In der Ruhe liegt die Kraft

„Wenn Du es eilig hast, gehe langsam“.

Das sagt ein altes, chinesisches Sprichwort.

Unsere Gesellschaft wird immer schnellebiger, das wissen wir inzwischen alle. Wer sich ganz „normal“ jeden Tag ins Berufsleben stürzt, sei es mit dem Auto, der S-Bahn oder mit dem Fahrrad, ist viele Stunden außer Haus.

Nach Feierabend muss der Einkauf getätigt werden, man ist sportlich aktiv, oder hat den einen oder anderen Termin, der Haushalt wartet, der Partner, die Kinder, alles muss unter einen Hut gebracht werden. Das Leben besteht aus Hetze, aus Druck von außen, und aus dem Druck, den man sich vor allem selbst macht.

Gerade im privaten Bereich ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich, kann Druck herausnehmen, kann innehalten, kann sich seine Zeit selbst einteilen. Nur – ich kenne viele Menschen, die jeden Abend einen anderen Termin haben (selbst auferlegt), die ganze Woche lang, und am Wochenende dann gehetzt ihre Zeit mit dem Partner oder dem Freundeskreis verbringen. Das geht eine Zeitlang gut, und dann geht irgendwann gar nichts mehr.

Das moderne Wort heißt STOPPING! Ich nenne es Innehalten. Ich tue es immer wieder. Ob tagsüber, abends nach der Arbeit, oder am Wochenende, ich halte inne. Ich brauche das inzwischen so sehr wie das Atmen oder das Essen und Trinken. Meine Seele braucht das.

Immer wieder während des Tages halte ich inne. Ganz bewusst. Ich mache eine Entspannungsübung, oder trinke in aller Ruhe eine Tasse Tee, arbeite mit Affirmationen und lenke bewusst meinen Fokus auf all das Positive, was ich in meinem Leben habe. Ich nehme mir Zeit für Dankbarkeit und Achtsamkeit. Das dauert mitunter nicht länger als 5 – 10 Minuten, ist aber außerordentlich effektiv.

Ein Tag in der Woche gehört nur mir, der liebste Tag hierfür ist mir der Sonntag. Dann will ich mich mit niemandem verabreden, ich will auch nirgendwo hingehen, ich will einfach nur mit mir selbst und alleine sein. Für diesen Tag habe ich meine festen Rituale, und auch diese mag ich nicht mehr missen, auch diese gehören zu meinem Leben dazu wie mein Atem. Wenn ich mich dann doch entschließe etwas zu unternehmen, dann bin ich mit Sicherheit im Wald, im Feld oder am Rhein anzutreffen. In der Natur lade ich meine Kraftreserven wieder auf.

Mein Leben besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Aktivität und Passivität. Durch das bewusste Hinschauen kann ich es vermeiden, dass das Gleichgewicht kippt (das kann natürlich immer mal wieder vorkommen) und dass mir mein Körper Signale setzt und sagt: jetzt musst Du aber kürzer treten.

Gelegentlich schalte ich mein Leben ganz bewusst auf ZEITLUPE. Im Vorfeld kann ich nie sagen, wie lange diese Phase anhalten wird. Aber im Anschluss daran bin ich gestärkt, relaxt, in meiner Mitte, positiv, unternehmungslustig und fühle mich topfit und kerngesund und bin wieder voller Tatendrang. So wie zur Zeit 🙂

Ich gehe meinen Weg in dem für mich richtigen und stimmigen Tempo. Und Du?

13 Gedanken zu „In der Ruhe liegt die Kraft

  1. Liebste Dori,
    danke Dir, das ist wunderschön, habe gerade ein Kalenderblatt vom Januar mit dem Zitat
    IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT
    ich habe es gelernt, immer wieder meine Ruhepausen einzulegen , das gelingt mir besser und besser… mein Tempo bestimmt mein Wohlfühlen…. Wenn ich in meiner Mitte bin, geht es mir gut…. Wer langsam macht, kommt auch zum Ziel….
    Mein Mann ist schon immer sehr gelassen, heute bewunder ich ihn , früher hat mich das wütend gemacht……
    liebe Grüße,
    Erika

    • Lach liebste Erika,
      dass Dich das wütend gemacht hat, kann ich gut verstehen. Das ging mir früher ganz genauso.
      Ich kann nur positiv auf mein Umfeld wirken, wenn es mir selbst gut geht. Ich mir geht es nur
      gut, wenn ich in meiner Mitte bin und wenn ich mein Tempo selbst bestimmen kann.
      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft durch Ruhe und Entspannung, aber auch durch Spannung.
      Ich denke da an Deinen schönen Chor.
      Schön, dass Du hier warst, liebe Grüße von Dori

  2. Ein „Dori Tag“ – wie schön.

    Ich habe auch einen „Christa Tag“ und das schon ganz viele Jahre. Ein Tag nur für mich. Und, liebe Dori, ich bin unendlich dankbar, dass ich einen Mann an meiner Seite habe, der mir diese Tage ermöglichte, auch als unsere Kinder klein waren – das hat nicht jeder.
    Seit Neuestem habe ich einen „Kolleginnen Tag“. Einmal im Monat fahre ich mit meiner Kollegin nach der Arbeit nach „Bad Schönborn“. Wir genießen die Sauna, die wohltuende Massage und lassen es uns einfach gut gehen. Wir lesen, schwimmen, träumen oder erzählen mit all den anderen Frauen, die wir dort treffen. Herrlich!

