Wie die Zeit vergeht

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder, wie die Zeit vergeht – sagten meine Oma und die Tanten früher auf unseren Familienfeiern. Wir Kinder schauten dann erstaunt, denn wir hatten alle Zeit der Welt und fanden gar nicht, dass sie besonders schnell vergeht.

Heute ist das anders. Meine Zeit vergeht im Augenblick sehr schnell. Seit 4 Monaten arbeite ich nicht, und die Tage fliegen dahin mit Düsenjetgeschwindigkeit. Weil sie so ausgefüllt sind. Ich war in dieser Zeit in Ägypten und in Holland am Meer, die Wohnung ist frisch renoviert, der Keller ist entrümpelt, frühere Kontakte sind wieder aufgelebt und mein Leben ist bunt und fröhlich.

Morgens früh werde ich von selbst wach, springe aus dem Bett und freue mich auf den Tag. Das war in den letzten Jahren nicht so. Da klingelte morgens der Wecker und ich dachte: lieber Gott, bitte noch 5 Minuten. Oft habe ich wie gelähmt im Bett gelegen, unfähig aufzustehen, in Gedanken an den Tag, der vor mir liegen würde. Beinahe jeden Morgen kam ich zu spät zur Arbeit, dabei bin ich ein äußerst pünktlicher Mensch und eher früher als zu spät zur Stelle. Die Tage auf der Arbeit zogen sich dahin wie Kaugummi, und wenn ich dachte, 2 Stunden sind vergangen, dann waren es in Wirklichkeit 30 Minuten. Abends fuhr ich völlig erschlagen nach Hause und war manchmal nicht einmal in der Lage noch ein Telefonat zu führen.

Wie schwer sich das Leben doch anfühlt, wenn man unausgefüllt und unterfordert ist und Dinge tun muss, in denen man überhaupt keinen Sinn sieht, freudlos, unmotiviert, schwer fällig.

Ich hätte nicht geglaubt, dass es so lange dauern würde, runter zu kommen und sich selbst zu finden. An einem Wochentag auf meinem Balkon zu sitzen mit einem Buch oder einfach mal NICHTS zu tun bereitet mir immer noch ein schlechtes Gewissen, aber es wird langsam besser.

Ich wünsche Dir ausgefüllte Tage mit Arbeit, die Dir Freude bereitet – und einen guten Start in die neue Woche 🙂

16 Gedanken zu „Wie die Zeit vergeht

  1. Liebe Dori,
    es kann so schön sein, sein Leben mit Dingen zu füllen, die einem richtig Freude bereiten und eben die Aussicht auf einen Tag, an dem ich tun und lassen kann, was immer ich möchte. Schön, das es Dir so gut geht. Und ja das Phänomen zunehmendes Lebensalter und schneller vergehende Zeit kenne ich auch 😉

    Liebe Grüsse
    Anita

    • Liebe Anita,

      ja seufz – derzeit fehlt es an nichts! Es ist für alles gesorgt.
      Ich würde nur die Zeit gerne etwas weniger schnell vorbeigehen lassen. Aber ich will wieder festhalten, und das funktioniert nicht 😉

      Hab eine gute Nacht, liebe Grüße von Dori

  2. Liebste Dori,

    danke dir! 🙂 Im Moment ist alles wunderbar er-füllt 🙂
    Ich bekomme zwar immer wieder Jobangebote, aber ich möchte jetzt nicht mehr tauschen, ich habe schon zu viel Leben, Fülle, Freude geschnuppert 😉 Aber ich gebe zu, es hat eine Weile gedauert… alles braucht seine Zeit…

