Ich hänge (wieder) an der Nadel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich und ohne Strickzeug? Undenkbar! Ob in der Mittagspause, in der Bahn, beim Arzt, egal wo, das Strickzeug wurde ausgepackt und war PARAT. Bis zum März diesen Jahres. Da habe ich dieses Teil fertig gestellt. Anschließend ging gar nichts mehr. Wolle gekauft, angefangen, weggelegt.

Selbst für die Kids, die Enkel (die Teile sind ja ganz schnell fertig, da so winzig klein) KONNTE ich nicht stricken.

Dabei ist Stricken für mich absolut MEDITATIV. Masche für Masche verschwinden meine SORGEN, weg sind sie, meine Gedanken kommen zur Ruhe, ich bin voll konzentriert.

In 2007 – nach meiner Krebs-OP – habe ich mir all meine Trauer und die Krankheit WEGGESTRICKT – zuerst für liebe Menschen in meinem Umfeld, und irgendwann wieder für mich.

Immer wieder hab ich „Hallo“ gesagt in meinem Lieblings-Wollladen, ganz einfach, weil die Frauen dort so nett und so liebevoll sind, und man mit einem guten Gefühl rausgeht, auch wenn man nichts gekauft hat. Heute war ich für meine Mutter einkaufen und komme automatisch am Wolllädchen vorbei – bin ich rein und sage: Meine Strickblockade ist jetzt vorbei 😀 5 Sekunden vorher wusste ich das noch gar nicht.

Willkommen im Club, sagt die nette Inhaberin. Und nun bin ich stolze Besitzerin von wunderschöner, flammendroter Wolle (die Zeiten von Schwarz und Pastelltönen sind endgültig vorbei) und stricke mir jetzt ein schönes Kleid – habe sogar schon angefangen, die ersten Reihen gestrickt, die Wolle getestet, wie sie sich anfühlt, wundervoll!

Und MASCHE für MASCHE stricke ich jetzt wieder alle Belastungen weg – so wie ich das immer schon getan habe 🙂

Ich freue mich schon jetzt auf den HINGUCKER – denn das sind meine Teile nun wirklich!

Jetzt ist es wieder DA! Das STRICKEN!

Die TAZ schreibt dazu:
Zustand vollkommener Entspannung
Die Idee dahinter: „Wenn man eine Tätigkeit immer wieder ausübt, kommt man in einen Zustand vollkommener Entspannung wie bei Meditation oder Yoga“, erklärt Herbert Benson, Gründer des Benson Henry Institute for Mind Body Medicine in Harvard.
So senkt Handarbeit ebenso wie die fernöstlichen Entspannungstechniken etwa die Pulsrate und den Blutdruck, zeigten erste kleine Studien an seinem Institut. Konkret: Stricken hat bei Probanden beispielweise den Herzschlag um elf Schläge pro Minute gesenkt. Im Gehirn werden zudem bei kreativer Arbeit die gleichen Areale, etwa im Hippocampus, aktiv wie bei Meditierenden oder Betenden, hat Herbert Benson mittels Kernspintomografie nachgewiesen. Der Hippocampus ist unter anderem Ort unserer Erinnerungen.

10 Gedanken zu „Ich hänge (wieder) an der Nadel

  1. Prima Dori, das beruhigt wirklich ungemein und das Ergebnis freut einen auch noch.
    Ich kann es nicht gut, aber für Schals und ähnliches reicht es. Im Winter vor 2 Jahren hab ich einen Schal nach dem anderen gestrickt und zum Schluss ein riesiges Schultertuch mit sehr schwierigen Motiven. Das liegt noch, nicht ganz fertig, in der Schublade und wartet auf die Vollendung. Mal sehen, was der Winter sagt :).
    Viel Freude und Entspannung beim Stricken und unbedingt zeigen, wenn Du fertig bist.
    Herzensgrüsse von
    Anita

    • Liebe Anita,

      eine „Unvollendete“ liegt auch noch hier. Ein Mantel in einem schwierigen Muster. Bis auf einen halben Arm ist der fertig, aber ich habe die totale Abneigung und will ihn jetzt nicht mehr weiterstricken. Ich brauche jetzt erst mal wieder ein Erfolgserlebnis.

