Motivation

„Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.“

Friedrich Engels (1820-1895), deutscher Philosoph und Politiker

Über 20 Jahre ist sie bei diesem Unternehmen, ist mit ihm verwachsen. Ihre Kollegen sind so etwas wie Familienmitglieder und gute Freunde. Durch dick und dünn sind sie gegangen, in all den Jahren, haben sämtliche Etappen ihres Lebens miterlebt.

Hier fühlt sie sich wohl und geborgen, hier fährt sie jeden Morgen gerne hin, sie liebt ihre Arbeit, sie macht ihr Spass. Sie „arbeitet wie ein Pferd“, ist nie krank, nichts ist ihr zu viel, sie ist hochgradig motiviert und engagiert, sagen ihre Vorgesetzten. Aufgrund ihrer stets fröhlichen und freundlichen Art ist sie außerordentlich beliebt.

Aber dem Unternehmen geht es nicht so gut, es muss sparen. Und wo spart man in der heutigen Zeit am effektivsten in einem großen Unternehmen? Richtig, an den Personalkosten! Die müssen drastisch gesenkt werden, sonst droht das AUS! Das verstehen die Mitarbeiter, sie wollen alle ihren Arbeitsplatz behalten, und wollen gerne etwas dafür tun, dass er erhalten bleibt. Und so kommt es, wie es kommen muss: eine Unternehmensberatungsgesellschaft kommt in die Firma. Ein Jahr ist sie da, beleuchtet alles von oben und unten, von rechts nach links, von innen und von außen, dann steht das Ergebnis fest:  es müssen jede Menge Leute gehen, anders kann man das Unternehmen nicht retten!

Sie ist dabei. Ihr Arbeitsplatz wurde wegrationalisiert, ausradiert, weil ihre Planstelle gebraucht wird, man hat eine Vision, wie man „das Ruder“ doch noch einmal herumreißen kann, und dafür müssen Opfer gebracht werden.

Das Schlimme ist, sagt sie, dass ihre Motivation weg ist. Ihre Freude, jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu fahren. Die hat man ihr genommen. Sie weiß gar nicht, wofür sie morgens noch aufsteht, wenn der Wecker klingelt, sagt sie. Wozu soll ich dort noch hingehen? Es ist ja sowieso bald alles vorbei. Beinahe die Hälfte ihres Lebens hat sie dort verbracht. Jetzt macht die Arbeit ihr keinen Spass mehr, sie ist völlig lustlos und unmotiviert und schafft nur noch die Hälfte. Sie fühlt sich schlapp und müde, hat Schlafstörungen und neuerdings ständig etwas Anderes: mal Grippe, mal Rückenschmerzen, ständig sitzt sie nun in irgendwelchen Arztpraxen.

Wann genau „es“ vorbei sein wird, weiß sie noch nicht genau, die Verhandlungen laufen noch. Im Augenblick ist sie nicht in der Lage, nach vorne zu schauen, sich umzuorientieren und sich ein neues Ziel und eine neue Aufgabe zu suchen.

Es ist mehr als die Arbeit, was sie zurücklässt. Es ist das Gefühl von Geborgenheit, von Sicherheit, von Freundschaft, von sich aufgehoben und angenommen fühlen. Das alles fällt nun weg, und was zurückbleiben wird, das ist jetzt noch ungewiss.

Bildquelle: memephoto / pixelio.de

26 Gedanken zu „Motivation

  1. Ja liebe Dori, soetwas ist unsagbar hart, da wird sicherlich nicht nur dieser armen Frau sehr hart und unsozial zugesetzt. Und dann heißt es von der Chefetage, dass Bauernopfer gemacht werden müssen, damit nicht alle fallen.

