Vollmond, Weihnachtsmarkt und andere Begebenheiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute war ich mit einer Freundin zum Glühweintrinken verabredet. In Neuss auf dem Weihnachtsmarkt. Treffpunkt: der „Glühweinstand mit Herz“.

Schon auf der Fahrt in die Stadt dachte ich, dass die Menschen an Vollmond anders Auto fahren. Mehrmals wurde mir die Vorfahrt genommen, aber ich hatte gute Reaktionen und es ist nichts passiert. Vielleicht hat das alles aber auch gar nichts mit dem  Dezember-Vollmond zu tun, und die Menschen sind einfach im Vorweihnachtsstress, überlegte ich während der Fahrt. Kann ja durchaus sein. Ich bin es definitiv nicht.

Nach unserem Glühwein sind wir über den zugegebenermaßen sehr überschaubaren Neusser Weihnachtsmarkt geschlendert, haben hier und dort geschaut. Menschentrauben vor den Würstchen- und Reibekuchenbuden, an den Glühweinständen, aber an den anderen Ständen war überhaupt nichts los. Mit ein paar Ausstellern kam ich auch gleich ins Gespräch, die sich darüber beklagten, dass in diesem Jahr überhaupt nichts gekauft wird. So zwei junge Männer, die Strickwaren aus Schafswolle anbieten. Da bin ich ja gleich neugierig, bin ja selbst Strickerin aus Leidenschaft (mein nächstes Stück – ein Strickkleid in Orange ist gerade in Arbeit und macht gute Fortschritte) und habe mich erkundigt, wo die Sachen – Mützen, Schals, Jacken, Pullover – denn herkommen. Die beiden Männer haben mir erklärt, die kommen aus Katmandu. Dort haben sie schon vor vielen Jahren auf ihren Reisen zwei Familien kennengelernt, die für sie stricken. Was ich durchaus glaube, denn die Beschaffenheit der Wolle und die Muster sind schön, aber keineswegs „europäisch“. Sie beklagen sich: die Besucher haben kein Problem damit, für Glühwein und Würstchen 20 Euro auszugeben, aber 10 Euro für eine Mütze ist ihnen dann doch zu viel, und sie wollen dann auch noch handeln. Die „Jungs“ sind total frustriert und sagen, solch einen Weihnachtsmarkt hatten sie noch nie!

Trotz des schönen Winterwetters – 4 Grad und Sonnenschein – will noch keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Die Stadt ist zu voll und zu hektisch, überall wird gerempelt, und mehrmals muss ich selbst „Tschuldigung“ sagen, weil ich jemandem in die Hacken laufe, der plötzlich stehenbleibt oder dem ich sonstwie zu nahe komme wegen des Gedränges.

Und dann fahre ich in mein Dorf zurück und da ist sie wieder: die Ruhe, die Besinnlichkeit. All die schön geschmückten Häuser und Balkone, Lichterketten, die Leute haben sich in diesem Jahr wirklich noch mehr Mühe gegeben als sonst. Vielleicht, weil sie das brauchen, in dieser hektischen Zeit. Ein schönes Zuhause und Geborgenheit, ein Ort, an dem man sich wohl fühlen kann. Ein Ankerplatz.

Ich wünsche Dir einen schönen 3. Advent!

Bildquelle

 

 

12 Gedanken zu „Vollmond, Weihnachtsmarkt und andere Begebenheiten

  1. Ja, der Rummel in den Einkaufsstätten wird sich erst an Weihnachten legen und dann wird Ruhe einkehren. Diese Stille brauchen wir Menschen, um zu regenerieren. Erst dann sind wir für das Weihnachtsfest empfänglich.
    Liebe Grüsse aus dem Süden Ernst

    • Lieber Ernst, genauso empfinde ich das auch. Bemühe mich, mich nicht „mitreissen“ zu lassen, und es gelingt mir auch.
      Schön, dass Du bei mir warst.
      Liebe Adventgrüsse von Dori

  2. Das Foto sieht sehr schön aus Dori. Das mit den vielen Buden fürs Essen und Trinken auf den diversen Weihnachtsmarkt ist mir auch wieder aufgefallen. Aber es stimmt schon, die Leute hauen das Geld an diesen Ständen raus und der Rest ist viel zu teuer, ihrer Meinung nach. Schade find ich das.
    Dir noch einen schönen Abend.
    Herzlichst
    Anita

    • Liebe Anita,
      ich kann mich noch an Weihnachtsmärkte erinnern – sooo lange ist das noch nicht her – da gab es handwerkliche Stände. Da konnte man Spielzeug aus dem Erzgebirge kaufen, zum Beispiel, schöne getöpferte und gehandarbeitete Sachen, Schmuck, Steine usw. Aber heute sieht der Weihnachtsmarkt nicht anders aus wie die Innenstadt: Handyshops, Bäckereiketten, Billigläden. Schade. Aber das sind wir schuld, die Konsummenten.
      Einen schönen Abend für Dich von Dori, die sich gerade in „Tiere suchen ein Zuhause wieder in mindestens 5 Hunde verliebt hat“

  3. Ich liebe sie auch, die ruhige dörfliche Stille. Die Woche ist schon hektisch genug, da darf das Wochenende auch mal ruhig bleiben.
    Wären die Weihnachtsmärkte so, wie auf dem Bild, wäre ich gerne dort, klein, beschaulich und gemütlich – eben weihnachtlich.

