Unsere Kinder

Der äußere Frieden in unserer Gesellschaft, in einer Firma, in unseren Partnerschaften hängt vom inneren Frieden aller Beteiligten ab. Und diesen kann niemand für uns machen, das ist unsere eigene Aufgabe.

Robert Betz

Nehmen wir mal an, es ist das Jahr 1992. Ich bin gerade frisch von meinem Ex-Ehemann getrennt, ich habe zwei Kinder, 11 und 13 Jahre alt, ich bin alleine, alleinerziehend, und habe einen Vollzeit-Job.

Ich habe zwar viel zu tun, und viel zu bewältigen, ein großes Haus, einen riesengroßen Garten, ich will allen gerecht werden, meinem Arbeitgeber, meinen Kindern, und auch mir selbst. So weit so gut. Ich schaffe das.

Ich komme abends von der Arbeit nach Hause. Die Kids wissen, die Mama macht jetzt Autogenes Training, ist für ca. 30 Minuten erst einmal nicht zur vollen Verfügung und präsent, aber sie wissen, wenn diese halbe Stunde vorbei ist, dann ist die Mama voll da und energetisch aufgeladen (das können sie natürlich noch nicht artikulieren in diesem Alter), aber sie ist in ihrer MITTE und ist DA!

Es gibt kein Handy, keinen Computer, kein Internet, keine Mails, die man checken muss, keine stundenlangen Katastrophen-Berichterstattungen über irgendein Erdbeben oder eine Umweltkatastrophe in dieser Welt, keine Pleite von Kranken- oder Lebensversicherungen. Vielleicht klingelt am Abend ein Mal das Telefon, wenn überhaupt, ich kann für meine Kinder PRÄSENT sein. Mein Arbeitsplatz ist mir sicher, ich weiß, wofür ich arbeite.

Heute – 2011 – sieht die ganze „Sache“ völlig anders aus.

Die Menschen befinden sich in einer permanenten Negativ-Stimmung: der Eurorettungsschirm, die Bankenkrise, ständiges Breittreten vom Burn-Out-Syndrom (wer bitte soll sich da nicht angesprochen fühlen), der angekündigte Wirtschaftsabschwung für das nächste Jahr, Umweltkatastrophen, berechtigte Angst um den Arbeitsplatz – das ist die Schwingung, die JUNGE FAMILIEN in der heutigen Zeit betrifft – und trifft.

Wie bitte sollen denn unsere Kinder, die jetzt in dieser Gesellschaft aufwachsen, auf dieses ganze Zeugs reagieren?

Auffälligkeiten im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterführenden Schule. Wundert es Dich da, dass es Gewalttätigkeiten gibt, schon unter den Kleinsten? Kinder, die im Alter von 6 Jahren schon mit dem Handy in die Schule gehen, damit die beiden voll berufstätigen Elternteile sie erreichen können? Ist das normal?

Die Eltern der heutigen Zeit sind komplett überfordert. Welche Mutter oder welcher Vater kann es sich leisten, über die Elternzeit hinaus vom Arbeitsplatz weg zu bleiben? Ich kenne niemanden, außer vielleicht in den Bevölkerungsschichten, wo Geld nun gar keine Rolle spielt.

Der dauernde Existenzkampf wirkt sich auch auf die Kleinsten in unserer Gesellschaft aus. Dabei sind die Kinder doch das KOSTBARSTE, was wir haben. Sie sind unsere Zukunft, und sollten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert, unterstützt und an ein sprirituelles Leben herangeführt werden.

Die Realität sieht leider völlig anders aus. Eltern, die NICHT IN IHRER MITTE sind, können keine ausgeglichenen Kinder heranziehen. Kinder heute sind nicht mehr KINDER, so wie wir es früher waren, oder so, wie meine Kinder vor 30 Jahren noch sein konnten. Sie stehen unter demselben Leistungsdruck wie ihre Eltern, dem ganzen Freizeitstress, und müssen schon im Kindergarten „funktionieren“, sonst werden sie ausgegliedert, gemieden, genauso wie ihre Eltern in der Berufswelt, die den „anderen Weg“ für sich wählen, fern ab von dem Druck, den die heutige Gesellschaft mit allem, was dazu gehört, auf sie ausüben will.

Die einzigen, die das ändern können, sind WIR. Wenn wir es nicht mehr dulden, was da im Augenblick „abgeht“, wenn wir bei uns selbst bleiben, unseren Weg AUTHENTISCH gehen, mit gutem Beispiel voran, dann können sich auch unsere Kinder wieder zu GESUNDEN MENSCHEN entwickeln.

Und dazu wird nichts weiter benötigt, als Liebe, Aufmerksamkeit, Akzeptanz. Ein I-phone oder ein Handy wird diesen Zweck mit Sicherheit nicht erfüllen. Aber die Gemeinschaft, die Familie, die Bezugspersonen, all die können die SICHERHEIT geben auf der EMOTIONALEN EBENE geben, die unsere Kids so dringend brauchen.

Mach mit, wenn Du kannst, und wenn Du ein Kind oder Kinder in Deinem Umfeld hast, oder Enkelkinder, oder Nichten und Neffen. Sei DA!

