Wege des Lebens

Geht Dir das auch so? Morgens nach dem Aufwachen, der Wecker hat zwar schon geklingelt, aber Du hast noch ein kleines bisschen Zeit, liegen zu bleiben. Und wach bist Du auch noch nicht richtig. Da kommen die tollsten Gedanken. Bei mir ist das zumindest so. Kürzlich sagte eine Freundin zu mir: wieso stehst Du eigentlich immer so früh auf? Du müsstest das doch gar nicht. Doch, denn ich liebe die ganz frühen Morgenstunden, zwar noch halb verschlafen bin ich da wirklich am kreativsten. Meine besten Posts habe ich in den Morgenstunden geschrieben. Auch liebe ich die Morgenspaziergänge mit meiner Hündin im Feld, wenn noch niemand unterwegs ist, die Luft nach der Nacht frisch und klar ist und man kaum eine Geräusch hört.

Im Augenblick habe ich das Gefühl, es verwischen sich in meinem Leben alle Konturen. Es gibt eigentlich gar keine Konstante mehr. „Früher“ stand ich jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit auf, setzte mich in mein Auto, fuhr eine bestimmte Strecke, war 8 – 10 Stunden in einer Firma, bekam am letzten des Monats dafür mein Gehalt. Auch sonst verlief mein Leben mehr oder weniger in sehr festen Strukturen. Unter anderem aus dem einfachen Grunde, dass ich sonst andere Aktivitäten zeitlich einfach nicht geschafft hätte. So ging das eigentlich jahrein jahraus. Manchmal gab es spezielle Highlights, um ein Jahr von dem anderen unterscheiden zu können. Die Hochzeiten meiner Kinder oder die Geburten meiner Enkel, oder ein besonderer Urlaub wie die Ägyptenreise, die ich nie vergessen werde.

Aber konstante „Säulen“ sind in meinem Leben irgendwie nicht mehr vorhanden, zumindest nicht im Außen. Jeder Tag bringt Neues, neue Herausforderungen, neue Menschen, neue Überlegungen, neue Ideen. Auch gehen Abschnitte einfach zu Ende. So fängt meine Tochter am 1. September nach 2-jähriger Elternzeit wieder an zu arbeiten und der Mo geht zu der Tagesmutter. Auch diese schöne und intensiv von mir erlebte Zeit geht jetzt zu Ende. Für alle mit einem lachenden und einem auch weinenden Auge. Besonders für mich.

Doch jetzt soll (und muss es auch) für mich wieder weitergehen. So schön diese lang ersehnte Auszeit auch für mich gewesen ist, so sehr wünsche ich mir jetzt auch neue Herausforderungen und neue Aufgaben. Das erste Seminar zu meiner Ausbildung als WW-Couch steht unmittelbar bevor, und dies wird eins meiner „Standbeine“ sein, dieser Aufgabe sehe ich mit großer Freude entgegen. Aber wie immer, wenn Abschnitte zu Ende gehen in meinem Leben, treten auch wieder ganz neue Menschen ein. Durch Fräulein Smilla habe ich so viele Kontakte zu sehr netten Menschen gefunden, und wenn ich Lust auf ein nettes Gespräch habe, dann wähle ich zu einer bestimmten Uhrzeit einen bestimmten Weg.

Irgendwann vor vielen Jahren habe ich mir einmal gewünscht, irgendwann angekommen zu sein. So wie meine Schulfreundinnen, die alle schon 30 oder 35 Jahre verheiratet sind, mit ihren Ehegatten in ihren Häuschen leben, zwei Mal im Jahr in Urlaub fahren, und jetzt in die Frührente gehen. Bei solchen Gedanken grummele ich manchmal und denke: warum ich nicht? Ja warum eigentlich nicht liebe Dori?

Weil ich mich für ein anderes Leben entschieden habe. Irgendwann einmal. Und so wie es ist, ist es auch gut. Denn es ist MEIN LEBEN!

 

18 Gedanken zu „Wege des Lebens

  1. Ja mir geht es auch so liebe Dori. Der frühe anbrechende Tag ist genau meine Zeit. Ich möchte sie nicht missen und bin dann am kreativsten. Je länger der Tag dauert, umso weniger neues kann ich noch beginnen. Am Abend halte ich mich gerne an geliebte Rituale.

    Mir ging es vor ein, zwei Jahren gedanklich auch so. Ich dachte, warum habe ich keine jahrzehntelange Beziehung mit Mann, Kindern, Haus? Ich war teilweise ein bisschen traurig. Aber es hat nicht zu mir gepasst. Ich hätte mich eingesperrt gefühlt, zu viel Nähe, zu wenig Distanz ;).