    Ob die Kraft jetzt in der Ruhe liegt? Puh, ich denke, das kommt auf die Sichtweise und den Lebensabschnitt an, worin man sich gerade befindet.

    Lieben Gruß
    Christa

    • Liebe Christa,
      ich habe derzeit eine (Lebens)Situation, da muss ich WARTEN. (Wenn es so weit ist,werde ich hier drüber schreiben).
      Warten ist für mich eine Anstrengung. Wenn ich nicht in der RUHE bleiben würde, dann ginge es mir nicht so gut, wie es mir geht.
      Ich sage nur: in der Ruhe liegt die Kraft. Obwohl es mir viel abverlangt, aber ich bleibe gelassen. Das habe ich LERNEN dürfen.
      Liebe Grüße von Dori

  3. Liebste Dori,

    oh, wie gut ich das kenne… was für ein Gehetze das einst für mich war… mit unzähligen Veranstaltungen, wo ich auftanzen musste, das alles mit Familie und Privatleben und Freundeskreis zu vereinen, hat mich Kraft und Nerven gekostet… und auch Freundschaften…

    Jetzt genieße ich die Zeit, die mir zur Verfügung steht – noch ist es sehr viel, obwohl ich mich selbst mit Arbeit einteile, um etwas Struktur in den Tagesablauf hineinzubringen. Aber ich bin für MICH unterwegs und viel, viel entspannter – ja, das ist mein Tempo… eine Rennschnecke 🙂

    Allerliebste Herzensgrüße zu dir, Elisabeth

    • Liebste Elisabeth,
      wie schön, dass Du die STRUKTUR erwähnst. Ich habe für mich erkannt, dass ich die Struktur brauche, dann kann ich aktiv und leistungsfähig sein. All dies in Gleichklang zu bringen, kostet mich zur Zeit ein wenig mehr an Kraft, als ich gewohnt bin einzusetzen. Aber es steht für mich viel auf dem Spiel, (ich mag gar nicht ruhig sein) und ich will, muss und kann ruhig und in meiner Mitte bleiben.
      Liebste Grüße von Dori

  4. Du hast so recht, liebe Dori,

    ich kann als Mensch nicht erwarten, wenn ich mit dem Auto von A nach B fahre, dass ich begreife, was da mit mir geschieht. Der Mensch hat sich über Jahrtausende entwickelt und bis er mit der Geschwindigkeit klar kommt, in der wir zur Zeit leben, dürften wir uns schon mit „Lichtgeschwindigkeit“ bewegen und im 30 Jahrhundert sein?

    Erst wenn ich zu Fuß z.B. Köln durchquere begreife ich die Entfernungen und die Schönheit, in der ich lebe. Daraus schließe ich, ich bin Tag täglich in Überforderung und wundere mich, dass ich mit mir nicht eins bin?

    Mach Dich Glücklich,
    liebe Grüße
    thomas

    • Lieber Thomas,
      ich bin immer wieder erstaunt, welchem Druck sich die Menschen aussetzen.
      Gar nicht mal so sehr beruflich, eher privat. Von A nach B und von Hü nach Hott. Das mag ich nicht mitmachen, und ich mache es einfach nicht.
      Selbst wenn das auf Unverständnis stösst, ist es mir egal.
      Ich mach mich selbst glücklich.
      Liebe Grüße von Dori

  5. Liebste Dori,

    nach einer kleinen Blog-Pause lese ich jetzt ein bißchen nach 🙂

    Auch ich liebe dieses Innehalten, dieses Bewußte…

    Ich bin selten so richtigrichtig gestresst und fühle mich gut. Mir macht es z.B. garnichs aus, an 5 Abenden hintereinander Veranstaltungen zu besuchen, die gern auch länger gehen dürfen. Aber tagsüber brauche ich meine Inseln, Zeit für mich, Zeit für das, was ich gerade zu tun habe…

    Interessant sind die Reaktionen anderer Leute – einige bewundern meine Ruhe und Geduld, andere werden ganz kribbelig dadurch 😉

    Ganz liebe und ausgeruhte Grüße von Larissa 🙂

    • Liebe Larissa,
      ich brauche die Ausgewogenheit – Spannung und Entspannung. Eins davon zu viel, und dann ist es für mich nicht gut.
      Im Augenblick habe ich zu viel Entspannung, und freue mich um so mehr auf die Aktionen, die vor mir liegen.
      Schön, dass Du hier warst. Dori

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