11 Gedanken zu „Unsere Kinder

  1. Liebe Dori,

    dein Artikel gefällt mir, das Video auch. (es läuft während ich hier bei dir schreibe)

    Zu den Urzellen der menschlichen Gesellschaft gehört die Familie. Die Sorgen und die Probleme der heutigen Familien sind gravierend, wie du dies ja treffend beschreibst. Trotz vieler Hilfen leiden gerade kinderreiche Familien oft auch finanziell und können sich nur sehr wenig leisten. Mehrere Kinder zu haben ist heute ein Armutsrisiko geworden. Verzichtet die Frau zu Gunsten der Familie auf die Ausübung ihres Berufes, bedeutet dies erhebliche finanzielle Einbussen. Mehrkinderfamilien sind weniger flexibel als kinderlose Paare. Die Folge ist eine Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Ich beobachte in den letzten Jahren den Wandel von der Altersarmut zur Kinderarmut. Dies ist Grund zur Sorge, weil sich die Kinderarmut zur dauerhaften Benachteiligung verfestigt. Liebe, Aufmerksamkeit, Akzeptanz sind wichtige Faktoren. Aber es geht auch darum sich für eine Verbesserung der finanziellen Situation von Familien mit Kindern einzusetzen. Die Sozialhilfe hat in Deutschland die Aufgabe, allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

    • Liebe Christa,
      ich bekomme das alles ja nun gerade hautnah mit. Mein älterer Enkel, der Max, geht seit Juni in den Kindergarten, er ist 2! Meine Schwiegertochter hat die 2-jährige Elternzeit beendet und ist froh, wieder berufstätig sein zu können. Im Prinzip wäre das alles kein Problem. Nur -der Kindergarten wird erst ab Januar 2012 eine Gruppe für Kinder unter 3 haben. Sprich – der Max ist mit seinen 2 Jahren in einer gemischten Gruppe, von 2 bis 6 Jahre, hat zwei völlig überforderte Kindergärtnerinnen als Betreuung, und ist dort völlig verloren. Er ist im Kindergarten „auffällig“, aber am „Oma-Tag“, dann kommt er zu mir für einen bestimmten Tag in der Woche, total lieb und ausgeglichen. In dieser Woche war ich im Kindergarten zum Laterne-Basteln für St. Martin, und da konnte ich mit eigenen Augen sehen, was da los ist. Das geht ja gar nicht. Wir reden immer nur über den Euro, aber wie Kinder in diesem Land betreut werden, das interessiert niemanden, ganz im Gegensatz zu anderen Ländern der EU.
      Da ist wirklich Selbst- und Eigeninitiative angesagt, wie ich meine. Ich denke, wir in diesem „wohlhabenden“ Land sollten das alles nicht einfach so hinnehmen. Klar, ich bin nur die Oma, aber viel kritischer und kritikfreudiger als die Eltern, die ja „angewiesen“ und „abhängig“ sind.
      Liebe Sonnengrüße, Dori

  2. Liebste Dori,
    danke für Deinen Beitrag. Hast Du heute mein Mail bekommen?
    Ist das jetzt Zufall,ich habe Dir nämlich einen Brief von Robert Betz geschickt und Dich gefragt, ob Du ihn kennst ……
    habe die Mail-Adresse von deiner Homepage genommen…..
    Ja, WIR müssen uns ändern, für andere da sein.
    Ich bin immer sehr froh, wenn ich meinen Sohn und meinen Mann abends mit einem guten Essen überraschen kann. Ich hab ja Zeit und bin dankbar, dass ich so viel Freiheit habe. Da gelingt es mir, dies gerne zu tun. Ich habe es Gott sei dank gelernt, mich nicht von den Negativ-Schlagzeilen herunterziehen zu lassen. Ich hab keinen Fernseher und Zeitung les ich auch nicht. Handy hab ich auch keins , aber auf meinen Laptop möchte ich nicht mehr verzichten und das Internet. ……
    liebe Grüße
    Erika 🙂

    • Liebste Erika,
      nein- das ist kein Zufall. Vielen Dank für die Mail. Ich habe das gelesen und musste sofort dieses Post schreiben. Im Augenblick bin ich wieder „hautnah“ am Geschehen mit meinen Enkelkindern.
      Ich gehe manchmal auch ganz bewusst „OFFLINE“, und die Medienberichterstattung kommt in mein Zuhause auch nicht rein. Die Informationen, die ich brauche, die bekomme ich durch meinen Radiosender, der eine ziemlich gute und neutrale Nachrichtensendung hat.
      Auf mein Laptop möchte ich auch nicht mehr verzichten, aber ich schaffe es inzwischen, es auch mal ein paar Tage zugeklappt zu lassen 🙂
      Hab einen schönen Tag, meiner wird leider wieder etwas stressig.
      Liebe Grüße von Dori

