmen. Denn dafür bist einzig du alleine verantwortlich.

    Ja, – und wie oft sage ich das und stelle dann fest, warum mache ich es nicht (immer)? – Weil ich so gestrickt bin und auf einmal nicht alle Erkenntnisse in die Tat umsetzen kann. Eile mit Weile, habe Geduld mit dir und liebe das, was ist. Denn das, was ist, ist eben gerade und wenn du es weg schnippen willst, dann wehrt es sich.

    Oh, – das darf sich jetzt setzen und – „muss“ nicht.

    Danke, dass du mich wieder inspiriert hast.

    Liebe Grüße
    MachDichGlücklich
    Thomas

    • Lieber Thomas, für mich ist es schön, dass ich meine Schutzmauer abbauen konnte – ohne zu wissen, was kommt. Das war ein großes Risiko für mich! Ich könnte jetzt ein Smiley dahintersetzen, aber die Sache ist nicht lustig. Ich bin gerade auf verschiedenen Ebenen nackelig. Ich habe mein altes – zu großes – Kleid abgestreift, und das neue – passende – noch nicht gefunden. Ich finde diese Situation nicht so sehr beglückend gerade – zumal mir die AfA sehr auf die Pelle rückt derzeit – und es gilt, gute Entscheidungen zu treffen. Was mir sehr schwer fällt, denn ich möchte nur im Jetzt sein, und nicht in 20 Jahren in der Zukunft 🙂
      Du hast ja auch Kinder, wie machst Du denen so etwas überhaupt klar?
      Liebe Grüße – Dori

      • Liebe Dori,
        diese Antwort mach mich sehr s e h r nachdenklich und das ist gut so. Die Schutzmauer abbauen…. und die Leere spüren oder ungereimtheit oder ….. Auch mein Schutzwall bedarf der Überprüfung. Ich darf lernen, eine andere Strategie zu wählen um mir Angelegenheiten auf Distanz zu halten. Das Thema macht mich traurig und jetzt wo ich grade etwas angeschlagen bin, taucht es auf….. Es will gesehen werden. Und ich sehe es und muss sich konfrontieren. Eine Herausforderung! – Ich werde sie annehmen und danke Dir für deine Worte in welchen ich heute einen Spiegel sehe.
        Was ich Dir noch mitteilen wollte. Die Morgenseiten sind eine Wohltat für mich. Ich versuche diese täglich zu schreiben – und eben jetzt brachten diese mich zum dem jetztigen Eintrag.
        Liebe Grüsse an Dich und halte die Leere noch ein wenig aus – es wird sich finden.

      • Liebe Dori,

        meine Kinder sind erwachsen, denen mach ich nicht mehr viel (vor) klar. Denen kann ich nur noch vorleben. Ein Ziel haben, Prioritäten setzen und das Ziel im Hier und Jetzt verfolgen. Die Frage stellen, „ist das was ich jetzt tue meinem Ziel zuträglich?“

        Ich mache mir abends zum Abschluss des Arbeitstages eine Liste noch zu erledigender Aufgaben. Diese Aufgaben sortiere ich nach A,B,C und in den Kategorien nach 1,2,3…etc. Hierbei fallen unter A1 die Dinge, die meinem Ziel zuträglich sind unter A2 Dinge, die unbedingt erledigt werden müssen. B sind Dinge die Wichtig sind und nicht unbedingt „heute“ erledigt werden müssen. C sind Dinge, die ich erledigen möchte und nicht „weltbewegend“, was mich angeht, sind. Und dann arbeite ich die Liste am kommenden Tag ab, soweit der Tag dafür Zeit hat.

        Ja, und das hätte ich meinen Kindern zu deren Schulzeit beibringen können, – und shit happens, damals habe ich es nicht gewusst. Jetzt kann ich mich dafür matern und ich stelle fest, das bringt mich nicht weiter. Ich bin nicht Mister Perfect und werde es auch nie sein, wie es kein Mensch sein wird. Auch das ist Leben.