    Wenn du meinen heutigen Beitrag im Lesestübchen liest, kann dir die Lust auf den Weihnachtsmarkt vergehen…

    Liebe Abendgrüße
    Anna-Lena

    • Liebe Anna-Lena,
      oh, war noch nicht bei Dir heute – werde ich gleich nachholen. Ich hab mal gegoogelt, dass mein Dorf 720 Einwohner hat. Laut Wikipedia. Inzwischen müsste das aber mehr sein. Der Neusser Weihnachtsmarkt ist wirklich so beschaulich, daher mag ich ihn ja. Ich könnte ja auch nach Düsseldorf auf den Weihnachtsmarkt gehen, das ist nicht so wirklich viel weiter, aber dort ist Party-Stimmung. So ähnlich wie Ballermann, also wie ich mir Ballermann vorstelle. Ich weiss noch, vor zwei Jahren, als meine Tochter und ich um diese Zeit in die Oper gingen, kamen wir kaum vom Parkhaus bis zum Opernhaus, so sehr haben uns die Menschen bedrängt mit ihren roten Cowboyhüten und Nikolausmützen – und nicht nüchtern! Äääätzend! Meine Tochter war schwanger und ich war total in Sorge, dass sie diesen Weg von 200 m durch die Düsseldorfer Altstadt nicht übersteht. Das ist für mich NICHT Weihnachten.
      Liebe abendliche Adventgrüße von Dori

  4. Liebe Dori,
    um den Weihnachtsmarkt in Leipzig habe ich bisher einen großen Bogen gemacht. Mir gefällt der Trubel in diesem Jahr gar nicht. Nächsten Sonntag werde ich nach Lützen fahren zu einem ganz kleinen Glühweinmarkt. Vielleicht wird es mir dann doch noch etwas weihnachtlich.
    Ja, das Problem der beiden jungen Männer ist ein großes Problem. Da hat jemand ein tolles Produkt aus einem tollen, natürlichen Rohstoff, schafft etwas Eigenes, kann aber nicht davon leben, weil Geiz eben geil ist. Zumindest bei denen, die nicht jeden Eu umdrehen müssen. Das macht mich jedesmal wieder traurig.

    Liebe Grüße von einer nachdenklichen Gudrun

    • Liebe Gudrun,
      um Weihnachtsmärkte mache ich normalerweise auch einen Bogen, in Neuss der Weihnachtsmarkt ist aber klein genug, so dass es gerade eben noch geht.
      Ich kenne wirklich einige kreative Menschen, die tolle Ideen haben und selbstgefertigte Sachen, aber leben davon kann niemand. Entweder ist dann noch ein Partner im Hintergrund, der stützt und Einkommen hat, oder aber das Amt. So ist das leider, und unsere Gesellschaft ist halt eine Geiz-ist-geil-Gesellschaft.
      Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche,
      alles Liebe von Dori

  5. Liebe Dori,

    wie ich sehe sieht es hier bei dir nun herrlich winterlich aus. Ein schöner Header. Ich mag so was.

    Wir waren gestern auch auf einem Weihnachtsmarkt, in Moers. Mein erster für dieses Jahr. 🙂 Den hier in Heinsberg rechne ich mal nicht mit, das kann man nicht Weihnachtsmarkt nennen. Ich fands gestern sehr schön. Das Wetter passte auch prima, der Glühwein schmeckte, es war natürlich viel los, aber es ging irgendwie, alles war gut.
    Das Foto vom Neusser Weihnachtsmarkt sieht sehr stimmungsvoll aus.

    Liebe Grüße an dich,
    Martina

    • Liebe Martina,
      Moers ist solch eine schöne Stadt, ich mag den Niederrhein ja sehr! Das war auch mein erster Weihnachtsmarkt, glaube ich. Es sei denn, ich geh noch mal Glühwein trinken. Und wenn Du den Weihnachtsmarkt in Heinsberg zu oll findest, dann komm mal nach Grevenbroich 🙂
      Da ich ja Wahlneusserin bin, mag ich den Marktplatz und vor allem das Quirinus-Münster besonders gerne.
      Der Header ist schön, nicht wahr? Ist von WP, hatte bisher noch kein winterliches Foto gemacht, wie denn auch?
      Herzensgrüße von Dori

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