    Ich war auch einmal in solch einer Situation. Der geschäftsführende Vorstand beauftragte mich als Betriebsleiter 20% der Belegschaft zu entlassen, da sonst der Zusammenbruch der Gesellschaft drohe. Es war für mich eine unlösbare Aufgabe. Ich habe tagelang nicht geschlafen und am Ende bin ich zusammen gebrochen. Drei Monate später war die Auftragslage wieder da und ich durfte nur noch Leiharbeiter einstellen. Darauf hin habe ich gekündigt. Ich hatte mein Gesicht verloren. Wenn der Mensch zu Betriebskapital wird, wird es gefährlich. Wieviel Menschen mit Herz gibt es noch in Vorstandsetagen…? Ich weiß es nicht….ob es bei dem MEHR, MEHR noch möglich ist.

    Für alle ein
    Mach Dich Glücklich
    liebe Grüße
    Thomas

    • Lieber Thomas,
      ich habe ja selbst beinahe die gleiche Situation in 2005 erlebt. Damals ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich, gerade ich, die immer alles gegeben hatte, wurde gekündigt. Mein Ein und Alles, die Arbeit, worüber ich mich definiert hatte, war fort. Tiefes Loch, und im Anschluss daran dann die Erkrankung. Das passte ja alles super.
      Nur – ich habs überlebt- genau wie Du. Ich bin ja jetzt in genau derselben Situation, jedoch finde ich es spannend und empfinde es als Chance für einen Neuanfang. So hat sich meine Sichtweise geändert – und die von vielen Menschen, die Gleiches erlebt haben.
      Ich selbst werde die vor mir liegende Zeit nutzen,um mich zu sortieren, ganz in Ruhe, und dann entscheiden, wo ICH hingehen will. Ist das nicht ein unglaublich toller Fortschritt?
      Ich spüre tiefe Gelassenheit.
      Liebe Grüße von Dori

  2. Mahlzeit, ich bin mal so frech und schreibe was auf der Seite. Sieht schnieke aus! Ich beschaeftige mich auch seit kurzem mit WordPress steige aber noch nicht durch alle Funktionen durch. Dein Blog ist mir da immer eine grosse Anregung. Danke!

  3. Liebe Dori,
    diese Zeilen haben mich gerade sehr berührt. Ich glaube zwar nicht, dass ich in einer Position bin, Ratschläge zu erteilen, aber ich kann mich gut in diese Situation einfühlen – vorallem dank deines gefühlvollen Textes.
    Ich schicke der betreffenden Person ganz viel Kraft und Energie und hoffe, dass sich bald alles zum Guten wenden wird!
    Herzlichst, Martina

    • Liebe Martina,
      wenn mann/frau so etwas bereits erlebt hat – so wie ich – und am Ende feststellt, dass man überlebt, und dass es sogar noch besser werden kann, dann ist man gelassener. Mir selbst hat diese Situation vor einigen Jahren – als ich sie selbst erleben „durfte“, schlichtweg die Luft zum Atmen genommen.
      Ich lebe immer noch – und bin zufrieden und glücklich.
      Herzlichste Grüße, Dori

      • Liebe Dori,
        ich freue mich sehr, dass du das gut überstanden hast. Ich war, wie gesagt, noch nie in so einer Situation, habe aber trotzdem Angst, dass es mir eines Tages genauso gehen wird.
        Schön, dass es dir gut geht, das ist immer sehr schön zu hören/lesen.
        Ich grüße dich ganz herzlich und wünsche dir noch einen schönen Abend!