        Vielen Dank für die Verleitung zum Nachdenken, so kann ich mein Verhalten auffrischen 😉

        Viele Grüße
        MachDichGlücklich
        Thomas

    • Wie gut, dass ich gerade mal in den Spam-Ordner geschaut habe, liebe Ute. Da finde ich doch drei Kommentare von Dir!
      Danke, dass Du hier warst.
      Liebe Grüße aus dem tiefgrauen Neuss von Dori

    • Liebe Carina, ja das Schreiben hilft mir! Und wenn ich diese Erkenntnisse habe, dann ärgere ich mich, dass ich nicht mehr meine Morgenseiten schreibe. Die sind sehr hilfreich bei allen Gefühlen und Gedanken.
      Grad eben ist mir die Mila im Feld abgehauen – ich habe jetzt noch Herzinfarkt. Ein junger Mann mit einem Riesenbernersennhund ohne Leine kam durchs Feld gefahren – ich hatte sie zuvor noch nie gesehen – und sobald er meine Mila sah, ist er losgesprintet. Und die Mila auch. Weg war meine Hündin. Ich habe ihn gebeten, seinen Hund zurückzupfeifen – den Paul – eigentlich ein ganz lieber – aber für die Mila wars zu spät. Am Ortseingang saß sie dann und wartete doch auf mich – oh Gott – das erste Mal ohne Schleppileine und gleich voll daneben!
      Liebe Grüße an Euch alle von Dori

  2. Liebe Dori, ich bin sehr gespannt, wie es bei Dir weiter geht, wie Du das IT erlebst, mit wem Du es verbringen wirst, wie es sich anfühlt und wie Du die Praktika erleben wirst. Viel viel Spaß, Glück und Erfolg!

  3. Du bist ja grade mächtig aum aussortieren. *staun*

    Was mir zu denken gibt – wie frau doch gerne Anderen Tipps gibt, die später auf einen selbst zutreffen. Ach, das kommt mir sehr vertraut vor.
    Schritt um Schritt. Das ist ein guter Rat und entlastet ungemein.
    LG von Mia

    • In der Tat liebe Mia, bei anderen kann ich tolle Tipps geben (ohne es überhaupt zu merken) und auf mich selbst wende ich es nicht an, all das Wissen, welches ich angesammelt habe 😉
      Mit dem Karten legen ist es genauso. Für mich selbst muss ich immer andere befragen. Ich glaube, das hab mit Vertrauen zu tun. In mich!
      Liebste Grüße von Dori, die auf einem sehr langen Weg ist!

  4. Liebste Dori, ein schöner Text, tolle Gedanken und ein spannender Austauch in den Kommentaren. Ich glaube, es ist einfacher, anderen tolle Tipps zu geben, als sich selbst, weil man bei anderen nicht so „drin“ ist, sondern ein wenig mehr Distanz hat. Denn wenn ich rückwirkend -also aus der Distanz- auf eigene Situationen schaue, dann sage ich auch oft; eigentlich hab ichs schon vorher gewusst oder ich hätte es da schon wissen können. Das nur nebenbei.
    Ich glaube, Du bist schon sowas von auf Deinem Weg und das natürlich Schritt für Schritt, mal gibt es eben kleine und mal grosse Schritte, man schnelle, mal langsame… die grosse Richtung, die ist bereits in Dir und ich bin mir sicher, dass Du schon ganz tolle Bilder davon hast, wie es mal werden wird:-)… Und Zweifeln gehört einfach dazu, es hält uns davon ab, grössenwahnsinnig und zu unvorsichtig zu werden, sondern weiterhin achtsam dranzubleiben…während Ungeduld uns vorwärts treibt und antreibt, dass wir die Dinge auch wirklich angehen… so sehe ich es…
    Ich wünsche Dir für den nächsten Schritt viel Erfolg und Freude, alles Liebe, Andrea

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