    Es ist eins zu eins mein Leben, auch wenn ich gerade dabei bin, Inventur zu machen, und zu schauen, was noch stimmt und was nicht. Das meiste ist genau richtig.

    Dir einen schönen Tag.

    Herzensgrüsse
    Anita

    • So geht es mir auch, liebe Anita. Früher war das eher umgekehrt, da war ich eine regelrechte Nachteule. Inzwischen ist das anders, da habe ich die kreativsten Ideen ganz früh am Morgen.
      Ich bin mir durchaus bewußt, dass ich ein Nähe-Distanz-„Problem“ habe. Ich brauche meinen Rückzugsort und kann nicht rund um die Uhr einen anderen Menschen um mich haben, das nimmt mir die Luft zum Atmen. Komisch, dass nur ich so denke – außer Dir bin ich die einzige Frau die ich kenne, die dies offen zugeben würde. Und komisch, dass überhaupt keine Männer dasselbe empfinden. Sehr merkwürdig. Wollen denn alle nur symbiotische Beziehungen? Also ich nicht, da habe ich mich schon vor langer Zeit bewußt gegen entschieden, das täte mir gar nicht gut.
      Es ist wie es ist. Inventur machen von Zeit zu Zeit ist immer gut. Erstaunlich finde ich es immer wieder, wieviel Ballast man loslassen kann, nicht nur gewichtsmäßig 😉
      Ich wünsche Dir einen superschönen Abend,
      alles Liebe von Dori

  2. Liebe Dori,
    deinen Gedanken konnte ich jetzt so ganz und gar folgen, denn das ist es auch, was mir im Moment durch den Kopf geht. Du hast ja so Recht: Jeder muss seinen Weg im Leben finden und so ab und zu auf seine innere Stimme hören. Die hat meistens so unrecht nicht.
    Viel Erfolg bei deinem Seminar. Es wid gut. Das weiß ich.

    Einen Gruß von der Gudrun

  3. Liebe Dori,
    es ist wie es ist und es kommt wie es kommt.

    Jede Sekunde beschenkt Dich mit etwas Neuem. In dem Augenblick, wo Du dies erkennst, gibt es nur noch göttliches.
    Du weist selbst, heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens. Was gibt es noch zu tun außer zu genießen.

    Grüssle
    Norbert 🙂

    • Lieber Norbert,
      ja – das ist im Prinzip alles richtig – mit dem Genießen tu ich mich auch nicht schwer, aber im Augenblick ist die Existenzgrundlage ein immer wiederkehrendes Thema. Ich wünschte, ich müsste mich nicht ständig und immer wieder damit auseinandersetzen, aber es hilft nun mal alles nichts, die Rechnungen und die Miete müssen bezahlt werden. Dennoch habe ich trotz der manchmal ermüdenden Situation mir das Vertrauen bewahren können, dass alles zu meinem Wohle geschieht. Das fällt mir zugegebenermaßen manchmal nicht leicht.
      Schön, dass Du hier warst. Liebe Grüße von Dori

  4. Liebe Dori,

    du gehst deinen Weg und den kann niemand sonst gehen. Es bringt dich wenig weiter zu schauen wie es links und rechts gemacht wird und dabei vielleicht neidisch zu sein. Nein, das ist verschwendete Energie Links und rechts schauen, um Ideen zu bekommen, ist dagegen etwas anderes.

    Und so wie ich dich kennne, nutz du „alpha“ um die Bilder die dich erreichen zur Entfaltung zu bringen, wie es auch das Grundprinzip der Natur ist. Nur weiter so 🙂

    Viele Grüße
    MachDichGlücklich
    Thomas

    • Lieber Thomas,
      manchmal wünschte ich, ich hätte mir einen etwas leichteren Weg ausgesucht – grins! Die Ideen, die ich mit 20 mal von meinem späteren Leben hatte, habe ich inzwischen schon mehrfach „überarbeiten“ dürfen. Und muss es eigentlich immer wieder tun. Wär das nicht schön, wenn ich mich einfach mal zurücklehnen und andere machen lassen könnte? Ich glaube, in der Realität könnte ich das gar nicht aushalten, aber träumen darf frau ja mal ab und an 😉
      Schön dass Du hier warst, liebe Grüße von Dori