        • Danke Du Liebe.
          Es geht mir gut, ich mag das Warten nicht, und freue mich auf all das Neue, was noch kommt.
          Jetzt freue ich mich erst einmal auf mein erstes Blogger-Treffen in Dormagen, durch die liebe Lilie ins Leben gerufen, und bin schon ganz gespannt
          darauf, die Leute, die ich schon so lange übers Blog kenne, auch mal persönlich zu treffen. Die liebe Andrea kenne ich ja schon 🙂
          Hab eine gute Zeit, Dori

  4. Liebe Dori,
    auch ich habe diese Situation erlebt. Fast ein ganzes Jahr lang habe ich – allein in einem Büro – auf „das Ende“ gewartet! Das war eine sehr harte Zeit und manchmal war ich nahe am Verzweifeln. Und krank geworden bin ich damals wegen dieser Umstände auch. Also, das wünscht man keinem.
    Durch diese widrigen Umstände habe ich allerdings den Weg zu mir selbst gefunden und mir eine neue Denkweise und Lebenseinstellung angeeignet. Und so hat eben jedes Schlechte auch sein Gutes!
    Ich wünsche Dir alles Liebe

    Barbara

    • Liebe Barbara,
      in dieser Situation bin ich derzeit auch. Mein Arbeitsplatz ist wegrationalisiert, und ich werde gehen, ich weiß nur noch nicht, wann und zu welchen Konditionen. Ich lerne gerade wieder mal Geduld, aber auch Ruhe und Gelassenheit, denn ich weiß, dass dies auch ein Neubeginn sein wird. Das zeichnet sich alles schon lange
      ab, all die Veränderungen, die (mal wieder) auf mich zukommen, ach was, ich stecke ja schon mitten drin.
      Ich freue mich auf all das, was vor mir liegt, was ich bald kennenlerne.
      Danke für Deinen lieben Kommentar, Dori

  5. Liebste Dori,

    das Wichtige hast du in einem Kommentar bereits geschrieben: Es kommt auf den Blickwinkel an, auf das, was ich JETZT daraus mache. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, und wir haben die Freiheit zu wählen… Wir können es so oder so sehen, es liegt ganz bei uns…
    Ich selbst habe auch viele traurige Situationen am Arbeitsplatz erlebt – aber jetzt im Nachhinein bin ich dankbar dafür, auch dafür, dass ich so flexibel bin und dafür, dass ich das Beste daraus machen durfte. Ich sehe es auch als Chance 🙂

    Alles, alles Gute und viel Freude für dich – ein neuer Weg liegt vor dir, der schon lange Zeit auf dich gewartet hat… *lächel*
    Herzlichst, Elisabeth

    • Liebste Elisabeth,
      ich bin froh, wenn ich etwas Neues machen darf. Für mich war die Zeit sowieso nur eine Übergangsphase, von Anfang an.
      Ich konnte es nie richtig erklären. Ich bin in dieser Zeit krank geworden, durfte in Ruhe gesund werden, bin 2 x Oma geworden,
      soo viel ist passiert. Und ich habe mein Chakrablog geschrieben 🙂
      Jetzt ist etwas Neues angesagt, deshalb musste ich auch ein neues Blog haben!
      Herzlichste Grüße von Dori

  6. Liebe Dori

    Deine „Geschichte“ berührt mich…….!….Ich habe noch nie meinen Job verloren, aber hinter mir liegt eine Zeit, da habe ich im Job den Glauben an Menschlichkeit verloren….habe erlebt, was „Macht“ aus Menschen machen kann……dann kam noch das Ende meiner Beziehung dazu…….

    Es gibt Berge, da musst Du drüber, sonst geht der Weg nicht weiter! …und dann…ja dann geht es weiter…….wir lernen aus den „schwierigen“ Zeiten in unserem Leben….die Zeiten, die uns zeigen, was wir bewegen und was wir alles schaffen können…!