    Allerliebste Herzensgrüße,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth,
      ja – es braucht seine Zeit – da gebe ich Dir 100 Pro Recht.
      Ich bekomme auch immer wieder Jobangebote, auf die ich früher „total abgefahren“ wäre, und jetzt denke ich nur: nee, das will ich alles gar nicht
      mehr. Zwischenzeitlich ertappe ich mich immer wieder dabei, wie mein schlechtes Gewissen noch einmal hochkommt. An einem einfachen Wochentag nachmittags auf dem Sofa liegen und ein Buch lesen – ja wo gibt es denn so etwas?
      Ich finde die Zeit einfach nur herrlich.
      Schön, dass Du hier warst.
      Allerliebste sonnige Grüße von Dori

  3. Liebste Dori, die Zeit vergeht nicht nur, sie rennt im Moment, es ist schon Mitte Juli – ich kann das manchmal gar nicht glauben… Zeit runterzukommen, ja die braucht es- ich erinnere mich zu gut an das letzte Jahr, in dem ich von 150% Arbeiten auf Null fuhr… ich war das personifizierte schlechte Gewissen und kam mir oft nutz- und wertlos vor. Das hat sich dann aber zum Glück gelegt – auch DU hast Dein Leben lang geschuftet und gearbeitet, Du hast Dir Deine Auszeit mehr als verdient… Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du sie weiterhin geniessen kannst, alles Liebe für Dich, Andrea

    • Liebste Andrea,
      ja – ich erinnere mich noch genau, wie es bei Dir im vorigen Jahr war 😉
      Ich bin zur Zeit so etwas von tiefenentspannt, wenn die Zeit es erlaubt, schlafe ich mittags auch, und das schlechte Gewissen verschwindet immer mehr.
      Ich werde jetzt endlich einige Dinge angehen, von denen ich schon so lange gesprochen habe.
      Herzensgrüße für Dich, ich hoffe, wir sehen uns vor Deinem
      Urlaub noch einmal 🙂
      Dori

  4. Liebe Dori,
    ach, die Zeit, eines meiner Lieblingsthemen. 🙂
    Es ist schon seltsam, wie unterschiedlich einem die Zeit und das Zeitvergehen in den unterschiedlichsten Situationen vorkommen kann.
    Unabhängig davon, empfinde ich, dass die Zeit immer schneller wird, je älter ich werde. Und doch hat jeder Tag 24 Stunden und jede Woche 7 Tage. 🙂

    Wie gut, dass du die Möglichkeit hattest, deinen ungeliebten Job aufzugeben. Wenn man sich so unwohl dabei fühlt, dann kann man ja nur krank werden. Und das ist sicher nicht der Sinn der Sache. Aber jetzt klingst du so voller Lebensfreude, dass ich dich darum beneiden könnte. 🙂

    Ich wünsche dir, dass dein Leben so schön fröhlich bunt und lebenswert bleibt.
    Liebe Grüße schicke ich zu dir,
    Martina

    • Liebste Martina,
      ja – die Lebensfreude, überhaupt die Fröhlichkeit und Optimusmus, wie schnell sind sie zurückgekehrt, und erinnern mich auch an die Frau, die ich ja eigentlich immer war.
      Natürlich geht die Zeit immer schneller vorbei, je älter man wird 😉
      Das siehst Du alleine daran, dass der Mo jetzt 1 Jahr wird, und der Max am gleichen Tag seinen ersten Kindergartentag hat 😀
      Alles Liebe für Dich von Dori

  5. Liebste Dori,
    danke für Deinen schönen Beitrag und Deine Offenheit . Ja, wie die Zeit vergeht….
    Am Freitag war ich einmal zu Besuch im Altenheim. Es ist schon über 1 1/2 Jahre her, dass ich dort fast täglich bei meiner Mama war. Die alten Menschen , die ich noch kannte, haben sich riesig über meinen Besuch gefreut. Schön war es dort….

