Wißt Ihr noch?

Am 21. Januar 2009 habe ich mir – wie Millionen anderer Menschen auch – den Amtseid von Barrack Obama angeschaut. Das weiß ich so genau, weil ich gerade in meinem alten Blog gestöbert habe.

Es ist erst drei Jahre her, damals waren wir Menschen alle in eine sehr hoffnungsvollen Stimmung. Yes we can – das war doch unser Lieblingsslogan. Plötzlich fühlten sich alle so stark und unverwundbar. Ich kann mich noch genau erinnern, wie motiviert viele von uns waren, energiegeladen, positiv denkend, entschlossen bis zum geht nicht mehr, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Zusammen mit den anderen, denn nur gemeinsam ist man stark.

Ich frage mich, wo diese Aufbruchstimmung geblieben ist. Es kommt mir nicht so vor, als hätten die Menschen noch die Ärmel hochgekrempelt. Ich habe vielmehr die Wahrnehmung, dass jeder um den Erhalt seiner eigenen kleinen Welt kämpft und versucht, so gut es nur eben geht seinen Weg weiterzugehen. Viele kommen mir müde vor, andere resigniert, andere wieder sehr gestresst, kurz vor dem Burn-out stehend, es hakt an allen Ecken und Kanten und es geht irgendwie nicht richtig voran.

Ist das jetzt nur meine eigene Wahrnehmung oder empfinden andere genauso?

14 Gedanken zu „Wißt Ihr noch?

  1. Oh ja Dori, ich weiss es noch ganz genau, weil auch ich dachte, alles ist besser als Bush. Und ich hatte auch Hoffnung, das dieser Präsident noch einiges zum guten ändern könnte. Aber die Karre war zu der Zeit schon viel zu sehr im Dreck und wenn der Hang einmal rutscht…….

    Ja die Zeitqualität ist nicht gerade eine Sommerwiese mit Streublümchen :). Im Moment wird irgendwie jedem bewusst, was er in der Vergangenheit nicht genug beachtet oder geordnet hat. Im grossen wie im kleinen. Wir haben uns ja gestern abend schon kurz darüber unterhalten.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und schicke liebe Grüsse
    Anita

    • Liebste Anita, Sommerwiese mit Streublümchen find ich gut – das löst jetzt mal wir sind doch nicht auf dem Ponyhof ab 😀
      Manchmal fällt es halt schwer, sich nicht auch noch runterziehen zu lassen – aber gerade heute habe ich wieder festgestellt, es gibt auch Lichtblicke und viel Positives – wenn man richtig hinschaut – denn ganz vieles hat mit einem Selbst gar nichts zu tun.
      Liebe Sonnengrüße von Dori

  2. Liebe Dori,

    stimmt – wo man hinhört, wird gejammert, gestöhnt, hört man den Frust… Mir fällt das auch ganz stark auf. Auch wenn ich einfach nur durch die Stadt laufe, fällt mir auf, wie genervt und gehetzt die meisten Menschen wirken.

    Und trotzdem habe ich das Gefühl, daß sich etwas verändert… daß die Menschen wieder umweltbewußter denken, sich wieder mehr mit der Natur beschäftigen, auf menschenfreundliche und umweltfreundliche Herstellung verschiedener Waren achten, sich mehr für Spirituelles öffnen, wieder mehr Wert auf Gemeinsamkeit legen, sich hier und da zusammen tun… Das läßt mich hoffen…

    Viele liebe Grüße von Larissa

    • Liebe Larissa,
      die einen verändern sich, die anderen jammern – so war das doch schon immer.
      Wahrscheinlich können sich viele der Leser gar nicht mehr an die Ölkrise in den 70er Jahren erinnern, damals dachten wir alle, wenn das so weitergeht, kann niemand jemals mehr Auto fahren oder sein Haus heizen. Es gab sogar Fahrverbot an den Sonntagen. Jetzt haben wir 2012, und wieder haben wir diverse Krisen, die wird es auch immer geben, die Frage ist nur, was wir daraus machen.
      Allerliebste Herzensgrüße von Dori

  3. Liebe Dori,

    ja, ich erinnere mich, wie ich mich gezogen gefühlt habe und auch euphorische viele Hoffnungen auf einen großen Wechsel gesetzt habe. Und ich denke, ich habe dabei übersehen, dass auch er „nur“ ein Mensch ist und „alte Seilschaften“ eben nicht ausgetauscht werden.

    Ich denke das ist so ähnlich, wie wenn ich das Chassie austausche und den „alten“ Motor drin lasse. So ist es auch bei uns in der Bundesrepublick die Führung wechselt und die Seilschaften bleiben.

    Was die amerikanischen Präsidenten angeht, so müssen sie sich, wenn ich es richtig weiß, vor ihrem Amtseid einer gewissen Gesellschaft stellen und den Segen abholen, ohne den sie nicht „regieren“ können.

    Und ich ändere mich, so wie es meinen Gefühlen, meiner Ehre und meinem Dasein gut tut und wenn ich dabei meine und auch „deine“ Grenzen achte, dann kann das nicht so verkehrt sein. Vor meiner Tür ist noch einiges zu kehren. Und das ist mein Aufbruch.