      Liebe Grüße und einen schönen Sprühregenabend
      (ich zeigs gerne, wenn es fertig ist)
      von Dori

  2. Du liebe Dori, das ist ja ein HERR-LICH-ER Artikel, so richtig „frei von der Leber weg“ geschrieben… Ich habe einige Deiner gestrickten Teile schon bewundern dürfen und ich bin da echt beeindruckt, was Du machst. Masche für Masche verschwinden Deine Sorgen, das ist ja ganz wunderbar, danke auch für den wissenschaftlichen Hintergrund, das wusste ich nicht (sollte ich meiner Mutter mal empfehlen, die hat Bluthochdruck, allerdings mit Stricken so überhaupt nix im Sinn:-) ). Ich habe früher auch sehr gern gestrickt – wir durften es sogar im Schulunterricht- doch wenn ich dann fertig war, konnte ich das Teil nicht mehr sehen und hab es verschenkt:-),
    Ich wünsche Dir viel Freude beim entspannenden Stricken, von Herzen Andrea

    • Liebste Andrea,

      inzwischen habe ich wirklich eine ansehnliche Zahl von Strickteilen, alles selbst gefertigt. Mein Lieblingsteil ist eine schwarz-grüne Jacke, die kennst Du aber auch, glaube ich, die kann ich aber nur in der kälteren Jahreszeit tragen.

      Es beruhigt wirklich. Die liebe Karin hat mir einmal von einem Roman erzählt, in dem die Protagonistin Masche für Masche ihren Liebeskummer wegstrickt – aber ich habe den Titel vergessen und ich kann es bei Amazon nicht wiederfinden.

      Übrigens Stricken verbindet, habe ich festgestellt. Im Wollladen treffe ich immer nette Frauen, und mit den meisten kommt man auch sofort ins Gespräch. Männer sind da allerdings nicht so häufig zu finden.

      Übrigens: mein Vater hat mich das Stricken gelehrt 😉

      Liebe entspannte Herbstabendgrüße von Dori

  3. Das finde ich gut, liebe Dori. Es ist wirklich eine Tätigkeit, bei der man zwar seinen Gedanken nachgehen kann, aber man kann auch „aufräumen“ im Kopf. (Ich hatte sogar mal zwischenzeitlich die Idee, ein Strick-Kaffee zu gründen.)
    Ein Kleid macht ja eine ganze Menge Arbeit. Ich bewundere deine Ausdauer.

    Liebe Grüße an dich und viel Freude mit der herrlichen, weichen Wolle

    • Hihi liebste Gudrun,

      das Strick-Kaffee ist ein lang gehegter Traum von mir. Ich stelle mir das toll vor, jeder kann mit seinem Strickzeug vorbeikommen, etwas trinken, selbstgebackenen Kuchen essen, Wolle kaufen, sich gegenseitig Tipps geben 😉
      Da haben wir die gleiche Idee!

      Das Kleid ging ganz schnell – mit Nadelstärke 4,5 kein Problem.

      Viele liebe Sonnengrüße für einen schönen Abend
      von Dori

    • Oh yes 🙂 liebe Katerwolf.
      Warte mal ab, wenn das nächste fertig ist – bin fleissig dabei – ein knallrotes Strickkleid!
      Liebe Grüße für ein schönes Wochenende von Dori

  4. Liebe Dori,

    wie schön -Du strickst wieder!!!

    Diese Strickblockaden kenne ich übrigens auch. Umgekehrt merke ich aber auch, daß es sooo gut tut, wenn man wieder zum Strickzeug greift – und seit ein paar Tagen bin auch ich wieder eifrig dabei und freue mich sehr drüber…

    Übrigens noch was zum Thema Männer und Stricken: Mein älterer Sohn strickt auch ab und zu mal, er hats irgendwann von mir gelernt. Er ist jetzt 14. Der kleinere mit seinen 7 Jahren versucht sich eher am Häkeln oder Fingerstricken – umso länger das Seil am Ende ist, umso besser ;-)!

    Ganz liebe Grüße von Larissa

    • Hi liebe Larissa,
      ich habe das Stricken von meinem Vater gelernt, und alles übers Stricken. Zunehmen, Abnehmen, Maschen aufschlagen. Bis er Pflegefall wurde hat er Socken gestrickt, Unmengen von Socken, für die Caritas, die dann immer an Weihnachten zu wohltätigen Zwecken verkauft wurden.
      Stricken beruhigt mich zur Zeit wieder sehr. Schön, dass Dein Sohn da auch Interesse zeigt.
      Liebe Sonnengrüße von Dori

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