    Was das schlechte Gewissen angeht, da hab ich viel an mir gearbeitet. Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich nichts tue. So wie die Energie bei mir vorhanden ist, so teile ich mir alles ein. Manchmal genieße ich einfach den Augenblick, höre die Vögel, freue mich einfach, dass ich atme und lebe. Dann ist wieder etwas Arbeit da, die ich sogar gerne erledige, weil der Druck weg ist. Diese Freiheit ohne Druck tut mir imMoment sehr sehr gut. Ich bin sehr dankbar und lebe dadurch zufrieden .
    So, jetzt hab ich fast einen Roman geschrieben.
    Einen schönen Wochenstart
    herzliche Grüße
    Erika 🙂

    • Liebste Erika,
      Du hast es eigentlich auf den Punkt gebracht: der Druck ist weg. Genau das ist es. Trotzdem – mein Leben bestand aus Pflichterfüllung, und auch aus Perfektionismus, und das abzulegen, das braucht einige Zeit. Ich lerne es gerade – wieder etwas Neues, was ich lernen darf, und was mich weiter bringt, und das freut mich sehr – und ich glaube, genau das strahle ich auch aus.
      Schön, dass Du hier warst,
      liebe Grüße von Dori

  6. liebe dori,

    ich denke, jede art der fülle dient uns dazu die zeit sinnvoll zu verbringen.
    einen job zu machen, der uns keine fülle bringt sondern uns immer wieder an einen mangel erinnert kann auf die dauer nicht sinnvoll sein. die zeit zu nützen anstatt sie totzuschlagen ist ein ziel dem wir uns unbedingt früher oder später stellen müssen, besser früher, damit dann das richtige uns erreichen kann und wir endlich auf unseren eigenen zug aufspringen können.
    viel glück und viele erfüllte tage in diesem sommer wünscht dir
    elisabeth

    • Liebe Elisabeth,

      das hast du sehr schön formuliert – wie immer 🙂
      „Etwas zu tun, was keine Freude bringt, produziert automatisch Mangel.“
      Hinzu kommt, dass man ja auch nicht gut ist in dem, was man da so freudlos tut.
      Ich hoffe, dass mein eigener Zug alsbald hier vorbeikommt, damit ich aufspringen kann.

      Schön, dass Du hier warst. Viele Grüße von Dori

  7. Liebste Dori,

    wie schön, daß Du langsam wieder ein bißchen mehr Ruhe, Gelassenheit, Langsamkeit genießen kannst!

    Mir geht es gerade umgekehrt – ich komme nicht drum herum, für ein wenig mehr „Fülle“ in meinem Leben zu sorgen und muß mich dafür ein wenig von meiner Ruhe und Gelassenheit verabschieden. Aber ich hatte das jetzt auch jahrelang und bei mir ist wohl angesagt, in die Bewegung zu kommen – auch spannend, zumal ich noch nicht genau weiß, wohin mich mein Weg im Berufsleben führen wird…

    Liebe Herzensgrüße von LARISSA

    • Liebste Larissa,

      ich denke, dass wird bei mir auch irgendwann wieder so weit sein. Augenblicklich genieße ich das Nichtstun, weiß aber, dass dies nicht für immer ist – das möchte ich auch gar nicht. Aber meine verdiente Auszeit will ich von Herzen geniessen.

      Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg, vielleicht lässt Du mich von Zeit zu Zeit daran teilhaben?

      Herzliche Sonnengrüße von Dori

  8. Momentan verstehe ich dich ganz besonders gut, denn ich genieße meine Ferien jede Minute. Selbst, wenn ich auch immer irgend etwas mache, kann ich es gelassen und mit Freude machen und nicht, weil ich die Uhr im Hinterkopf habe.

    Lass es dir weiter so gut gehen, liebe Dori.
    ♥lich,
    Anna-Lena

    • Liebe Anna-Lena,

      ohne Druck etwas machen zu dürfen, ist ein Geschenk, und ich bin dankbar dafür. Ich genieße die Zeit mit mir alleine, aber auch mit meiner Familie, den beiden Enkelkindern, und meinen Freunden.

      Ich wünsche Dir eine schöne und entspannte Ferienzeit,
      Herzensgrüße von Dori

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