    Viele Grüße
    MachDichGlücklich
    Thomas

    • Lieber Thomas,
      vor unser aller Tür ist mit Sicherheit noch viel zu kehren. Mit dem Post meinte ich, wie sich diese ganze Stimmung, diese Euphorie umgewandelt hat in Resignation teilweise. Da kam noch mal jemand, der uns mitreißen konnte, denn das können wir glaube ich alle gut gebrauchen. Ein bisschen gute Stimmung. Die Ärmel hochkrempeln und los, alle zusammen, dann kann es doch nur gut werden. Leider ist da nicht viel draus geworden. Obwohl ich Herrn Obama immer noch klasse finde, ich denke, der hatte nicht viele Chancen, gegen die alten Strukturen anzukommen. Schade.
      Lass uns also erst mal kehren!
      Liebe Sonnengrüße von Dori

  4. Liebste Dori,

    ich kann mich auch noch sehr gut erinnern…
    Aber wenn wir uns anschauen, was aus all dem geworden ist, aus den hoffnungsvollen Worten… es sind Worte geblieben, er hatte einfach einen sehr guten Rednerschreiber ~ der dann ja auch woanders hingegangen ist, seitdem hört man auch kaum mehr etwas von Obamas genialen Reden… 😉
    Gerade in den USA hätte eine wirkliche Veränderung viel bewirken können, auch im Rest der Welt… Aber es schaut so aus, als ob es tatsächlich ein Hamsterrad wäre, aus dem man nicht rauskommt, weil man „gezwungen“ ist, dies oder jenes zu tun oder zu sagen… Die Politik ist kein schönes Geschäft… auch wenn viele daran sehr gut verdienen…

    In Wien scheint heute wieder die Sonne, und daher widme ich mich dieser und genieße die letzten Tage noch in Ruhe und übe mich in Geduld, so gut es geht *lach*
    Es kann nur jeder einzelne bei sich selbst das machen und verändern, was ihm möglich ist, die guten Energien sind bereits da…

    Allerliebste Herzensgrüße zu dir,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth,

      Du bist ja immer noch da!!!! Na ja…. es geht manchmal schneller als frau denkt 😉

      Ich denke schon, dass H. Obama das, was er gesagt hat, auch meinte. Und ich glaube, dass er an den alten Herren dort drüben in USA einfach nicht vorbeikam. Bei uns ist das ja auch nicht anders. Jedwede Veränderung – selbst zum Allerbesten – wird von den meisten Menschen abgelehnt.

      Bei uns war heute Frühlingswetter, und ich war im Gartencenter. Mein Balkon wartet auf frische Frühlingsblumen.

      Allersonnigste Grüße von der daumendrückenden Dori 😀

    • So war das auch bei mir, lieber Artur. Ich habe geglaubt, jetzt geht es wieder aufwärts – hier im Land und in der Welt!
      Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir!
      Liebe Grüße von Dori

  5. Ja, manchmal ist es so, dass die Menschen mit ihrer kleinen Welt beschäftigt sind. Ich denke, das ist auch wichtig. Bevor man an die ganz großen Dinge geht muss eben das Kleine in Ordnung sein. Manchmal ist es verdammt schwer, nicht zu resignieren. Das ist hier so, und hinter dem großen Teich auch. Vielleicht müssen einfach neue Visionen her.

    Liebe Wochenendgrüße von der Gudrun

    • Liebe Gudrun,
      ich glaube die Visionen sind schon da – es ist nur niemand da, der es sich traut, diese umzusetzen. Und wenn dann mal jemand kommt, der scheitert dann an den alten Strukturen und Hierarchien. Also müssen wir in unserer kleinen Welt schauen, dass da alles in Ordnung ist. Und das ist manchmal für uns alleinstehende Frauen nicht leicht.
      Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße von Dori

  6. In den nächsten Wochen,Monaten,Jahren wird noch vieles an die Oberfläche kommen, es wird viel unschönes sein und vielleicht ist es gut so, dass die Menschen die Anfangen umzudenken sich erstmal wieder mehr auf sich,auf ihr Seelenheil und dann auf das nähere Umfeld usw. besinnen und kümmern das da alles wieder in gute Bahnen kommt- so wie die Kreise im Wasser wenn man einen Stein hineinwirft. Aus diesen gestärkten und wieder intakten kleinen „Zellen“ kann dann wieder ein größerer Zusammenschluss entstehen der ……usw.! Und wenn dann die Bosse und Politiker da oben alles an die Wand gefahren haben- denn ich befürchte vorher werden sie ganausowenig nachgeben wie es gewisse diktatoren tun- dann wächst aus den Trümmern schon das Neue.
    Ich hoffe und wünsche mir dass der Wandel voerher passiert, aber auch dafür ist es notwendig, dass die einzelnen „Zellen“ wieder gesund nachwachsen!
    Also stärken wir uns unsere Achtsamkeit, dann kann was gutes daraus entstehen.
    So denke ich immer öfter! Bis es soweit ist versuche ich einen mittelweg von informiertsein aber nicht deprimieren lassen zu gehen und Freude am Leben zu haben.
    Einen lieben Gruß
    Angelika

    • Liebe Angelika,
      das machst Du genau richtig, wie ich meine. Gewisse Informationen lasse ich an mich heran, andere dringen erst gar nicht zu mir durch. Deprimiert bin ich nicht, aber es kostet schon vieles an Kraft, jeden Tag „gut drauf“ zu sein, währenddessen man eigentlich nicht genau weiß, wie es nun weitergeht.
      Die Achtsamkeit auf die guten Dinge lenken, das tue ich jeden Tag, und es wird immer besser und besser und besser.
      Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, ganz liebe Grüße von Dori

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