  5. Liebste Dori, ich habe jetzt ganz berührt Deine schönen Worte und Ideen gelesen… und dann hab ich mich zurückerinnert – nur ein bisschen, so vor einem Jahr… was für eine Entwicklung, Du Liebe, auch wenn es Dir nicht so vorkommen mag; Du gehst mit grossen Schritten Deinen Weg und ich wünsche Dir für Dein Seminar ganz viel Freude und Inspiration und wunderbare Begegnungen…
    Allerliebste Grüsse zu Dir, Andrea
    p.s der Coach in mir kann es jetzt mal gerade nicht lassen:-) Wie würde es sich anfühlen, wenn Du statt „ich habe ein Nähe-Distanz-Problem“ etwas sagen würdest wie z.B.: „Ich mag und wünsche mir eine ausgewogene Mischung von Nähe und Distanz in meinem Leben“… und Du weisst am besten, was für Dich eine „ausgewogene Mischung“ ist…

    • Liebste Andrea – hihi – ja na klar! Ich „feile“ ja an meinen Artikulierungen und stelle immer wieder fest, dass meine „Sprache“ in Wort und auch in Schrift immer noch nicht so ausgewogen ist, wie ich es mir wünsche. Selbstverständlich ist das richtig, was Du sagst und schreibst. Ich wünschte jemanden kennen zu lernen, der eine ausgewogene Mischung aus Nähe und Distanz genau so schön findet wie ich das auch tue! Ist das besser? Das schreibe ich mir jetzt gleich mal auf einen Zettel und lege das in mein Wunschkästchen. Und der Menschen, vor allem Kinder, und Hunde, Kaninchen und alle anderen Tiere genauso liebt wie ich 🙂
      Liebste Grüsse von Dori

  6. Liebe Dori,
    die Überschrift sagt mehr als ein gabzer Bericht.
    „Wege des Lebens“
    Manchmal fehlt einem nur ein klein wenig an Vertrauen. Da ist der verstand zu sehr im Vordergrund. Doch wenn das Leben es nicht will, dann steht plötzlich eine Sperre im Weg. Die ist oft unübersehbar.
    Bei dem Meer an Möglichkeiten, die der Mensch hat, fehlt meist nur der richtige Blick.
    Du bist, wie jeder Mensch, die Quelle. Der Quelle ist es egal welches Spiel du spielst. Spiel das, was Dir Freude macht. Eine kleine Buchempfehlung: „Spielen statt Kämpfen“ von Werner Ablass, kann hier ein paar Türchen öffnen. Er bringt es liebevoll, aber hart auf den Punkt.

    VG
    Norbert

    Nur weil wir es noch nicht wahrnehmen, bedeutet es nicht, dass es nicht schon vorhanden ist.

    • Lieber Norbert,
      wie gut sich Deine Worte für mich jetzt anfühlen, nach dem heutigen Tag.Lies mein nächstes Post, und Du wirst wissen, was ich meine!
      Liebe Grüße und ein DANKE von Dori

  7. Liebste Dori,

    ich kenne all Deine Gedanken auch… Wir haben hier unsere direkten Nachbarn, die für die Schwiegermutter von zu Hause aus arbeiten, sie haben zwei Kinder, fahren zusammen in den Urlaub, sie haben eine Putzfrau, sind fast schon… hm.. spießig, um es mal ein bißchen wertend zu sagen…

    Daneben ich mit meiner Familie, mit meinem Mann im selben Haus getrennt lebend, ich als Schamanin und Dawanda-Shopinhaberin frei arbeitend, er als Reiseveranstalter ständig unterwegs in allen Ecken der Erde. Keine Putzfrau und so siehts manchmal aus, dazu drei sehr lebendige Kinder mit vielen Freunden und richtig Leben im Haus.

    Manchmal hätte ich es ja ganz gern so überschaubar und ruhig wie unsere Nachbarn. Aber dann spüre ich wieder, daß ich eben Larissa bin und die Abwechslung über alles liebe… das Bunte, das Abenteuerliche… Das gehört zu mir, das macht mich aus. Ich brauche es…

    Und Dir wünsche ich eine wunderschöne Zeit auf dem Weg zum WW-Coach!

    Ganz liebe Grüße von Larissa

    • Das hört sich für mich toll an, liebe Larissa. Manchmal schiele ich um die Ecke zu den Anderen hin, um dann wieder festzustellen, dass ich alles genauso habe, wie ich es wollte. Einschließlich Fräulein Smila 🙂
      Ich drück Dich, viel Erfolg mit Deinem Shop, Dori

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