  3. Liebe Dori,
    ich bin ja ziemlich weit weg vom Thema, soll heissen, keine eigenen Kinder also auch keine Enkel, aber trotzdem tun mir die Kinder auch wenn ich nur aus der Ferne schaue, wirklich leid. Die einen werden überbetreut, von überbesorgten Müttern, die aus lauter Langeweile fortwährend um die Kinder kreisen und denen fast den Atem nehmen, sicher die Ausnahme. Die anderen bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Ich frage mich, wie geht es anders? Man darf ja vieles ehrenamtlich machen, sich um alte Menschen kümmern, sich um Tiere kümmern, nur wenn Du Dich um Kinder kümmern möchtest, wird es schwierig. Das wird einem normal Sterblichen nicht zugetraut. Oder habe ich da eine Lücke? Ich hab schon oft gedacht, das ich mich gerne ehrenamtlich mit Kindern beschäftigen würde, aber das scheint mir gar nicht so einfach zu sein. Und ich glaube, das ich nicht allein mit meinem Wunsch bin. Es gibt so viele Kinder, die nach der Schule ein bisschen Betreuung brauchen, zum vorlesen, zum basteln oder einfach nur, das jemand da ist, der ihnen mal zuhört. Mir tun die Kinder sehr leid und die Eltern auch, die wie Du schon sagst, ziemlich überfordert sind.
    Liebe Grüsse
    Anita

    • Liebe Anita,
      da hast Du Recht, das gibt es selten. Ich meine aber, in der Nachbarstadt Dormagen, da gibt es solch ein Projekt für die Kinder. Die tun sowieso ganz viel für die Kinder und die Familien, und das liegt am Bürgermeister, der hat sich das auf „die Fahne“ geschrieben.
      Meine Tochter und ihre Freundin waren vor zwei Tagen in Düsseldorf in einem Eltern-Kind-Café, auch eine großartige Idee, jetzt kommt der Winter, wo will man da immer hin mit den Kids.
      Das ist doch eine tolle Idee, die Du da hast, da könnte frau doch etwas ins Leben rufen :-), eine Anlaufstelle für Kinder, deren Eltern voll berufstätig sind.
      Liebe Grüße von Dori

  4. liebe dori, du hast dir gründlich gedanken gemacht. ich habe kürzlich im radio gehört, dass immer mehr eltern ihren kindern psychopharmaka verabreichen. gegen ADHS. gegen konzentrationsprobleme. ich habe mich gefragt, wie kann das sein? wieso gibt es heute so viele kinder. gab es die früher auch und man hat da nicht drauf geachtet. hieß ADHS früher einfach zappelphilipp? ich gebe dir recht, mit dem was du darüber schreibst, dass kinder zeit und aufmerksamkeit benötigen. und liebe. ADHS heißt nicht umsonst aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. auf der anderen seite ist es kindern heute kaum mehr möglich, sich der sinnesflut an eindrücken zu entziehen. nicht einfach. meine oma würde sagen: früher hat man um so ne sachen nicht so viel geschiss gemacht.

    ich wünsche dir ein tolles WE, katerwolf

    • Liebe Katerwolf,
      Deine Oma war eine sehr weise Frau. Ich find das ganze „Geschiss“ heute auch nicht förderlich, zumindest nicht für die Kinder. Ein 2-jähriges Kind, welches sich in einer Gruppe von bis zu 6-jährigen im Kindergarten ganz alleine behaupten muss, und das nicht schafft, hat nicht automatisch ADHS. Ich habe meinen Enkel im August 3 Wochen jeden Tag „gehabt“, und was die (doofe) Kindergärtnerin behauptet über ihn, stimmt schlicht und ergreifend nicht.
      Erst ab Januar des nächsten Jahres gibt es im Kiga auch unter einer U3Gruppe, und bis dahin muss der Zwerg schauen, wie er klar kommt. Ich find das schrecklich.
      Danke für Deinen Kommentar,
      liebe Sonnengrüße von Dori 🙂

  5. Liebe Dori,
    ich finde es gut, dass du dir solche Gedanken machst, und sie auch aussprichst. Man sollte wirklich nicht immer auf heile Welt miemen, denn sie ist nicht immer heil. Du sorgst dich um andere, kreist nicht ständig um dich. Und das gefällt mir an dir.
    Hilfe wird nur nicht immer angenommen. Leider. Ich hatte in meinem Block angeboten, den Kindern zu helfen im Umgang mit dem Internet, Mails abrufen, Profile schützen, Informationen suchen. Bis auf eine vergessene Hausaufgabe, die mal schnell noch zusammen geschustert wurde, kam da nichts. Aber vielleicht dauert auch alles seine Zeit.

    Liebe Grüße von der Gudrun

    • Liebe Gudrun,
      da kannst Du Dich ja gleich mit der lieben Anita zusammen tun. Schade, dass diese Angebote nicht angenommen werden. Woran das nur liegt? An der AUFMERKsamkeit der Eltern und ihrem ganzen Stress in der heutigen Zeit?
      Alle stöhnen nur, aber kaum jemand TUT ETWAS, wie bedauerlich.
      Vielleicht kommt die Zeit aber noch, wo mehr WERT auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit unserer Kinder gelegt wird, ich HOFFE darauf.
      Liebe Sonnengrüße von Dori 🙂

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