    Das Schreiben liebe Dori gehört zu Dir…..das Schreiben gehört auch zu mir:-)

    LEBEN IST……Bewegung und Wandel……

    Herzliche Gute-Nacht-Grüße
    *Karin*

    • Liebe Karin,
      das passiert mir gerade zum zweiten Mal. Das erste Mal wars tragisch, da war ich mit der Firma verwachsen, und musste Arbeit, die ich liebte, zurücklassen. Außerdem war ich existenziell bedroht, ohne Geld, meine Partnerschaft brach auseinander, ich wurde krank, und mein Vater hatte einen Schlaganfall und wurde Schwerstpflegefall.
      Diese Situation hier ist eine völlig andere. Ich möchte mich schon die ganze Zeit verändern, und dies hier ist die Gelegenheit dazu. Deshalb geht es mir gut und ich bin völlig gelassen.
      Das Schreiben gehört wirklich zu mir – und Du hast es richtig erkannt.
      Deshalb heißt mein Blog so –
      Leben ist….
      Liebste Grüße von Dori

  7. Hallo Dori,

    Leben ist Bewegung und Wandel und seit ich Martina’s Einladung zur „Halbzeit“, ich schrieb auf meinem Blog darüber, erhalten habe, sehe ich es auch als ein Spiel.

    Zweimal habe ich in meiner beruflichen Laufbahn den Arbeitsplatz verloren. Einmal habe ich mich in meinem Übereifer und Engagement selbst wegrationalisiert, das andere Mal hat mich mein Gewissen geplagt und ich habe aus ethischen und moralischen Gründen selbst gekündigt.
    Für einen Menschen, der sich ausschließlich über seine Arbeit definiert ist das echt schlimm – und das war es für mich auch. Im Gegensatz zu vielen Mitbetroffenen hatte ich einen Partner, der das finanzielle Loch stopfen konnte. Dafür bin ich unendlich dankbar. Die Erfahrung machen zu „dürfen“ die alleinige Verantwortung für eine vierköpfige Familie aufbringen zu müssen, ist ein eigenes Post auf meinen Seiten wert.

    Sprüche wie, „das wird schon“, fand ich in derartigen Situationen unpassend, weil sie mich ncoh viel tiefer in die Verzweiflung stürzten.

    In der Hoffnung, dass du mit deiner derzeitigen Situation nicht alleine bist, grüße ich dich ganz herzlich

    Christa>

    • Liebe Christa,
      ich definiere mich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr über meinen „Broterwerb“, denn das ist meine Arbeit,
      nicht mehr, und nicht weniger. Wie viele Frauen meines Alters lebe ich alleine, und muss auch alleine für alles
      aufkommen, was anfällt. Ich habe tausend Ideen, die ich gerne in die Tat umsetzen würde, aber letztendlich
      fehlt es mir an Energie – ich bin 11 Stunden am Tag unterwegs – und an den finanziellen Möglichkeiten, mich
      zu verwirklichen, denn ich bin für mich alleine verantwortlich.
      Sicherlich, die Stimmen, die sagen, es gibt keine Sicherheiten im Leben, die haben ja auch Recht. Aber wie jeder
      Mensch muss ich meine Miete zahlen und alles, was zum alltäglichen Leben dazu gehört.
      Vieles ist sicherlich mit einem Partner an seiner Seite leichter, aber ich möchte auch um nichts in der Welt
      meine Freiheit, die ich habe, aufgeben.
      Alles hat zwei Seiten, ich denke, jeder findet letztendlich den Weg, der zu ihm passt.
      Steinböcke brauchen ihren Freiraum, das AllEINESein, und dennoch bin ich umgeben von ganz viel
      Liebe und Zuwendung, das kann ich mir eh nicht kaufen, das wird mir geschenkt.
      Ich bin positiv und voll Zuversicht und freue mich (mal wieder) auf meinen Neuanfang.
      Liebste Grüße von Dori

  8. Liebe Dori! In deinem Blog bin ich gerne.Trotz all den widrigen Umständen finde ich,du bist ein positiver Mensch, das klingt aus deinen Zeilen und ich wünsche dir von Herzen weiterhin eine gute Entwicklung auf deinem Weg.Ich war in der Krankenpflege Dreißig Jahre,immer auf der Geburtshilfe tätig.Nun bin ich bereits einige Jahre in Rente, doch so ganz gelingt es mir nicht,diese Zeit für mich zu nutzen. Da vermisse ich die Babys mit ihrem unvergleichbaren Duft,die Mütter mit ihren Stillproblemen,die manchmal anstrengenden Kolleginnen, eben das ganze pralle Leben.Stell dir vor,ich finde immer noch nicht meinen ganz persönlichen Lebensstil.Deine Zeilen lese ich gerne,in ihnen spüre ich Lebendigkeit. Sonnige Grüße von Marianne

    • Liebe Marianne,
      danke von Herzen für Deinen wirklich schönen Kommentar. Geburtshilfe – wie schön! Die Mütter mit ihren Babies, das ist eine ganz eigene Welt, das sehe ich jetzt wieder bei meiner Tochter und ihrem Kleinen, der auch schon wieder 6 Monate ist. Die Zeit rast ja wirklich nur so dahin. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du das vermisst, das hat gar nichts damit zu tun, dass Du Deinen Lebensstil noch nicht gefunden hast.
      Wenn ich jetzt mal zu Hause bin, dann habe ich viel zu tun, all die Dinge möchte ich dann machen, zu denen ich sonst nicht komme.
      Wenn ich dann in ein paar Jahren „für immer“ zu Hause sein werde, muss ich mich auch neu orientieren und schauen, dass mein Leben lebendig bleibt.
      Aber ehrlich, so viel „Aufregung“ wie früher brauche ich gar nicht mehr.
      Viele liebe Grüße von Dori

  9. Liebe Dori,

    eine schlimme Situation, die in unserer heutigen Gesellschaft schon fast zum Alltag gehört. Du bist gestärkt aus deiner ersten Krise gekommen und das kann man nur allen wünschen, die es trifft. Umdenken und die Chance zum Neuanfang finden.

    Liebe Grüße und alles Liebe,
    Anna-Lena

  10. Liebe Anna-Lena,
    derzeit bin ich sehr entspannt 😉 Ich bin mit soo vielen Dingen beschäftigt, die mir Spass machen und die kreativ sind, dass ich darüber vergesse, dass da ja noch etwas ansteht.
    Und wenn es mir dann bewusst wird, dann bin ich bin ich beinahe erschrocken, wie sehr das mich nicht (be)trifft.
    Schön, dass Du hier warst.
    Dori

  11. liebste dori
    eendlich bin ich auch wieder fit genug, auf meinen lieblingsblogs wieder was zu hinterlassen.
    ich finde es toll, was und v.a wie du das beschreibst. sich das auch einzugerstehen hilft einfach, vieles klar zu sehen.
    und trotzdem weißt du, du hast es in der hand! du hast die wahl und bestimmst den zeitpunkt. es gibtv einfach viel zu lernen. 🙂
    ich drücke dir die daumen für deinen weg, liebste dori
    mit lieben gedanken
    babsi

    • Liebste Babsi,
      schön, dass Du wieder da bist!
      Ich habe gute Gefühle und weiß, dass es positiv weiter geht. Ich wünsche mir eine kleine Auszeit (ich denke, ich werde sie auch bekommen) um mich neu zu sortieren und zu schauen, wo der Weg hinführt.
      Ich bin sehr gespannt und neugierig.
      Von Herzen, Dori

  12. Liebste Dori,
    ich hatte den Beitrag schon gelesen, aber gar nicht kommentiert, das hole ich hier nach. Ich glaube , dass diese Situation schwer ist für den Moment, ich habe so was auch schon erlebt, aber nicht für so lange Zeit. Mich wollte der Ausbildungsbetrieb nicht übernehmen, so kam es, dass ich ein halbes Jahr in London au-pair war (hab schon mal berichtet) . Nach meiner 10 jährigen Berufstätigkeit und Beurlaubung beim BKA machte ich ein Seminar „Wiedereinstieg in den Beruf“, das uns sehr motiviert hat in jeglicher Hinsicht und ich auch eine Stelle bekam , darauf kündigte ich die alte Stelle…. Nur wollten die mich nach der Probezeit nicht haben, weil ich nur halbe Tage arbeiten wollte /konnte. Hinzu kam ein Mobbing von einer Kollegin. Im Nachhinein bin ich froh, ich habe aufgrund dem finanziellen wenigen Verdienst ganz aufgehört ,mich zu bewerben, machte Sprachkurse und Seminare, betreute meine kranke Mutter und bin nicht mehr berufstätig. Im Moment kann ich mir die Arbeit zu Hause so einteilen, meinen Rhythmus leben, mein Chor, mein Qi-Gong und mein Trommeln reichen mir aus, ich brauch nicht mehr so viel Hektik , ich genieße die Stille und Ruhe und koche gerne für die zwei Männer. Ohne Druck zu leben in Freiheit, den Tag nach meinen Wünschen einteilen….. So glücklich und dankbar konnte ich noch nie leben. Mein Sohn hat geradeseine Prüfung bestanden. Er wohnt im Keller, den er selbst ausgebaut hat, aber ich koche noch für ihn….Mein Mann hat noch ein Jahr zur Altersteilzeit, er will noch viel reisen. JEtzt geht es vier Tage nach Hamburg und im Mai habe ich mich wieder mal für einen Intensiv-Qi-Gong Kurs auf Pilion bei Jorgos angemeldet. Schon dreimal war ich da und er lehrt auch die Schule des einfachen Lebens…. Langweilig wird es nicht, auch wenn man zu Hause ist, ich genieße die Zeit und die STille, die ich aushalten kann und wunderbar finde. Ich habe ja jetzt einen Roman geschrieben. Dir wünsche ich alles alles Gute, ich glaube auch, dass du mit dir selbst gut zurechtkommst, neue Wege sind neue Erfahrungen … und ein Ankommen bei einem Selbst, das bist du ja schon.
    „Wenn man bei sich selbst angekommen ist, kann man nichts mehr verlieren“
    habe ich gerade die Woche auf einem Zettel von mir gefunden
    herzlichst grüßt dich Erika

    • Liebste Erika,
      so so, Du hast also einen Roman geschrieben? Und das erfahre ich so nebenbei – lach?
      Liebe Erika, irgendeine Einkommensquelle braucht jeder Mensch, daher kann ich es mir nicht leisten, zu Hause zu bleiben und nicht mehr berufstätig zu sein. So geht es ja den meisten Frauen meines Alters, die sich dafür entschieden haben, alleine zu leben. Diese Entscheidung habe ich für mich bewußt getroffen, und sie fühlt sich nach wie vor richtig und gut an, für mich. Ich bin weder traurig, verzweifelt noch hadere ich mit meinem Schicksal, im Gegenteil, ich kann es kaum abwarten, bis es wieder weiter geht 😉
      Bis dahin muss ich allerdings noch ein bissel geduldig sein.
      Hab ein schönes Wochenende, alles Liebe von Dori

  13. Ich wünsche dir die nötige Ruhe und Kraft, die richtigen Entscheidungen und Wege zu finden.
    Ich selbst habe in 7 Jahren 4x neu angefangen und derzeit wackelt es schon wieder, aber ich muss aushalten, Geduld haben. Es wird etwas kommen, nur der Zeitpunkt scheint noch nicht reif zu sein. Es ist eine harte Probe mit der Existenzangst umzugehen.
    Seit einigen Wochen habe ich einen lieben Menschen neben mir, der mir schon etwas beistehen kann. Letztlich aber muss ich es doch allein entscheiden und tun.

    Alles Liebe dir, Dori!
    ..wünscht Monika

    • Liebe Monika,

      das habe ich Deinen Gedichten entnommen 🙂 ich freue mich für Dich.
      Ja, so ein bisschen Beistand tut gut, und man fühlt sich irgendwie stärker mit einem Partner an der Seite. Ich freue mich für Dich,
      toi toi toi 🙂 von Dori

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